{"id":632490,"date":"2025-12-08T15:14:13","date_gmt":"2025-12-08T15:14:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/632490\/"},"modified":"2025-12-08T15:14:13","modified_gmt":"2025-12-08T15:14:13","slug":"russlands-angriffe-auf-ukraine-schaedigen-moldaus-stromnetz-dw-08-12-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/632490\/","title":{"rendered":"Russlands Angriffe auf Ukraine sch\u00e4digen Moldaus Stromnetz \u2013 DW \u2013 08.12.2025"},"content":{"rendered":"<p>Russland tr\u00e4gt seinen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine-krieg\/t-60978725\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krieg gegen die Ukraine<\/a> immer n\u00e4her an die L\u00e4nder\u00a0Mittel- und S\u00fcdosteuropas. Verletzungen des Luftraums durch Drohnen und Raketen sind vor allem in Polen, der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/republik-moldau\/t-18461585\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Republik Moldau<\/a> und <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/rum\u00e4nien\/t-18068863\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rum\u00e4nien<\/a> l\u00e4ngst Alltag. Im S\u00fcdosten Rum\u00e4niens explodierten mehrfach <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/drohnen\/t-18141053\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohnen<\/a>, Einwohner von D\u00f6rfern mussten evakuiert werden. Teilweise scheint <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russland\/t-17284476\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Russland<\/a> Drohnen absichtlich auf Nachbarl\u00e4nder der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine\/t-17292877\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> zu steuern, wie <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russische-drohnen-fliegen-ungehindert-ueber-der-moldau-und-dem-nato-mitgliedsland-rumaenien\/a-74916093\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">j\u00fcngst Zwischenf\u00e4lle in der Republik Moldau und Rum\u00e4nien<\/a> zeigten.<\/p>\n<p>Nun ist erstmals durch einen massiven <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/russische-angriffe-legen-ukrainische-energieversorgung-lahm-ukraine-krieg-russland\/a-74677001\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">russischen Angriff auf Energieanlagen<\/a> in der Ukraine auch das Energiesystem der Republik Moldau stark beeintr\u00e4chtigt worden. Am vergangenen Samstag (6.12.2025) griff Russland in den fr\u00fchen Morgenstunden die Ukraine mit mehr als 700 Drohnen und Raketen an. Besch\u00e4digt und zerst\u00f6rt wurden dabei unter anderem, wie schon vielfach in den vergangenen Monaten, Energieanlagen im ganzen Land. Infolgedessen gab es nicht nur in der Ukraine massive Stromausf\u00e4lle &#8211; auch beim s\u00fcdwestlichen Nachbarn Republik Moldau drohte zeitweise ein gro\u00dffl\u00e4chiger Stromausfall oder sogar ein Zusammenbruch des Stromnetzes.<\/p>\n<p>Um ein solches Szenario zu vermeiden, musste der Energiemonopolist des Landes, Moldelectrica, Rum\u00e4nien um Notstrom-Hilfe bitten &#8211; Stromlieferungen des Nachbarn, um das Netz in der Republik Moldau zu stabilisieren. So sei es gelungen, einen Blackout zu vermeiden, sagte ein Sprecher von Moldelectrica der DW. Gleichzeitig riefen das Energieunternehmen und Regierungsvertreter die Bev\u00f6lkerung dazu auf, in den kommenden Tagen und Wochen Strom zu sparen und vor allem zu Spitzenzeiten am Morgen und am fr\u00fchen Abend m\u00f6glichst wenig zu verbrauchen.<\/p>\n<p>Putin testet Reaktionen<\/p>\n<p>Es ist das erste Mal seit Beginn des vollumf\u00e4nglichen russischen Kriegs gegen die Ukraine im Februar 2022, dass ein Nachbarland durch einen Angriff mit Drohnen und Raketen auf diese Weise gesch\u00e4digt wird. Sergiu Tofilat, moldauischer Experte f\u00fcr Energiepolitik und Berater der <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/republik-moldau-sieg-f\u00fcr-pr\u00e4sidentin-maia-sandu-trotz-russischer-manipulation-demokratisierung\/a-70678805\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">moldauischen Pr\u00e4sidentin Maia Sandu<\/a>, sagt der DW, dass Russland solche Sch\u00e4den in Nachbarl\u00e4ndern der Ukraine bewusst einkalkuliere. &#8222;Dieser Krieg ist nicht so weit weg von Europa, wie es scheinen mag&#8220;, sagt Tofilat. &#8222;Putin testet die Reaktionen der EU und der NATO mit solchen Vorf\u00e4llen konstant.&#8220;<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"71249123\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/71249123_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Ein Mann (Sergiu Tofilat) hinter einem Mikrofon der Deutschen Welle\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Der moldauische Experte f\u00fcr Energiepolitik und Pr\u00e4sidentenberater f\u00fcr Energiefragen Sergiu TofilatBild: Simion Ciochina\/DW<\/p>\n<p>Tofilat erinnert daran, dass Russland bereits im Herbst 2021 eine Gaskrise in Europa provoziert habe, die zu massiven Preissteigerungen f\u00fchrte. &#8222;Heute sind es solche Zwischenf\u00e4lle wie der vom Wochenende, Drohnen, die den Luftraum europ\u00e4ischer L\u00e4nder verletzen oder die St\u00f6rung der Kommunikation in der Luftfahrt, mit der Russland einen hybriden Krieg in Europa f\u00fchrt. All das beeintr\u00e4chtigt die europ\u00e4ischen Wirtschaften und Gesellschaften massiv.