{"id":631528,"date":"2025-12-08T05:34:14","date_gmt":"2025-12-08T05:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/631528\/"},"modified":"2025-12-08T05:34:14","modified_gmt":"2025-12-08T05:34:14","slug":"infineon-in-dresden-erhaelt-ein-neues-regen-versickerungsbecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/631528\/","title":{"rendered":"Infineon in Dresden erh\u00e4lt ein neues Regen-Versickerungsbecken"},"content":{"rendered":"<p>Ren\u00e9 Seifert und Torsten Seiler stehen auf der Freifl\u00e4che in der Heide, hinter der das neue Infineon-Werk Smart Power Fab emporragt. Der Polier des Bauunternehmens BISTRA Bau erl\u00e4utert dem Investitionschef der Stadtentw\u00e4sserung Dresden, wie weit die ersten Arbeiten auf dem Gel\u00e4nde des k\u00fcnftigen Regen-Versickerungsbecken an der K\u00f6nigsbr\u00fccker Stra\u00dfe gekommen sind. Am 10. November waren die Bauleute anger\u00fcckt. Zuvor waren die B\u00e4ume auf dem rund 9.000 Quadratmeter gro\u00dfen Gel\u00e4nde gef\u00e4llt worden. Derzeit sind Seiferts f\u00fcnf Baumaschinisten mit ihren Baggern dabei, die Wurzeln zu roden, damit der Untergrund f\u00fcr den Beckenbau ausgehoben werden kann. \u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen ist Truppf\u00fchrer Peter Werner von der Klotzscher Dr. Turra Kampfmittelbeseitigung mit seiner Geomagnetiksonde dabei, nach der Wurzelrodung den Untergrund nach metallischen Gegenst\u00e4nden zu untersuchen. Schlie\u00dflich handelt es sich hier um ein altes Kasernengel\u00e4nde. Dessen Geb\u00e4ude wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen, sodass dort B\u00e4ume wachsen konnten. Zur Sicherheit sind die Kampfmittelbeseitiger zur \u00dcberwachung w\u00e4hrend dieser Bauphase permanent im Einsatz, so auch Peter Werner. \u201eZum Gl\u00fcck ist bisher nichts gefunden worden\u201c, erkl\u00e4rt sein Namensvetter Thomas Werner, der Projektleiter Stadtentw\u00e4sserung. &#13;\n<\/p>\n<p>Altes Sickerbecken jetzt ein Biotop&#13;<\/p>\n<p>In den 1990er-Jahren waren die heutigen Infineon-Werke in Klotzsche gebaut worden. \u201eF\u00fcr die Regenentw\u00e4sserung mussten wir uns etwas einfallen lassen\u201c, erkl\u00e4rt Investitionschef Seiler. Schlie\u00dflich musste der Regen von einer rund 90.000 Quadratmeter gro\u00dfen Fl\u00e4che abgeleitet werden, was neun Hektar entspricht. \u201eUnser Grundsatz ist, dass wir Regenwasser m\u00f6glichst wieder dem Wasserkreislauf zuf\u00fchren und versickern, damit dass Grundwasser angereichert wird\u201c, sagt er. \u201eDaf\u00fcr sind die sandigen B\u00f6den im Dresdner Norden sehr gut geeignet.\u201c Allerdings gebe es sie vorwiegend nur in diesem Teil der Stadt. Deshalb habe die Stadtentw\u00e4sserung zwar insgesamt rund 100 Regenr\u00fcckhaltebecken, in denen das Wasser nach starken Regenf\u00e4llen zur\u00fcckgehalten werden kann. Es gebe aber nur zehn Versickerungsbecken, die vor allem im Dresdner Norden liegen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/whatsapp-image-2025-12-07-at-17-35-59_TEXT.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Polier Ren\u00e9 Seifert erkl\u00e4rt Investitionschef Torsten Seiler (l.) von der Stadtentw\u00e4sserung, wie weit seine Baumaschinisten bei den ersten Arbeiten f\u00fcr das neue Regen-Versickerungsbecken unterhalb des neuen Infineon-Werks gekommen sind. K\u00fcnftig wird hier viel mehr Regenwasser abgleitet, dass versickert und somit direkt dem Grundwasser zugeleitet wird.