{"id":643744,"date":"2025-12-13T15:12:20","date_gmt":"2025-12-13T15:12:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/643744\/"},"modified":"2025-12-13T15:12:20","modified_gmt":"2025-12-13T15:12:20","slug":"interview-wie-russland-assad-den-stecker-zog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/643744\/","title":{"rendered":"Interview: Wie Russland Assad den Stecker zog"},"content":{"rendered":"<p>\n        13. Dezember 2025<\/p>\n<p>              Connor Echols<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/shutterstock_2555076895-3daeeab0fdf767ad.jpeg\"  width=\"2493\" height=\"1401\"  alt=\"Ein Mann winkt von einem Balkon\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Syriens langj\u00e4hriger Machthaber Baschar al-Assad im Jahr 2005<\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0John Wreford\/<a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/image-photo\/march-9th-2005-damascus-syria-syrian-2555076895?trackingId=7c05b98a-0cd1-4db7-b031-359e13c144ca\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Ein Jahr nach dem Sturz des syrischen Regimes erkl\u00e4rt Neil Partrick, wie eine 50-j\u00e4hrige Dynastie in wenigen Wochen zusammenbrach. Ein Gastbeitrag.<\/p>\n<p>Anfang November des vergangenen Jahres hatte das Assad-Regime noch viel, worauf es sich freuen konnte. Syriens Pr\u00e4sident Baschar al-Assad hatte gerade an einem panislamischen Gipfel in Saudi-Arabien teilgenommen \u2013 ein wichtiger Schritt auf seinem Weg zur\u00fcck in die internationale Gemeinschaft. Nach dem Treffen sagte der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan, der jahrelang versucht hatte, Assad zu st\u00fcrzen, gegen\u00fcber Reportern, er hoffe, sich bald mit dem syrischen Staatschef zu treffen und &#8222;die t\u00fcrkisch-syrischen Beziehungen wieder auf Kurs zu bringen&#8220;.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weniger als einen Monat sp\u00e4ter floh Assad in einem russischen Flugzeug aus dem Land, w\u00e4hrend von der T\u00fcrkei unterst\u00fctzte Oppositionskr\u00e4fte ihren finalen Vorsto\u00df auf Damaskus begannen. Die meisten Beobachter waren \u00fcberrumpelt.<\/p>\n<p>Der langj\u00e4hrige Nahost-Analyst Neil Partrick hingegen nicht. In seinem neuen Buch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.routledge.com\/State-Failure-in-the-Middle-East-Syria-Lebanon-Iraq-and-Yemen\/Partrick\/p\/book\/9781032494494\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">State Failure in the Middle East<\/a>&#8220; beschreibt er, dass das scheinbar erstarkte Assad-Regime zu diesem Zeitpunkt nur noch ein ausgeh\u00f6hlter Staatsapparat war, gest\u00fctzt von ausl\u00e4ndischen Unterst\u00fctzern. Als diese sich zur\u00fcckzogen, blieb Assad wenig anderes \u00fcbrig, als zu fliehen.<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des ersten Jahrestags des Sturzes Assads sprach Responsible Statecraft mit Partrick, um besser zu verstehen, wie eine 50-j\u00e4hrige Dynastie in wenigen Wochen kollabieren konnte. Das Gespr\u00e4ch wurde aus Gr\u00fcnden der L\u00e4nge und Klarheit bearbeitet.<\/p>\n<p>\u25b6 Was \u00fcbersahen so viele externe Beobachter hinsichtlich der Schw\u00e4che des Assad-Regimes vor dessen Zusammenbruch?<\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Neil Partrick\" height=\"406\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 250 \/ 406; object-fit: cover;\" width=\"250\"\/><\/p>\n<p>Neil Partrick<\/p>\n<p>            (Bild:\u00a0<a href=\"https:\/\/neilpartrick.com\/biography\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Autor<\/a>)<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\"><strong>Partrick<\/strong>: Die Art und Weise, wie das Regime \u00fcberlebte, war \u00e4u\u00dferst prek\u00e4r. Obwohl dies bekannt war, wurde nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt, wie br\u00fcchig sowohl das Regime als auch der Staat wirklich waren.