{"id":633819,"date":"2025-12-09T04:53:18","date_gmt":"2025-12-09T04:53:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/633819\/"},"modified":"2025-12-09T04:53:18","modified_gmt":"2025-12-09T04:53:18","slug":"ein-unterschaetzter-krieg-russland-attackiert-europa-auf-allen-ebenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/633819\/","title":{"rendered":"Ein untersch\u00e4tzter Krieg \u2013 Russland attackiert Europa auf allen Ebenen"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Verdeckte russische Operationen gegen europ\u00e4ische Sicherheits-, Versorgungs- und Wirtschaftsinfrastruktur gibt es nicht erst seit dem Ukraine-Krieg. Allerdings versch\u00e4rft sich zusehends die Lage. Bis anhin neigt der Westen dazu, sich unter der Gefahr wegzuducken.<\/p>\n<p>Oliver Rolofs09.12.2025, 05.30 Uhr<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/79ee0121-9162-4aa3-bbef-b939ca0ee00d.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"4500\" height=\"3001\" alt=\"Leben mit Stromausf\u00e4llen ist in Kiew ist Routine\u00fcbung geworden. Aufnahme vom Oktober 2025.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/>Leben mit Stromausf\u00e4llen ist in Kiew ist Routine\u00fcbung geworden. Aufnahme vom Oktober 2025.<\/p>\n<p>Thomas Peter \/ Reuters<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2k0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es war ein Vorgang, der in normalen Zeiten kaum \u00fcber die norwegischen Lokalmedien hinausgekommen w\u00e4re: Im April 2025 \u00fcbernehmen unbekannte Hacker die Steuerung eines Staudamms im westnorwegischen Bremanger, \u00f6ffnen ein Fluttor, lassen stundenlang Wassermassen ablaufen. Monate sp\u00e4ter best\u00e4tigt der norwegische Sicherheitsdienst, dass prorussische Akteure dahintergestanden seien. Der Angriff sei weniger Sabotage als eine Demonstration der eigenen F\u00e4higkeiten gewesen \u2013 ein Warnschuss f\u00fcr Europa.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. 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Was viele damals noch als isolierten Cybervorfall einstuften, markierte tats\u00e4chlich den Beginn einer systematischen Ausweitung russischer Hybridoperationen.<\/p>\n<p>Logik der Verwundbarkeit<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2n0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Heute sind die Angriffsfl\u00e4chen nicht auf milit\u00e4rische Strukturen der Nato beschr\u00e4nkt, sondern erstrecken sich auf Unternehmen, Rohstoffprojekte, Unterseekabel, den Informationsraum und letztlich die \u00f6ffentliche Meinung unserer Gesellschaft. Dieser Konflikt folgt keiner klassischen Logik von Fronten, sondern der Logik der Verwundbarkeit. Und die Verwundbarsten sind jene, die massgeblich Europas Zukunft tragen: Energieversorger, Rohstoffunternehmen und Betreiber kritischer Infrastruktur.<\/p>\n<blockquote class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 mb-16 mt-16 w-[279px] pl-0 pr-0 text-center font-serif text-xl font-medium md:mb-20 md:mt-20 md:w-[520px] md:text-[28px] md:leading-[1.35]\" id=\"id-doc-1jadrg44a0\" componenttype=\"quote\" data-team-quote=\"true\"><p>Der hybride Krieg Russlands endet jedoch nicht an der EU-Aussengrenze \u2013 er reicht tief in die Ukraine hinein.