{"id":644340,"date":"2025-12-13T23:13:22","date_gmt":"2025-12-13T23:13:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/644340\/"},"modified":"2025-12-13T23:13:22","modified_gmt":"2025-12-13T23:13:22","slug":"attacken-von-apt28-und-co-was-die-bundesregierung-russland-vorwirft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/644340\/","title":{"rendered":"Attacken von APT28 und Co.: Was die Bundesregierung Russland vorwirft"},"content":{"rendered":"<ol class=\"a-toc__list\">\n<li class=\"a-toc__item&#10;          &#10;            a-toc__item--counter&#10;          &#10;            a-toc__item--current\">\n<p>              Attacken von APT28 und Co.: Was die Bundesregierung Russland vorwirft<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Annalena Baerbock und der Gigolo, Friedrich Merz und das Eisb\u00e4renbaby, Stimmzettel und die AfD: Die Bundesregierung wirft Russland Falschinformationen im Bundestagswahlkampf und eine massive Cyberattacke vor. Die \u201egezielte Informationsmanipulation\u201c reihe sich in eine Serie von Aktivit\u00e4ten ein, die das Ziel h\u00e4tten, das Vertrauen in demokratische Institutionen und Prozesse in Deutschland zu untergraben, teilte das Ausw\u00e4rtige Amt in Berlin am Freitag mit. Der russische Botschafter sei daher <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Grosser-Cyberangriff-Bundesregierung-bestellt-Russlands-Botschafter-ein-11113565.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ins Ministerium einbestellt worden<\/a>. Wie bereits berichtet, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Problembaer-Dressur-Der-Russe-war-es-reicht-nicht-11114387.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dauerte die Zuordnung der Angriffe mehrere Monate<\/a>.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Nach \u00dcberzeugung der Bundesregierung gehen die hybriden Angriffe auf das Konto des russischen Milit\u00e4rgeheimdienstes GRU. So k\u00f6nne <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Cyberangriff-auf-Deutsche-Flugsicherung-steckt-APT28-dahinter-9853967.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein Cyberangriff gegen die Deutsche Flugsicherung<\/a> (DFS) im August 2024 klar der russischen Hackergruppe \u201eFancy Bear\u201c zugeordnet werden, erkl\u00e4rte ein Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amts: \u201eUnsere nachrichtendienstlichen Erkenntnisse belegen, dass der russische Milit\u00e4rgeheimdienst GRU die Verantwortung f\u00fcr diesen Angriff tr\u00e4gt.\u201c Die Gruppe wird auch als \u201eAPT28\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Die DFS hatte nach dem Angriff auf Nachfrage mitgeteilt: \u201eUnsere B\u00fcrokommunikation wurde gehackt, wir befinden uns derzeit in den Abwehrma\u00dfnahmen.\u201c Man versuche, die Auswirkungen auf ein Minimum zu begrenzen. Der Flugverkehr sei nicht betroffen und laufe normal weiter.<\/p>\n<p>Aufwendig gemachte Desinformation<\/p>\n<p>Zum anderen k\u00f6nne man nun verbindlich sagen, dass Russland mit der Kampagne \u201eStorm 1516\u201c versucht habe, \u201esowohl die letzte Bundestagswahl als auch fortlaufend die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik Deutschland zu beeinflussen und zu destabilisieren\u201c, sagte der Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amts. Er verwies auf belastbare Informationen deutscher Sicherheitsbeh\u00f6rden, dass dahinter Organisationen st\u00fcnden, die vom GRU unterst\u00fctzt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Verleumderische Kampagnen gegen Habeck und Merz<\/p>\n<p>Die Kampagne \u201eStorm 1516\u201c l\u00e4uft seit 2024. Sie zielt vor allem auf die Beeinflussung von Wahlen in westlichen L\u00e4ndern ab. In einer Gemeinschaftsaktion hatten der deutsche Auslandsgeheimdienst Bundesnachrichtendienst (BND) und das f\u00fcr Spionageabwehr im Innern zust\u00e4ndige Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz zwischen Juli 2024 und Juli 2025 zehn Ver\u00f6ffentlichungen in Sozialen Medien wie X oder Telegram untersucht.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Im Fokus standen vor der Bundestagswahl unter anderem der Gr\u00fcnen-Spitzenkandidat Robert Habeck und der damalige Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU). Um sie in Misskredit zu bringen, wurden unter anderem falsche Zeugenaussagen produziert und ins Netz gestellt sowie Websites mit erfundenen Inhalten aufgesetzt.