{"id":640625,"date":"2025-12-12T03:49:37","date_gmt":"2025-12-12T03:49:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/640625\/"},"modified":"2025-12-12T03:49:37","modified_gmt":"2025-12-12T03:49:37","slug":"kunst-im-kontrast-alberto-giacomettis-ausstellungseroeffnung-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/640625\/","title":{"rendered":"Kunst im Kontrast: Alberto Giacomettis Ausstellungser\u00f6ffnung in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Metropole vs. Berge, Paris vs. Schweiz: Diese Dualit\u00e4t l\u00e4sst sich in Alberto Giacomettis Werken erkennen und in einer neuen Ausstellung \u201eFaces and Landscapes of Home\u201c ab dem 13. Dezember in St. Moritz bestaunen.<\/strong><\/p>\n<p>D\u00fcstere, \u00fcberlange und ausgemergelte K\u00f6rper, die wie Geister in den Raum starren und dem Existenzialismus der <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/galerie\/renovierung-in-retro-farben-wohnung-in-rom-1950er-jahre\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">F\u00fcnfzigerjahre<\/a> eine Form geben: Diese Skulpturen sind es, an die man bei dem Namen Alberto Giacometti als Erstes denkt. Weit unbekannter ist die Malerei, die der geb\u00fcrtige Schweizer in dem abgeschiedenen Tal seiner Heimatstadt Stampa unweit vom Engadin auf die Leinwand brachte \u2013 oder gar die Fotografien, die ihn dort bei der Arbeit zeigen. Dabei konnte er zu Beginn seiner Laufbahn der Provinz und dem Dunstkreis seines Vaters gar nicht schnell genug entfliehen. Giovanni Giacometti, einer der pr\u00e4genden K\u00fcnstler der Schweizer Moderne, malte die alpine Welt Graub\u00fcndens in leuchtenden Farben und expressiven Pinselschw\u00fcngen, und nichts lag Alberto ferner, als in seine Fu\u00dfstapfen zu treten. 1922 ging er nach <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/familien-zuhause-mit-dachterrasse-renovierung-paris\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Paris<\/a>, ins pulsierende Zentrum der Avantgarde, wo er zwischen Kubismus, Surrealismus und philosophischen Debatten seine eigene k\u00fcnstlerische Sprache fand.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Silsersee Alberto Giacometti .\" loading=\"lazy\" class=\"ResponsiveImageContainer-eNxvmU cfBbTk responsive-image__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GIACO143307-hires.jpg\"\/><\/p>\n<p>Silsersee, Alberto Giacometti (1921-22).<\/p>\n<p>Succession Alberto Giacometti \/ 2025, ProLitteris, ZurichAlberto Giacometti kommt nach Hause<\/p>\n<p>Doch ganz so einfach l\u00e4sst sich die eigene Herkunft dann doch nicht abstreifen. Ab den F\u00fcnfzigerjahren, auf dem H\u00f6hepunkt seines Erfolgs, kehrte Giacometti regelm\u00e4\u00dfig nach Stampa zur\u00fcck. Das Atelier des Vaters nutzte er als Arbeitsplatz und portr\u00e4tierte seine Mutter, seine Frau Annette und Dorfbewohner. Auch die Landschaft hielt er fest: Berge und Himmel wurden zu verdichteten, reduzierten Kompositionen, denen \u2013 wie auch seinen hageren Skulpturen \u2013 etwas Verletzliches anhaftet. Es ist diese R\u00fcckkehr zum Ort seiner Kindheit, der sich nun eine Ausstellung der Gro\u00dfgalerie Hauser &amp; Wirth in <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/moritz-st-moritz-fabian-freytag-restaurant\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">St. Moritz<\/a> widmet. Kuratiert von Tobia Bezzola, Direktor des Museo d\u2019arte della Svizzera italiana und ausgewiesener Giacometti-Kenner, wird hier sichtbar, wie sehr die Schweizer Bergwelt Giacomettis skulpturalen Blick gepr\u00e4gt hat. Auch der Einfluss C\u00e9zannes kommt zum Tragen: Hatte Giacometti ihn als junger K\u00fcnstler noch abgelehnt, da sich sein Vater an dessen Stil entlangbewegte, wird dessen strukturierte, r\u00e4umlich komplexe Malweise aus einem gereiften, unabh\u00e4ngigen Geist heraus wieder wichtig. Der zeigt sich auch in den Zeichnungen vom Elternhaus: Stuben, <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/leuchten-trends-2026\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lampen<\/a> und enge R\u00e4ume voller Erinnerungen vermitteln eine existenzielle Intensit\u00e4t, als h\u00e4tte sich der K\u00fcnstler energetisch in die R\u00e4ume hineingeschraubt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Monte del Forno Alberto Giacometti\" loading=\"lazy\" class=\"ResponsiveImageContainer-eNxvmU cfBbTk responsive-image__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GIACO143070%20-web-midres%20(1).jpg\"\/><\/p>\n<p>Monte del Forno, Alberto Giacometti (1923).