{"id":639990,"date":"2025-12-11T20:51:16","date_gmt":"2025-12-11T20:51:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/639990\/"},"modified":"2025-12-11T20:51:16","modified_gmt":"2025-12-11T20:51:16","slug":"brustkrebs-fehlerhafte-behandlungen-in-bremen-staatsanwaltschaft-ermittelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/639990\/","title":{"rendered":"Brustkrebs: Fehlerhafte Behandlungen in Bremen \u2013 Staatsanwaltschaft ermittelt"},"content":{"rendered":"<p>34 Frauen haben in einer Bremer Klinik eine missinterpretierte Brustkrebs-Diagnose erhalten und sind teils monatelang falsch behandelt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, der Klinikverbund zieht erste Konsequenzen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Nach den fehlerhaften Behandlungen von Brustkrebs-Patientinnen in Bremen ermittelt die Staatsanwaltschaft \u2013 wegen des Verdachts der fahrl\u00e4ssigen K\u00f6rperverletzung in 34 F\u00e4llen. Die Ermittlungen richteten sich allerdings bisher nicht gegen eine konkrete Person, sagte eine Beh\u00f6rdensprecherin. Sie best\u00e4tigte entsprechende Medienberichte. Zuerst hatten der \u201eWeser-Kurier\u201c und das Regionalmagazin \u201ebuten un binnen\u201c berichtet.<\/p>\n<p>Eine \u00c4rztin des Klinikums Bremen-Mitte soll zwischen Oktober 2024 bis November 2025 einen spezifischen Marker bei Gewebeproben falsch interpretiert haben, wie es  vom Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno), der das Klinikum betreibt, hie\u00df. Betroffen seien auch Patientinnen anderer Krankenh\u00e4user, f\u00fcr die das Institut entsprechende Befunde erstellt. Alle Frauen seien informiert.<\/p>\n<p>Die meisten Patientinnen wurden nach Geno-Angaben \u00fcberversorgt. Ihre Prognose habe sich durch die falsche Behandlung vermutlich nicht verschlechtert. \u201eAllerdings sind sowohl die Antik\u00f6rper-Therapie als auch die Chemotherapie mit zum Teil massiven Nebenwirkungen und m\u00f6glichen Langzeitfolgen verbunden\u201c, r\u00e4umte der Klinikverbund ein.<\/p>\n<p>Prof. Wolfgang Janni erkl\u00e4rt gegen\u00fcber WELT: \u201eJede nicht indizierte Therapie birgt Risiken in sich.\u201c Wenn der Nutzen einer widersinnigen Behandlung nicht bewiesen sei, lohne es sich nicht, die Risiken daf\u00fcr in Kauf zu nehmen. Janni ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Gyn\u00e4kologische Onkologie in der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.krebsgesellschaft.de\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.krebsgesellschaft.de\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Deutschen Krebsgesellschaft. <\/a>Wie gef\u00e4hrlich die unn\u00f6tigen Therapien f\u00fcr die betroffenen Patientinnen wirklich waren, k\u00f6nne der Gyn\u00e4kologe ohne Detailkenntnis der Befunde und Therapien nicht belastbar einsch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Der Fehler bei der Untersuchung der Gewebeproben fiel einem Gyn\u00e4kologen auf. Er stellte bei zwei seiner Patientinnen fest, dass der Tumor nicht wie erwartet auf die Therapie angesprochen hatte und lie\u00df die Befunde \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Der Klinikverbund kontrollierte daraufhin alle Untersuchungen der \u00c4rztin. \u201eWir haben den Vorfall umfassend aufgearbeitet\u201c, betonte die Sprecherin. Es handle sich um die Fehlinterpretation einer \u00c4rztin, die keine entsprechenden Befunde mehr durchf\u00fchre. F\u00fcr das Institut gelten nun zus\u00e4tzliche Kontrollen, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden.<\/p>\n<p>Die Medizinerin ist inzwischen nicht mehr im Dienst, wie eine Geno-Sprecherin sagte. Zudem sei das Vier-Augen-Prinzip beim Erstellen von Befunden eingef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>Auch in G\u00f6ttingen in Pathologie gearbeitet<\/p>\n<p>Die \u00c4rztin hat in Teilzeit in Bremen gearbeitet, zudem auch in der Pathologie an der Universit\u00e4tsmedizin G\u00f6ttingen. Dort sei sie aber nicht in die Befundung von Brustkrebs eingebunden gewesen, sagte eine Sprecherin. Sie habe in einem anderen Bereich gearbeitet.<\/p>\n<p>Dennoch seien s\u00e4mtliche von ihr bearbeiteten F\u00e4lle von Oktober 2024 bis November 2025 sorgf\u00e4ltig \u00fcberpr\u00fcft worden. Dabei h\u00e4tten sich keine Auff\u00e4lligkeiten ergeben. An der Universit\u00e4tsmedizin G\u00f6ttingen gebe es allerdings anders als bisher in Bremen auch das Vier-Augen-Prinzip, bei dem ein zweiter Mediziner in die Beurteilung eingebunden ist.<\/p>\n<p>Gleichwohl sei die \u00c4rztin bis Weihnachten auch in G\u00f6ttingen freigestellt worden, um die Hintergr\u00fcnde im Rahmen des Qualit\u00e4tsmanagementsystems transparent und umfassend aufzuarbeiten, so die Sprecherin.<\/p>\n<p>dpa\/ly<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"34 Frauen haben in einer Bremer Klinik eine missinterpretierte Brustkrebs-Diagnose erhalten und sind teils monatelang falsch behandelt worden.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":639991,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,89305,113544,3364,29,30,290,150799,837,59928],"class_list":{"0":"post-639990","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-brustkrebs-ks","10":"tag-chemotherapie-ks","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-gesundheitswesen","15":"tag-krebs-ks","16":"tag-medizin","17":"tag-patientenakten"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115702915975662828","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=639990"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/639990\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/639991"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=639990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=639990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=639990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}