<\/p>\n<p>Zwei Tage vor der vorgezogenen Wahl vom 23. Februar 2025 hatte die Bundesregierung mitgeteilt, die deutschen Sicherheitsbeh\u00f6rden h\u00e4tten Hinweise, dass Fake-Videos \u00fcber angebliche Manipulationen bei Stimmzetteln Teil einer russischen Desinformationskampagne seien.<\/p>\n<p>Die Vorg\u00e4nge im Einzelnen:<\/p>\n<ul class=\"rte__list rte__list--unordered\">\n<li>In einem Video vom 29. Juli 2024 wird der damaligen Au\u00dfenministerin Baerbock (Gr\u00fcne) vorgeworfen, auf einer Afrikareise eine Aff\u00e4re mit einem afrikanischen Gigolo gehabt zu haben.<\/li>\n<li>Dem damaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Gr\u00fcne) wird in einem Video vom 5. Dezember 2024 sexueller Missbrauch unterstellt<\/li>\n<li>Ein angeblicher Islamist posiert in einem Video vom 22. Januar 2025 und behauptet, er habe einen Menschen enthauptet.<\/li>\n<li>Habeck wird in einem Video vom 30. Januar 2025 unter anderem vorgeworfen, gestohlene Kunst zu verkaufen.<\/li>\n<li>Dem CDU-Vorsitzenden und damaligen Unions-Kanzlerkandidaten Merz wird am 3. Februar 2025 und damit wenige Wochen vor der Bundestagswahl am 23. Februar unterstellt, er sei psychisch instabil und vor einigen Jahren in die Psychiatrie eingewiesen worden.<\/li>\n<li>In einem Video vom 17. Februar 2025 wird behauptet, dass die AfD in Leipzig auf Stimmzetteln zur Briefwahl nicht aufgef\u00fchrt worden sei.<\/li>\n<li>In einem Video vom 20. Februar 2025 wird behauptet, in Hamburg seien Briefwahlunterlagen vernichtet worden, in denen die AfD angekreuzt worden sei.<\/li>\n<li>Auf einer vermeintlich offiziellen Webseite wird am 6. Mai 2025 ein angebliches Programm der neuen Bundesregierung angek\u00fcndigt, mit dem Einwanderung gezielt gef\u00f6rdert werden solle.<\/li>\n<li>In einem Video vom 27. Mai 2025 wird Kanzler Merz vorgeworfen, er habe sich bei einer vermeintlichen Lieferung deutscher Taurus-Marschflugk\u00f6rper pers\u00f6nlich bereichert<\/li>\n<li>In einem Video vom 4. Juli 2025 wird der Kanzler beschuldigt, er habe w\u00e4hrend eines Jagdausfluges in Kanada Eisb\u00e4rbabys get\u00f6tet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>BND-Pr\u00e4sident Martin J\u00e4ger erkl\u00e4rte, Moskau wolle europ\u00e4ische Demokratien destabilisieren und Gesellschaften spalten und einsch\u00fcchtern. \u201eWir m\u00fcssen unsere Gegner konfrontieren, wo immer dies n\u00f6tig ist\u201c, f\u00fcgte er hinzu. BfV-Pr\u00e4sident Sinan Selen sagte, die Kampagne \u201eStorm 1516\u201c zeige sehr konkret, wie die demokratische Ordnung angegriffen werde. Das \u201eDesinformations-\u00d6kosystem\u201c umfasse prorussische Influencer mit hoher Reichweite, Verschw\u00f6rungsideologen und rechtsextremistische Milieus, die \u00fcber ihre Kan\u00e4le russische Falschinformationen verbreiteten.<\/p>\n<p>Hybride Angriffe haben zugenommen. Die Bundesregierung beobachtet nach eigenen Angaben seit geraumer Zeit eine Zunahme hybrider Bedrohungen durch Russland. Unter hybrider Kriegsf\u00fchrung wird eine Kombination aus milit\u00e4rischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln verstanden, mit der auch die \u00f6ffentliche Meinung beeinflusst werden kann, auch staatlich gelenkte Cyberattacken z\u00e4hlen dazu.<\/p>\n<p>Das Ausw\u00e4rtige Amt teilte mit, die Bundesregierung werde in enger Abstimmung mit europ\u00e4ischen Partnern eine Reihe von Gegenma\u00dfnahmen ergreifen, um Russland \u201eeinen Preis f\u00fcr sein hybrides Agieren aufzuzeigen\u201c. Auf europ\u00e4ischer Ebene unterst\u00fctze man zudem neue Sanktionen gegen einzelne Akteure. Dazu z\u00e4hlten etwa Einreisesperren f\u00fcr bestimmte Personen und das Einfrieren von Verm\u00f6genswerten.<\/p>\n<p>Es sei gut, dass die Sicherheitsbeh\u00f6rden nun die Spuren nach Russland glasklar aufgedeckt h\u00e4tten, sagte die Gr\u00fcnen-Vorsitzende Franziska Brantner. Es reiche aber nicht aus, den Botschafter einzubestellen. Die Bundesregierung m\u00fcsse in Zukunft \u201eviel konsequenter gegen Kampagnen vorgehen, die im Auftrag Russlands L\u00fcgen verbreiten, um unsere Gesellschaft zu spalten\u201c. Ein weiterer notwendiger Schritt w\u00e4re es, die eingefrorenen russischen Verm\u00f6genswerte f\u00fcr die Ukraine nutzbar zu machen, damit diese ihre Verteidigungsf\u00e4higkeit st\u00e4rken k\u00f6nne.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nico.ernst@gmail.com\" title=\"Nico Ernst\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">nie<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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