{"id":644684,"date":"2025-12-14T03:07:21","date_gmt":"2025-12-14T03:07:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/644684\/"},"modified":"2025-12-14T03:07:21","modified_gmt":"2025-12-14T03:07:21","slug":"erfolgsmodell-aus-giesing-sucht-laden-in-schwabing-ein-genossenschaftlicher-supermarkt-als-alternative-zu-rewe-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/644684\/","title":{"rendered":"Erfolgsmodell aus Giesing sucht Laden in Schwabing \u2013 ein genossenschaftlicher Supermarkt als Alternative zu Rewe &#038; Co."},"content":{"rendered":"<p>Die steigenden Lebensmittelpreise n\u00fctzen vor allem dem Handel, w\u00e4hrend die Hersteller immer st\u00e4rker unter Druck geraten, so ein Fazit des am 21. November 2025 vorgelegte Gutachten der <a href=\"https:\/\/www.monopolkommission.de\/de\/gutachten\/sondergutachten\/sondergutachten-auf-eigene-initiative\/484-84-sondergutachten-wettbewerb-in-der-lebensmittellieferkette.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Monopolkommission<\/a> des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Fusionen der letzten Jahre haben dazu gef\u00fchrt, dass<strong> rund 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels von vier gro\u00dfen Unternehmensgruppen kontrolliert <\/strong>werden: Edeka, Rewe, Schwarz (Lidl) und Aldi<strong>.<\/strong> Bei immer mehr Produkten treten sie in direkte Konkurrenz mit der Landwirtschaft.<\/p>\n<p><strong>Umso interessanter sind Alternativen, die zeigen, dass es anders geht:<\/strong> Schon vor vier Jahren hat sich die Initiative <a href=\"https:\/\/foodhub-muenchen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">FoodHub M\u00fcnchen<\/a> entschlossen, die Zusammenarbeit zwischen Handel und Erzeugerbetrieben neu zu denken. Und es hat funktioniert.<\/p>\n<p>Nach dem erfolgreichen bayerischen <a href=\"https:\/\/volksbegehren-artenvielfalt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Volksbegehren \u201eArtenvielfalt &amp; Natursch\u00f6nheit in Bayern\u201c<\/a>, besser bekannt unter dem Slogan <strong>\u201eRettet die Bienen\u201c<\/strong>, hatten sich einige der Initiatoren gefragt, wie sie in ihrer Konsumentenrolle nachhaltige Landwirtschaft weiter unterst\u00fctzen k\u00f6nnten. Kristin Mansmann, Mit-Initiatorin von FoodHub:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\n\u201eBei Gespr\u00e4chen mit landwirtschaftlichen Betrieben wurde schnell klar: Viele Probleme beginnen beim Handel, denn der diktiert Bedingungen, die Nachhaltigkeit und Fairness konterkarieren.\u201c\n<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Genau hier setzte der erste genossenschaftliche Mitmach-Biosupermarkt, der <a href=\"https:\/\/foodhub-muenchen.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FoodHub M\u00fcnchen<\/a> im Stadtteil Giesing ein.<\/strong> Nach den Vorbildern der seit 1973 erfolgreichen Kooperative <a href=\"https:\/\/www.foodcoop.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Park Slope Food Coop<\/a> in Brooklyn New York und <a href=\"https:\/\/cooplalouve.fr\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">La Louve<\/a> in Paris \u2013 Er\u00f6ffnung Herbst 2916 \u2013 betreibt die \u201eFoodHub M\u00fcnchen Market e.G.\u201c seit Juli 2021 auf rund 700 Quadratmetern einen Vollsortiment-Supermarkt. \u00dcberwiegend Bio mit viel Direktbezug von Bauern und Lebensmittel-Handwerkern aus der Region und weiteren fairen Produkten.<\/p>\n<p>Wie ihre Vorbilder verkehrt die Genossenschaft mit ihren vielen klein- und mittelst\u00e4ndischen Lieferbetrieben auf Augenh\u00f6he. Der FoodHub-Aufschlag auf den Einkaufspreis zur Deckung der eigenen Kosten betr\u00e4gt einheitlich 30 Prozent beziehungsweise 35 Prozent bei verderblichen Waren. <strong>Die Erzeuger bekommen verl\u00e4sslich die Preise, die sie brauchen, um ihre Betriebe rentabel zu f\u00fchren und weiterzuentwickeln. <\/strong>Noch einmal Kristin Mansmann:<\/p>\n<p>\n\t\t\t\u00a0\u201eImmer wieder spiegeln uns kleine und mittelst\u00e4ndische Betriebe, wie wichtig unsere Handelsbeziehung f\u00fcr ihr \u00dcberleben ist beziehungsweise daf\u00fcr, dass sie ihre Qualit\u00e4tsstandards halten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Das funktioniert finanziell auch f\u00fcr die Supermarkt-Genossenschaft. Die Mitgliederzahl ist auf gut 2.500 gewachsen und die Kredittilgung l\u00e4uft nach Plan.