{"id":631559,"date":"2025-12-08T05:52:13","date_gmt":"2025-12-08T05:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/631559\/"},"modified":"2025-12-08T05:52:13","modified_gmt":"2025-12-08T05:52:13","slug":"alte-akademie-hirmer-co-muenchens-filetstuecke-zum-verkauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/631559\/","title":{"rendered":"Alte Akademie, Hirmer &#038; Co.: M\u00fcnchens Filetst\u00fccke zum Verkauf"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Mysteri\u00f6ser Unternehmer&#8220;, &#8222;r\u00e4tselhafter M\u00fcnchner&#8220;, &#8222;Immobilien-Phantom&#8220;: Die Medien haben viele Namen f\u00fcr den Mann gefunden, der hinter drei Mega-Immobilien-Deals in der M\u00fcnchner Fu\u00dfg\u00e4ngerzone steckt. <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/muenchen\/muenchen-erich-schwaiger-innenstadt-immobilien-li.3322587?reduced=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zuerst hatte die S\u00fcddeutsche Zeitung \u00fcber die Eigent\u00fcmerwechsel berichtet<\/a> (externer Link). Konkret geht es um das ehemalige Kaut-Bullinger-Haus nahe des M\u00fcnchner Marienplatzes, f\u00fcr das laut Amtsgericht M\u00fcnchen knapp 85 Millionen Euro bezahlt wurden. Direkt gegen\u00fcber: Das Sport-Schuster-Haus \u2013 verkauft f\u00fcr 120 Millionen Euro. Und nur vier Tage sp\u00e4ter lag auch der Kaufvertrag f\u00fcr das Stammhaus des Herrenausstatters Hirmer vor. Kostenpunkt: 124 Millionen Euro. Im Fall der Hirmer-Filiale hatte ein Familienmitglied der Hirmers zwischenzeitlich eine einstweilige Verf\u00fcgung gegen den Verkauf beim Landgericht M\u00fcnchen I eingereicht. Das Gericht hatte diese aber Ende Oktober zur\u00fcckgewiesen, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte. <\/p>\n<p>Kritik aus der Branche: &#8222;Konzentration hochpreisiger Immobilien&#8220;<\/p>\n<p>Alle drei Immobilien wurden jeweils von unterschiedlichen Firmen erworben, die aber einen gemeinsamen Nenner haben: Erich Schwaiger. Er ist der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der jeweils pers\u00f6nlich haftenden Gesellschafter-Firmen. Die Wucht und Geschwindigkeit, mit der der Unternehmer auf dem M\u00fcnchner Immobilienmarkt auftritt, l\u00e4sst Branchenbeobachter aufhorchen: &#8222;Wir sehen die Konzentration von hochpreisigen Immobilien in der Hand eines Eigent\u00fcmers oder eines Investors kritisch&#8220;, sagt Rudolf St\u00fcrzer, Vorsitzender von Haus und Grund M\u00fcnchen. <\/p>\n<p>Spurensuche im Archiv: Schwaiger in der Branche bekannt<\/p>\n<p>Doch wer ist der Mann, der diese millionenschweren Grundst\u00fccke im Herzen von M\u00fcnchen aufkauft \u2013 und woher kommt das Geld? Zu diesen Fragen \u00e4u\u00dfert sich Schwaiger auf BR-Anfragen nicht. Doch der 57-j\u00e4hrige Unternehmer und Anwalt ist bereits seit Jahren auf dem M\u00fcnchner Immobilienmarkt t\u00e4tig. Im BR-Archiv finden sich Spuren von 2017, die den Bauunternehmer bei einem seiner Wohnbauprojekte in M\u00fcnchen-F\u00fcrstenried zeigen. Im Beitrag wird Schwaiger daf\u00fcr gelobt, dass er Wohnungen f\u00fcr Mieter mit eingeschr\u00e4nktem Budget baue und so den angespannten Mietmarkt entlaste. Auch das M\u00fcnchner Referat f\u00fcr Stadtplanung habe in der Vergangenheit schon mit dem Unternehmer bei Wohnbauprojekten zusammengearbeitet, teilt die Beh\u00f6rde auf Anfrage mit. &#8222;Diese Erfahrungen, die sehr positiv waren, liegen aber teilweise bereits einige Jahre zur\u00fcck&#8220;, so das Referat.