{"id":630204,"date":"2025-12-07T16:05:15","date_gmt":"2025-12-07T16:05:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/630204\/"},"modified":"2025-12-07T16:05:15","modified_gmt":"2025-12-07T16:05:15","slug":"die-operette-alles-liebe-in-wiesbaden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/630204\/","title":{"rendered":"Die Operette \u201eAlles Liebe!\u201c in Wiesbaden."},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_kultur\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kultur<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.fr.de\/kultur\/theater\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"3_theater\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Theater<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 07.12.2025, 16:23 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-authors id-Story-authors--default\">Von: <a class=\"id-Story-authors-link lp_west_author\" href=\"https:\/\/www.fr.de\/autor\/bernhard-uske-0xs7d20o9.html\" title=\"Zur Autorenseite von Bernhard Uske\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" author-link=\"\" uske=\"\" data-k5a-pos=\"west_author\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bernhard Uske<\/a><\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/40720455-ein-buntes-voelkchen-steht-ein-man-im-anzug-greift-an-die-regenbogenflagge-397a.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"Ein buntes V&#xF6;lkchen steht, ein Man im Anzug greift an  die Regenbogenflagge. \"\/>Aktualisierte Operettenakteure in Darmstadt.  \u00a9\u00a0Max Borchardt<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Die Operette \u201eAlles Liebe!\u201c in Wiesbaden.  <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Eine zeitgen\u00f6ssische Operette, eine \u201eLandoperette\u201c zudem und zugleich eine \u201equeere\u201c. Da durfte man in Wiesbaden bei der Urauff\u00fchrung des Staatstheaters gespannt sein vor allem auf die Musik. 41 Jahre alt ist die geb\u00fcrtige serbische Komponistin Misha Cvijovi\u0107, die in Berlin lebt und ein Talent f\u00fcr das Adaptieren von Genres und Idiomen hat. Ebenso f\u00fcr Klangwelten szenischer Provenienz. Sie bewegt sich im Bereich aktueller, neut\u00f6nerischer Werke, die sich klassisch-avantgardistisch darstellen und die genau so positioniert sind, dass sie etwa bei einem mythologischen Stoff f\u00fcr gro\u00dfes Orchester eine andere Klanglichkeit haben als bei einem bl\u00e4ser- oder schlagzeuglastigen Ensemble: mal zerkl\u00fcftet, mal kompakt dissonant-tonal oder im performativen Bereich aktionistisch-akklamatorisch. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Ein bisschen kennt man das alles, aber so, wie es gebildet wird, ist da ein solides Gestaltungsverm\u00f6gen am Werk, das man auch im Gro\u00dfen Haus bei der Operetten-Urauff\u00fchrung \u201eAlles Liebe!\u201c zu erleben hoffte. Nur war das jetzt bis zur Selbstverleugnung unwahrnehmbar, aber genau das war, um ein gefl\u00fcgeltes Wort aus berufenem Munde der Wahlheimat Cvijovi\u0107s zu gebrauchen, \u201eauch gut so\u201c. Denn eine neut\u00f6nerische Operette w\u00e4re ein schwarzer Schimmel. Nicht echt und nicht fesch, steifleinern und ein pseudo-animiertes Ornament.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Es blieb also und klang alles wie beim Alten bzw. beim neuen Alten, denn nat\u00fcrlich werden hier keine Schmalzlocken gedreht, saccharinhaltige Sentimentalit\u00e4ten oder schnarrende Herr-Offizier-Attit\u00fcden ausgebreitet. Der Ton hat, um nochmals Berliner Diktion zu gebrauchen, \u201eordentlich Bums\u201c, vermittelt aber auch manch sentimentale Floskel in trockenen T\u00fcchern und sitzt auch gut im Ohr. Die Komponistin wei\u00df, was eine Operette braucht, selbst wenn das Ganze im Verein mit dem Libretto Philipp Amelsungsens und der Inszenierung durch Anna Weber dann doch eher den Gattungsbegriff verblassen l\u00e4sst. <\/p>\n<p>Vielfalt ist eigentlich ein Kost\u00fcmball<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Vielleicht k\u00f6nnte man von einem Operettical sprechen, trotz der putzigen B\u00fchne von Stella Lehnert mit ihren drei Fachwerk-Hausfrontgerippen. Hinter deren einem ist die Amtsstube des schrankschwulen B\u00fcrohengsts Friedrich Hemmschuh. Hinter dem anderen das Heim der B\u00fcrgermeisterin Carola Weissgut, die vor der Abwahl steht und keine Zeit f\u00fcr ihre unter Identit\u00e4tsschwankungen leidende Tochter hat. Das dritte Haus, wie ein Stern dazwischen, ist ein herziges Kloh\u00e4usl, das sp\u00e4ter zur Freude des Amtsschimmels Hemmschuh eine kleine Gay-Community entl\u00e4sst.