{"id":641082,"date":"2025-12-12T08:44:20","date_gmt":"2025-12-12T08:44:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/641082\/"},"modified":"2025-12-12T08:44:20","modified_gmt":"2025-12-12T08:44:20","slug":"tarifverhandlungen-oeffentlicher-dienst-laender-prognose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/641082\/","title":{"rendered":"Tarifverhandlungen \u00f6ffentlicher Dienst L\u00e4nder: Prognose"},"content":{"rendered":"<p>Die erste Verhandlungsrunde f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Dienst der L\u00e4nder endet wenig \u00fcberraschend ohne Ann\u00e4herung. Gewerkschaften und Arbeitgeber starten mit gegens\u00e4tzlichen Erwartungen in eine Tarifrunde. Eine Prognose. <\/p>\n<p>Tarifrunde \u00f6ffentlicher Dienst der L\u00e4nder: Kein Angebot der Arbeitgeber, Streit um Hamburg-Zulage<\/p>\n<p>Zum Auftakt der Tarifrunde im \u00f6ffentlichen Dienst der L\u00e4nder legte die Tarifgemeinschaft deutscher L\u00e4nder (TdL) kein Angebot vor. Bereits vorab hatten die Arbeitgeber (alle L\u00e4nder au\u00dfer Hessen) die Forderungen der Gewerkschaften kritisiert. Sie verwiesen auf enge finanzielle Spielr\u00e4ume: Die L\u00e4nder st\u00fcnden wegen steigender Anforderungen an die Beamtenbesoldung sowie bereits verplanter Steuereinnahmen unter Druck.<\/p>\n<p><strong> Alle Fakten zur Tarifrunde 2026, jetzt unseren <a href=\"https:\/\/oeffentlicher-dienst-news.de\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Newsletter<\/a> abonnieren<\/strong><\/p>\n<p>ver.di kritisierte den Einstieg scharf. Der Eindruck, die Arbeitgeberseite nehme die Belastungen vieler Landesbesch\u00e4ftigter nicht ernst, pr\u00e4gte den ersten Verhandlungstag. Angesichts eines Einnahmeplus der L\u00e4nder sei das Argument \u201eleerer Kassen\u201c nicht nachvollziehbar, hie\u00df es von Gewerkschaftsseite. Zus\u00e4tzlich sorgte die Diskussion um die gescheiterte <a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/zusammen-geht-mehr\/++co++77334ea6-d025-11f0-ba5d-bf7820b5c237\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hamburg-Zulage<\/a> f\u00fcr Vertrauensverlust.<\/p>\n<p>Der Hintergrund: Bereits in der Einkommensrunde 2023 wurde \u00fcber eine Stadtstaatenzulage f\u00fcr Berlin, Bremen und Hamburg verhandelt. W\u00e4hrend Berlin die Hauptstadtzulage tariflich umsetzte, einigten sich die Tarifparteien f\u00fcr Bremen und Hamburg darauf, ab Juli 2025 \u00fcber eine Zulage f\u00fcr besonders b\u00fcrgernahe Dienste zu sprechen. Am 29. Oktober 2025 erzielten Gewerkschaften und die Freie und Hansestadt Hamburg dazu einen Kompromiss \u2013 doch nun stellt die Arbeitgeberseite diese Vereinbarung infrage.<\/p>\n<p>Anzeige:\u00a0 <a href=\"https:\/\/oeffentlicher-dienst-news.de\/kreditrechner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Kredite f\u00fcr Angestellte und Beamte im \u00f6ffentlichen Dienst \u2013 Kreditrechner nutzen<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Forderungen der Gewerkschaften f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst<\/p>\n<p>Ver.di fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Untere Entgeltgruppen sollen damit besonders profitieren. F\u00fcr Nachwuchskr\u00e4fte verlangen die Gewerkschaften 200 Euro mehr im Monat und eine verbindliche unbefristete \u00dcbernahme nach dem Abschluss der Ausbildung.