{"id":634517,"date":"2025-12-09T11:57:12","date_gmt":"2025-12-09T11:57:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/634517\/"},"modified":"2025-12-09T11:57:12","modified_gmt":"2025-12-09T11:57:12","slug":"antonow-an-22-antei-stuerzt-in-russland-ab-war-es-die-letzte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/634517\/","title":{"rendered":"Antonow An-22 Antei st\u00fcrzt in Russland ab: War es die letzte?"},"content":{"rendered":"<p>Erste Berichte in russischen Medien und Telegram-Kan\u00e4len legen dar, dass die An-22 am Dienstag, dem 9. Dezember, im Umfeld der Stadt Furmanow in der zentralrussischen Oblast Iwanowo abst\u00fcrzte. Demnach befanden sich zum Zeitpunkt des Crashs sieben Besatzungsmitglieder an Bord des alten Transportflugzeugs. Ihr Zustand ist noch unklar, eine offizielle Best\u00e4tigung \u00fcber etwaige Opferzahlen steht noch aus. Rettungskr\u00e4fte sind offenbar vor Ort, die Bergungs- und Rettungsarbeiten laufen, wie unter anderem der Fernsehsender REN TV meldete.<\/p>\n<p>Unklar ist auch, was die An-22 in der Region machte, in wessen Auftrag sie unterwegs war \u2013 und warum sie \u00fcberhaupt noch flog. Denn eigentlich hatten die Transportfliegerkr\u00e4fte der russischen Luftwaffe ihre letzten &#8222;Anteis&#8220; \u2013 dem Vernehmen nach gab es im vergangenen Jahr noch zwei flugbereite Exemplare \u2013 <a href=\"https:\/\/www.flugrevue.de\/militaer\/russlands-letzte-antonow-an-22-das-groesste-propellerflugzeug-der-welt-stirbt-aus-v1\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Ende 2024 ausmustern<\/a> wollen. Eine der beiden letzten An-22 war Mitte August 2024 ins Museum nach Jekaterinburg \u00fcberf\u00fchrt worden. Zum Verbleib der anderen &#8222;Antei&#8220; gab es aus Russland keine verl\u00e4sslichen Informationen. Es liegt allerdings nahe, dass es sich bei dem nun abgest\u00fcrzten Flugzeug um eben diese letzte An-22 handelt \u2013 sofern die Russen nicht doch noch einen weiteren der alten Turboprop-Riesen reaktiviert hatten.<\/p>\n<p>Riesenflugzeug An-22 &#8222;Antei&#8220;<\/p>\n<p>Die Antonow An-22 &#8222;Antei&#8220; ist bis heute das gr\u00f6\u00dfte je in Serie gebaute Turbopropflugzeug. Mit 80 Tonnen Nutzlast, einer Spannweite von 64,4 Metern, fast 58 Metern L\u00e4nge und 250 Tonnen Startgewicht war der in der Sowjetunion entwickelte und produzierte Frachter zum Zeitpunkt seines Erscheinens 1965 gar das gr\u00f6\u00dfte Flugzeug \u00fcberhaupt auf dem Planeten. Wenig verwunderlich, dass auch die vier Motoren der An-22 mit Superlativen gl\u00e4nzen: Das Kusnezow NK-12 ist, mit bis zu 15.000 PS, das st\u00e4rkste Turboprop-Triebwerk aller Zeiten. Markant sind auch die insgesamt acht Propeller, paarweise montiert und gegenl\u00e4ufig rotierend.<\/p>\n<p>An-22 in Russland und der Ukraine<\/p>\n<p>Insgesamt 68 Exemplare der An-22 wurden zwischen 1965 und 1976 gebaut. Die meisten sind l\u00e4ngst verschrottet oder stehen im Museum \u2013 etwa in Russlands Flugzeug-Schatzkammer Monino bei Moskau oder in Deutschland, im Technikmuseum Speyer. Eine weitere An-22 geh\u00f6rt zur Flotte der ukrainischen Antonov Airlines aus Kiew-Hostomel. Das als UR-09307 registrierte Exemplar war die einzige &#8222;Antei&#8220; im zivilen Einsatz und flog zahlreiche Frachtmissionen in aller Welt \u2013 auch f\u00fcr die NATO. Seit 2021 aber stand sie \u2013 ohne Propeller \u2013 auf dem Antonow-Werksflughafen in Hostomel, wo sie Ende Februar 2022 bei Kampfhandlungen zwischen russischen und ukrainischen Streitkr\u00e4ften schwer besch\u00e4digt wurde. Dass sie jemals wieder abhebt, ist sehr unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Alt und wartungsintensiv<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren traten auch bei den Russen nur zwei An-22 in Erscheinung, namentlich die RA-09309 (Baujahr 1975) und die RA-09341 (Baujahr 1974), beide zuletzt stationiert auf dem Fliegerhorst Twer-Migalowo. Die Uralt-Viermots galten im Betrieb als sehr fehleranf\u00e4llig und wartungsintensiv, sammelten auf ihre alten Tage nur wenig Flugstunden und hatten im t\u00e4glichen Einsatz l\u00e4ngst ihrer noch gr\u00f6\u00dferen Nachfolgerin, der An-124 &#8222;Ruslan&#8220; Platz gemacht. Ob die nun in der Oblast Iwanowo verunfallte &#8222;Antei&#8220; noch im Auftrag der Luftwaffe oder f\u00fcr einen anderen Dienstherrn unterwegs war, bleibt derzeit noch offen.<\/p>\n<p>In Iwanowo befindet sich die Wartungsbasis, die die beiden zuletzt aktiven An-22 der russischen Luftwaffe im Jahr 2021 wieder luftt\u00fcchtig gemacht hatte. Damals hie\u00df es, man plane dort noch zwei weitere eingemottete Maschinen wieder auferstehen zu lassen. Von diesen Pl\u00e4nen h\u00f6rte man danach allerdings nichts mehr. Stattdessen kam 2024 die Ank\u00fcndigung der Transportfliegerkr\u00e4fte, die &#8222;Antei&#8220; wegen ihres vorger\u00fcckten Alters zeitnah ganz auszumustern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Erste Berichte in russischen Medien und Telegram-Kan\u00e4len legen dar, dass die An-22 am Dienstag, dem 9. Dezember, im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":634518,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,717,451,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-634517","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-kampfflugzeuge","12":"tag-militaer","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-russia","16":"tag-russian-federation","17":"tag-russische-foederation","18":"tag-russland","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115689491586981310","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/634517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=634517"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/634517\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/634518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=634517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=634517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=634517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}