{"id":630004,"date":"2025-12-07T14:10:18","date_gmt":"2025-12-07T14:10:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/630004\/"},"modified":"2025-12-07T14:10:18","modified_gmt":"2025-12-07T14:10:18","slug":"muenchen-ausstellung-im-ns-dokumentationszentrum-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/630004\/","title":{"rendered":"M\u00fcnchen: Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1vw426e\">Am Ende l\u00e4sst er keinen unverschont. Und er findet seine Opfer oft auch dort, wo sie niemand vermutet. Die Rede ist vom Krieg, der etwa im Sudan nicht nur die unschuldige Bev\u00f6lkerung betrifft. Auch die Zugv\u00f6gel leiden unter dem gewaltsamen, im Westen zu lange ignorierten Konflikt. Weil sie ihre vertrauten Rastpl\u00e4tze im Sudan verloren haben und nun alternative Routen fliegen m\u00fcssen, die oft gef\u00e4hrlicher sind.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">F\u00fcr die Direktorin des M\u00fcnchner NS-Dokumentationszentrums Mirjam Zadoff ist das ein Beispiel daf\u00fcr, dass der Krieg \u201ealle betrifft\u201c, wie sie bei der Er\u00f6ffnung von \u201e\u2026 damit das Ger\u00e4usch des Krieges nachl\u00e4sst, sein Gedr\u00f6hn\u201c erz\u00e4hlte. Einer <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ausstellung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ausstellung<\/a>, die die Auswirkungen kriegerischer Auseinandersetzungen nach 1945 zum Thema hat.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nachgesp\u00fcrt wird dem \u201eGer\u00e4usch des Krieges\u201c in der von Juliane Bischoff zusammen mit Chris Reitz kuratierten Ausstellung anhand von zw\u00f6lf k\u00fcnstlerischen Positionen. Eine der zentralen Thesen: Der Krieg ist mit dem letzten Schuss oder dem Friedensschluss noch lange nicht vorbei. Stattdessen gilt es, mit Tr\u00fcmmern, Trauer und Traumata umzugehen, die oft noch in nachkommenden Generationen weiterwirken.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Ausstellungstitel ist den Kriegsmemoiren der Schriftstellerin Marguerite Duras entnommen, die darin \u00fcber das Warten auf die R\u00fcckkehr ihres Ehemanns aus dem KZ Dachau schreibt. \u201eSchmerz braucht Raum\u201c lautet darin ein entscheidender Satz.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Diesen Raum, den kann die Kunst er\u00f6ffnen. Davon ist Juliane Bischof \u00fcberzeugt, die sich mit der Ausstellung vom NS-Dokuzentrum verabschiedet und als Kuratorin an den Portikus in Frankfurt gewechselt hat. Geografisch wiederum sind es verschiedenste R\u00e4ume, welche die Kunstwerke hier aufmachen. In Hito Steyerls Video \u201eNovember\u201c von 2004 geht es nach Kurdistan, wo ihre einstige Jugendfreundin Andrea Wolf als PKK-K\u00e4mpferin 1998 vom t\u00fcrkischen Milit\u00e4r get\u00f6tet und zur M\u00e4rtyrerin wurde. Steyerl verkn\u00fcpft Bilder aus der Zeit mit Ausschnitten aus einem Super-8-Martial-Arts-Film, den sie mit Wolf zuvor gedreht hatte. Fakt und Fiktion verschwimmen. Und \u201eNovember\u201c entwickelt sich zu einem vielschichtigen Diskurs \u00fcber mediale und politische Wahrheiten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/e4c295f7-17cf-4bbe-960a-a098d81cc1f9.jpg\"   alt=\"Nikita Kadans \u201eGazelka II, 2015\u201c: Der K\u00fcnstler aus der Ukraine hat aus den \u00dcberresten eines zerst\u00f6rten Kleintransporters eine Flagge gefertigt.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Nikita Kadans \u201eGazelka II, 2015\u201c: Der K\u00fcnstler aus der Ukraine hat aus den \u00dcberresten eines zerst\u00f6rten Kleintransporters eine Flagge gefertigt. (Foto: Courtesy of the artist, Foto: nsdoku, Connolly Weber)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/chantal-akerman-gestorben-bilder-von-der-anderen-seite-1.2679758\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chantal Akermans<\/a> bekannter TV-Doku \u201eAujourd&#8217;hui, dis moi\u201c von 1980 kommen drei Shoa-\u00dcberlebende, inzwischen Gro\u00dfm\u00fctter, zu Wort. Und nicht nur hier, sondern auch in anderen Werken zeigt sich, dass es oftmals Frauen sind, die die Last des Krieges weitertragen. Bei Selma Selman und Milo\u0161 Trakilovi\u0107 sind das die eigenen M\u00fctter, die beide den Bosnienkrieg \u00fcberlebt haben. Selman inszeniert in ihrem Video \u201eCrossing The Blue Bridge\u201c ein Kriegserlebnis ihrer Mutter nach. Wobei sie aus einem Trauma ein Erm\u00e4chtigungserlebnis macht. In Trakilovi\u0107s Video-Installation geht es um das Gr\u00fcn einer Wiese, das seine Mutter nach ihrer Flucht nach Amsterdam dort als Symbol der Freiheit wahrnahm.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Durch Sung Tieus Video \u201eNo Gods, No Monsters\u201c spuken die Geister von Soldaten, die im Vietnamkrieg gefallen sind. Und bei Ian Waelder geht es um die Tageszeitung als Dokumentationsmedium, w\u00e4hrend Jean Katambayi Mukendi mit seinen gezeichneten \u201eAfrolampen\u201c den Zusammenhang zwischen Kolonialismus und globalen Konflikten thematisiert. Nikita Katan aus der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> hat aus den \u00dcberresten eines Kleintransporters eine Flagge gefertigt. Der Transporter wurde 2014 von pro-russischen Streitkr\u00e4ften zerst\u00f6rt. In Europa wollte man von den Gefechten in der Ukraine damals nichts h\u00f6ren. Und so lernt man auch das in dieser vielschichtigen Ausstellung: Das Gedr\u00f6hn des Krieges zu ignorieren, bringt nichts.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><strong>\u201e&#8230; damit das Ger\u00e4usch des Krieges nachl\u00e4sst, sein Gedr\u00f6hn\u201c, bis 12. Juli, <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/NS-Dokumentationszentrum\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NS-Dokumentationszentrum<\/a><\/strong><strong>, Max-Mannheimer-Pl. 1, <\/strong><strong><a href=\"https:\/\/www.nsdoku.de\/geraeusch-des-krieges\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nsdoku.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Ende l\u00e4sst er keinen unverschont. 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