{"id":633019,"date":"2025-12-08T20:18:15","date_gmt":"2025-12-08T20:18:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/633019\/"},"modified":"2025-12-08T20:18:15","modified_gmt":"2025-12-08T20:18:15","slug":"frankreich-und-schweden-als-vorbild-plant-die-spd-die-rentenrevolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/633019\/","title":{"rendered":"Frankreich und Schweden als Vorbild \u2013 Plant die SPD die Rentenrevolution?"},"content":{"rendered":"<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Der Rentenstreit schien gerade erst beigelegt \u2013 da taucht schon die n\u00e4chste Reformidee auf, und zwar dieses Mal mit einer ganz grundlegenden Frage: Ist das klassische System, das den Renteneintritt an das Geburtsjahr koppelt, noch zeitgem\u00e4\u00df? Denn bislang entscheidet vor allem das Alter, wann jemand in den Ruhestand gehen kann. Doch nun r\u00fcckt eine andere Idee in den Fokus: K\u00fcnftig k\u00f6nnte die Dauer der Beitragszahlungen entscheidend daf\u00fcr sein. Am Sonntag zeigte sich Bundesarbeitsministerin <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/baerbel-bas\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1746520336\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">B\u00e4rbel Bas<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/spd\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1628683798\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a>) in der ARD offen einem solchen Vorschlag gegen\u00fcber. \u201eGrunds\u00e4tzlich finde ich dieses System spannend und auch gerechter\u201c, sagte sie im \u201eBericht aus Berlin\u201c. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Auch der \u00d6konom Jens S\u00fcdekum, Professor f\u00fcr Volkswirtschaftslehre und Berater von Finanzminister <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/lars-klingbeil\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1740399897\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lars Klingbeil<\/a> (SPD), \u00e4u\u00dferte sich zu dem Modell. \u201eDie Lebensarbeitszeit ist eine Stellschraube, an die wir ranm\u00fcssen, um die gesetzliche Rente zu sichern\u201c, sagte er der \u201eBild am Sonntag\u201c. Eine starre Altersgrenze wie die \u201eRente f\u00fcr alle mit 70\u201c sei falsch. Vielmehr sei es besser, \u201eden Renteneintritt nicht an eine starre Alterszahl zu koppeln, sondern an eine Mindestanzahl von Beitragsjahren.\u201c<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Unabh\u00e4ngig von der genauen Ausgestaltung des Rentensystems brauche es eine gro\u00dfe Rentenreform in jedem Fall. \u201eDie Babyboomer fangen erst jetzt an, in <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/rente\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1658830380\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rente<\/a> zu gehen. Hei\u00dft: Die gro\u00dfe finanzielle Belastung f\u00fcr die gesetzliche Rente kommt erst noch\u201c, betonte S\u00fcdekum. Vor diesem Hintergrund sei es m\u00f6glicherweise gerechter, auf die tats\u00e4chliche Lebensarbeitszeit zu schauen. \u00a0<\/p>\n<p>  Rente in Deutschland: Welches Rentenalter bisher gilt<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Denn: Heute richtet sich der Renteneintritt in <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/deutschland\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1631887488\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> vor allem nach dem Alter, wobei die Regeln je nach Geburtsjahrgang gestaffelt sind. Bis 2031 steigt das regul\u00e4re Rentenalter schrittweise auf 67 Jahre. Wer 45 Beitragsjahre nachweisen kann, darf zwar fr\u00fcher in Rente gehen, doch auch hier spielt das Geburtsjahr eine Rolle: F\u00fcr Versicherte, die nach dem 1. Januar 1953 geboren wurden, wird das Mindestalter f\u00fcr diese \u201e45-Jahre-Rente\u201c stufenweise angehoben, pro Jahrgang um zwei Monate. Wer nach 1964 geboren wurde, kann also selbst nach 45 Beitragsjahren erst mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Die Folge: Unterschiedliche Erwerbsbiografien werden bei der Berechnung kaum ber\u00fccksichtigt. Ein Handwerker, der bereits mit 16 ins Berufsleben einsteigt, und eine Juristin, die erst studiert und dann mit Ende 20 Beitr\u00e4ge zahlt, gehen heute oft gleichzeitig in Rente \u2013 obwohl der Handwerker deutlich l\u00e4nger eingezahlt hat. Genau hier setzt das Beitragsjahre-Modell an: Es w\u00fcrde die tats\u00e4chliche Lebensarbeitszeit st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen. \u201eIch kann dem viel abgewinnen, weil es insofern gerechter ist: Wer fr\u00fch einzahlt, kann dann auch fr\u00fcher gehen, und die, die erst sp\u00e4ter einzahlen, wissen, dass sie dann l\u00e4nger arbeiten m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rte Bas. <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/410638111_1764990248_v16_9_1200.jpeg\" class=\"block w-full object-cover relative z-10 aspect-[1\/1] \" alt=\"223393_366_cover.jpg\" title=\"223393_366_cover.jpg\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>  Carsten Linnemann: \u201eRentenkommission muss ohne Denkverbote\u201c arbeiten<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Die Rentenkommission, die noch vor <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/weihnachten\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1701339544\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Weihnachten<\/a> ihre Arbeit aufnehmen soll, werde Bas zufolge beide Ans\u00e4tze diskutieren: den Renteneintritt nach Lebenserwartung und nach Beitragsjahren. Sollte das Modell nach Beitragsjahren favorisiert werden, m\u00fcssen allerdings noch einige Fragen gekl\u00e4rt werden: Wie werden Kindererziehung, Pflege oder <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/krankheit\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/ratgeber-wissen\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1688030003\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krankheit<\/a> angerechnet? Wie sollen Teilzeitjobs und besonders belastende Berufe ber\u00fccksichtigt werden? Bis Mitte 2026 sollen die Vorschl\u00e4ge der Rentenkommission vorliegen und in ein Gesetzgebungsverfahren eingebracht werden. \u00a0<\/p>\n<p>   Hauptstadt Inside von J\u00f6rg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion<\/p>\n<p class=\"text-body2 mt-2\">Hinter den Kulissen der Politik &#8211; meinungsstark, exklusiv, relevant.