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2o0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Cyberangriffe der vergangenen drei Jahre haben dies schonungslos offengelegt. Die EU-Cybersicherheitsagentur Enisa verzeichnete 2024 \u00fcber 11\u00a0000 schwerwiegende Vorf\u00e4lle \u2013 ein neuer H\u00f6chststand. Besonders auff\u00e4llig ist der Anstieg bei Attacken auf industrielle Steuerungen, die inzwischen fast ein F\u00fcnftel aller erfassten Angriffe ausmachen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jadoucb51\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Seit dem Viasat-Vorfall 2022, der die satellitengest\u00fctzte Fern\u00fcberwachung von mehr als 5800 Enercon-Windr\u00e4dern lahmlegte, ist klar, dass Russland gezielt jene Sektoren attackiert, die f\u00fcr die europ\u00e4ische Energiewende unentbehrlich sind. Vestas, Nordex, franz\u00f6sische \u00dcbertragungsnetzbetreiber und italienische Umspannwerke wurden Opfer komplexer Angriffe. Auch der finnisch-schwedische Energieversorger Fortum verzeichnet seit dem Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens im Jahr 2023 regelm\u00e4ssig Cyberangriffe auf seine Anlagen und kritischen Infrastrukturen. Solche zeitlichen Koinzidenzen sind kaum Zufall, vielmehr zeugen sie von strategischer Absicht.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2q0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch im maritimen Raum h\u00e4ufen sich die Angriffe auf kritische Infrastrukturen, oftmals in Verbindung mit der russischen Schattenflotte, einer wachsenden Armada von oft alten und schlecht gewarteten Schiffen, die von Russland und anderen Akteuren genutzt werden, um westliche Sanktionen und den \u00d6lpreisdeckel zu umgehen. Die Besch\u00e4digung des Balticconnector zwischen Finnland und Estland und eines estnischen Seekabels 2024 folgte Mustern, die europ\u00e4ische Nachrichtendienste seit Jahren russischen Akteuren zuschreiben. Norwegische und britische Beh\u00f6rden beobachten seit 2023 verd\u00e4chtige Routen russischer Forschungsschiffe entlang zentraler Unterseekabel in der Nord- und der Ostsee bis hin zur Irischen See. Diese Kabel, \u00fcber die der Grossteil des europ\u00e4ischen Datenverkehrs l\u00e4uft, gelten schon lange als Zielscheiben hybrider Operationen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2r0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Parallel dazu nutzt Russland wirtschaftliche Erpressung als geopolitisches Instrument. Die Enteignungen von in Russland aktiven Tochterfirmen von Danone und Carlsberg im Jahr 2023 stehen beispielhaft f\u00fcr ein neues russisches \u00abExit-Regime\u00bb, das westliche Unternehmen in massive Verluste treibt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2s0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wertvolle Verm\u00f6genswerte wurden per Dekret unter staatliche Verwaltung gestellt und sp\u00e4ter zu Schleuderpreisen an kremlnahe K\u00e4ufer \u00fcbertragen. Unternehmen, die Russland verlassen wollen, m\u00fcssen heute Zwangsabschl\u00e4ge von bis zu 60 Prozent hinnehmen und zus\u00e4tzliche Abgaben leisten \u2013 ein Mechanismus, durch den westliche Firmen seit Kriegsbeginn unfreiwillig \u00fcber 60 Milliarden Dollar in die russische Staatskasse gesp\u00fclt haben.<\/p>\n<p>H\u00e4rtere Bandagen<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2t0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch vor einer h\u00e4rteren Gangart scheint man nicht zur\u00fcckzuschrecken. Immer wieder werden in Deutschland Anschl\u00e4ge oder Sabotageakte registriert, die sicherheitsbeh\u00f6rdlich als potenziell russische St\u00f6raktionen bewertet werden: Brandanschl\u00e4ge auf Verteilerk\u00e4sten der Deutschen Bahn, der Versuch, das Trinkwassersystem der Fregatte \u00abHessen\u00bb der Deutschen Marine in Wilhelmshaven mit Alt\u00f6l zu verunreinigen, oder sogar die mutmassliche Planung eines Anschlags gegen den Rheinmetall-Chef Armin Papperger, die westliche Dienste einem deutsch-russischen Netzwerk zuschrieben. Der Fall zeigt, dass strategisch relevante Wirtschaftsakteure zunehmend auch physischer Bedrohung ausgesetzt sind.