{"id":631378,"date":"2025-12-08T03:49:32","date_gmt":"2025-12-08T03:49:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/631378\/"},"modified":"2025-12-08T03:49:32","modified_gmt":"2025-12-08T03:49:32","slug":"aussenminister-wadephul-holt-abgesagte-china-reise-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/631378\/","title":{"rendered":"Au\u00dfenminister Wadephul holt abgesagte China-Reise nach"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/wadephul-256.jpg\" alt=\"Johann Wadephul kommt auf dem milit\u00e4rischen Teil des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) an.\" title=\"Johann Wadephul kommt auf dem milit\u00e4rischen Teil des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) an. | dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 07.12.2025 13:12 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Im Oktober hatte Au\u00dfenminister Wadephul seine China-Reise kurzfristig abgesagt, jetzt holt er sie nach. Der Besuch ist ein Balanceakt: Wie klar kann er sich \u00e4u\u00dfern, ohne die Beziehungen zu gef\u00e4hrden?<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/ruth-kirchner-106.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Ruth Kirchner\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/ruth-kirchner-108.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Umgang mit dem autorit\u00e4r regierten China ist schwierig. Klare Kante zeigen? Oder heikle Themen eher hinter verschlossenen T\u00fcren ansprechen?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Au\u00dfenminister Johann Wadephul hat sich bislang f\u00fcr ziemlich deutliche Worte entschieden &#8211; etwa mit Blick auf Chinas enges Verh\u00e4ltnis zu Russland. Im Oktober, bei einer Rede in Berlin, warf er der chinesischen F\u00fchrung vor, mit ihrer Unterst\u00fctzung der russischen Aggression und dem Vorgehen im S\u00fcdchinesischen Meer auch &#8222;eigene hegemoniale Bestrebungen zu rechtfertigen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch Drohungen gegen die demokratisch regierte Insel Taiwan kommentierte der CDU-Politiker mit scharfen Worten: China untergrabe damit die internationale regelbasierte Ordnung. Der Status quo in der Taiwan-Stra\u00dfe d\u00fcrfe nicht mit Gewalt ver\u00e4ndert werden. Das Gewaltverbot der UN-Charta habe auch dort G\u00fcltigkeit. Das ist die Position der Bundesregierung, aber in China kamen Wadephuls offene Worte nicht gut an.<\/p>\n<p>    Missstimmung in China<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Volksrepublik bezeichnet sich selbst als neutral im Ukraine-Krieg. Die Insel Taiwan betrachtet die chinesische F\u00fchrung als Teil der Volksrepublik &#8211; und will sie, wie Staats- und Parteichef Xi Jinping sagt, &#8222;notfalls mit Gewalt&#8220; in die Volksrepublik eingliedern.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dem deutschen Au\u00dfenminister warfen chinesische Staatsmedien vor, mit seinen \u00c4u\u00dferungen Spannungen anzuheizen. Aber auch Teile der schwarz-roten Regierungskoalition in Berlin finden den Ton von Wadephul ein bisschen scharf.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Adis Ahmetovic, au\u00dfenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, betonte bereits im Oktober, er w\u00fcnsche sich, dass Dialog und Partnerschaft st\u00e4rker im Vordergrund stehen: Klar Position beziehen, aber nicht auf &#8222;Provokation und Eskalation&#8220; setzen, sagt Ahmetovic.<\/p>\n<p>    Die Beziehungen nicht gef\u00e4hrden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Beim Besuch des Au\u00dfenministers, der am Montag in Peking beginnt, steht Wadephul daher unter genauer Beobachtung. Geplant sind Gespr\u00e4che mit seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi, mit Handelsminister Wang Wentao und dem Leiter der Internationalen Abteilung beim Zentralkomitee der Kommunistischen Partei &#8211; deutlich mehr Termine also als bei der Ende Oktober kurzfristig abgesagten Reise.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Am Dienstag reist Wadephul weiter in die s\u00fcdchinesische Wirtschaftsmetropole Guangzhou.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gerade die Gespr\u00e4che mit Au\u00dfen- und dem Handelsminister sind wichtig. Denn f\u00fcr Deutschland ist China derzeit der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner. Das Problem: China kauft immer weniger Maschinen und Waren aus Deutschland, aber die Exporte nach Deutschland steigen weiter an und die wirtschaftlichen Abh\u00e4ngigkeiten sind gro\u00df. Vor allem bei Halbleitern und seltenen Erden, die in Smartphones, Bildschirmen, in vielen Hightech-Produkten stecken, haben sich deutsche Unternehmen jahrelang auf China verlassen.<\/p>\n<p>    Unternehmen fordern Verl\u00e4sslichkeit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">China hat bei der F\u00f6rderung und Verarbeitung seltener Erden weltweit fast eine Monopolstellung. Doch im Zuge geopolitischer Spannungen &#8211; vor allem zwischen China und den USA &#8211; setzt die chinesische F\u00fchrung Abh\u00e4ngigkeiten zunehmend als Druckmittel ein, schr\u00e4nkt die Ausfuhr seltener Erden ein, lockert die Regeln dann wieder, je nach politischer Lage.