\u00a0Auch studentische Besch\u00e4ftigte sollen k\u00fcnftig ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt erhalten. Dar\u00fcber hinaus setzen die Gewerkschaften auf eine Erh\u00f6hung s\u00e4mtlicher Zeitzuschl\u00e4ge um 20 Prozentpunkte. Die geplante Laufzeit des Tarifvertrags: zw\u00f6lf Monate.<\/p>\n<p>Arbeitgeber warnen vor \u201e\u00fcberzogenen Erwartungen\u201c<\/p>\n<p>Die TdL weist die Forderungen als nicht erf\u00fcllbar zur\u00fcck. Der hamburgische Finanzsenator Andreas Dressel sprach von \u201eastronomischen Forderungen\u201c, die weit \u00fcber dem l\u00e4gen, was die L\u00e4nder leisten k\u00f6nnten.\u00a0Insbesondere die Mindeststeigerung von 300 Euro w\u00fcrde \u2013 je nach Entgeltgruppe \u2013 zu Erh\u00f6hungen von mehr als zw\u00f6lf Prozent f\u00fchren. Die erwarteten Mehrkosten belaufen sich nach Arbeitgeberangaben auf mehrere Milliarden Euro j\u00e4hrlich. Die TdL mahnt daher, die Tarifrunde m\u00fcsse sich an wirtschaftlichen Realit\u00e4ten orientieren und d\u00fcrfe keine Erwartungen wecken, die am Ende entt\u00e4uscht w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Hohe Belastung im \u00f6ffentlichen Dienst und Personalmangel<\/p>\n<p>Die Tarifrunde findet in einem angespannten Umfeld statt. In vielen Bereichen des \u00f6ffentlichen Dienstes der L\u00e4nder fehlen Fachkr\u00e4fte, und der Personalmangel sorgt f\u00fcr steigende Arbeitsbelastung. Die Gewerkschaften verweisen darauf, dass attraktive Arbeitsbedingungen und sp\u00fcrbare Reallohnsteigerungen notwendig seien, um Personal zu halten und neue Besch\u00e4ftigte zu gewinnen. Auch politisch ist die Lage komplex: Die L\u00e4nder m\u00fcssen gleichzeitig investieren, Reformen stemmen und rechtliche Vorgaben zur Besoldung umsetzen.<\/p>\n<p>Harte Verhandlungsmonate voraus<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Verhandlungsrunden sind f\u00fcr Mitte Januar und Mitte Februar 2026 terminiert. Nach dem z\u00e4hen Auftakt erwarten beide Seiten schwierige Gespr\u00e4che. Gewerkschaften k\u00fcndigen an, ihre Forderungen mit Aktionen und Mobilisierung zu unterstreichen. Bereits in den kommenden Tagen haben die Gewerkschaften zu Warnstreiks aufgerufen. ver.di fordert die Besch\u00e4ftigten auf, sich an den Ma\u00dfnahmen zu beteiligen und <a href=\"https:\/\/mitgliedwerden.verdi.de\/?mtm_campaign=verdi-eintritt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mitglied zu werden<\/a>.<\/p>\n<p>Tarifverhandlungen: H\u00f6he, Laufzeit \u2013 keine Schlichtung<\/p>\n<p>Die Gewerkschaften haben mit den Forderungen von sieben Prozent bei einer Laufzeit des neuen TVL von 12 Monaten den Fokus gesetzt. Um das Verh\u00e4ltnis dieser beiden Komponenten wird am h\u00e4rtesten gerungen. Arbeitgeber setzen in der Regel auf eine lange Laufzeit. F\u00fcr Gewerkschaften ist ein kurzer Geltungszeitraum lukrativer. Die TV\u00f6D-Tarifverhandlungen zu Beginn dieses Jahres mussten durch ein Schlichtungsverfahren beigelegt werden, weil sich die Tarifparteien an dieser Stelle nicht einigen konnten. Diese M\u00f6glichkeit gibt es auf L\u00e4nderebene nicht, da keine Vereinbarung f\u00fcr eine Schlichtung vorliegt. Scheitert die letzte Verhandlungsrunde Mitte M\u00e4rz, droht ein unbefristeter Streik.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die erste Verhandlungsrunde f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten im \u00f6ffentlichen Dienst der L\u00e4nder endet wenig \u00fcberraschend ohne Ann\u00e4herung. 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