<\/p>\n<p class=\"text-caption text-copy-secondary\">\n          Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der<br \/>\n          <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/service\/newsletter-adconsent\" class=\"text-overline text-copy-accent-negative dark:underline\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Werbevereinbarung<\/a><br \/>\n          zu.\n        <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Dass die Rentenkommission f\u00fcr verschiedene Vorschl\u00e4ge offen sein sollte, betont auch CDU-Generalsekret\u00e4r <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/carsten-linnemann\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1740400468\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Carsten Linnemann<\/a>: \u201eDie Rentenkommission muss jetzt ohne Denkverbote und Vorfestlegungen arbeiten, ansonsten macht es keinen Sinn, sie einzurichten\u201c, sagt er dieser Redaktion. \u201eDie \u00dcberlegung, das Renteneintrittsalter an die Zahl der Beitragsjahre zu koppeln, geh\u00f6rt da sicherlich dazu.\u201c<\/p>\n<p>Wie die Rente in anderen EU-L\u00e4ndern geregelt ist<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Ein Blick \u00fcber die Grenzen zeigt: Die Idee ist nicht vollkommen neu. <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/frankreich\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1656498979\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> etwa verkn\u00fcpft im Allgemeinen die abschlagsfreie Rente mit der Zahl der Beitragsjahre. Derzeit gilt dort ein Mindestalter von 62 Jahren f\u00fcr die abschlagsfreie Rente. Wer die volle Rente erhalten m\u00f6chte, muss zus\u00e4tzlich 42 Beitragsjahre nachweisen. Nach der Rentenreform von 2023 sollte das Mindestalter schrittweise auf 64 Jahre steigen, und ab 2027 w\u00e4ren 43 Beitragsjahre f\u00fcr die volle Rente erforderlich gewesen. Deren Umsetzung ist nun jedoch ausgesetzt: Premierminister S\u00e9bastien Lecornu k\u00fcndigte nach Protesten im Oktober 2025 an, die Anhebung des Rentenalters und die Verl\u00e4ngerung der Versicherungszeit bis zur Pr\u00e4sidentschaftswahl 2027 auszusetzen, <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/article410225426\/frankreichs-regierungschef-setzt-umstrittene-rentenreform-aus.html\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/politik\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1760451581\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">um die politische Stabilit\u00e4t der Regierung zu sichern<\/a>.<\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">Auch <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/schweden\/\" data-category-full-path=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/panorama\/\" data-paid-status=\"free\" data-article-publish-date=\"1656497105\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweden<\/a> orientiert sich st\u00e4rker an der tats\u00e4chlichen Lebensarbeitszeit als an einem festen Rentenalter. Die staatliche Rente kann dort flexibel ab 63 Jahren bezogen werden, die H\u00f6he richtet sich nach eingezahlten Beitr\u00e4gen und Verdienst \u00fcber das ganze Arbeitsleben. Beitragsl\u00fccken, etwa durch Ausbildung oder Arbeitslosigkeit, reduzieren die Anspr\u00fcche. Zus\u00e4tzlich gibt es eine kapitalgedeckte Vorsorge, in die ein Teil der Beitr\u00e4ge flie\u00dft, sowie private freiwillige Altersvorsorge. <\/p>\n<p class=\"expressive-copy-lg-body\">In Irland h\u00e4ngt der Rentenanspruch ebenfalls von der tats\u00e4chlichen Beitragsdauer ab. F\u00fcr einen Anspruch auf die staatliche beitragsfinanzierte Rente sind neben einem Alter von 66 Jahren mindestens 520 eingezahlte Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge erforderlich, was etwa zehn Versicherungsjahren entspricht. Eine volle Rente gibt es erst bei rund 2080 Beitr\u00e4gen, also ungef\u00e4hr 40 Jahren. Wer weniger eingezahlt hat, erh\u00e4lt eine gestufte, entsprechend niedrigere Leistung. F\u00fcr Deutschland bedeutet das: Ein Modell, das die Lebensarbeitszeit st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt, w\u00e4re kein Alleingang. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Rentenstreit schien gerade erst beigelegt \u2013 da taucht schon die n\u00e4chste Reformidee auf, und zwar dieses Mal&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":633020,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[1941,1939,296,1937,29,30,1940,1938],"class_list":{"0":"post-633019","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","9":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","10":"tag-berlin","11":"tag-berlin-news","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-nachrichten-aus-berlin","15":"tag-news-aus-berlin"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115685799804090360","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/633019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=633019"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/633019\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/633020"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=633019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=633019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=633019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}