{"id":640932,"date":"2025-12-12T07:13:14","date_gmt":"2025-12-12T07:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/640932\/"},"modified":"2025-12-12T07:13:14","modified_gmt":"2025-12-12T07:13:14","slug":"fachleute-sicher-bayern-steht-vor-welle-der-firmenschliessungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/640932\/","title":{"rendered":"Fachleute sicher: Bayern steht vor Welle der Firmenschlie\u00dfungen"},"content":{"rendered":"<p>Immer mehr Unternehmen melden Insolvenz an. Laut den neuesten Daten der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ist die Zahl der Pleiten auf einem Zehnjahreshoch. In Bayern waren demnach in diesem Jahr 3.220 Betriebe zahlungsunf\u00e4hig. Doch das spiegelt nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit wider.<\/p>\n<p>Denn die allermeisten Betriebe im Freistaat sind in Eigent\u00fcmer- und Familienhand. Davon verschwinden viele Tausende jedes Jahr, ohne dass die \u00d6ffentlichkeit davon Notiz nimmt. Und die gro\u00dfe Welle der Firmenschlie\u00dfungen kommt erst noch, betonen Experten.<\/p>\n<p>Viele eigent\u00fcmergef\u00fchrte Betriebe machen dicht ohne Aufsehen<\/p>\n<p>Circa 680.000 Firmen gibt es derzeit in Bayern, davon sind rund 550.000 in Familienhand. Schon aus Unternehmerstolz wollen hier viele Besitzer eine Insolvenz vermeiden, sagt Wirtschaftsforscher Joachim Ragnitz vom ifo-Institut. Au\u00dferdem w\u00fcrden sie bei einem eigent\u00fcmergef\u00fchrten Betrieb bei einer Insolvenz meist mit ihrem Privatbesitz haften.<\/p>\n<p>Deshalb machen die Firmenlenker bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder fehlendem Nachfolger ihren Laden ohne gro\u00dfes Aufsehen einfach dicht. Allein von Januar bis September 2025 haben in Bayern nach Angaben des Bayerischen Landesamts f\u00fcr Statistik rund 56.000 Firmenbesitzer aufgegeben. <\/p>\n<p>80.000 Firmenschlie\u00dfungen in Bayern jedes Jahr<\/p>\n<p>In den Jahren 2023 und 2024 waren es jeweils mehr als 80.000 bayerische Betriebe, die aufgeh\u00f6rt haben. Und es werden tendenziell jedes Jahr mehr, sagt Ragnitz. Zwar liegt die Zahl der Neugr\u00fcndungen jedes Jahr h\u00f6her. Doch das kann nicht beruhigen. Denn oft sind es Saisonbetriebe etwa im Tourismus, die nur im Sommer \u00f6ffnen oder auf Weihnachtsm\u00e4rkten einen Stand haben.<\/p>\n<p>Viele Leute melden ein Gewerbe an, wenn sie nebenbei beispielsweise Kleidung verkaufen. Nach kurzer Zeit melden sie dann das Gewerbe wieder ab. Doch bei den Betriebseinstellungen sind eben auch zunehmend Familienbetriebe im Handwerk, im Einzelhandel oder in der <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wirtschaft\/hotels-vor-der-pleite-hoeherer-mindestlohn-trifft-tourismus,UpyhU2F\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hotellerie<\/a>, die teilweise schon seit Generationen bestehen. <\/p>\n<p>IHK: Audi-Krise belastet Einzelhandel in Ingolstadt<\/p>\n<p>Die andauernde Wirtschaftskrise, die B\u00fcrokratie, steigende Energiepreise und Lohnkosten \u2013 all das hat die Firmen in Deutschland Wettbewerbsf\u00e4higkeit gekostet. Die Industrie- und Handelskammern in Bayern registrieren immer mehr Firmen, die Hilfe suchen. Zuletzt beispielsweise von verschiedenen Einzelh\u00e4ndlern in und um Ingolstadt. Weil der <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/ingolstadt-beschliesst-grosses-sparpaket,V1DEnkX\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Autokonzern Audi<\/a> in der Krise steckt, halten sich die Menschen in der Region beim Einkaufen zur\u00fcck, berichtet Volker Schlehe von der IHK f\u00fcr M\u00fcnchen und Oberbayern. Das bringe die H\u00e4ndler in Bedr\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Firmen-Chef geht in Ruhestand: Meist fehlt ein Nachfolger<\/p>\n<p>Ein weiterer Faktor ist die Demografie: Es fehlt schlicht der Nachwuchs. Laut dem KfW-Mittelstandspanel waren 2024 knapp 40 Prozent der Firmenlenker \u00fcber 60 Jahre alt. Wenn sich in den n\u00e4chsten Jahren die geburtenstarken Jahrg\u00e4nge (&#8222;Babyboomer&#8220;) aus dem Gesch\u00e4ftsleben zur\u00fcckziehen, droht eine Welle von Firmenschlie\u00dfungen, sagt Patrick-Ludwig Hantzsch, Wirtschaftsforscher bei der Auskunftei Creditreform.<\/p>\n<p>Die Kinder der Betriebschefs wollten oft das Unternehmen nicht fortf\u00fchren, Au\u00dfenstehende auch nicht. Gibt es Interessenten, scheitere ein Verkauf oft an unterschiedlichen Preisvorstellungen. Daneben hat der Staat f\u00fcr eine \u00dcbernahme einen b\u00fcrokratischen H\u00fcrdenlauf aufgebaut, der viele abschreckt.<\/p>\n<p>Firmenschlie\u00dfungen gef\u00e4hrden wirtschaftliche Substanz des Landes <\/p>\n<p>Es sei h\u00f6chste Zeit f\u00fcr Politik, Banken, Kammern und Berater dazu beizutragen, dass Generationswechsel in den Unternehmen gelingen \u2013 nicht irgendwann, sondern jetzt, fordert Hantzsch. Er spricht von einem Drama, das die wirtschaftliche Substanz von Deutschland gef\u00e4hrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Immer mehr Unternehmen melden Insolvenz an. 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