{"id":642833,"date":"2025-12-13T04:24:27","date_gmt":"2025-12-13T04:24:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/642833\/"},"modified":"2025-12-13T04:24:27","modified_gmt":"2025-12-13T04:24:27","slug":"schauspieler-rolf-becker-mit-90-jahren-in-hamburg-gestorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/642833\/","title":{"rendered":"Schauspieler Rolf Becker mit 90 Jahren in Hamburg gestorben"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspCAnd tspCAne\">Die Schauspielerei war seine Rettung: Am Ende des Zweiten Weltkriegs war die Kindheit von Rolf Becker mit zehn Jahren vorbei, sein Vater gefallen. Den Krieg hatte er auf dem Bauernhof seiner Gro\u00dfeltern in Holstein erlebt, nachts h\u00f6rten sie die Bomber, die Hamburg von Norden anflogen und die Stadt in ein Flammenmeer tauchten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">Das ist sein Alltag, als Rolf Becker mit neun Jahren erstmals auf der B\u00fchne steht. In dem St\u00fcck \u201eDe Wett\u201c (Die Wette) hat er seine erste Rolle, sp\u00e4ter spielt er mit Freunden \u201eDer dritte Mann\u201c in einer ausgebombten Wohnung nach.<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">\u201eDie Schauspielerei war f\u00fcr mich ein Ausweichen vor einer Wirklichkeit, mit der ich schwer zurande kam\u201c, sagte Becker. Nun ist der beliebte Schauspieler (\u201eIn aller Freundschaft\u201c) mit 90 Jahren in Hamburg gestorben. Der Wahlhamburger starb am Freitag im Kreise seiner Familie in einem Hamburger Hospiz, wie St.-Pauli-Pastor Sieghard Wilm der Deutschen Presse-Agentur best\u00e4tigte. Zuerst hatte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet.<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\"><strong>Das Theater wurde zum Zufluchtsort<\/strong><\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">Das Theater wurde f\u00fcr ihn eine Art Zufluchtsort. \u201eMit 16 Jahren stand f\u00fcr mich fest:\u00a0Du gehst zum Theater!\u201c, erinnerte sich Becker im dpa-Interview zu seinem 80. Geburtstag. Sein Studium an der Otto-Falckenberg-Schule in M\u00fcnchen finanziert sich der rebellische junge Mann als B\u00fchnentechniker.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">Mit kleinen Rollen an den M\u00fcnchner Kammerspielen beginnt Becker seine Theaterkarriere, nach Stationen in Darmstadt und Ulm wechselt er 1963 ans Theater Bremen. Hier inszeniert er auch, bis er 1969 fristlos entlassen wird. \u201eWir haben eine Operette auch schon mal unterbrochen, um gegen die Notstandsgesetze zu protestieren\u201c, erinnert er sich an die wilde Zeit der Studentenproteste.<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\"><strong>Rollen mit gesellschaftlicher Relevanz<\/strong><\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">Nach Engagements am Hamburger Schauspielhaus und am Thalia Theater avancierte Becker rasch zu einem der gefragtesten Theaterschauspieler und machte auch im Fernsehen und beim Film Karriere (\u201eTrenck\u201c-Serie, 1971, \u201eDie verlorene Ehre der Katharina Blum\u201c, 1976). Seine Rollen w\u00e4hlte er danach aus, ob sie gesellschaftliche Relevanz hatten. \u201eWo sind die Themen, die zeigen, was war, und so auch Aufmerksamkeit wecken f\u00fcr das, was kommen kann?\u201c, beschrieb der Hamburger mit der markanten Stimme und den strahlend blauen Augen hinter der randlosen Brille seine Auswahlkriterien.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">Dazu passte die Rolle des \u201eJedermann\u201c, die Becker von 1997 bis 2004 in der Hamburger Speicherstadt spielte. Einem Millionenpublikum bekannt wurde Becker zuletzt in der beliebten ARD-Arztserie \u201eIn aller Freundschaft\u201c, wo er seit 2006 neben Ursula Karusseit (1939-2019) den gutm\u00fctigen Rentner Otto Stein spielte.<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\"><strong>Talent an Ben und Meret Becker weitergegeben<\/strong><\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">Sein schauspielerisches Talent hat Becker an seine Kinder Ben und Meret Becker aus der Ehe mit der Schauspielerin Monika Hansen weitergegeben. Mit beiden stand er auch vor der Kamera. In dem Film \u201eEin Lied von Liebe und Tod &#8211; Gloomy Sunday\u201c (1998) spielte Ben einen jungen SS-Offizier, Becker den alten. Mit Meret drehte er den Kinofilm \u201eHeinrich der S\u00e4ger\u201c (2000), in dem er einen Bahnhofsvorsteher spielte, der gegen seinen Arbeitgeber rebelliert.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">Seit 1980 war Rolf Becker mit der Schauspielerin Sylvia Wempner verheiratet, mit der er zwei S\u00f6hne hat, sp\u00e4ter kam noch Adoptivsohn Anton dazu, der in dem ARD-Drama \u201eZappelphilipp\u201c begeisterte.<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">Seit Jahren engagierte sich Becker auch politisch und sozial &#8211; zusammen mit seiner Frau setzte er sich zum Beispiel f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge \u00fcberall in der Welt ein. \u201eIch bin ein Kind des Zweiten Weltkriegs\u201c, sagte er \u00fcber seine Beweggr\u00fcnde. Er habe mitbekommen, wie Menschen vor den Nazis fliehen mussten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCAnd\">In den 1970er Jahren unterst\u00fctzte der Gewerkschafter einen Radiosender in Nicaragua, in den 1990er Jahren demonstrierte er gegen die Nato-Angriffe in Ex-Jugoslawien, was ihm auch heftige Kritik einbrachte. Unerm\u00fcdlich war Becker auch im Einsatz gegen das Vergessen der NS-Vergangenheit. (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Schauspielerei war seine Rettung: Am Ende des Zweiten Weltkriegs war die Kindheit von Rolf Becker mit zehn&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":642834,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[155],"tags":[223,29,214,553,30,692,966,218,215,103983],"class_list":{"0":"post-642833","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unterhaltung","8":"tag-ard","9":"tag-deutschland","10":"tag-entertainment","11":"tag-familie","12":"tag-germany","13":"tag-hamburg","14":"tag-schule","15":"tag-tatort","16":"tag-unterhaltung","17":"tag-zweiter-weltkrieg-und-kriegsende"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115710359369001067","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/642833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=642833"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/642833\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/642834"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=642833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=642833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=642833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}