<\/p>\n<p>Unternehmer nutzte mehrere Firmen f\u00fcr Immobilienk\u00e4ufe<\/p>\n<p>\u00dcber seine j\u00fcngsten Immobilienk\u00e4ufe ist dagegen wenig bekannt: Grundbuch und Handelsregister zeigen lediglich, dass er f\u00fcr die Gesch\u00e4fte mehrere Firmen nutzte. Das mag Laien seltsam vorkommen \u2013 sei in der Branche aber \u00fcbliche Praxis, erkl\u00e4rt der Steuerberater und Vize-Pr\u00e4sident der Steuerberaterkammer M\u00fcnchen, Ferdinand R\u00fcchardt. <\/p>\n<p>Stiftungen in Liechtenstein involviert <\/p>\n<p>Doch in den Registerunterlagen der Firmen steckt eine weitere Information: Die Firmen, \u00fcber die der Unternehmer Erich Schwaiger seine drei j\u00fcngsten Immobiliendeals geschlossen hat, sind mit Stiftungen in Liechtenstein verflochten. Die Stiftungen sind die sogenannten Kommanditisten der einkaufenden Firmen. <\/p>\n<p>Woher das Geld f\u00fcr die drei hochpreisigen Innenstadt-K\u00e4ufe kommt, wird aus den \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Quellen nicht ersichtlich. Das kritisiert Branchenexperte Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland (IVD) S\u00fcd: Die breite \u00d6ffentlichkeit verdiene diese Information auch, findet er. &#8222;Das ist unser M\u00fcnchen und nicht von irgendeinem Investor, der mit Schl\u00fcssel-Immobilien agiert&#8220;. <\/p>\n<p>Nachgefragt in der M\u00fcnchner Fu\u00dfg\u00e4ngerzone, sieht so mancher die Stadtverwaltung in der Pflicht: &#8222;Ich verstehe da die Stadt nicht, dass sie da nicht mehr reguliert und bestimmte Spielregeln festlegt&#8220;, sagt ein Mann. &#8222;Ich erwarte mir eine genaue Pr\u00fcfung vom Stadtrat&#8220;, erg\u00e4nzt ein anderer. <\/p>\n<p>Forderung nach mehr Transparenz<\/p>\n<p>Die Stadt selbst kann aber kaum Einfluss nehmen bei privaten Immobiliendeals. So schreibt etwa das Referat f\u00fcr Stadtplanung: &#8222;Neben den planungs- und bauordnungsrechtlichen M\u00f6glichkeiten bestehen nur sehr eingeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten, von Seiten der Stadt M\u00fcnchen steuernd in private Immobiliengesch\u00e4fte einzugreifen&#8220;. Und das Kommunalreferat erg\u00e4nzt, dass K\u00e4ufer bei privatwirtschaftlichen Gesch\u00e4ften keine Transparenzpflichten gegen\u00fcber der Stadt hinsichtlich der Finanzierung oder der k\u00fcnftigen Nutzung h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Auch M\u00fcnchens zweiter B\u00fcrgermeister, Dominik Krause (Gr\u00fcne) w\u00fcnscht sich mehr Transparenz: &#8222;Gerade bei der Ver\u00e4u\u00dferung von Grundst\u00fccken mit herausragender Bedeutung oder dem Erwerb einer gewissen Anzahl an Grundst\u00fccken in zentraler Lage w\u00e4re eine Transparenzverpflichtung sinnvoll&#8220;, findet er. Jedoch m\u00fcsste diese durch den Bund erlassen werden.<\/p>\n<p>Hirmer: &#8222;Langfristiger Mietvertrag und marktgerechte Miete&#8220; <\/p>\n<p>Was genau in Zukunft mit den verkauften Immobilien passieren wird, bleibt abzuwarten. Laut einem Sprecher der Hirmer Gruppe soll zumindest der Herrenausstatter auch weiterhin in dem Haus bleiben. &#8222;Daf\u00fcr sorgen ein langfristiger Mietvertrag und eine wie auch bisher schon marktgerechte Miete.&#8220; Sport Schuster \u00e4u\u00dfert sich auf BR-Anfrage nicht.<\/p>\n<p>Alte Akademie k\u00f6nnte auch Eigent\u00fcmer wechseln<\/p>\n<p>Doch die Geb\u00e4ude von Sport Schuster, Hirmer und Kaut-Bullinger sind nicht die einzigen exklusiven Immobilien, die ihren Eigent\u00fcmer wechseln: Auch die Alte Akademie in der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone in unmittelbarer N\u00e4he des Stachus soll in neue H\u00e4nde wandern. Der Freistaat Bayern hatte das Areal urspr\u00fcnglich <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/urteil-gegen-signa-gruender-einblick-in-das-system-benko,UzimtY2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Erbbaurecht an Ren\u00e9 Benko verkauft.