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2u0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Zugleich intensiviert Moskau seine Aktivit\u00e4ten im Informationsraum. Die \u00abDoppelg\u00e4nger\u00bb-Kampagne, bei der gef\u00e4lschte Nachrichten-Sites westlicher Medien eingesetzt werden, ist nur die sichtbarste Methode. Weniger auff\u00e4llig, aber wesentlich wirkungsvoller sind die gezielten Zulieferungen vermeintlicher Leaks. Seit 2024 erhalten europ\u00e4ische Investigativredaktionen vermehrt anonyme Datenpakete mit internen Unterlagen grosser Energie- und Rohstoffunternehmen \u2013 h\u00e4ufig echt, oft manipuliert, immer aber mit dem erkennbaren Ziel, Misstrauen zu s\u00e4en, Narrative der Verwundbarkeit zu verst\u00e4rken und letztlich auch Unternehmenswerte zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jadp30g41\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Sicherheitsbeh\u00f6rden halten es f\u00fcr wahrscheinlich, dass Teile dieses Materials durch russische Cyberangriffe beschafft und anschliessend \u00fcber Strohleute in die \u00f6ffentliche Debatte eingespeist werden. Die Muster entsprechen bekannten Methoden des russischen Auslandsdienstes (SWR), der wirtschaftliche und energiepolitische Informationen sammelt, aber ebenso klassische Operationen zum Zweck der Einflussnahme orchestriert, um strategisch relevante Projekte zu diskreditieren. Damit w\u00e4chst das Risiko, dass Medien ungewollt zu Verst\u00e4rkern fremder Dienste werden.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2u1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wie solche Einfluss-Operationen funktionieren k\u00f6nnen, zeigte bereits die \u00abBettwanzen-Panik\u00bb in Paris im Herbst 2023. Was als Social-Media-Episode begann, f\u00fchrte binnen Tagen zu europaweiter Aufregung. Westliche Sicherheitsbeh\u00f6rden stellten sp\u00e4ter fest, dass die Dynamik gezielt verst\u00e4rkt wurde \u2013 vor allem \u00fcber Accounts aus russischen und teilweise chinesischen Einfluss-Netzwerken. Das mutmassliche Ziel: Frankreich kurz vor den Olympischen Spielen unvorbereitet und \u00fcberfordert erscheinen zu lassen und so zu diskreditieren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h2v0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Ein \u00e4hnliches Muster zeichnet sich nun im Fall des Unternehmens Norge Mining ab, das in ein geopolitisches Fadenkreuz geraten zu sein scheint. Das anglo-norwegische Unternehmen erschliesst in S\u00fcdwestnorwegen eines der gr\u00f6ssten europ\u00e4ischen Vorkommen von Phosphat, Vanadium und Titan \u2013 Rohstoffe, die Europa f\u00fcr seine Energie-, Batterie- und R\u00fcstungsindustrie dringend ben\u00f6tigt. Die geplante F\u00f6rderung ab 2030 k\u00f6nnte Europas Abh\u00e4ngigkeit von Russland und China substanziell reduzieren. Seit mehreren Monaten jedoch wird das Projekt von einer Kette auff\u00e4lliger Vorf\u00e4lle begleitet: anonyme Dossiers, geleakte Unternehmensdaten, offenbar gesteuertes Whistleblowing, gef\u00e4lschte Wirtschaftlichkeitsanalysen, Angriffe auf interne IT-Systeme und eine daraus resultierende Medienkampagne sowie die Mobilisierung der \u00f6rtlichen Bev\u00f6lkerung gegen das Unternehmen. Auch hier liegt der Verdacht nahe, dass der SWR dahintersteckt.<\/p>\n<p>Operationen im Innern der Ukraine<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h300\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der hybride Krieg Russlands endet jedoch nicht an der EU-Aussengrenze \u2013 er reicht tief in die Ukraine hinein. Die j\u00fcngsten grossen Korruptionsaff\u00e4ren im ukrainischen Energiesektor offenbaren eine gef\u00e4hrliche Schnittstelle zwischen Bereicherung, staatlicher Unterwanderung und russischer Einflussnahme. Ermittlungen zeigen, dass Teile der mutmasslichen Geldw\u00e4scherei mit dem Netzwerk des Politikers Andri Derkach in Verbindung stehen \u2013 eines offiziell benannten russischen Agenten, der mittlerweile dem russischen Parlament angeh\u00f6rt. Mitglieder seines Teams waren im ukrainischen Staatskonzern Enerhoatom besch\u00e4ftigt und sollen aktiv an der Korruptionsstruktur mitgewirkt haben.