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Dazu geh\u00f6rte, dass die verbliebenen staatlichen Streitkr\u00e4fte Syriens weitgehend als Familienbesitz gef\u00fchrt wurden \u2013 ebenso sehr auf kriminelle Aktivit\u00e4ten ausgerichtet wie auf die Verteidigung des Landes. Wahrscheinlich sogar eher auf Ersteres als auf Letzteres. Hinzu kam die zunehmende Abh\u00e4ngigkeit von halbstaatlichen Milizen, die ebenfalls in Kriminalit\u00e4t und Sicherheitsaufgaben verwickelt waren. Ebenso spielte die Abh\u00e4ngigkeit von benachbarten Milizen, vor allem der <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/thema\/Hisbollah\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Hisbollah<\/a> aus dem <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/thema\/Libanon\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Libanon<\/a>, sowie die Unterst\u00fctzung durch den <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/thema\/Iran\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Iran<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/thema\/Russland\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Russland<\/a> eine Rolle.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Ber\u00fccksichtigt man all dies und das fortbestehende t\u00fcrkische Interesse, ein alternatives Regime zu f\u00f6rdern, dann ergibt sich eine \u00e4u\u00dferst unsichere Situation: Baschar ist zwar im Amt, aber nicht wirklich an der Macht und abh\u00e4ngig von einem immer engeren Netzwerk an Verb\u00fcndeten. Im Nachhinein ist man immer kl\u00fcger. Ich selbst habe nicht vorhergesagt, dass es so schnell kollabieren w\u00fcrde. Aber \u00e4u\u00dferst br\u00fcchig war es schon vorher.<\/p>\n<p>Langsamer Staatszerfall<\/p>\n<p>\u25b6 K\u00f6nnen Sie mehr \u00fcber diese nichtstaatlichen Milizen sagen, die langsam die Rolle der Armee in Syrien \u00fcbernahmen?<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\"><strong>Partrick<\/strong>: Das war ein langer Prozess w\u00e4hrend der Jahre des B\u00fcrgerkriegs ab 2011, als das Regime am verwundbarsten war. Bereits existierende Milizen wurden neu formiert, darunter die sogenannten &#8222;Shabiha&#8220;. Das sind lokale Gruppen, die schon vor dem B\u00fcrgerkrieg stark mit kriminellen Aktivit\u00e4ten und Regimepatronage verbunden waren. Sie wurden dann zu Verteidigern lokaler Gebiete gegen die \u2013 wie manche sagen w\u00fcrden \u2013 urspr\u00fcnglich wirklich demokratischen Oppositionskr\u00e4fte, die 2011 entstanden, aber sp\u00e4ter von st\u00e4rker militanten, islamistischen Dschihadisten aus dem Ausland vereinnahmt wurden.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">In vieler Hinsicht war die nationale Integrit\u00e4t des Staates schon viele Jahre vor dem faktischen Kollaps ausgelagert \u2013 in Form dieser halbstaatlichen, teils unabh\u00e4ngigen Sicherheitsnetzwerke, die in Kriminalit\u00e4t und lokale Milizaktivit\u00e4ten involviert waren. Einige von ihnen waren mit ausl\u00e4ndischen Akteuren verbunden, sei es dem Iran oder anderen. Wie mir jedoch gesagt wurde \u2013 und dieses Zitat nutze ich im Buch \u2013 waren es die lokalen Leute, die ihre Gegend am verl\u00e4sslichsten verteidigen konnten. Der nationale Esprit de Corps war also schon sehr schwach, bevor der Staat zusammenbrach.<\/p>\n<p>Heikles Gleichgewicht<\/p>\n<p>\u25b6 Sie erw\u00e4hnten, dass Syrien von verschiedenen ausl\u00e4ndischen Einfl\u00fcssen durchzogen war. Ein Punkt, der im Buch heraussticht, ist die Aussage des ehemaligen syrischen Botschafters, Assad habe w\u00e4hrend des Gaza-Krieges versucht zu taktieren und m\u00f6glicherweise sogar die iranische Pr\u00e4senz in Syrien zu reduzieren. K\u00f6nnen Sie das erl\u00e4utern?<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\"><strong>Partrick<\/strong>: Es gab Elemente der traditionellen Assad-Politik, die sein Vater weit geschickter beherrschte, n\u00e4mlich das Balancieren zwischen internen Kr\u00e4ften und widerspr\u00fcchlichen externen Akteuren. Doch Baschar, der Sohn, war weniger geschickt und weniger staatsm\u00e4nnisch. Er nutzte sehr unterschiedliche und widerspr\u00fcchliche Akteure, um sein Regime zu st\u00fctzen \u2013 vor allem russische und iranische Kr\u00e4fte, die kooperierten, aber unterschiedliche Agenden hatten.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">F\u00fcr den Iran ging es um nationales \u00dcberleben und regionale Einflussnahme. F\u00fcr Russland war es eine komplizierte Mischung verschiedener Gr\u00fcnde, aber weniger existenziell. Und dann war da noch die <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/thema\/T%C3%BCrkei\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">T\u00fcrkei<\/a>, die weiterhin Teile Nordsyriens besetzte und teilweise mit Russland bei Grenzfragen zusammenarbeitete, w\u00e4hrend der Iran seinen Einfluss auf ein viel breiteres Gebiet ausdehnte \u2013 durch eigene Kr\u00e4fte sowie durch die libanesische Hisbollah und schiitische Gruppen aus der Region.