<\/a> Nach der Pleite seiner Signa-Gruppe will der Insolvenzverwalter das alte Jesuitenkolleg wieder verkaufen. Nur: <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/kunstkation-in-muenchen-spendensammeln-fuer-den-freistaat,Uab4bsL\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dieses Mal ist der Freistaat wohl bereit, das gesamten Eigentum zu verkaufen,<\/a> statt die Alte Akademie wie bislang nur im Erbbaurecht abzugeben. Das best\u00e4tigte die Hammer AG gegen\u00fcber dem BR. Die M\u00fcnchner Projektentwicklungsfirma von CSU-Stadtrat Hans Hammer verhandele derzeit exklusiv mit dem Insolvenzverwalter \u00fcber den Verkauf, hei\u00dft es in der schriftlichen Stellungnahme. Als Investor soll demnach die Heinz Hermann Thiele Familienstiftung im Spiel sein, die das Erbe des verstorbenen Milliard\u00e4rs und Knorr-Bremse-Gro\u00dfaktion\u00e4rs Heinz Hermann Thiele verwaltet. <\/p>\n<p>Der Anwalt Aribert Wolf vertritt einen Bieter, der sich dabei ausgeschlossen f\u00fchlt. Denn: Ihm zufolge hat es keine \u00f6ffentliche Ausschreibung gegeben. &#8222;Im Moment ist daran gedacht, dass man das Grundst\u00fcck freih\u00e4ndig verkauft an einen Bieter, der noch dazu weniger bietet als unser Mandant&#8220;, erkl\u00e4rt Wolf. Sein Mandat habe sowohl mehr Geld f\u00fcr das Eigentum des Grundst\u00fccks als auch f\u00fcr den Erwerb des Erbpachtrechts geboten. Sollte der Freistaat das Eigentum ohne \u00f6ffentliche Ausschreibung vergeben, erw\u00e4ge sein Mandant eine Klage. Zu der genauen Identit\u00e4t seines Mandanten will sich Wolf aber nicht \u00e4u\u00dfern. <\/p>\n<p>Nun will der Haushaltsausschuss im Bayerischen Landtag \u00fcber den Verkauf diskutieren. Ein erster anberaumter Termin daf\u00fcr wurde kurzfristig verschoben. In dem Ausschuss sieht so mancher den Verkauf der exklusiven Immobilie kritisch: &#8222;Top-Immobilien in der Innenstadt in Staatshand wollen wir Gr\u00fcne nicht verkaufen, sondern nur noch in Erbpacht vergeben&#8220;, betont etwa die Landtagsabgeordnete Claudia K\u00f6hler (Die Gr\u00fcnen). Wie der Haushaltsausschuss \u00fcber die Causa Alte Akademie entscheidet, bleibt also vorerst abzuwarten. Fest steht nur so viel: Die Filetst\u00fccke in der M\u00fcnchner Innenstadt sind und bleiben hei\u00df begehrt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Mysteri\u00f6ser Unternehmer&#8220;, &#8222;r\u00e4tselhafter M\u00fcnchner&#8220;, &#8222;Immobilien-Phantom&#8220;: Die Medien haben viele Namen f\u00fcr den Mann gefunden, der hinter drei Mega-Immobilien-Deals&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":631560,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[109970,772,29,1096,30,5331,20336,2263,1985,1268,2339,8928],"class_list":{"0":"post-631559","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-alte-akademie","9":"tag-bayern","10":"tag-deutschland","11":"tag-freistaat","12":"tag-germany","13":"tag-immobilien","14":"tag-immobilienmarkt","15":"tag-investor","16":"tag-landtag","17":"tag-muenchen","18":"tag-oberbayern","19":"tag-stiftung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115682393931049417","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=631559"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/631559\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/631560"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=631559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=631559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=631559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}