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, das Regenwasser zu versickern und damit das Grundwasser aufzuf\u00fcllen. Seit 2006 ermittelt das Dresdner Umweltamt an 66 st\u00e4dtischen Messstellen den Stand. Eine davon liegt am Gel\u00e4nde des neuen Beckens. Neues Grundwasser bildet sich vor allem im Winterhalbjahr, da es dann im Normalfall viel regnet oder schneit und nicht so viel Wasser verdunstet. Seit 2015 kam allerdings viel weniger Nachschub als \u00fcblich. Deshalb fiel seitdem der Grundwasserstand.&#13;\n<\/p>\n<p>Das erste Regenversickerungsbecken am heutigen Infineon-Standort war im April 1995 in Betrieb genommen worden. \u201eEs hat seine Nutzungsdauer von etwa 30 Jahren erreicht\u201c, sagt Seiler. Jetzt funktioniert es nicht mehr richtig. \u201eTrotz regelm\u00e4\u00dfiger Wartung und Reinigung versickert das Wasser nur noch zum Teil\u201c, beschreibt er das Problem. \u201eDort haben sich sch\u00fctzenswerte Pflanzen und Tiere angesiedelt, so verschiedene Frosch- und Lurcharten\u201c, erg\u00e4nzt Projektleiter Werner. Mittlerweile ist das zweigeteilte alte Becken als Laichgew\u00e4sser eingestuft. \u201eDeshalb gibt es die Auflage, es als Biotop zu erhalten.\u201c \u00a0<\/p>\n<p><b>Neubau f\u00fcr Regenversickerung dringend n\u00f6tig&#13;<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>Allerdings gibt es jetzt neue Herausforderungen. Musste der Regen bisher von einer Fl\u00e4che von 90.000 Quadratmetern abgeleitet und versickert werden, so ist dies bald vor allem durch den Bau der Smart Power Fab von Infineon von 160.000 Quadratmetern n\u00f6tig. \u201eAus \u00f6kologischen Gr\u00fcnden wollen wir es auch k\u00fcnftig versickern\u201c, sagt Investitionschef Seiler. F\u00fcr sein viertes Dresdner Werk, in dem k\u00fcnftig rund 1.000 zus\u00e4tzliche Jobs entstehen, investiert Deutschlands gr\u00f6\u00dfter Halbleiterhersteller f\u00fcnf Milliarden Euro. Eine Milliarde davon kommt vom Bund.&#13;\n<\/p>\n<p>\u201eWir hatten versucht, das Versickerungsbecken in die bestehende Waldstruktur einzubinden\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiter Werner, der auch f\u00fcr die Planung zust\u00e4ndig war. \u201eDoch das ging nicht.\u201c &#13;\n<\/p>\n<p>F\u00fcr neues Becken m\u00fcssen B\u00e4ume weichen&#13;<\/p>\n<p>Die Konsequenz war, dass die B\u00e4ume auf der 0,9 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che gef\u00e4llt werden mussten, bei denen es sich vor allem um Kiefern handelte. \u201eMan kann in diesem Fall nicht beides haben \u2013 B\u00e4ume erhalten und Wasser versickern\u201c, res\u00fcmiert Seiler. Als Ausgleich war nach Abstimmung mit dem Forstamt entsprechend dem vorgegebenen Faktor im Fr\u00fchjahr Mischwald auf einer 1,2 Hektar gro\u00dfen Fl\u00e4che im Dresdner Umland bei Bischofswerda gepflanzt worden. Direkt in der Stadt habe es daf\u00fcr keine M\u00f6glichkeit gegeben. \u201eDirekt am Standort werden wir 34 B\u00e4ume pflanzen\u201c, stellt Projektleiter Werner in Aussicht. Dabei handelt es sich um Winterlinden, Schwarzerlen, Vogelbeerb\u00e4ume und H\u00e4ngebirken. Geplant ist eine etwa 120 Meter lange neue Baumreihe an der K\u00f6nigsbr\u00fccker Stra\u00dfe. Die alten Eichen direkt an der Stra\u00dfe bleiben erhalten. &#13;\n<\/p>\n<p>Ameisenkolonien und Schlangen umgesiedelt&#13;<\/p>\n<p>\u201eEs war eine lange und schwierige Planungsphase n\u00f6tig, um die Genehmigung zu erhalten. F\u00fcr \u00f6kologische Fachplanungen wurden zwei Spezialb\u00fcros beauftragt\u201c, sagt der Investitionschef. Das Becken ist mit im Bebauungsplan f\u00fcr das neue Infineon-Werk. \u201eAber auch ohne den Infineon-Neubau h\u00e4tte das alte Becken erweitert werden m\u00fcssen.