{"id":630803,"date":"2025-12-07T21:58:12","date_gmt":"2025-12-07T21:58:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/630803\/"},"modified":"2025-12-07T21:58:12","modified_gmt":"2025-12-07T21:58:12","slug":"trumps-regierung-nimmt-medien-ins-visier-dw-07-12-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/630803\/","title":{"rendered":"Trumps Regierung nimmt Medien ins Visier \u2013 DW \u2013 07.12.2025"},"content":{"rendered":"<p>Es ist wohl kein Geheimnis, dass die derzeitige <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/usa-vereinigte-staaten-amerika\/t-17286012\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">US<\/a>-Regierung nicht viel von Journalisten h\u00e4lt. Pr\u00e4sident <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/donald-trump\/t-18901598\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> nannte k\u00fcrzlich eine Reporterin, die ihn zu seiner Rolle im Epstein-Skandal befragte, schlicht &#8222;Piggy&#8220;. K\u00fcrzlich war\u00a0es der Sprecherin des Wei\u00dfen Hauses,\u00a0Karoline Leavitt, wichtig zu erw\u00e4hnen, wie viel Zeit ihres Arbeitsalltags daf\u00fcr draufgeht, angeblich falsche Darstellungen von White-House-Korrespondenten zu korrigieren: &#8222;Die Fake News, die aus diesem Geb\u00e4ude jeden Tag rauskommen, sind so zahlreich, dass es ehrlich gesagt fast unm\u00f6glich ist, Schritt zu halten&#8220;, sagte Leavitt.<\/p>\n<p>Neues Portal als &#8222;Hall of Shame&#8220; f\u00fcr Medien<\/p>\n<p>Als Reaktion auf die angeblichen &#8222;<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/fake-news\/t-36822110\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fake News<\/a> und Angriffe&#8220; der Reporterinnen und Reporter hat das Wei\u00dfe Haus eine Webseite eingerichtet. Auf ihr listet die Regierung Medienorganisationen und Reporter auf, die ihrer Ansicht nach falsche, einseitige oder irref\u00fchrende Geschichten ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Die Plattform &#8222;Media Offenders&#8220; pr\u00e4sentiert sowohl die &#8222;T\u00e4ter der Woche&#8220; als auch eine &#8222;Hall of Shame&#8220;. Auf vier Seiten listen die Macher ihnen nicht genehme Medienberichte auf, die das Wei\u00dfe Haus in Kategorien wie Voreingenommenheit, L\u00fcge, falsche Behauptung, Fehlverhalten, fehlender Kontext, Fehlinterpretation, zirkul\u00e4res Berichten, Unterlassung und &#8222;linken Wahnsinn&#8220; unterteilt hat. Anfang Dezember\u00a0erkl\u00e4rte das Wei\u00dfe Haus, man habe mit der Webseite &#8222;einen Flammenwerfer auf die Fake-News-Medien gerichtet&#8220;.<\/p>\n<p>Sorge um die Pressefreiheit in den USA w\u00e4chst<video id=\"video-71985634\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"71985634\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/68192302_605.webp\" data-duration=\"04:12\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>Experten: Rhetorik gef\u00e4hrdet Journalisten<\/p>\n<p>Katherine Jacobsen vom Committee to Protect Journalists sieht das deutlich anders: &#8222;Wenn die Sprache auf der Webseite aussieht wie eine Schmutzkampagne und auch danach riecht, dann ist es wahrscheinlich eine Schmutzkampagne&#8220;, sagte sie. &#8222;Das ist sehr beunruhigend.&#8220; Jacobsen warnt, dass die Webseite der US-Regierung nicht nur verbale Angriffe auf die Presse erleichtere, sondern auch reale Gefahren schaffe. Die Seite nennt n\u00e4mlich auch die Namen der Reporter, die die jeweiligen Berichte geschrieben oder produziert haben.<\/p>\n<p>&#8222;Diese Journalisten versuchen, Fakten ans Licht zu bringen und f\u00fcr Transparenz zu sorgen&#8220;, sagt Jacobsen. &#8222;Solche Rhetorik heizt die Stimmung auf und macht es gef\u00e4hrlicher f\u00fcr Journalisten, die einfach nur ihren Job machen.&#8220;<\/p>\n<p>Jonathan Katz vom Thinktank Brookings Institution beurteilt das \u00e4hnlich: Die Webseite wirke bedrohend auf viele Medien. &#8222;Das kann eine abschreckende Wirkung f\u00fcr die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung und auf unabh\u00e4ngige Medien haben&#8220;, sagte er. &#8222;Wir beobachten genau, wie sich das auf die Pressefreiheit in den USA auswirkt.