{"id":644927,"date":"2025-12-14T05:54:28","date_gmt":"2025-12-14T05:54:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/644927\/"},"modified":"2025-12-14T05:54:28","modified_gmt":"2025-12-14T05:54:28","slug":"bis-januar-wird-das-blaue-wunder-verhuellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/644927\/","title":{"rendered":"Bis Januar wird das Blaue Wunder verh\u00fcllt"},"content":{"rendered":"<p>Unterm Loschwitzer Pylon des Blauen Wunders in Dresden bietet sich seit Anfang dieses Monats ein neues Bild. Neben und \u00fcber der Fahrbahn ist eine stabile Schutzkonstruktion errichtet worden, sodass Kraftfahrer wie durch einen kleinen Tunnel fahren. Bis November war das H\u00e4ngeger\u00fcst unter dem Loschwitzer Br\u00fcckenteil weitgehend fertiggestellt worden. Die \u201eH\u00e4nger\u00fcstung\u201c, wie dieses Ger\u00fcst in der Fachsprache hei\u00dft, \u201eist Zuwegung und Arbeitsebene f\u00fcr die Korrosionsschutzarbeiten an der Bauwerksunterseite\u201c, erkl\u00e4rt das Stra\u00dfen- und Tiefbauamt \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Ger\u00fcstbauer haben jetzt n\u00e4chtliche Sperrpausen w\u00e4hrend der beiden letzten Novemberwochenenden genutzt, um mit der Montage der Ger\u00fcste und der speziellen tunnelartigen Schutzkonstruktion f\u00fcr den Verkehr oberhalb der Fahrbahn zu beginnen. Seitdem arbeiten die Ger\u00fcstbauer weiter, wachsen die Ger\u00fcste zusehends.\u00a0<\/p>\n<p>Eigentlich sollten diese Ger\u00fcste bereits im Oktober aufgebaut werden. Doch das musste verschoben werden, da zuvor wichtige tragende Stahlbauteile ausgetauscht werden. \u201eEs handelte sich um Bauteile der Konstruktion, welche durch Fahrzeuganprall verformt waren\u201c, erl\u00e4utert das Stra\u00dfenbauamt. \u201eHierzu geh\u00f6rten insgesamt drei statisch relevante, sogenannte H\u00e4nger. Das sind vertikale Streben, die die Lasten aus der Fahrbahn in die Br\u00fccke \u00fcberleiten.\u201c&#13;\n<\/p>\n<p>Mittelteil strahlt schon fast drei Jahre in frischem Blau\u00a0<\/p>\n<p>Die Sanierung des 132 Jahre alten Blauen Wunders ist dringend n\u00f6tig. Schlie\u00dflich befindet sich das Dresdner Wahrzeichen zum Gro\u00dfteil noch in einem desolaten Zustand. Krasse Gegens\u00e4tze pr\u00e4gen dort das Bild. W\u00e4hrend am Mittelteil frische blaue Farbe hell in der Sommersonne strahlt, ist der Rost am Loschwitzer und Blasewitzer Br\u00fcckenteil deutlich sichtbar. Bei der j\u00fcngsten Hauptpr\u00fcfung im vergangenen Jahr war die Br\u00fccke mit der Zustandsnote 3,0 bewertet worden, was f\u00fcr \u201enicht ausreichend\u201c steht. Das ist die zweitschlechteste Zustandsnote auf der bis 4 reichenden Skala.&#13;\n<\/p>\n<p>Insgesamt muss am Blauen Wunder eine Gesamtfl\u00e4che von rund 40.000 Quadratmetern mit frischer Farbe gestrichen werden. Im ersten Bauabschnitt war das Mittelteil des 280 Meter langen Dresdner Wahrzeichens saniert worden. Dabei erhielten zwischen Februar 2022 und M\u00e4rz 2023 bereits 5.000 Quadratmeter einen frischen Rostschutz. &#13;\n<\/p>\n<p>Eigentlich sollten die Arbeiten im Juni 2023 fortgesetzt werden. Doch das hatte ein juristischer Streit um die Auftragsvergabe verhindert. Nach einem Beschluss der 1. Vergabekammer des Freistaats vom 15. November 2023 hob die Stadt im Januar 2024 das gesamte Vergabeverfahren auf und schrieb den Auftrag sp\u00e4ter neu aus.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/3-blaues-wunder-dji-20250710133653-0078-d-3_TEXT.jpg\"\/><\/p>\n<p>Rost ist an vielen Stellen von Dresdens ber\u00fchmter Br\u00fccke sichtbar. Auch deshalb hat das Blaue Wunder beim Br\u00fccken-T\u00dcV eine schlechte Note bekommen. Foto: Peter Hilbert<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der Auftrag zum neuen Korrosionsschutz und den Stahlbau war im April dieses Jahrs an die Leonhard Weiss GmbH &amp; Co. KG vergeben worden. Sie geh\u00f6rt mit 7700 Besch\u00e4ftigten und 32 deutschen Standorten zu den gr\u00f6\u00dften Bauunternehmen in Europa. Bis Ende 2029 muss die Firma die Loschwitzer Br\u00fcckenseite des Blauen Wunders sanieren. Dazu geh\u00f6rt jedoch nicht nur der Korrosionsschutz, sondern auch die stahlbaum\u00e4\u00dfige Instandsetzung dieser Bauwerksh\u00e4lfte und einiger weiterer statisch notwendiger Bauteile am Gesamttragwerk. Parallel dazu kann ab 2026 mit der Instandsetzung des Blasewitzer Br\u00fcckenteils begonnen werden, der 2030 saniert sein soll.