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Jedes zehnte deutsche Industrieunternehmen sei davon betroffen, sagt Volker Treier, Au\u00dfenhandelschef bei der Industrie- und Handelskammer DIHK, dem ARD-Hauptstadtstudio. <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Er hofft, dass sich Wadephul in Peking daf\u00fcr einsetzt, die seit Fr\u00fchjahr geltenden chinesischen Exportkontrollen transparenter und die Lieferketten damit verl\u00e4sslicher zu gestalten. Die Unternehmen brauchen Planungssicherheit, so Treier.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch bei Halbleitern bekommen deutsche Unternehmen die Abh\u00e4ngigkeit schmerzhaft zu sp\u00fcren. Wegen Streitigkeiten um den niederl\u00e4ndischen Chiphersteller Nexperia und dessen chinesischen Eigent\u00fcmer schr\u00e4nkte die chinesische F\u00fchrung k\u00fcrzlich Halbleiter-Exporte des wichtigen Herstellers vor\u00fcbergehend ein. Firmenchefs in Deutschland trieb das Schwei\u00dfperlen auf die Stirn &#8211; denn Nexperia-Chips stecken in unz\u00e4hligen Komponenten, vor allem in der Autoindustrie.<\/p>\n<p>    Viele Initiativen noch am Anfang<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch selbst wenn Wadephul in Peking Zusagen f\u00fcr mehr Verl\u00e4sslichkeit bei wichtigen Rohstoffen und Komponenten erhalten sollte, die Abh\u00e4ngigkeiten beseitigt das nicht. Lieferketten breiter aufstellen, eigene Bezugsquellen f\u00fcr seltene Erden entwickeln &#8211; all das ist Ziel der Bundesregierung und der EU, aber das umzusetzen dauert und kostet viel Geld.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Japan hat rund 20 Jahre gebraucht, um die erdr\u00fcckende Abh\u00e4ngigkeit von China bei seltenen Erden zur\u00fcckzufahren. Deutschland und Europa stehen mit ihren Initiativen &#8211; etwa Rohstoffpartnerschaften und Rohstofffonds &#8211; noch am Anfang.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm forderte bereits im Sommer mehr Engagement der Bundesregierung.<strong> <\/strong>Was China angeht, hat die Regierungskoalition zun\u00e4chst im November per Bundestagsbeschluss eine Experten-Kommission eingesetzt: Sie soll die Wirtschaftsbeziehungen mit der Volksrepublik unter die Lupe nehmen, Abh\u00e4ngigkeiten ermitteln, Sicherheitsrisiken bewerten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Fachleute kritisieren, die Faktenlage sei l\u00e4ngst klar. Und: Es gibt bereits eine China-Strategie. Die hatte die Ampel-Regierung aufgesetzt, die schwarz-rote Koalition will sie zwar weiterentwickeln. Doch bislang ist nicht viel passiert. \u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Franziska Brantner, Co-Vorsitzende der Gr\u00fcnen, wirft im Interview mit dem ARD-Hauptstadtstudio der Bundesregierung vor, keine klare Linie zu vertreten: &#8222;Ich sehe sehr viele unterschiedliche Stimmen, keine Ausrichtung und keine klare Ansage gegen\u00fcber Peking.&#8220; Die Botschaft an China m\u00fcsse sein: &#8222;Wir sind als Europ\u00e4er stark, wir lassen uns nicht \u00fcber den Platz kicken.&#8220;<\/p>\n<p>    Mehr Druck auf Putin<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Von Au\u00dfenminister Wadephul w\u00fcnscht sie sich, dass er in Peking klar Position bezieht &#8211; gerade in den wirtschaftspolitischen Fragen. Die Zeit des Nett-Seins sei vorbei, sagt Brantner.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In Sachen Ukraine fordert nicht nur die Gr\u00fcnen-Chefin, dass die chinesische F\u00fchrung mehr Druck auf Wladimir Putin aus\u00fcbt. \u00c4hnlich hat sich k\u00fcrzlich auch Kanzler Friedrich Merz ge\u00e4u\u00dfert. Au\u00dfenminister Wadephul d\u00fcrfte in Peking zumindest in diesem Punkt recht deutlich werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 07.12.2025 13:12 Uhr Im Oktober hatte Au\u00dfenminister Wadephul seine China-Reise kurzfristig abgesagt, jetzt holt er sie nach.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":631379,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,227,3364,29,30,13,14,15,12,30616],"class_list":{"0":"post-631378","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-china","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-wadephul"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115681911030342594","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631378","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=631378"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631378\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/631379"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=631378"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=631378"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=631378"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}