&#8220;<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74829681\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74829681_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"USA Washington D.C. 2025 | Karoline Leavitt bei Pressebriefing im Wei\u00dfen Haus\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Gibt Pressebriefings im Wei\u00dfen Haus: Karoline LeavittBild: Evan Vucci\/AP Photo\/dpa\/picture alliance<\/p>\n<p>Pressefreiheit als Fundament der US-Demokratie<\/p>\n<p>Wenn die <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/pressefreiheit\/t-18405726\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pressefreiheit<\/a> eingeschr\u00e4nkt wird, widerspricht das dem Kernprinzip der Vereinigten Staaten. Der erste Zusatzartikel der US-Verfassung sagt: &#8222;Der Kongress soll kein Gesetz erlassen, das die Redefreiheit oder die Pressefreiheit einschr\u00e4nkt.&#8220; Schon 1776 beschlossen die Gesetzgeber in Virginia eine &#8222;Declaration of Rights&#8220;: &#8222;Die Freiheit der Presse ist eines der gr\u00f6\u00dften Bollwerke der Freiheit und kann nur durch despotische Regierungen eingeschr\u00e4nkt werden.&#8220;<\/p>\n<p>Ben Bradlee, von 1968 bis 1991 Chefredakteur der Washington Post, sagte schon 2009: &#8222;Sie werden nie einen Reporter h\u00f6ren, der sagt, dass die Beziehungen zur Regierung gut sind. Denn wenn er das sagen w\u00fcrde, w\u00fcrde er wahrscheinlich l\u00fcgen. Die Regierung w\u00fcrde ihn dann zu gut behandeln. Sie muss uns nicht gut behandeln.&#8220;<\/p>\n<p>Trump: St\u00e4ndige Attacken gegen Medien<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen der Trump-Administration und den Medien war noch nie harmonisch. Nun ist es aber die ureigenste Aufgabe von Journalisten, der Regierung auf die Finger zu schauen. Dabei berichten sie gelegentlich \u00fcber Dinge, die der Regierung nicht passen. Und klar, manchmal f\u00fchlen sich auch Journalisten von der Regierung schlecht behandelt. So weit, so normal in einer freien Demokratie.<\/p>\n<p>Doch der Fall der Webseite &#8222;Media Offenders&#8220; ist anders gelagert. Er\u00a0zeigt, wie ungew\u00f6hnlich aggressiv die aktuelle Regierung gegen die Presse vorgeht. &#8222;Jeder Pr\u00e4sident hatte schon mal Probleme mit den Medien. Aber einen Pr\u00e4sidenten, der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/pressefreiheit-in-den-usa-unter-druck\/a-72417783\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">die Medien so angegriffen hat wie Trump<\/a>, das hat es noch nicht gegeben&#8220;, sagt Tom Jones vom Poynter Institute. &#8222;So konfrontativ wie Donald Trump ist keiner.&#8220;<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74885997\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74885997_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Donald Trump bei einer Pressekonferenz (Archiv)\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>US-Pr\u00e4sident Trump scheut nicht davor zur\u00fcck, ganze Medienh\u00e4user bei Pressekonferenzen als &#8222;Fake News&#8220; zu bezeichnenBild: Ron Sachs\/Newscom World\/IMAGO<\/p>\n<p>US-Amerikaner gespalten in ihrer Meinung<\/p>\n<p>F\u00fcr Pressesprecherin Leavitt sind die Journalisten selbst verantwortlich, nicht Trump: &#8222;Der Standard im Journalismus ist in diesem Land auf ein historisches Tief gefallen&#8220;, klagt sie.<\/p>\n<p>Viele <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/republikanische-partei-usa\/t-69953360\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">republikanische<\/a> W\u00e4hler stimmen ihr offenbar zu. Vor der Pr\u00e4sidentschaftswahl 2024 sagten 60 Prozent der republikanischen oder republikanisch orientierten W\u00e4hler, dass die Medien die Wahl schlecht oder sehr schlecht abdecken w\u00fcrden. Unter <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/demokratische-partei-usa\/t-69952967\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demokraten<\/a> sahen 77 Prozent die Berichterstattung als gut oder sehr gut an.<\/p>\n<p>Jones vom Poynter Institute betont nochmal, dass politische Journalisten eine wichtige Aufgabe erf\u00fcllten. &#8222;Die Medien m\u00fcssen die M\u00e4chtigen zur Rechenschaft ziehen&#8220;, sagt er. &#8222;Dabei sind sie nicht immer perfekt, aber ihre Berichterstattung basiert auf gr\u00fcndlicher Recherche und Fakten.&#8220;<\/p>\n<p>Und Katz vom Thinktank Brookings Institution, Mitautor des Brookings-Berichts &#8222;Democracy Playbook 2025&#8220;, erkl\u00e4rt: &#8222;Eine der S\u00e4ulen, die f\u00fcr die Demokratie unverzichtbar sind, ist die der freien und unabh\u00e4ngige Medien. Sie sind n\u00f6tig f\u00fcr Transparenz und Kontrolle. Diese S\u00e4ule wird derzeit angegriffen.&#8220;<\/p>\n<p>Aus dem Englischen adaptiert von Friedel Taube.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist wohl kein Geheimnis, dass die derzeitige US-Regierung nicht viel von Journalisten h\u00e4lt. 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