\u201c &#13;\n<\/p>\n<p>Vor der Baumf\u00e4llung hatten Naturschutzspezialisten das Gel\u00e4nde nach gesch\u00fctzten Tierarten untersucht und sie auch gefunden, so Schlangen und andere Amphibien. Sie wurden ins Umfeld umgesetzt. Deshalb ist auch ein Amphibien-Schutzzaun um die Baustelle errichtet worden&#13;\n<\/p>\n<p>\u201eBereits im vergangenen Jahr hatte ein Ameisenheger sechs H\u00fcgel von streng gesch\u00fctzten Waldameisen umgesetzt\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiter Werner. So bekamen die Ameisenkolonien mit ihren K\u00f6niginnen neue Lebensr\u00e4ume im Umfeld. &#13;\n<\/p>\n<p>Vor Werkser\u00f6ffnung wird neues Sickerbecken fertig&#13;<\/p>\n<p>Gebaut wird jetzt ein neues Versickerungsbecken, das rund 5.500 Kubikmeter Regenwasser fasst. So kann ein sogenannter zweij\u00e4hrlicher Regen, der statistisch gesehen alle zwei Jahre f\u00e4llt, im Becken gespeichert und binnen zwei Tagen versickert werden. Das Wasser wird vom alten Becken weitergeleitet. &#13;\n<\/p>\n<p>Ist der Regen noch st\u00e4rker, gibt es weitere R\u00fcckhaltem\u00f6glichkeiten. So wird der s\u00fcdlich liegende Technopark Nord am Manfred-von-Ardenne Ring mit einem Wall gesch\u00fctzt. Um das 5.600 Quadratmeter gro\u00dfe Versickerungsbecken \u00f6kologisch aufzuwerten, werden zwei kleine Inseln angelegt Sie werden begr\u00fcnt und mit Schwarzerlen bepflanzt, die die Feuchtigkeit gut vertragen. &#13;\n<\/p>\n<p>Bis Mai n\u00e4chsten Jahres sollen alle Arbeiten abgeschlossen werden, f\u00fcr die die Stadtentw\u00e4sserung rund 1,4 Millionen Euro investiert. Schlie\u00dflich soll die Smart Power Fab von Infineon schon im Sommer 2026 offiziell er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Text: Peter Hilbert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ren\u00e9 Seifert und Torsten Seiler stehen auf der Freifl\u00e4che in der Heide, hinter der das neue Infineon-Werk Smart&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":631529,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[3364,29,2386,149058,30,105622,149057,859],"class_list":{"0":"post-631528","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-dresden","11":"tag-dresdner-stadtentwsserung","12":"tag-germany","13":"tag-infineon","14":"tag-regenversickerung","15":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115682323647413552","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631528","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=631528"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631528\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/631529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=631528"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=631528"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=631528"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}