{"id":641210,"date":"2025-12-12T10:04:15","date_gmt":"2025-12-12T10:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/641210\/"},"modified":"2025-12-12T10:04:15","modified_gmt":"2025-12-12T10:04:15","slug":"christentum-als-freiwild-fuer-gratismut-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/641210\/","title":{"rendered":"Christentum als Freiwild f\u00fcr Gratismut \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Zur K\u00fcnstlerhaus-Ausstellung \u201eDu sollst dir ein Bild machen\u201c: Man spuckt Gl\u00e4ubigen ins Gesicht und verlangt Dankbarkeit.<\/p>\n<p>Manchmal ist die Chronologie entlarvender als jede Analyse. Vor einem Monat bedauerte Almuth Spiegler im Feuilleton noch die \u201emaximale Unaufgeregtheit\u201c rund um die Ausstellung \u201eDu sollst dir ein Bild machen\u201c im K\u00fcnstlerhaus. Durch die Massierung der Tabubr\u00fcche sei der Skandal ausgeblieben. Nun, da der herbeigesehnte Aufschrei erfolgt ist, wurde am 5.\u200912. in einem Kommentar die rhetorische Keule ausgepackt: Wer sich \u00fcber die Sch\u00e4ndung christlicher Symbole emp\u00f6rt, wird pauschal in die Ecke von \u201eextrem rechten Gruppen\u201c gestellt. Diese Argumentation ist nicht stimmig. Man kann nicht einerseits die fehlende Energie eines \u201eClashes mit der Gesellschaft\u201c beklagen und andererseits jene, die sich daran sto\u00dfen, als Hetzer diffamieren.<\/p>\n<p>Damit wir nicht nur theoretisch \u00fcber Kunstfreiheit philosophieren, muten wir dem Leser ein konkretes Bild in der Ausstellung zu: \u201eMary\u2019s Penis N\u00b03\u201c zeigt die Muttergottes als Transfrau mit einem nackten, erigierten Penis in der Hand Jesu. Die rote Linie mag bei jedem woanders verlaufen. <br \/>Bei mir ist sie hier erreicht.<\/p>\n<p>              Hinweis: <\/p>\n<p>Gastkommentare und Beitr\u00e4ge von externen Autorinnen und Autoren m\u00fcssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/meinung\/gastkommentar\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&gt;&gt;&gt; Mehr Gastkommentare<\/a><\/p>\n<p>Die Reaktion des K\u00fcnstlerhauses auf Kritik folgt einem bekannten Muster, das alle Eltern kennen: \u201eEs war ja nicht so gemeint.\u201c Die fehlende Verletzungsabsicht wird wie eine Monstranz vorangetragen. Doch im \u00f6ffentlichen Raum z\u00e4hlt Wirkung, nicht nur Intention. Wenn Kuratoren behaupten, dies sei eine \u201eliebevolle\u201c Ann\u00e4herung, ist das Gaslighting: Man spuckt Gl\u00e4ubigen ins Gesicht und verlangt Dankbarkeit f\u00fcr den \u201estimmigen Dialog\u201c. Das ist keine Kunstvermittlung, sondern \u00f6ffentliche Dem\u00fctigung. <\/p>\n<p>W\u00e4re eine vergleichbare Auseinandersetzung mit Mohammed denkbar? W\u00fcrde man Thora-Rollen in Latex h\u00fcllen? Nein! Aber das Christentum ist Freiwild f\u00fcr Gratismut. Man tritt nach jenen, die keine Fatwa aussprechen, sondern Leserbriefe schreiben. Das ist nicht avantgardistisch, das ist feige.<\/p>\n<p>Dabei geht es um weit mehr als um verletzte religi\u00f6se Gef\u00fchle. Es geht um das Fundament unserer Zivilisation. Der Historiker <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/tom-holland\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" avantgarde=\"\" sondern=\"\" feige:=\"\" christentum=\"\" als=\"\" freiwild=\"\" f=\"\" gratismut=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Tom Holland<\/a> schreibt, dass das Christentum die \u201ekulturelle DNA\u201c des Westens sei. Das Kreuz hat neu definiert, was es bedeutet, ein Held und somit ein Mensch zu sein. Es gab dem Schwachen unantastbare W\u00fcrde. Wenn wir es nun mit F\u00e4kalien assoziieren oder sexualisieren, greifen wir die Wurzel jener Humanit\u00e4t an, auf der selbst der s\u00e4kulare Liberalismus steht. Wie Holland ausf\u00fchrt, erkannte <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/nietzsche\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" avantgarde=\"\" sondern=\"\" feige:=\"\" christentum=\"\" als=\"\" freiwild=\"\" f=\"\" gratismut=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Nietzsche<\/a> hellsichtig: \u201eMenschenrechtserkl\u00e4rungen waren nur Strandgut, das die zur\u00fcckweichende Flut des Christentums zur\u00fcckgelassen hatte: nichts weiter als ausgebleichte, ausgetrocknete \u00dcberreste.\u201c<\/p>\n<p>Diese kulturelle Selbstvergessenheit ist nicht nur ein intellektuelles Problem, sie ist ein gesellschaftliches Risiko. In Wien haben \u00fcber 50 Prozent der Menschen Migrationshintergrund. Viele Christen flohen zu uns, weil ihnen das Kreuz heilig ist, oft als einziges Gep\u00e4ckst\u00fcck aus brennenden Kirchen in ihrer Heimat. Und wie wirkt das auf Muslime? Welchen Respekt soll ein Zuwanderer vor einer \u201eLeitkultur\u201c haben, die ihre heiligen Symbole in den Schmutz zieht? Wer seine Wurzeln verachtet, darf sich nicht wundern, wenn andere es ihm gleichtun.<\/p>\n<p>Es ist kein Eingriff in die Kunstfreiheit, wenn B\u00fcrger Kritik \u00fcben. Kunstfreiheit bedeutet, dass der Staat nicht zensiert, nicht, dass der B\u00fcrger applaudieren muss. Es ist Zeit, uns nicht l\u00e4nger von infantilen Provokationen einsch\u00fcchtern zu lassen. Wir m\u00fcssen das Heilige nicht aus Bigotterie verteidigen, sondern aus Selbstachtung.<\/p>\n<p>Jan Led\u00f3chowski leitet die Meldestelle <a href=\"https:\/\/www.christenschutz.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">www.christenschutz.at<\/a>.<\/p>\n<p>    Lesen Sie mehr zu diesen Themen:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zur K\u00fcnstlerhaus-Ausstellung \u201eDu sollst dir ein Bild machen\u201c: Man spuckt Gl\u00e4ubigen ins Gesicht und verlangt Dankbarkeit. 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