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Es war ein \u00e4u\u00dferst heikles Gleichgewicht. Nach dem Ausbruch des regionalen Krieges im Oktober 2023 hofften die Hisbollah und der Iran, dass Syrien Teil dieses Konflikts werden w\u00fcrde. Einige Teile seines Territoriums waren davon betroffen, doch die syrische F\u00fchrung wollte sich nicht hineinziehen lassen und sah darin eine Gelegenheit, den USA \u00fcber die Golfstaaten Signale zu senden \u2013 nach dem Motto: &#8222;Ich verhalte mich verantwortungsvoll. Ich versuche, mein Land aus diesem sich ausweitenden regionalen Krieg herauszuhalten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Es war der heikle Versuch, das familiengef\u00fchrte Regime zu erhalten \u2013 und er scheiterte. Assad glaubte, er k\u00f6nne all diese Elemente gleichzeitig bedienen, denn er glaubte, sie br\u00e4uchten ihn. Gleichzeitig versuchte er, mit dem Iran im Reinen zu bleiben, w\u00e4hrend er Druck auf die iranische Pr\u00e4senz aus\u00fcbte, um den Westen zu beschwichtigen oder anzulocken \u2013 eine nahezu unm\u00f6gliche Balance. Und letztlich wurde sie ihm zum Verh\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>\u25b6 Sie erw\u00e4hnten, dass auch <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/thema\/Israel\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Israel<\/a> eine Rolle spielte. K\u00f6nnen Sie das ausf\u00fchren?<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\"><strong>Partrick<\/strong>: Im Verlauf des B\u00fcrgerkriegs seit 2011 gab es Anzeichen daf\u00fcr, dass sich Israel von seiner bisherigen stillschweigenden Akzeptanz des Assad-Regimes als Stabilit\u00e4tsfaktor entfernte und stattdessen einsch\u00e4tzte, dass das Regime schw\u00e4cher wurde und man nach Alternativen im Land suchen sollte. Als die Br\u00fcchigkeit in einen m\u00f6glichen Kollaps umzuschlagen begann, passte Israel seine Position an.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Israel f\u00fchrte bereits zuvor regelm\u00e4\u00dfig Angriffe in Syrien durch, prim\u00e4r jedoch gegen iranisch verbundene Ziele. Im Vorfeld der Ereignisse von November 2024 waren sie auch eher bereit, syrische Ziele direkt zu treffen. Ich glaube nicht, dass Israel das Regime st\u00fcrzen wollte, aber es intensivierte seine Milit\u00e4rschl\u00e4ge \u2013 auch gegen syrische Einrichtungen. Nat\u00fcrlich zog die Hisbollah daraufhin ihre Kr\u00e4fte in den Libanon zur\u00fcck, der selbst unter israelischem Beschuss stand.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Israel war einer der Akteure, die eine entscheidende Rolle spielten. Ob jedoch jemand dachte, der Sturz des Regimes k\u00f6nne so leicht gelingen, oder ob Israel tats\u00e4chlich entschlossen war, ihn herbeizuf\u00fchren, vermag ich nicht zu beurteilen.<\/p>\n<p>Putin zu Assad: &#8222;So wird das nicht funktionieren&#8220;<\/p>\n<p>\u25b6 Ein weiterer einflussreicher ausl\u00e4ndischer Akteur war Russland. Sie schreiben, dass die Invasion Russlands in die Ukraine und der folgende Krieg zum Sturz des Assad-Regimes beitrugen. K\u00f6nnen Sie das erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\"><strong>Partrick<\/strong>: Russland war entscheidend \u2013 vor allem durch seine Luftwaffe, die verheerende Angriffe gegen syrische Oppositionskr\u00e4fte flog. Der Einsatz ausl\u00e4ndischer Luftmacht baut zwar keinen stabilen Staat auf, kann einen Anf\u00fchrer aber eine Zeit lang im Amt halten. Das war \u00fcberlebenswichtig f\u00fcr Assads Regime.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Doch dann wurde es zum Problem: Russlands F\u00e4higkeit, eine Schl\u00fcsselrolle in Syrien aufrechtzuerhalten, schwand, da seine Verpflichtungen in der Ukraine mit der eskalierenden Besatzung zunahmen. Moskau reduzierte seine Pr\u00e4senz im S\u00fcden und teilweise im restlichen Land. Diese Reduktion trug zur zunehmenden Instabilit\u00e4t bei. Letztlich waren weder Russland noch der Iran bereit, ihre verbleibenden milit\u00e4rischen Kapazit\u00e4ten wirklich einzusetzen.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Mehrere Quellen berichteten mir, dass die russische F\u00fchrung \u2013 insbesondere Putin \u2013 zu Assad sagte: &#8222;So wird das nicht funktionieren.