{"id":637130,"date":"2025-12-10T15:08:14","date_gmt":"2025-12-10T15:08:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/637130\/"},"modified":"2025-12-10T15:08:14","modified_gmt":"2025-12-10T15:08:14","slug":"betrifft-viele-vertraege-bgh-kippt-zentrale-riester-klausel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/637130\/","title":{"rendered":"Betrifft viele Vertr\u00e4ge: BGH kippt zentrale Riester-Klausel"},"content":{"rendered":"<p>Fast 15 Millionen Menschen in Deutschland setzen auf die <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/riester-rente-ein-auslaufmodell,U43eVdv\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Riester-Rente<\/a>. Das hei\u00dft, sie sparen f\u00fcrs Alter und der Staat gibt etwas dazu. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun eine zentrale Regelung in Vertr\u00e4gen einer fondsgebundenen Riester-Rentenversicherung f\u00fcr unwirksam erkl\u00e4rt, die es dem Versicherer einseitig erlaubte, nachtr\u00e4glich die Rente zu k\u00fcrzen. In dem konkreten Fall war die Verbraucherzentrale Baden-W\u00fcrttemberg gegen die Allianz Lebensversicherung vor Gericht gezogen. Das Urteil betrifft laut Verbrauchersch\u00fctzern aber auch Vertr\u00e4ge anderer gro\u00dfer Anbieter.<\/p>\n<p>Um diese Klausel in Riester-Vertr\u00e4gen geht es<\/p>\n<p>Die beanstandete Klausel sah vor, dass die Allianz den Rentenfaktor senken kann, wenn aufgrund von Umst\u00e4nden, die bei Abschluss des Vertrags nicht absehbar waren, die Lebenserwartung der Versicherten stark steigt oder die Rendite der Kapitalanlagen stark sinkt. Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte der Versicherung im Januar untersagt, sich auf diese Klausel zu berufen.\u00a0<\/p>\n<p>Der BGH wies die Revision der Allianz gegen das Urteil nun weitgehend zur\u00fcck. Die Vereinbarung sei unwirksam, weil sie keine Verpflichtung der Allianz vorsehe, den Rentenfaktor sp\u00e4ter zu erh\u00f6hen, falls die Umst\u00e4nde, die zu der Senkung f\u00fchrten, sich wieder verbessern. Dadurch w\u00fcrden die Versicherten unangemessen benachteiligt, so der Senat. (Az. IV ZR 34\/25)<\/p>\n<p>Vereinbarung laut BGH &#8222;nicht zumutbar&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die Vereinbarung ist den Versicherungsnehmern auch unter Ber\u00fccksichtigung der Interessen des Versicherers nicht zumutbar&#8220;, hie\u00df es in der Urteilsbegr\u00fcndung. Zwar k\u00f6nne eine Versicherung angesichts der Langfristigkeit der Vertr\u00e4ge St\u00f6rungen der versprochenen Versicherungsleistungen nicht vermeiden. Unzumutbar sei es aber, wenn der Versicherer nur zur Herabsetzung berechtigt sei, nicht aber zur Wiederheraufsetzung. &#8222;Insoweit gilt das sogenannte Symmetriegebot&#8220;, erkl\u00e4rten die Richter.<\/p>\n<p>Die Allianz Lebensversicherung hatte darauf verwiesen, dass die Senkung des Rentenfaktors von einem unabh\u00e4ngigen Treuh\u00e4nder gepr\u00fcft wurde, der sie als erforderlich und angemessen best\u00e4tigt habe. Nach Angaben der Versicherung k\u00f6nnten von dem nun rechtskr\u00e4ftigen Urteil Allianz-Vertr\u00e4ge betroffen sein, die von Juli 2001 bis Juni 2013 abgeschlossen wurden. In danach abgeschlossenen Vertr\u00e4gen sei die beanstandete Regelung nicht enthalten, sagte ein Sprecher.<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich eine Million Vertr\u00e4ge betroffen<\/p>\n<p>Der Bund der Versicherten geht davon aus, dass die Entscheidung auch \u00fcber die Vertr\u00e4ge der Allianz hinaus von Bedeutung ist. So k\u00f6nnten laut Vorstand Stephen Rehmke rund eine Million Vertr\u00e4ge von verschiedenen Versicherern betroffen sein, die bis Mitte der 2010er-Jahre angeboten und bei denen sp\u00e4ter Rentenk\u00fcrzungen aufgrund \u00e4hnlicher Klauseln vorgenommen wurden.<\/p>\n<p>Mit Informationen von dpa und Reuters<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fast 15 Millionen Menschen in Deutschland setzen auf die Riester-Rente. 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