{"id":631583,"date":"2025-12-08T06:06:30","date_gmt":"2025-12-08T06:06:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/631583\/"},"modified":"2025-12-08T06:06:30","modified_gmt":"2025-12-08T06:06:30","slug":"eine-netflix-doku-konfrontiert-den-rapper-sean-combs-mit-neuen-vorwuerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/631583\/","title":{"rendered":"Eine Netflix-Doku konfrontiert den Rapper Sean Combs mit neuen Vorw\u00fcrfen"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Die neue Netflix-Doku-Serie \u00abThe Reckoning\u00bb \u00fcber den verurteilten Rapper P. Diddy ist ersch\u00fctternd, \u00fcberschreitet aber auch journalistische Grenzen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/58c3e269-870f-44a9-b862-372995ac1830.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"2499\" height=\"1796\" alt=\"Hinter der tadellosen Fassade erstreckt sich eine Spur der Gewalt: Sean Combs im Mai 2008 in Cannes.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/>Hinter der tadellosen Fassade erstreckt sich eine Spur der Gewalt: Sean Combs im Mai 2008 in Cannes.<\/p>\n<p>Eric Gaillard \/ Reuters<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbk95rkq2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Vor zweieinhalb Jahren ging ein Video um die Welt, das den Musikproduzenten, Rapper und Sonnenbrillenverk\u00e4ufer Sean Combs dabei zeigte, wie er seine Freundin Cassie Ventura in den G\u00e4ngen eines Hotels in Los Angeles verpr\u00fcgelte. Bekleidet nur mit einem Badetuch, riss er sie zu Boden, trat sie mit den F\u00fcssen und schleifte sie, wie ein Raubtier seine Beute, \u00fcber den Korridor.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.<\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbk97e850\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Am 3.\u00a0Oktober 2025 wurde Combs, bekannt unter den K\u00fcnstlernamen Diddy, P. Diddy, Puff Daddy oder Brother Love, wegen erzwungener Prostitution zu einer Haftstrafe von 50 Monaten verurteilt. In den Augen vieler Beobachter ein Witz, zumal Combs, trotz erdr\u00fcckenden Beweisen, in den wichtigsten Anklagepunkten freigesprochen wurde: organisierte Kriminalit\u00e4t, Menschenhandel, Vergewaltigung und Entf\u00fchrung.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbk97e8a0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Seit letzter Woche wird auf Netflix die Doku-Serie \u00abSean Combs: The Reckoning\u00bb ausgestrahlt, die eine klare Absicht verfolgt: nicht nur den steilen Aufstieg und tiefen Fall des New Yorkers aufzuzeichnen, sondern auch die Spur der Gewalt, die er zur\u00fcckliess. Zu Wort kommen ehemalige Gesch\u00e4ftspartner, Mitarbeiterinnen, Bodyguards, Musikerinnen und Vertraute: Sie erz\u00e4hlen, wie sie von \u00abBrother Love\u00bb betrogen, bedroht, erniedrigt oder eingesch\u00fcchtert wurden.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbk97e8d0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Combs hat recht, wenn er aus seiner Zelle ausrichten l\u00e4sst, dass \u00abThe Reckoning\u00bb der Versuch sei, ihn als Monster zu portr\u00e4tieren. Zu \u00fcberw\u00e4ltigend ist das Videomaterial, das der Filmemacherin Alexandria Stapleton zur Verf\u00fcgung stand, zu kompromittierend sind die Interviews, die sie f\u00fchrte, um in Combs nicht nur einen skrupellosen, sondern auch einen gef\u00e4hrlichen Menschen zu sehen. Kaum zu ertragen sind die Aussagen zahlloser Frauen (und einiger M\u00e4nner), die von ihm missbraucht worden waren; sexuell, psychisch, physisch. Nein, man hat kein Mitleid mit dem Mann, wie er am Ende der vierst\u00fcndigen Doku auf seinem Bett in einem teuren Hotel in Manhattan hockt, den leeren Blick aufs Handy gerichtet, das ihn nicht mehr retten wird, egal, welchen Anwalt er anruft.<\/p>\n<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbk97e8e0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es ist gut, dass es diese Doku gibt. Aber man muss sie auch kritisch sehen. Dass \u00abThe Reckoning\u00bb unseren Durst nach \u00abTrue Crime\u00bb-Storys stillt, ist das eine. Das andere ist, dass die Serie zu locker mit journalistischen Kriterien hantiert. Ausgerechnet der Rapper 50 Cent, der selbst schon so manche Gef\u00e4ngniszelle von innen sah, fungiert als Produzent \u2013 ein Erzrivale, der alle Register zieht, um Combs zu Fall zu bringen. Hinzu kommen spektakul\u00e4re Verschw\u00f6rungstheorien: Ex-Gangmitglieder deuten eine Beteiligung Combs an der Ermordung der Rapper Tupac und Notorious B.\u00a0I.\u00a0G. an, worauf Texte eingeblendet werden, die betonen, dass es daf\u00fcr keinerlei Beweise gibt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jbk97e8g0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dokumentarfilme entfernen sich im Netflix-Zeitalter schleichend von ihrer Bestimmung, die Realit\u00e4t abzubilden. Sie m\u00fcssen vor allem unterhalten. Auch der \u00abSpiegel\u00bb-Reporter Juan Morendo sah mit seinem Film \u00fcber den Rapper Haftbefehl \u00fcber journalistische Grunds\u00e4tze hinweg, indem er gewisse Aspekte (Antisemitismus, Misogynie, Fahrerflucht) zugunsten seines Protagonisten ausblendete. Das hilft der Dramaturgie, verzerrt aber das Wichtigste: die Wahrheit.<\/p>\n<p class=\"text-paper-alpha-light-500 dark:text-paper-alpha-dark-400\/[.57] darknzz:text-paper-alpha-dark-400\/[.57] dark:lightnzz:text-paper-alpha-light-500 text-center text-sm \">Ein Artikel aus der \u00ab<a class=\"underline hover:text-black dark:hover:text-white transition-colors duration-200\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/nzz-am-sonntag\" data-discover=\"true\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">NZZ am Sonntag<\/a>\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die neue Netflix-Doku-Serie \u00abThe Reckoning\u00bb \u00fcber den verurteilten Rapper P. 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