&#8220;<\/p>\n<p>Nur geringe Eigenproduktion<\/p>\n<p>Technisch gesehen, konnte die Energie-Notsituation in der Republik Moldau entstehen, weil das Land seit Anfang 2025, abh\u00e4ngig von der Jahreszeit, nur noch rund 30 bis 40 Prozent seines Strombedarfs aus eigener Produktion decken kann. 60 bis 70 Prozent des Bedarfs m\u00fcssen importiert werden. Einen gro\u00dfen Teil des Stroms bezieht die Republik Moldau aus EU-L\u00e4ndern, einen Teil auch aus der Ukraine. Zus\u00e4tzlich dazu erhalten\u00a0die Ukraine und die Republik Moldau im Rahmen eines europ\u00e4ischen Strom-Notversorgungssystems derzeit ein gemeinsames Kontingent von 2100 Megawatt f\u00fcr Bedarfs- und Notf\u00e4lle, von dem 15 Prozent f\u00fcr die Republik Moldau vorbehalten sind. Was die Ukraine in einem bestimmten Moment von ihrem 85-prozentigen Anteil nicht verbraucht, kann die Republik Moldau nutzen.<\/p>\n<p>Beim Zwischenfall vom Wochenende kamen zwei Faktoren zusammen: Zum einen nutzte die Ukraine ihr 85-Prozent-Kontingent voll aus, es gab keine Kapazit\u00e4ten mehr f\u00fcr die Republik Moldau. Zum anderen wurden in der Westukraine mehrere Energieanlagen und Umspannwerke teils besch\u00e4digt, teils zum Schutz des Netzes ausgeschaltet, darunter auch solche, die Verbindungen in die Republik Moldau haben. Infolgedessen drohte auch in der Republik Moldau ein gro\u00dffl\u00e4chiger Stromausfall.<\/p>\n<p>Noch keine langfristige L\u00f6sung<\/p>\n<p>Details zu dem Zwischenfall, etwa, welche Energieanlagen und Stromleitungen besonders betroffen seien oder dass und ob es lokale Stromausf\u00e4lle gegeben habe, wollte ein Sprecher von Moldelectrica gegen\u00fcber der DW weder best\u00e4tigen noch dementieren. &#8222;Das sind sensible Informationen f\u00fcr die nationale Energiesicherheit, die bei kommenden russischen Angriffen eine Rolle spielen k\u00f6nnen, daher k\u00f6nnen wir diese nicht \u00f6ffentlich machen.&#8220; Auch welcher Finanzschaden der Republik Moldau durch den Zwischenfall und die Not-Importe entstanden sei, wollte der Moldelectrica-Sprecher der DW nicht sagen.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"75065555\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/75065555_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Strommasten und Hochspannungsleitungen neben einer Stra\u00dfe\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Teile eines Kraftwerks am Stadtrand der moldauischen Hauptstadt ChisinauBild: Aurel Obreja\/AP Photo\/picture alliance<\/p>\n<p>Bis Ende 2024 kam der gr\u00f6\u00dfte\u00a0Teil des Stroms in der Republik Moldau aus dem mit russischem Gas betriebenen Kraftwerk Cuciurgan in der separatistischen <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/transnistrien\/t-18461557\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Region Transnistrien<\/a>, die Teil des moldauischen Staates ist. Doch seit Anfang 2025 bezieht die Republik Moldau <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/republik-moldau-winter-am-dnister-ohne-russisches-gas\/a-71249710\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">so gut wie kein Gas mehr aus Russland<\/a>, was auch zu einem Stopp der Stromversorgung aus dem Kraftwerk Cuciurgan f\u00fchrte. Seitdem muss die Republik Moldau massiv Strom importieren, vor allem aus Rum\u00e4nien, wo der Marktpreis jedoch bei dem Zwei- bis Dreifachen des Verbrauchertarifs in der Republik Moldau liegt. Eine langfristige und nachhaltige L\u00f6sung f\u00fcr eine bessere eigene Versorgung haben die Regierung der Republik Moldau und Moldelectrica bisher nicht gefunden.<\/p>\n<p>Mobile Generatoren<\/p>\n<p>Der Energieexperte Sergiu Tofilat glaubt deshalb, dass Zwischenf\u00e4lle wie der vom Wochenende sich mindestens in den kommenden Wochen, wahrscheinlich auch Monaten unweigerlich wiederholen werden, da Russland seine Angriffe auf Energieanlagen in der Ukraine nicht stoppe. Als mittelfristige L\u00f6sung f\u00fcr sein Land sieht er den Kauf von einem Dutzend sogenannter modularer Generatoren &#8211; mobile Stromerzeugungsanlagen, die zwischen 50 und 100 Megawatt erzeugen und mit Diesel oder Gas betrieben werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem m\u00fcsse die Republik Moldau gro\u00dfe Batteriespeicher anlegen.<\/p>\n<p>&#8222;Leider, und auch das ist letztlich eine Folge der russischen Angriffe auf die Ukraine, wird der Strompreis bei uns kurzfristig erst einmal steigen&#8220;, sagt Tofilat. &#8222;Langfristig bleibt uns deshalb nicht anderes \u00fcbrig, als neue Energieanlagen zu errichten und mehr Stromleitungen zu bauen, die europ\u00e4ische\u00a0L\u00e4nder miteinander verbinden.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Russland tr\u00e4gt seinen Krieg gegen die Ukraine immer n\u00e4her an die L\u00e4nder\u00a0Mittel- und S\u00fcdosteuropas. 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