{"id":634038,"date":"2025-12-09T07:00:12","date_gmt":"2025-12-09T07:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/634038\/"},"modified":"2025-12-09T07:00:12","modified_gmt":"2025-12-09T07:00:12","slug":"wie-berlin-und-brandenburg-ihre-ernaehrungswirtschaft-verzahnen-lebensmittelpraxis-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/634038\/","title":{"rendered":"Wie Berlin und Brandenburg ihre Ern\u00e4hrungswirtschaft verzahnen \u2013 Lebensmittelpraxis.de"},"content":{"rendered":"<p>                Beitrag teilen<\/p>\n<p>Berlin und sein l\u00e4ndliches Umland: Was auf den ersten Blick als Gegensatz daherkommt, entpuppt sich in der Krise als Vorteil. Wo lokale Erzeuger der Schuh dr\u00fcckt und wie der Handel Abhilfe schafft.<\/p>\n<p>\n                                            Dienstag, 09. Dezember 2025, 07:40 Uhr\n                                    <\/p>\n<p>\n                    Dr. Silke Wartenberg                <\/p>\n<p>                      Der Kauf regionaler Lebensmittel \u2013 sowohl in Hofl\u00e4den als auch in Superm\u00e4rkten \u2013 nimmt zu.                    <\/p>\n<p>                      Bildquelle: Pro Agro\n                            <\/p>\n<p>So unterschiedlich sie auch sind: Die Metropole Berlin und das l\u00e4ndlich gepr\u00e4gte Brandenburg haben im Hinblick auf die Ern\u00e4hrungsbranche einiges gemeinsam. Viele Akteure entlang der Wertsch\u00f6pfungskette nutzen Sy\u00adner\u00adgien und kooperieren. Da sind auf der einen Seite Prestigeprojekte wie der Food Campus in der Hauptstadt mit seiner innovativen Start-up-Szene und wissenschaftlichen Kooperationen. Gr\u00fcnder der Branche arbeiten an Themen wie der Planetary Health Diet oder Smart Proteins, die wiederum einen starken Bezug zur Herkunft der Rohstoffe und somit zur heimischen Produktion haben. Um nur einige Beispiele zu nennen: Proteinersatz in Form von Erbsen statt Soja und fermentierte Produkte wie das gute alte Sauerkraut sind in.<\/p>\n<p>Der Handel hat das Thema l\u00e4ngst begriffen. Dennoch: \u201eRegionalit\u00e4t in die Regale zu bringen, ist f\u00fcr alle Beteiligten harte Arbeit. Gerade als Produzent muss man daf\u00fcr auch immer wieder etwas mehr als andere tun, um sich abzuheben und Wirkung zu erzielen\u201c, sagt Kai R\u00fcckewold, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Brandenburger Agrarmarketingverbandes Pro Agro, gegen\u00fcber der Lebensmittel Praxis. Bekanntheit und Absatz regionaler Produkte aus Brandenburg zu st\u00e4rken, ist die Aufgabe des Verbandes.<\/p>\n<p>Die Anzahl der regionalen Produkte in den Supermarktregalen hat sich signifikant vervielfacht. Und dass es sich bei der Sympathie f\u00fcr regionale Lebensmittel nicht nur um einen Trend handelt, beweist die Statistik. So stieg seit 2009 die Anzahl der gelisteten Lieferanten aus Brandenburg und Berlin bei Vollsortimentsm\u00e4rkten wie zum Beispiel Edeka von damals \u00fcber 100 auf heute \u00fcber 500. Auch Discounter ziehen nach. Bei kaum einer Werbung geht es nicht um Regionalit\u00e4t und Herkunft. R\u00fccke\u00adwold aber warnt: \u201eNicht \u00fcberall, wo Regionalit\u00e4t draufsteht, ist auch Regionalit\u00e4t drin. Bei einigen Anbietern ist schon eine deutsche Herkunft regional.\u201c<\/p>\n<p>Partnerschaft zahlt sich aus<\/p>\n<p>\u201eDie Corona-Zeit war wie ein Schlaraffenland f\u00fcr lokale Produkte\u201c, erinnert sich Franziska Rutz, Lokalit\u00e4tsbeauftragte von Rewe Ost. Wie in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft auch, h\u00e4tten beide Seiten zueinandergefunden. Lokale Produkte \u2013 am liebsten im heimischen Hofladen angeboten \u2013 waren vertraut und gaben Sicherheit. Als Folge landeten auch immer mehr regionale Produkte in den Supermarktregalen, und die Konsumenten nahmen hierf\u00fcr sogar Preisaufschl\u00e4ge in Kauf.