{"id":634750,"date":"2025-12-09T14:11:14","date_gmt":"2025-12-09T14:11:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/634750\/"},"modified":"2025-12-09T14:11:14","modified_gmt":"2025-12-09T14:11:14","slug":"nach-umstrittenem-guillaume-portraet-maler-roland-schauls-stellt-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/634750\/","title":{"rendered":"Nach umstrittenem Guillaume-Portr\u00e4t: Maler Roland Schauls stellt aus"},"content":{"rendered":"<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Als bekannt wurde, dass Roland Schauls den Auftrag f\u00fcr das offizielle Portr\u00e4t des neuen Gro\u00dfherzogs erhalten hatte, r\u00fcckte pl\u00f6tzlich ein Maler ins Rampenlicht, der eigentlich lieber Zwischent\u00f6ne als den gro\u00dfen Paukenschlag orchestriert. Acht Monate lang arbeitete er unter strenger Vertraulichkeit an sieben Varianten dieses bedeutenden Portr\u00e4ts, wovon f\u00fcnf f\u00fcr die Pr\u00e4sentation am Hof vollendet wurden.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Dass das gro\u00dfherzogliche Paar die endg\u00fcltige Fassung ausw\u00e4hlte, geh\u00f6rt zur Choreografie solcher Staatsbilder. Schauls\u2019 Guillaume erscheint in Uniform, den Blick leicht geneigt, das Gesicht von introvertierter Zufriedenheit \u00fcberhaucht. Hinter ihm die alte Stadt: H\u00e4user im Stadtgrund, die Fernsicht hinauf zur Oberstadt, ein Fluss als ruhiges, verl\u00e4ssliches Symbol f\u00fcr Verg\u00e4nglichkeit und Erneuerung. Es ist ein Monarchenportr\u00e4t ohne Pathos, daf\u00fcr mit feiner Topografie der Empfindung: Schauls setzte die Insignien leise, aber un\u00fcberh\u00f6rbar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/so-haben-wir-guillaume-noch-nie-gesehen\/94520757.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__w3AgI RelatedTeaser_related-teaser--image__GJcRr read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"94520757\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:So haben wir Guillaume noch nie gesehen<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Dass sich der K\u00fcnstler die Portr\u00e4tmalerei \u201ewie kein anderer\u201c in Luxemburg zu eigen gemacht hat, ist keine hohle Floskel. Man braucht nur einen Blick auf \u201eThe Portrait Society\u201c (2004), die 504 K\u00fcnstler-Portr\u00e4ts im Nationalmus\u00e9e, zu werfen, die Schauls zwischen 1995 und 1998 gemalt hat. <\/p>\n<p>Geheimnisse und Kom\u00f6die<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Nach seinem \u201eroyalen Auftrag\u201c kehrt Schauls nun mit einer monografischen Ausstellung nach Luxemburg zur\u00fcck. \u201eWeitere Launen\u201c hei\u00dft sie, zu sehen noch bis zum 20. Dezember in der Galerie Reuter-Bausch. Die hochformatigen Leinw\u00e4nde, viele im imposanten Ma\u00df von 200 \u00d7 130 cm, wirken wie ein visuelles Tagebuch des Malers. Schauls\u2019 Bilder pendeln zwischen Strenge und Freiheit, Erinnerung und Erfindung. Sein Pinsel choreografiert Szenen, in denen das Leben zur prachtvollen, bisweilen bissigen Kom\u00f6die wird. Jede Leinwand wird zum Fest und jede Farbe zur Pointe.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Die Figuren, zumeist Frauen, dargestellt h\u00e4ufig in einer sich wiederholenden Pose und vor demselben Hintergrund, scheinen zu uns zu sprechen, so als h\u00e4tten sie etwas zu sagen, als wollten sie uns ein Geheimnis offenbaren, f\u00fcr jeden Betrachter nat\u00fcrlich ein ganz anderes.<\/p>\n<p>Roland Schauls, \u201eJeder Freitag hat ein Happy End\u201c, 1997\/2017, Acryl und Kohle auf Leinwand.