{"id":641630,"date":"2025-12-12T14:40:23","date_gmt":"2025-12-12T14:40:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/641630\/"},"modified":"2025-12-12T14:40:23","modified_gmt":"2025-12-12T14:40:23","slug":"kindermedizin-in-muenchen-neues-zentrum-fuer-chronische-erkrankungen-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/641630\/","title":{"rendered":"Kindermedizin in M\u00fcnchen: Neues Zentrum f\u00fcr chronische Erkrankungen &#8211; M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Einst war es ein Bankgeb\u00e4ude. Doch nach einer einj\u00e4hrigen Umbauphase ist daraus ein weiterer Standort f\u00fcr das integrierte Sozialp\u00e4diatrische Zentrum (iSPZ) Hauner Muc am LMU Klinikum geworden. Wo einst Kunden an Schaltern standen, k\u00fcmmern sich jetzt auf 800 Quadratmetern Teams aus \u00c4rzten, Psychologen, Therapeuten und Pflegefachkr\u00e4ften mit modernsten Versorgungsprogrammen um schwere chronische Erkrankungen bei Kindern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u00dcberall sieht man Tiere aus Afrika. Nash\u00f6rner, Giraffen, Antilopen, als Spielzeug, als Zeichnungen auf T\u00fcrschildern der Behandlungsr\u00e4ume, als helle Silhouetten auf den Gangw\u00e4nden oder in Bilderrahmen. Kinder, die im offenen Wartezimmer mit Nilpferd sitzen, wird die Zeit nicht lang. Denn in einem vom iSPZ extra gestalteten Leseheft f\u00fcr die Kinder warten auch die Tiere auf den Arzt: Die Antilope hat einen dicken Huf, das Nashorn einen Schnupfen und die Ohren des Nilpferds m\u00fcssen dringend gereinigt werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Krankheiten der Tiere im Leseheft sind harmlos. Bei den Kindern, die in das Zentrum am Goetheplatz kommen, ist das anders. Sie haben Epilepsie, schwere neuromuskul\u00e4re oder dermatologische Erkrankungen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/088f6478-4ae6-44f8-a828-226440743bbd.jpg\"   alt=\"Ob Nildpferd oder Krokodil\u00a0\u2013 Eltern und Kinder sollen sich in den neuen R\u00e4umen am Goetheplatz wohl und \u201ewertgesch\u00e4tzt\u201c f\u00fchlen, sagt der \u00c4rztliche Direktor des iSPZ, Florian Heinen.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Ob Nildpferd oder Krokodil\u00a0\u2013 Eltern und Kinder sollen sich in den neuen R\u00e4umen am Goetheplatz wohl und \u201ewertgesch\u00e4tzt\u201c f\u00fchlen, sagt der \u00c4rztliche Direktor des iSPZ, Florian Heinen. (Foto: Catherina Hess)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eDeswegen haben wir bei dem Umbau der R\u00e4ume darauf geachtet, dass es hier sch\u00f6n ist\u201c, sagt Florian Heinen. Vor allem auch die Eltern sollen hier \u201eWertsch\u00e4tzung\u201c erfahren, betont der \u00e4rztliche Direktor des iSPZ. \u201eDenn die Eltern kommen doch alle in Ausnahmesituationen hierher. In gro\u00dfer Sorge um ihre Kinder\u201c, sagt auch Konstanze Riedm\u00fcller, Vorsitzende des Landesverbandes Bayern f\u00fcr k\u00f6rper- und mehrfachbehinderte Menschen (LVKM). Der Verband ist Tr\u00e4ger des iSPZ.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Ida spielt mit ihren Eltern in einem der sch\u00f6nen R\u00e4ume (Architekturb\u00fcro Kandler und Mack).\u00a0Sieben Monate ist das kleine M\u00e4dchen alt. Sie turnt auf den Beinen ihrer Mama Franziska herum. Anzumerken ist dem M\u00e4dchen nichts. Dabei ging es kurz nach ihrer Geburt um Leben oder Tod. Denn das Neugeborenen-Screening, bei dem ein Tropfen Fersenblut auf angeborene Erkrankungen getestet wird, war bei Ida positiv. Eine Spinale Muskelatrophie\u00a0 (SMA) mit schwerer Verlaufsform wurde diagnostiziert.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das erste Babygl\u00fcck daheim.\u00a0 Ida ist sechs Tage alt. Doch dann bekommt der Vater den Anruf der \u00c4rzte.\u00a0 Als er beim Einkaufen ist, wie er erz\u00e4hlt. \u201eWie sage ich es nur meiner Frau, dass unsere Tochter eine schwere Erkrankung hat? Das war mein erster Gedanke\u201c, sagt Papa Christoph. Sp\u00e4ter weinen sie zu Hause gemeinsam.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">SMA hei\u00dft: Muskelschw\u00e4che und ein rasanter Muskelschwund. Ida h\u00e4tte nicht sitzen, nicht krabbeln k\u00f6nnen, erkl\u00e4rt Ober\u00e4rztin Astrid Blaschek. Eines Tages w\u00e4re bei Ida auch die Atemmuskulatur betroffen gewesen. Atemnot sei dann die Folge. \u201eOhne eine gentherapeutische Behandlung sterben die Kinder sehr fr\u00fch\u201c, sagt Blaschek.