<\/p>\n<p>Aber: Die wirtschaftlich herausfordernden Zeiten spiegelten sich im Kaufverhalten der Menschen und folglich in den Sortimenten im Handel wider. Die starken Preiserh\u00f6hungen im Trockensortiment, bei Spirituosen, Schokolade und Fruchts\u00e4ften beispielsweise, f\u00fchrten aktuell dazu, dass Konsumenten weniger regionale Produkte w\u00e4hlen, sondern auf g\u00fcnstigere, vergleichbare Produkte ausweichen, so Rutz. Bei Milch, K\u00e4se, Eiern und Fleisch w\u00fcrden sie in der Region jedoch nach wie vor ein Absatzplus erzielen. Regionale und lokale Produkte h\u00e4tten sich in diesen Segmenten l\u00e4ngst als Alternative zu Bioprodukten etabliert.<\/p>\n<p>Im Warenwirtschaftssystem der Rewe Ost befinden sich unter den aktuell 210 regionalen Betrieben auch viele kleine lokale Erzeuger. \u201eAnders als bei einigen anderen Einzelhandelsunternehmen k\u00f6nnen selbstst\u00e4ndige H\u00e4ndler und Filialen gleicherma\u00dfen darauf zugreifen, und jeder strickt sich sein eigenes regionales Sortiment\u201c, sagt Rutz. Der Vorteil: Auch kleinere Handwerksbetriebe k\u00f6nnen langsam wachsen und mitgestalten, wo sie welche Produkte in welcher Menge anbieten.<\/p>\n<p>Um die kleinen lokalen Erzeuger in der aktuellen Absatzkrise zu unterst\u00fctzen, hat die Lokalit\u00e4tsbeauftragte in letzter Zeit verschiedene Veranstaltungsformate konzipiert und durchgef\u00fchrt. So bringt sie H\u00e4ndler zu den Betrieben, damit diese sich selbst ein Bild \u00fcber die regionale Erzeugung und das Ern\u00e4hrungshandwerk machen k\u00f6nnen, oder l\u00e4sst Auszubildende aus der Hauptstadt Kartoffeln pflanzen und ernten, damit die urbanen jungen Menschen einen kleinen Einblick in die Landwirtschaft bekommen.<\/p>\n<p>Regionales im Supermarkt<\/p>\n<p>Im Auftrag von Pro Agro wurden 2023 rund 2.000 Menschen aus Berlin, Brandenburg und national befragt. Die Referenzgruppe aus 400 Berliner Haushalten zeigte: Rund 50 Prozent der Befragten haben eine sehr starke Neigung zum Kauf regionaler Lebensmittel. Die bevorzugten Einkaufsst\u00e4tten sind dabei \u2013 kaum \u00fcberraschend \u2013 Supermarkt und Discounter. Rund jeder zehnte Verbraucher sucht den direkten Weg in den Hofladen oder Werksverkauf des Produzenten.<\/p>\n<p>Geschmack, Qualit\u00e4t und gute Effekte f\u00fcr die Region sind die st\u00e4rksten Kaufmotive. Auch stark: das Gef\u00fchl, aktiv bessere Tierwohlstandards, Nachhaltigkeit und bestehende Traditionen zu unterst\u00fctzen. \u201eDie Studie gibt uns f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre eine gute Leitplanke f\u00fcr die Entwicklung von Produktionsprozessen und der Ausrichtung. Dabei versuchen wir, Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft regional Hand in Hand weiterzubringen\u201c, so R\u00fccke\u00adwold.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Beitrag teilen Berlin und sein l\u00e4ndliches Umland: Was auf den ersten Blick als Gegensatz daherkommt, entpuppt sich in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":634039,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[296,1890,29,366,30,46086,149629,149630,149632,149628,149631,925],"class_list":{"0":"post-634038","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-berlin","9":"tag-brandenburg","10":"tag-deutschland","11":"tag-discounter","12":"tag-germany","13":"tag-hofladen","14":"tag-leh","15":"tag-pro-agro","16":"tag-regionale-erzeuger","17":"tag-regionale-lebensmittel","18":"tag-rewe-ost","19":"tag-supermarkt"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115688323482967803","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/634038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=634038"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/634038\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/634039"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=634038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=634038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=634038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}