{"id":632016,"date":"2025-12-08T10:34:14","date_gmt":"2025-12-08T10:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/632016\/"},"modified":"2025-12-08T10:34:14","modified_gmt":"2025-12-08T10:34:14","slug":"neue-studie-deutsche-sorgen-sich-mehr-vor-rechtsextremismus-als-zuwanderer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/632016\/","title":{"rendered":"Neue Studie: Deutsche sorgen sich mehr vor Rechtsextremismus als Zuwanderer"},"content":{"rendered":"<p>Laut einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung beunruhigt Rechtsextremismus in Deutschland Menschen ohne Migrationshintergrund st\u00e4rker als Migranten selbst. Die Untersuchung zeigt zudem Unterschiede bei der Haltung zum Ukraine-Krieg, zu Antisemitismus und Homosexualit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der Rechtsextremismus in Deutschland beunruhigt Menschen ohne Migrationshintergrund noch st\u00e4rker als Zuwanderer und ihre direkten Nachkommen. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zum Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft. <\/p>\n<p>Unterschiede zwischen Deutschen mit und ohne ausl\u00e4ndische Wurzeln gibt es demnach auch, was die Sicht auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und antisemitische Vorurteile und Vorbehalte gegen Homosexuelle angeht. <\/p>\n<p>F\u00fcr die repr\u00e4sentative Untersuchung waren von Anfang Oktober 2024 bis Ende Januar bundesweit rund 3000 Menschen befragt worden, unter ihnen 1007 Ausl\u00e4nder sowie 1003 Menschen mit Migrationshintergrund, die selbst im Ausland geboren wurden oder mindestens einen Elternteil haben, auf den das zutrifft.<\/p>\n<p>Laut Studie stimmen knapp drei Viertel (74 Prozent) der Deutschen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article692e9a509372035036979ea7\/trotz-migrationswende-erneut-mehr-als-100-000-neue-asylbewerber-in-diesem-jahr.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article692e9a509372035036979ea7\/trotz-migrationswende-erneut-mehr-als-100-000-neue-asylbewerber-in-diesem-jahr.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ohne famili\u00e4re Einwanderungsgeschichte <\/a>der Aussage \u201eDer Rechtsextremismus in Deutschland macht mir Angst\u201c zu, wobei 46 Prozent v\u00f6llig und 28 Prozent eher zustimmen. Auch knapp zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen mit Migrationshintergrund treibt diese Angst um. Unter den hierzulande lebenden Ausl\u00e4ndern sind es 55 Prozent. <\/p>\n<p>Am h\u00e4ufigsten \u00e4u\u00dfern sich in der Untersuchung Menschen mit Wurzeln in der T\u00fcrkei und in Russland besorgt \u00fcber den Rechtsextremismus in Deutschland. Deutlich geringer ist der Anteil demnach unter Menschen polnischer Herkunft.<\/p>\n<p>Ukraine-Krieg<\/p>\n<p>Dass Russland alleine schuld am Krieg in der Ukraine ist, glauben laut Studie lediglich 38 Prozent der Ausl\u00e4nder, die in Deutschland leben. Unter den Deutschen mit Migrationshintergrund ist der Anteil derjenigen, die diese Auffassung teilen, \u00e4hnlich (39 Prozent). Dagegen sieht eine Mehrheit von 58 Prozent der Deutschen ohne ausl\u00e4ndische Wurzeln die Schuld f\u00fcr den seit Februar 2022 andauernden Krieg alleine bei Russland.<\/p>\n<p>Antisemitismus<\/p>\n<p>Um antisemitische Einstellungen zu messen, waren die Teilnehmer der Umfrage aufgefordert, sich zu der Aussage \u201eJuden kann man nicht trauen\u201c zu positionieren. Jeder zehnte befragte Ausl\u00e4nder und neun Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund stimmte hier den Angaben zufolge zu. Unter den Deutschen ohne Einwanderungsgeschichte war der Anteil derjenigen, die diese Aussage teilen, mit vier Prozent niedriger.