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h310\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Damit stellt sich die Frage, ob es in diesen F\u00e4llen nur um pers\u00f6nliche Bereicherung ging \u2013 oder um gezielte Sabotage der ukrainischen Energieinfrastruktur. Die Folgen waren real: erh\u00f6hte Risiken f\u00fcr Blackouts, Verz\u00f6gerungen bei Reparaturen, geschw\u00e4chte Verteidigungsf\u00e4higkeit. Genau das, wovon Russland unmittelbar profitiert. Immer deutlicher zeigt sich, dass Korruption in der Ukraine nicht nur ein internes Problem ist, sondern auch ein Werkzeug russischer Staatskunst \u2013 ein Instrument, um die Widerstandskraft des Landes systematisch zu unterminieren. Die ukrainischen Sicherheitsbeh\u00f6rden m\u00fcssen solche F\u00e4lle daher nicht nur als Korruption behandeln, sondern auch als m\u00f6gliche Akte feindlicher Penetration.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h320\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Europa steht vor einer strategischen Herausforderung, die lange untersch\u00e4tzt wurde. Der Wirtschaftskrieg des Kremls richtet sich gegen das industrielle R\u00fcckgrat des Kontinents: Energieunternehmen, H\u00e4fen, Rohstoffprojekte, Datenkabel, Logistikzentren, Strom-Trassees. Russland f\u00fchrt diesen Krieg l\u00e4ngst koordiniert, wie die Beispiele in der Ukraine und in Norwegen zeigen \u2013 Europa verteidigt sich bis jetzt fragmentiert.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h330\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Eine wirksame Antwort erfordert drei Dinge: Erstens m\u00fcssen Staaten kritische Industrie- und Rohstoffprojekte als Teil ihrer Sicherheitsarchitektur begreifen, mit eng verzahnten Nachrichtendienst- und Cyberstrukturen, robusten Schutzstandards und der systematischen \u00dcberwachung kritischer Unterwasserinfrastruktur. Zweitens brauchen Unternehmen Fr\u00fchwarnsysteme gegen Desinformation, verpflichtende Resilienzstandards, End-to-End-Sicherheit ihrer Lieferketten und eine klare Kommunikationsstrategie im Angriffsfall. Drittens muss Europa gemeinsam mit den USA bereit sein, weitere gezielte Sanktionspakete gegen russische Nachrichtendienstnetze, Cybergruppen, Frontfirmen und deren Finanzierungsstrukturen zu verabschieden.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jabq4h340\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Russland hat seine Kriegsf\u00fchrung modernisiert. Europa muss dagegen m\u00f6glichst rasch seine Verteidigungskraft mobilisieren \u2013 nicht aus Alarmismus, sondern aus n\u00fcchterner Beurteilung der Sachlage heraus.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-700 dark:text-paper-200 darknzz:text-paper-200 dark:lightnzz:text-paper-700 relative pt-4 text-sm md:text-base font-sans after:content-[''] after:absolute after:top-0 after:left-0 after:w-[40px] after:h-0 after:border after:border-0 after:border-b after:border-solid border-paper-950 dark:border-paper-25 darknzz:border-paper-25 dark:lightnzz:border-paper-950 after:border-paper-500 dark:after:border-paper-400\" id=\"id-doc-1jabq4h350\" componenttype=\"footnote\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-footnote=\"true\"><strong>Oliver Rolofs<\/strong> ist Sicherheitsexperte und Direktor des \u00d6sterreichischen Instituts f\u00fcr strategische Studien und internationale Zusammenarbeit (AISSIC) in Wien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Verdeckte russische Operationen gegen europ\u00e4ische Sicherheits-, Versorgungs- und Wirtschaftsinfrastruktur gibt es nicht erst seit dem Ukraine-Krieg. 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