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Eine solche Behandlung hat Ida bekommen. Und zwar sehr schnell. \u201eDenn es z\u00e4hlt nach Diagnosestellung jeder Tag f\u00fcr die Weiterentwicklung des Kindes\u201c, sagt Florian Heinen. Dank des Neugeborenen-Screenings und der Gentherapie sei die Erkrankung \u201ebehandelbar\u201c. In nur einer Stunde l\u00e4uft eine Infusion durch Idas K\u00f6rper, die es erm\u00f6glicht, das bei dieser Erkrankung fehlende und so wichtige SMN-Protein zu ersetzen. Heute sieht es so aus, als ob Ida aktiv ihr Leben leben kann.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/6460d570-eea4-4291-8c16-8c0efcc41954.jpg\"   alt=\"Der 17-j\u00e4hrige Abhay hat\u00a0 seit seiner Geburt eine schwere Muskelerkrankung und sitzt im Rollstuhl. Ober\u00e4rztin Astrid Blaschek (rechts) betreut ihn seit vielen Jahren.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Der 17-j\u00e4hrige Abhay hat\u00a0 seit seiner Geburt eine schwere Muskelerkrankung und sitzt im Rollstuhl. Ober\u00e4rztin Astrid Blaschek (rechts) betreut ihn seit vielen Jahren. (Foto: Catherina Hess)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In einem anderen Behandlungszimmer sitzt der 17-j\u00e4hrige Abhay im Rollstuhl. Er hat seit seiner Geburt eine Muskeldystrophie und wei\u00df, dass seine Krankheit \u201emit den Jahren schlechter wird\u201c, sagt er. Im iSPZ wird er medizinisch und therapeutisch etwa mit Ergotherapien begleitet.\u00a0 Solange es geht, f\u00e4hrt er mit seinen Freunden mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln durch <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/M%C3%BCnchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">M\u00fcnchen<\/a>. \u201eMein Hobby\u201c, sagt er und lacht.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das iSPZ hat nun in der Innenstadt vier Standorte. Das \u201eHaus Haydn\u201c in der Haydnstra\u00dfe, das \u201eHaus Herzog\u201c in der Herzog-Heinrich-Stra\u00dfe und im Dr. von Haunerschen Kinderspital.\u00a0 Im erweiterten, neuen \u201eHaus Goethe\u201c am Goetheplatz sind in drei Stockwerken die Ambulanzen des Muskel- und Epilepsiezentrums und der Kinderdermatologie untergebracht. 55 000 Patientenkontakte gibt es laut Heinen j\u00e4hrlich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/48a3e988-9eb8-47d5-8d8f-d5665d47d533.jpg\"   alt=\"Testparcours: Auf den Boden des langen Gangs ist eine 25 Meter lange Laufstrecke aufgemalt. Hier wird getestet, wie viele Meter die kleinen Patienten in sechs Minuten laufen k\u00f6nnen.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Testparcours: Auf den Boden des langen Gangs ist eine 25 Meter lange Laufstrecke aufgemalt. Hier wird getestet, wie viele Meter die kleinen Patienten in sechs Minuten laufen k\u00f6nnen. (Foto: Catherina Hess)<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der lange Flur im Erdgeschoss ist gleichzeitig auch eine Laufstrecke. Sie ist auf den Boden aufgezeichnet. 25 Meter ist sie lang, rote Streifen markieren einen Meter. Hier wird getestet, wie viele Meter die Kinder in sechs Minuten zur\u00fccklegen k\u00f6nnen. Ein gesunder Mensch lege laut Astrid Blaschek in dieser Zeit 600 bis 700 Meter zur\u00fcck. Kranke Kinder schafften vielleicht\u00a0 50 bis 100. An diesem Test k\u00f6nne man ermessen, wie stark die Motorik der Kinder beeintr\u00e4chtigt sei, aber auch, wie die Therapien anschlagen.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Im Erdgeschoss hat Florian Heinen ein bisschen Afrika in die R\u00e4ume gebracht. Afrika, das er jedes Jahr bereist, wie er sagt. Im ersten Stock bei der Kinderdermatologie ist der hohe Norden und das Meer Thema. Hier watscheln Pinguine auf W\u00e4nden und ein symbolisierter Schiffsk\u00f6rper dient als Deckenbeleuchtung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u201eEine blaue Insel\u201c, \u00fcber die sich Hagen Ott sehr freut und die in dieser Form der Betreuung einmalig sei in Deutschland. Der Leiter der integrierten Kinderdermatologie behandelt etwa starke Neurodermitis und die seltene Schmetterlingskrankheit. Die Haut der Kinder ist so empfindlich, dass sogar der Fl\u00fcgelschlag eines Schmetterlings Schmerzen verursacht. 4000 Menschen leiden in Deutschland an dieser Erkrankung. Davon viele Kinder. Auch hier helfe laut Ott eine Genersatztherapie. \u201eEs hat sich also auch in der Dermatologie viel getan.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Einst war es ein Bankgeb\u00e4ude. 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