<\/p>\n<p>M\u00f6glich wurde das, da aus dem vom Stadtrat beschlossenen Br\u00fcckenfonds rund 3,6 Millionen Euro daf\u00fcr eingesetzt werden k\u00f6nnen. Das Gesamtvorhaben soll knapp 38 Millionen Euro kosten. Rund 17,5 Millionen Euro davon sind f\u00fcr den Loschwitzer Teil vorgesehen. Die H\u00e4lfte der Baukosten erh\u00e4lt die Stadt aus dem F\u00f6rdertopf f\u00fcr kommunalen Stra\u00dfenbau vom Freistaat. &#13;\n<\/p>\n<p>Ger\u00fcste verschwinden unter Planen&#13;<\/p>\n<p>Baustatiker haben genau berechnet, wie die Stahlkonstruktion w\u00e4hrend der Sanierung bei laufendem Verkehr belastet werden kann. \u201eDie Bauwerksh\u00e4lfte soll in sieben Unterabschnitte unterteilt werden, welche sukzessive nacheinander \u2013 jeweils zwei Abschnitte parallel \u2013 abgearbeitet&#13;<br \/>\n\u00a0werden\u201c, hatte das Stra\u00dfenbauamt das Vorgehen erl\u00e4utert. Zum Schutz der Umwelt verschwinden die Ger\u00fcste wie bereits beim Mittelteil unter den zweilagigen wei\u00dfen Planen. Je h\u00f6her sie emporragen, beispielsweise am Pylon, umso schmaler werden sie. Schlie\u00dflich soll das statische System nicht \u00fcberlastet werden.\u00a0<\/p>\n<p>Ab Januar wird alte Farbe abgestrahlt&#13;<\/p>\n<p>Das denkmalgesch\u00fctzte Bauwerk erh\u00e4lt wieder den blauen Farbton wie zur \u00dcbergabe 1893. Bei Untersuchungen unterm Mikroskop waren sechs bis sieben Schichten gefunden worden, darunter auch die urspr\u00fcngliche Farbe von 1893. Ihren letzten Anstrich hatte die Br\u00fccke zu Wendezeiten erhalten. &#13;\n<\/p>\n<p>Zum Auftakt wird die alte Farbe abgestrahlt. \u201eWir rechnen derzeit damit, dass die Strahlarbeiten ab der dritten Januarwoche beginnen k\u00f6nnen\u201c, k\u00fcndigt das Stra\u00dfenbauamt an. \u201eKurz davor wird der Abschnitt vollst\u00e4ndig einger\u00fcstet und verh\u00fcllt sein.\u201c Wenn das Wetter mitspielt, soll vier bis sechs Wochen sp\u00e4ter mit den Anstricharbeiten begonnen werden.&#13;\n<\/p>\n<p>Aufgebracht werden m\u00fcssen insgesamt vier Farbschichten. Bei jeder davon wird ein Teil per Hand gestrichen. \u201eKanten und Nietk\u00f6pfe sind immer h\u00e4ndisch zu bearbeiten, bevor mit einem speziellen Airless-Verfahren die restliche Beschichtung mittels Strahlpistole aufgebracht wird\u201c, erl\u00e4utert das Fachamt. Beim Airless-Spritzen wird die Farbe ohne Luft durch einen hohen Druck zerst\u00e4ubt. &#13;\n<\/p>\n<p>In sehr d\u00fcnnen Bauteilspalten werde eine besondere Flutd\u00fcse verwendet, die die Farbe auf den Stahl aufspritzt. Falls n\u00f6tig, werden in der kalten Jahreszeit auch Hei\u00dfl\u00fcfter eingesetzt, um die Anstrich- und Spritzarbeiten fortsetzen zu k\u00f6nnen. &#13;\n<\/p>\n<p>\u201eVorgesehen sind auch eine Vielzahl von kleineren Reparaturen\u201c, erkl\u00e4rt das Stra\u00dfenbauamt. Als Beispiele f\u00fchrt es den Tausch von Nietverbindungen oder das Entfernen von Rostsch\u00e4den an Blechkanten an. \u201eDes Weiteren muss die Konstruktion intensiv untersucht werden, um weitere, durch die Altbeschichtung \u00fcberdeckte Sch\u00e4digungen nach dem Strahlen finden und bewerten zu k\u00f6nnen.\u201c&#13;\n<\/p>\n<p>Nach neuem Anstrich folgen weitere Arbeiten&#13;<\/p>\n<p>Hat die Loschwitzer Br\u00fccke mit der frischen Farbe einen ordentlichen Korrosionsschutz, sind weitere Millionen n\u00f6tig. So sind Instandsetzungen an den beiden Ankerkammern, den Pfeilern sowie Lagern und an der Fahrbahn n\u00f6tig. Insgesamt wird mit Kosten von bis zu 130 Millionen gerechnet, die sich bei den derzeitigen Preissteigerungen aber noch erh\u00f6hen k\u00f6nnen.&#13;\n<\/p>\n<p>Text: Peter Hilbert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Unterm Loschwitzer Pylon des Blauen Wunders in Dresden bietet sich seit Anfang dieses Monats ein neues Bild. 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