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Soweit die aktualisierten Operettenakteure: Minister, Kammerdiener, Lieferanten und Eint\u00e4nzer, das nette und hilflose Liebespaar. Und dazu kommt als reiche Erbtante noch Vater Staat, der F\u00f6rdermittel f\u00fcr Vielfalt usw. parat h\u00e4lt, was einen Christopher-Street-Day-Umzug nahelegt und Geld in die leeren Dorf-Kassen sp\u00fclen soll. Den F\u00f6rdermittelgrund besorgt eine veritable Dragqueen, die in ihrer Coming-Out-School den insgeheimen LGBTQ-D\u00f6rflern und D\u00f6rflerinnen auf die Spr\u00fcnge hilft, was zuletzt in fried-freundlicher \u201eBlauer Bock\u201c-, respektive \u201eBunter Bock\u201c-Stimmung endet. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der nat\u00fcrlich cis-m\u00e4nnliche, von seinen muffigen Reaktion\u00e4ren und Reaktion\u00e4rinnen bestimmte Wahlsieger wickelt sich zuletzt doch noch in von ihm heruntergerissenene Pride-Draperien, und das Publikum kann zum Fahnen-Appell die buntgestreiften Papierf\u00e4hnchen schwenken, die vor der Auff\u00fchrung verteilt wurden. Statt der Operettenherrlichkeit alter Art mit ihrer Gl\u00fcck bringenden List der Vernunft und Verwechslungskomik, gibt es in der neuesten Operette mehr moralisierende Diskurs- und Klageweisen. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Also sei hiermit nach der einstmalig goldenen und dann silbernen, die bronzene Operetten-\u00c4ra eingel\u00e4utet. Immerhin entfielen die \u00fcblichen tagesaktuellen Anspielungs-Slots und gab es auch kein naheliegendes subkulturelles Blasen-Geblubber. Kost\u00fcmlich (Alexander Djurkov Hotter) l\u00e4uft die Queer-Operette sp\u00e4testens nach dem Auftritt der Dragqueen (souver\u00e4n Kelly Heelton) auf klassische Travestie hinaus, in die auch das sauert\u00f6pfische Lesben-Paar integriert ist: \u201eAlles Liebe!\u201c \u2013 Vielfalt ist eigentlich Kost\u00fcmball. <\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Musikalisch war der Abend gelungen. Das Orchester unter Paul Taubitz spielte mit Verve differenziert, der Chor sang die teils ohrwurmartigen kollektiven Partien bestens. Die Mikrofonverst\u00e4rkung der Stimmen war tadellos, die Dialogverst\u00e4ndlichkeit nicht. Die beste Figur in Wort, Geste und Ton machte der Amtsschimmel von Fabian-Jakob Balkhausen, der in seiner trocken-aufger\u00e4umten und doch alerten Art vom Chargieren meilenweit entfernt war. Die Tanztruppe hatte Pfiff und war sexy.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\"><strong>Staatstheater Wiesbaden:<\/strong> <br \/>12. Dezember, 10., 25., 29. Januar. www.staatstheater-wiesbaden.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite Kultur Theater Stand: 07.12.2025, 16:23 Uhr Von: Bernhard Uske DruckenTeilen Aktualisierte Operettenakteure in Darmstadt. \u00a9\u00a0Max Borchardt Die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":630205,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,14,15,12,4544],"class_list":{"0":"post-630204","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-hessen","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115679142728450032","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/630204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=630204"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/630204\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/630205"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=630204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=630204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=630204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}