\u00a0Foto: Galerie Reuter-Bausch<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Das Herzst\u00fcck dieser Ausstellung aber ist ein Werk in Acryl und Kohle, in dem die Zeit eine zentrale Rolle spielt. Der Maler nennt es \u201eJeder Freitag hat ein Happy End\u201c. Es zeigt eine sitzende Frauengruppe vor dem Bockfelsen und umfasst zwei Schaffensphasen: die erste 1997, die zweite 2017. Dazwischen liegen 20 Jahre Stille. Die fr\u00fche Fassung wirkt eher ged\u00e4mpft, erdig, strukturiert und figurativ ruhig. Als dann aber der sp\u00e4tere Schauls nach zwei Jahrzehnten nochmals ansetzte, wurde das Gem\u00e4lde mutiger, expressiver und im Farbkontrast ungleich intensiver. \u00dcber die bestehende Bildbasis legte der Maler neonartige Pink- und Gelbt\u00f6ne, heftige T\u00fcrkis-Bl\u00f6cke. <\/p>\n<p>Zwei K\u00fcnstler in einem Bild<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Fragmente der urspr\u00fcnglichen Fassung lie\u00df Schauls dennoch stehen: Fischgr\u00e4tparkett, einen Schuh, eine Tapete, Reste, die wie Botschaften der Vergangenheit wirken. Man sieht, wie der j\u00fcngere Schauls mit dem \u00e4lteren in ein Gespr\u00e4ch tritt: hier die klassische Statik, dort die eruptive Farbe; hier die Kontur, dort der Impuls. Zwei K\u00fcnstler in einem Bild, zwei Temperamente, die sich Antworten geben. Es ist, als h\u00e4tte der Maler dem Werk eine zweite Seele geschenkt.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Erinnerung und Erfindung, Strenge und Freiheit verschmelzen. Schauls\u2019 Malerei erstarrt nicht \u2013 sie entwickelt sich weiter, bleibt im Fluss. Zwischen Traditionsbewusstsein und zeitgen\u00f6ssischer Handschrift schafft Roland Schauls eine Kunst, die nicht nur betrachtet, sondern erlebt werden will.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wort.lu\/kultur\/von-der-queen-bis-zu-guillaume-herrscher-im-portraetrausch\/94345606.html\" class=\"RelatedTeaser_related-teaser__w3AgI RelatedTeaser_related-teaser--image__GJcRr read-more_withImage__1YJa_\" data-article-id=\"94345606\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Lesen Sie auch:Von der Queen bis zu Guillaume: Herrscher im Portr\u00e4trausch<\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Und so versteht man vor diesem \u00fcbermalten Bild r\u00fcckwirkend auch die Poetik des Guillaume-Portr\u00e4ts: Der Fluss im Hintergrund des Gro\u00dfherzogs ist nicht nur ein Zeichen, er ist bei Schauls Methode. Der Fluss, der vergeht und bleibt, das Bild, das \u00fcbermalbar ist und doch Bestand hat.<\/p>\n<p class=\"Paragraph_paragraph__exhQA Paragraph_paragraph--default-lg-default__8QZrI articleParagraph\">Roland Schauls, \u201eWeitere Launen\u201c, bis zum 20. Dezember in der Galerie Reuter-Bausch, 14, Rue Notre-Dame, Luxemburg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als bekannt wurde, dass Roland Schauls den Auftrag f\u00fcr das offizielle Portr\u00e4t des neuen Gro\u00dfherzogs erhalten hatte, r\u00fcckte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":634751,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,29,214,30,1794,215],"class_list":{"0":"post-634750","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-germany","12":"tag-kunst-und-design","13":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115690018085369499","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/634750","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=634750"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/634750\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/634751"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=634750"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=634750"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=634750"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}