&#8220; Russland spielte schlie\u00dflich eine wichtige Rolle bei seiner Flucht und der mehrerer anderer Regierungsmitglieder.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Assad, der seine Macht wahnhaft fast mit Syrien selbst gleichsetzte, war nicht einmal bereit, die Macht mit wichtigen Familienmitgliedern \u2013 insbesondere seinem Bruder \u2013 zu teilen. Auch das war ein entscheidender Faktor. Letztlich entschieden sowohl der Iran als auch Russland, dass es diesen Aufwand nicht mehr wert war. Und in diesem Kontext sahen die T\u00fcrken eine g\u00fcnstige Gelegenheit.<\/p>\n<p>\u25b6 Ein Jahr nach Assads Sturz: In welchem Ma\u00df ist es Pr\u00e4sident Ahmad al-Sharaa gelungen, staatliche Kapazit\u00e4t wiederherzustellen und die Schw\u00e4chen des alten Regimes zu \u00fcberwinden?<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\"><strong>Partrick<\/strong>: Wir haben jetzt eine Situation mit gr\u00f6\u00dferer staatlicher Kapazit\u00e4t als beim Zusammenbruch, denn in vieler Hinsicht brach auch der Staat selbst zusammen. Die letzten Reste nationaler Integrit\u00e4t und Kapazit\u00e4t waren ohnehin extrem schwach und l\u00f6sten sich vollst\u00e4ndig auf.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">Heute gibt es einen Pr\u00e4sidenten und Reste der alten Streitkr\u00e4fte, die ihm loyal gegen\u00fcberstehen. Das schafft ein Mindestma\u00df an staatlicher Handlungsf\u00e4higkeit. In vielerlei Hinsicht wurde jedoch das Milizsystem, das Bashar nutzte, im heutigen Syrien reproduziert \u2013 nur mit anderen Personen an der Spitze. Die staatlichen Kr\u00e4fte sind nicht vollst\u00e4ndig funktionsf\u00e4hig. Stattdessen gibt es eine Vielzahl m\u00e4chtiger halbstaatlicher Milizen, die dem Staat nur locker verpflichtet sind.<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">In diesem Umfeld operiert Pr\u00e4sident al-Sharaa. Er verf\u00fcgt noch nicht \u00fcber das sprichw\u00f6rtliche Gewaltmonopol in klarer, integrierter Form. Er ist ein schwacher Anf\u00fchrer und abh\u00e4ngig von einer losen Koalition aus Milizen und Resten der alten Streitkr\u00e4fte, um die Grenzen so gut es geht zu sichern.<\/p>\n<p><strong>Connor Echols<\/strong> ist Reporter f\u00fcr Responsible Statecraft und war zuvor Managing Editor des NonZero-Newsletters.<\/p>\n<p><strong>Neil Partrick<\/strong> ist ein unabh\u00e4ngiger Nahost-Analyst, Berater und Autor mit Doktor in Internationalen Beziehungen (London School of Economics and Political Science). Seit Ende der 1990er Jahre arbeitete er u.a. f\u00fcr das Royal United Services Institute, die Economist Intelligence Unit und als Dozent in den VAE und Gro\u00dfbritannien. Seit 2009 ist er freiberuflich t\u00e4tig und ver\u00f6ffentlicht Analysen, B\u00fccher und Artikel zu Politik, Sicherheit und Staatlichkeit im Mittleren Osten.<\/p>\n<p>Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft auf <a href=\"https:\/\/responsiblestatecraft.org\/assad-regime-collapse\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Englisch<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"13. Dezember 2025 Connor Echols Syriens langj\u00e4hriger Machthaber Baschar al-Assad im Jahr 2005 (Bild:\u00a0John Wreford\/Shutterstock.com) Ein Jahr nach&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":643745,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,24027,1403,13,411,151464,14,5796,15,16,4043,4044,850,307,12,58,143],"class_list":{"0":"post-643744","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-baschar-al-assad","11":"tag-geopolitik","12":"tag-headlines","13":"tag-israel","14":"tag-mittlerer-osten","15":"tag-nachrichten","16":"tag-naher-osten","17":"tag-news","18":"tag-politik","19":"tag-russia","20":"tag-russian-federation","21":"tag-russische-foederation","22":"tag-russland","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-syrien","25":"tag-tuerkei"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115712907487892729","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=643744"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/643744\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/643745"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=643744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=643744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=643744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}