<\/p>\n<p>Blick in den Giesinger Supermarkt, hinten rechts der gro\u00dfe Unverpacktbereich f\u00fcr Lebensmittel. Foto: Copyright FoodHub<\/p>\n<p>\n\t\t\t<strong>Solidarit\u00e4t als entscheidende Motivation f\u00fcr die Mitglieder<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Erfolg hat vor allem eine Quelle, und das sind die Mitglieder.<\/strong> Nur sie k\u00f6nnen im Supermarkt einkaufen. Wer mitmachen will, zahlt in der Regel die einmalige Genossenschaftseinlage von 180 Euro und \u2013 das ist entscheidend \u2013 arbeitet alle vier Wochen drei Stunden mit. Dieser Einsatz senkt die Kosten deutlich und erm\u00f6glicht Preise, die trotz hoher Qualit\u00e4t bei vielen Produkten klar unter dem Niveau anderer Biosuperm\u00e4rkte liegen.<\/p>\n<p><strong>Attraktive Preise sind f\u00fcr die aktiven Mitglieder ein willkommener Nebeneffekt.<\/strong> Das Mitmachen und damit verbundene Eintauchen in die Welt der Lebensmittelbranche einschlie\u00dflich interessanter Kontakte zu Gleichgesinnten wird als Bereicherung erlebt. Als gr\u00f6\u00dfte Motivation nennen die meisten aber den Wunsch eine umweltfreundliche, vielf\u00e4ltige und faire Lebensmittelproduktion solidarisch zu unterst\u00fctzen: Handel ohne die fatalen Folgen der Gewinnmaximierung, wie sie die Monopolkommission erneut aufgezeigt hat.<\/p>\n<p>\n\t\t\t<strong>Das Ziel f\u00fcr 2026: Ein FoodHub f\u00fcr Schwabing<\/strong><\/p>\n<p>Es begann auf einer Mitglieder-Gro\u00dfgruppenveranstaltung Ende 2024, auf der alle Teilnehmenden aufgefordert waren, ihre Wunschvorstellungen zu artikulieren. <strong>\u201eN\u00e4her an meinem Wohnviertel\u201c lautete eine der Ideen aus der Schwabinger Ecke.<\/strong><\/p>\n<p>Und der Samen geht auf. Wenn heute Mitglieder einer rund 20-k\u00f6pfigen Gruppe aus M\u00fcnchen-Schwabing dort gut gelaunt ihre Flyer verteilen und verk\u00fcnden<strong> \u201eWir bauen uns unseren eigenen Biosupermarkt. Mach mit!\u201c <\/strong>steht in vielen Gesichtern erst mal ein gro\u00dfes Fragezeichen. Ein Supermarkt zum Mitmachen? Initiiert von Menschen wie Du und Ich? Das kann doch weder erfolgreich noch sinnvoll sein \u2026?<\/p>\n<p>Doch dann erfahren sie mehr \u00fcber das Konzept und den erfolgreichen FoodHub in Giesing und sp\u00e4testens, wenn sie diesen bei einer Ladenf\u00fchrung mit Probeeinkauf selbst erlebt haben, unterschreiben viele die Beteiligungserkl\u00e4rung noch vor Ort. Im Dezember konnte das Schwabing-Team ihr 300stes Mitglied begr\u00fc\u00dfen, rund 800 Interessierte lassen sich \u00fcber den Newsletter auf dem aktuellen Stand zum <a href=\"https:\/\/foodhub-muenchen.de\/schwabing\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Schwabing-Projekt<\/a> halten.<\/p>\n<p>\n\t\t\t<strong>Die spannende Frage nach dem k\u00fcnftigen Standort<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201cHabt Ihr schon einen Laden f\u00fcr den neuen Mitmach-Supermarkt? Wo wird er sein?\u201d <\/strong>Das ist definitiv die mit weitem Abstand h\u00e4ufigste und spannendste Frage zum geplanten Mitmachsupermarkt in Schwabing und der h\u00e4ufigste Grund, warum viele Interessierte noch in Warteposition sind. Eine konkrete Antwort gibt es bisher noch nicht und da bei\u00dft sich die bekannte Katze in den eigenen Schwanz: Die potenziellen Mitglieder warten auf den Standort und ein Standort kann erst verbindlich angemietet werden, wenn ausreichend Mitglieder dabei sind.<\/p>\n<p><strong>Mit \u00fcber 300 Mitgliedern f\u00fcr Schwabing ist jetzt der Meilenstein erreicht, der den Startschuss zur verst\u00e4rkten systematischen Ladensuche gab.<\/strong><\/p>\n<p>Einfach wird die Suche sicherlich nicht werden, aber die Schwabinger Initiative hat auch einen Vorteil, und zwar die vielen Interessierten, die so einen nachhaltigen Mitmach-Supermarkt in Schwabing begr\u00fc\u00dfen w\u00fcrden. <strong>Alle k\u00f6nnen bei der Ladensuche mitmachen!