<\/p>\n<p>Succession Alberto Giacometti \/ 2025, ProLitteris, Zurich<img decoding=\"async\" alt=\"T\u00eate au long cou Alberto Giacometti\" loading=\"lazy\" class=\"ResponsiveImageContainer-eNxvmU cfBbTk responsive-image__image\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GIACO112070%20view02%20JE-hires.jpg\"\/><\/p>\n<p>T\u00eate au long cou, Alberto Giacometti (ca. 1949).<\/p>\n<p>Jon Etter \/ Succession Alberto Giacometti \/ 2025, ProLitteris, ZurichZwischen Paris und der Schweiz<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich tankte Giacometti in der Heimat auf, schlief viel, las und wanderte, was kein gr\u00f6\u00dferer Kontrast zu dem wilden Leben in der Metropole h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Die Heimat wurde zur Kraftquelle und zum <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/gruenes-refugium-metropole-studioutte-natur-loft-mailand\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Refugium<\/a>, wo ihn vorerst nur wenige Freunde aus Paris besuchten. Darunter war auch der Schweizer <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/einzimmerwohnung-im-boheme-stil-manhattan\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fotograf<\/a> Ernst Scheidegger. Giacometti hatte ihn 1943 in Genf kennengelernt, wohin er sich w\u00e4hrend des Krieges zur\u00fcckgezogen hatte. Sp\u00e4ter gew\u00e4hrte er Scheidegger f\u00fcr Fotos Zutritt zu seinem Pariser Atelier, das f\u00fcr andere meist unzug\u00e4nglich blieb, und lud ihn auch ins Bergell ein. Scheideggers Aufnahmen zeigen den K\u00fcnstler dort bei der Arbeit, im Gespr\u00e4ch mit Einheimischen, in stiller Zweisamkeit mit der Mutter oder Annette \u2013 und erz\u00e4hlen von einer verborgenen, privaten Welt, die der K\u00fcnstler im Innern nie verlassen hat. In den fr\u00fchen <a href=\"https:\/\/www.ad-magazin.de\/artikel\/italienisches-design-der-sechziger\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sechzigerjahren<\/a> wurden Giacomettis Aufenthalte in der Schweiz immer l\u00e4nger. Er richtete das Atelier her und lud Freunde aus der Pariser Kunstszene ein, w\u00e4hrend er selbst bereits gesundheitlich angeschlagen war. 1966, kurz nachdem er mit dem Zug aus Paris angekommen war, wo er unter anderem mit Scheidegger die letzte Nacht in einer Bar verbracht hatte, starb er im Krankenhaus in Chur an den Auswirkungen einer chronischen Bronchitis. In Stampa warteten eine Reihe Portr\u00e4tb\u00fcsten vergeblich auf ihre Vollendung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Metropole vs. Berge, Paris vs. Schweiz: Diese Dualit\u00e4t l\u00e4sst sich in Alberto Giacomettis Werken erkennen und in einer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":640626,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1775],"tags":[1793,2076,29,214,30,2075,1794,215],"class_list":{"0":"post-640625","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-kunst-und-design","8":"tag-art-and-design","9":"tag-ausstellung","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-kunst","14":"tag-kunst-und-design","15":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115704560300990215","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=640625"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/640625\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/640626"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=640625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=640625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=640625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}