<\/p>\n<p>Unterschiede gibt es laut Studie auch, wenn man einzelne Herkunftsregionen betrachtet. Demnach misstraute zum Zeitpunkt der Befragung rund ein Viertel (26 Prozent) der T\u00fcrkeist\u00e4mmigen j\u00fcdischen Menschen. Bei einer entsprechenden Befragung im Jahr 2015 waren es 18 Prozent gewesen. <\/p>\n<p>Der Anstieg d\u00fcrfte mit dem Krieg im Gazastreifen zu tun haben, der nach dem terroristischen \u00dcberfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 begonnen hatte. <\/p>\n<p>\u00dcberdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Menschen, die bei der Befragung der Stiftung angaben, Juden nicht zu trauen, auch unter Sp\u00e4taussiedlern (18 Prozent). Sp\u00e4taussiedler sind Menschen deutscher Herkunft, die nach dem Zweiten Weltkrieg, vor allem nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, aus Osteuropa und der fr\u00fcheren Sowjetunion nach Deutschland eingewandert sind.<\/p>\n<p>Homosexualit\u00e4t<\/p>\n<p>Die Autorin der Studie \u201eEinwanderungsgesellschaft im Wandel\u201c, Sabine Pokorny, interessierte au\u00dferdem, wie Zuwanderer und ihre Nachkommen auf Homosexualit\u00e4t blicken. Unter Deutschen ohne Migrationshintergrund ist die Ablehnung Homosexueller demnach inzwischen die Ausnahme. <\/p>\n<p>Deutsche mit Migrationshintergrund sowie Ausl\u00e4nder lehnen Homosexuelle zwar nun seltener ab als vor zehn Jahren. Allerdings liegt das Niveau der Ablehnung in diesen Gruppen immer noch bei 18 Prozent beziehungsweise 19 Prozent. Zum Vergleich: Von den befragten Deutschen ohne Migrationshintergrund stimmten laut KAS-Studie sieben Prozent der Aussage \u201eIch will keine homosexuellen Freunde\u201c zu.  Die Ergebnisse zeigen auch, dass jeweils rund ein Viertel der Muslime sowie der orthodoxen Christen keine homosexuellen Freunde m\u00f6chte. <\/p>\n<p>Leben in Deutschland<\/p>\n<p>Die Frage \u201eLeben Sie alles in allem gerne in Deutschland?\u201c beantworten zwar \u00fcber alle untersuchten Gruppen hinweg jeweils mehr als 90 Prozent der Befragten mit \u201eJa\u201c. Allerdings ist der Anteil im Vergleich zur Erhebung von 2015 jeweils leicht gesunken. <\/p>\n<p>Von den Deutschen ohne Migrationsgeschichte f\u00fchlen sich 37 Prozent immer mit Respekt behandelt. Von den Menschen mit Migrationshintergrund antworteten 39 Prozent auf die Frage: \u201eF\u00fchlen Sie sich in Deutschland mit Respekt behandelt?\u201c mit \u201eJa, immer\u201c. Dass dieser Wert f\u00fcr Ausl\u00e4nder mit 52 Prozent deutlich h\u00f6her liegt, mag verschiedene Gr\u00fcnde haben. Eine denkbare Variante ist, dass der Vergleich mit der Situation im Herkunftsland wom\u00f6glich noch eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt als bei den Menschen mit Migrationshintergrund. <\/p>\n<p>Klar ist: Im Vergleich zur Befragung 2015, als in allen drei Gruppen jeweils 56 Prozent den Eindruck hatten, man begegne ihnen stets mit Respekt, wird hier ein negativer Trend sichtbar.<\/p>\n<p>dpa\/kr\u00f6<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Laut einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung beunruhigt Rechtsextremismus in Deutschland Menschen ohne Migrationshintergrund st\u00e4rker als Migranten selbst. 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