<\/strong> Informationen zu den Anforderungen, Kriterien und dem in Frage kommenden Gebiet gibt es auf der FoodHub-Unterseite <a href=\"https:\/\/newslettertogo.com\/dcl5wudf-c47f2342-z08aj46r-189l\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><strong>Standortsuche<\/strong><\/a>.\u00a0Dort kann man auf einer Karte die bisher \u00fcberpr\u00fcften und aktuell vorgeschlagenen Standorte sehen und findet den Link zum Anschreiben der Standortgruppe, die mit professioneller Expertise die Vorschl\u00e4ge pr\u00fcft. Weitere Aktionen sind geplant, Interessierte werden \u00fcber den Newsletter informiert.<\/p>\n<p>\n\t\t\t<strong>Jetzt schon FoodHub-Produkte auch in Schwabing: Online-Shop und Einkaufsgemeinschaft machen\u00b4s m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zu den Ideen, die man sich in Schwabing von <a href=\"https:\/\/www.mucbook.de\/essen-aus-erster-hand-beim-foodhub-muenchen-bekommt-ihr-eure-lebensmittel-bald-direkt-vom-erzeuger\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Giesing abgeschaut hat<\/a>, geh\u00f6rt der Vorabeinstieg in den genossenschaftlichen Verkauf \u00fcber Online-Shop und Einkaufsgemeinschaft.<\/strong> P\u00fcnktlich zum geplanten Termin am 10. Oktober 2025 ging es los: \u00dcber den Shop k\u00f6nnen interessierte Mitglieder seitdem aus einem kleinen, vielf\u00e4ltigen FoodHub-Sortiment bestellen. An der Arbeit im Hintergrund \u2013 Webshop pflegen, Kisten packen, nach Schwabing transportieren, Ausgabe betreuen \u2013 beteiligen sich auch Schwabing-Interessierte, die bisher noch nicht aktiv waren.<\/p>\n<p><strong>Die Warenausgabe am Freitag sp\u00e4t nachmittags im Caf\u00e9 Metta in der Barerstra\u00dfe f\u00fchlt sich manchmal an wie eine kleine Spontanparty zum Kennenlernen.<\/strong> F\u00fcr Friedrun Kehnel, Mitglied in der AG \u201eEinkaufsgemeinschaft\u201c, ist diese nicht zuletzt ein sinnvoller Schritt auf dem Weg zum sp\u00e4teren Supermarkt:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\n\u201eSo lernen immer mehr Schwabinger Mitglieder, die nicht auch schon in Giesing aktiv sind, die Foodhub-Mitmachkultur kennen. Und vor allem ist es sch\u00f6n, dass es immerhin einen Teil des Foodhub-Sortiments auch in Schwabing gibt.\u201c\n<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Weitere Informationen gibt es auf der <a href=\"https:\/\/foodhub-muenchen.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Website des Foodhub<\/a> mit einer speziellen Unterseite f\u00fcr das <a href=\"https:\/\/foodhub-muenchen.de\/schwabing\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Schwabing-Projekt<\/a>. Zum tieferen Einstieg bieten sich die vielf\u00e4ltigen und hilfreichen <a href=\"https:\/\/foodhub-muenchen.de\/about\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Medienver\u00f6ffentlichungen<\/a> an und nicht zuletzt die regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Website angebotenen Ladenf\u00fchrungen mit Probeeinkauf unter dem Motto \u201eden Foodhub hautnah erleben\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die steigenden Lebensmittelpreise n\u00fctzen vor allem dem Handel, w\u00e4hrend die Hersteller immer st\u00e4rker unter Druck geraten, so ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":644685,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,21609,29,151605,1553,30,6787,1268,149628,6050,10517],"class_list":{"0":"post-644684","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-bio","10":"tag-deutschland","11":"tag-foodhub","12":"tag-genossenschaft","13":"tag-germany","14":"tag-giesing","15":"tag-muenchen","16":"tag-regionale-lebensmittel","17":"tag-schwabing","18":"tag-solidaritaet"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115715718779222853","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/644684","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=644684"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/644684\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/644685"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=644684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=644684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=644684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}