{"id":634767,"date":"2025-12-09T14:21:14","date_gmt":"2025-12-09T14:21:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/634767\/"},"modified":"2025-12-09T14:21:14","modified_gmt":"2025-12-09T14:21:14","slug":"bericht-wirft-lufthansa-heikle-tankpraxis-und-routenplanung-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/634767\/","title":{"rendered":"Bericht wirft Lufthansa heikle Tankpraxis und Routenplanung vor"},"content":{"rendered":"\n<p>Es ist bekannt, dass einige Fluggesellschaften ihr Cockpitpersonal unter Druck setzen, um m\u00f6glichst wenig Treibstoff zu tanken. Der Grund: Je mehr Kerosin ein Flugzeug mitf\u00fchrt, desto h\u00f6her ist das Gewicht und folglich der Verbrauch. Da Treibstoff einer der gr\u00f6\u00dften Kostenfaktoren im Flugbetrieb ist, versuchen gewisse Airlines, hier zu sparen.<\/p>\n<p>Bekannt waren solche Praktiken bisher vor allem bei Billigfliegern. Nun berichtet das Nachrichtenmagazin <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/lufthansa-effizienzsteigerung-koennte-sicherheitsrisiken-erhoehen-a-715d6197-972d-43b8-9796-ca274008165c\" id=\"e7c512f2-dd56-40ec-bdac-ab8737d806cf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der Spiegel<\/a>, dass es auch bei <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/tags\/lufthansa\" id=\"fc685fad-93a4-4d14-8afa-d5cd997d6c7f\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lufthansa<\/a> zu \u00e4hnlichen Vorf\u00e4llen gekommen sein soll. Grunds\u00e4tzlich steige der Druck bei der deutschen Fluggesellschaft, effizienter zu fliegen. Laut internen Dokumenten und Schilderungen von Mitarbeitenden habe es gem\u00e4\u00df dem Bericht verschiedene Vorf\u00e4lle gegeben, die dies nahelegen.<\/p>\n<p>Im Fokus steht Flugplanung von Lufthansa<\/p>\n<p>Ein Flugplaner soll am 6. April f\u00fcr den Flug LH444 von Frankfurt nach Atlanta empfohlen haben, extra Treibstoff mitzunehmen. Damit sollte im Notfall nicht nur der Ausweichflughafen Charlotte, sondern auch Boston erreicht werden k\u00f6nnen. Diese Entscheidung sei jedoch nicht bei allen auf Zustimmung gesto\u00dfen. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/ticker\/lufthansa-group-verschaerft-treibstoffsparprogramm\/r67cn69\" id=\"c6f4795c-d0a6-4f27-a507-f3ce9d88f3a2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Tankempfehlung gelte als wirtschaftssch\u00e4dlich f\u00fcr das Unternehmen<\/a> \u2013 zu viel Kerosin, zu viel Puffer, habe es an gewissen Stellen gehei\u00dfen, so der Spiegel.<\/p>\n<p>Im Fokus steht dabei die Abteilung Flugplanung. Die Ausbildung werde \u00abschlanker, die Standards weicher\u00bb, sagte jemand, der die Abteilung kennt, dem Magazin. Flugrouten sollen offensiver geplant werden \u2013 das hei\u00dft: schneller, mit weniger Kerosin und auf direkteren Routen. Es gehe darum, Zeit und Kosten zu sparen.<\/p>\n<p>Mehrfach falsche Nordantlantikrouten geplant?<\/p>\n<p>So sollen Flugplaner von Lufthansa wiederholt die \u00fcbliche <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/umwelt\/mit-dem-ende-der-nordatlantik-autobahn-koennten-airlines-millionen-sparen\/hqnl4ly\" id=\"dfdfa68c-8631-45a6-bc5d-14b557aa8bef\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Praxis missachtet haben, f\u00fcr Nordatlantikfl\u00fcge bestimmte feste Flugrouten zu nutzen<\/a>. Mehrfach haben die Abteilung Fl\u00fcge geplant, die nicht diesen Regeln entsprachen, berichtet der Spiegel. \u00abBitte denkt daran, diese Regel einzuhalten\u00bb, soll es in einer Mahnung an die Flugplanenden gehei\u00dfen haben. Die kanadische Luftfahrtbeh\u00f6rde Nav Canada habe die Lufthansa-Flugpl\u00e4ne im Fr\u00fchjahr mit einer \u00abeindringlichen Information\u00bb beantwortet, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist laut Spiegel der Lufthansa-Flug LH542 von Frankfurt nach Bogot\u00e1 am 13. November. An diesem Tag startete eine Rakete vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral. In einem Notam, einer offiziellen Warnmeldung, wurde eine Sperrzone ausgewiesen, in der Tr\u00fcmmerteile der Rakete wieder in die Erdatmosph\u00e4re eindringen k\u00f6nnten. Der Lufthansa-Flug war so geplant, dass er durch diese Zone h\u00e4tte fliegen m\u00fcssen. Letztlich leitete die Flugsicherung den Jet um, der dann wegen Treibstoffmangels au\u00dferplanm\u00e4\u00dfig in Punta Cana landen musste.<\/p>\n<p>Lufthansa will sich nicht zu einzelnen Ereignissen \u00e4u\u00dfern<\/p>\n<p>W\u00e4hrend andere Fluggesellschaften ihre Routen rechtzeitig anpassten, wurde der Hinweis bei Lufthansa offenbar ignoriert, intern sprach man von Scham \u00fcber das Vers\u00e4umnis. Zudem gibt es Meldungen, dass mehrfach der Lufthansa-Planungsabteilung vorgegebene Flugplan nicht mit der tats\u00e4chlichen Streckenf\u00fchrung der Flugsicherung \u00fcbereinstimmte.<\/p>\n<p>Lufthansa teilte dem Spiegel mit, man gehe auf einzelne Vorf\u00e4lle nicht konkret ein. \u00abSicherheitsrelevante Themen, darunter auch einzelne Flugereignisse, werden stets umgehend und umfassend intern analysiert.\u00bb Sofern erforderlich, ziehe man unmittelbar Konsequenzen, \u00abum die Sicherheit aller Flugbetriebe des Konzerns jederzeit uneingeschr\u00e4nkt zu gew\u00e4hrleisten\u00bb.<\/p>\n<p>\u00abSicherheit hat zu jedem Zeitpunkt oberste Priorit\u00e4t\u00bb<\/p>\n<p>Der Konzern betont, dass \u00f6konomische Ziele stets der Sicherheit untergeordnet seien. Lufthansa stellt klar: \u00abSicherheit hat zu jedem Zeitpunkt oberste Priorit\u00e4t\u00bb Auch verschiedene Piloten der Airline heben hervor, dass Entscheidungen, etwa \u00fcber die mitgenommene Kerosinmenge, allein im Ermessen des Cockpitpersonals liegen und nicht kritisiert werden.<\/p>\n<p>Pilotinnen und Piloten erkl\u00e4ren aber gem\u00e4\u00df dem Spiegel, dass sie in der Sicherheitskultur des Unternehmens einen Wandel wahrnehmen. Viele Crews h\u00e4tten Angst, Fehler offen anzusprechen, weil sie f\u00fcrchten, dass kritische Hinweise sp\u00e4ter gegen sie verwendet werden k\u00f6nnten. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/sicherheit\/pilotinnen-und-piloten-kritisieren-sicherheitsorganisation-von-lufthansa-cargo\/bdz9859\" id=\"037a9e1a-394b-49c4-9579-884552d7cae6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zuletzt hatte es Kritik eines langj\u00e4hrigen Lufthansa-Cargo-Mitarbeiters<\/a> gegeben. Eine Anfrage unserer Redaktion lie\u00df die Airline bis zum Erscheinen des Textes unbeantwortet.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngiger Luftfahrtjournalismus braucht Auftrieb. Bei aeroTELEGRAPH arbeitet ein Team erfahrener Luftfahrtjournalistinnen und -journalisten, das die Branche seit Jahren begleitet. F\u00fcr den Preis von weniger als einem Cappuccino im Monat lesen Sie werbefrei \u2013 und helfen, dass wir weiter kritisch und fundiert berichten k\u00f6nnen. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/insider\" id=\"9a678178-4148-41c3-8cfb-f2c6635f2ea5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Jetzt hier klicken und abonnieren<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist bekannt, dass einige Fluggesellschaften ihr Cockpitpersonal unter Druck setzen, um m\u00f6glichst wenig Treibstoff zu tanken. 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