{"id":644975,"date":"2025-12-14T06:25:57","date_gmt":"2025-12-14T06:25:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/644975\/"},"modified":"2025-12-14T06:25:57","modified_gmt":"2025-12-14T06:25:57","slug":"ukraine-beratungen-am-sonntag-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/644975\/","title":{"rendered":"Ukraine-Beratungen am Sonntag in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Am Montag wird in Berlin auch der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj erwartet. Der deutsche Regierungssprecher Stefan Kornelius hatte am Freitag mitgeteilt, dass Kanzler Friedrich Merz Selenskyj zun\u00e4chst zu deutsch-ukrainischen Wirtschaftsgespr\u00e4chen empfangen werde. <\/p>\n<p>Danach schlie\u00dft sich auf Einladung von Merz ein Treffen europ\u00e4ischer Regierungschefs mit Selenskyj im Kanzleramt an, an dem auch Vertreter von EU und NATO teilnehmen. Ob Vertreter der USA an den Beratungen am Montagabend im Kanzleramt teilnehmen werden, war am Samstag noch offen.<\/p>\n<p>Wer genau von ukrainische Seite an den Beratungen am Sonntag in Berlin teilnimmt, war zun\u00e4chst unklar. Zuletzt hatten Witkoff und der Schwiegersohn von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, Jared Kushner, in Florida mehrere Tage lang mit den Ukrainern gesprochen. Von Kiewer Seite f\u00fchrten damals Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Generalstabschef Andrij Hnatow die Verhandlungen. Vorher hatten Witkoff und Kushner in Moskau stundenlang mit Kremlchef Wladimir Putin gesprochen. <\/p>\n<p>Ein hochrangiger US-Beamter hatte der dpa in Washington gesagt, Witkoff werde sich in Berlin mit Selenskyj und europ\u00e4ischen Vertretern treffen. Der Vertreter der US-Regierung machte weder n\u00e4here Angaben zum genauen Zeitpunkt von Witkoffs Gespr\u00e4chen noch zu Formaten und Teilnehmern. <\/p>\n<p>Die US-Regierung hatte auf Betreiben von Pr\u00e4sident Donald Trump im November einen Friedensplan vorgelegt, \u00fcber den seitdem in verschiedenen Runden verhandelt wurde. Trump macht Druck auf die Ukraine, einem Friedensabkommen zuzustimmen. Er sieht das von westlicher Unterst\u00fctzung abh\u00e4ngige Land milit\u00e4risch im Nachteil gegen\u00fcber dem Angreifer Russland. Trump hatte eine Zusage vonseiten der USA f\u00fcr ein Treffen in Europa zuletzt offen gelassen und sie daran gekn\u00fcpft, dass es aus seiner Sicht gute Chancen f\u00fcr Fortschritte geben m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Putin h\u00e4lt unterdessen weitgehend an seinen Maximalforderungen etwa nach Gebietsabtretungen der Ukrainer fest und zeigt ohne ein Entgegenkommen Selenskyjs keine Bereitschaft zu konkreten Verhandlungen mit dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>Die Ukraine und ihre europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten kn\u00fcpften m\u00f6gliche Gespr\u00e4che \u00fcber ukrainische Gebietsabtretungen unterdessen an Sicherheitsgarantien der USA. Die Europ\u00e4er erwarteten von Washington eine Art Beistandsgarantie, \u00e4hnlich wie Artikel 5 des B\u00fcndnisvertrages, mit dem sich die NATO-L\u00e4nder im Angriffsfall Unterst\u00fctzung zusichern, hie\u00df es aus dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidentenpalast. &#8222;Es braucht volle Transparenz \u00fcber die Sicherheitsgarantien der Europ\u00e4er und der Amerikaner, bevor es zu irgendwelchen Anpassungen bei strittigen Gebietsfragen kommt&#8220;, erkl\u00e4rte der Elys\u00e9e-Palast weiter.<\/p>\n<p>Auch die NATO-Botschafterin der Ukraine, Aljona Hetmanschuk, pochte darauf, dass ihrem Land rechtsverbindliche Sicherheitsgarantien gegen einen erneuten russischen Angriff zugesagt werden. Dies sei &#8222;Voraussetzung f\u00fcr den Abschluss des Abkommens&#8220;, sagte Hetmanschuk.<\/p>\n<p>Solche Garantien m\u00fcssten der Beistandsklausel in Artikel 5 des NATO-Vertrags nahe kommen. Zudem m\u00fcssten sie in einem &#8222;rechtsverbindlichen&#8220; Dokument enthalten sein, sagte Hetmanschuk. Dies k\u00f6nne etwa ein Vertrag mit den USA und &#8222;m\u00f6glicherweise mit einer Reihe europ\u00e4ischer Staaten&#8220; sein.<\/p>\n<p>Aus Verhandlungskreisen hie\u00df es am Freitag \u00fcberdies, dass dem Friedensplan-Entwurf zufolge ein EU-Beitritt der Ukraine bereits ab J\u00e4nner 2027 vorgesehen ist. &#8222;Das ist festgelegt, aber es ist Verhandlungssache, und die Amerikaner sind daf\u00fcr&#8220;, sagte ein hochrangiger Vertreter der Unterh\u00e4ndler. In Br\u00fcssel wird ein rascher EU-Beitritt jedoch f\u00fcr unwahrscheinlich gehalten. &#8222;2027, das ist morgen&#8220;, sagte ein EU-Vertreter.<\/p>\n<p>Der EU-Beitrittsprozess ist in der Regel sehr langwierig. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos h\u00e4lt einen Beitritt der Ukraine fr\u00fchestens 2030 f\u00fcr m\u00f6glich. &#8222;Als wenn die Amerikaner f\u00fcr uns entscheiden w\u00fcrden!&#8220;, sagte ein europ\u00e4ischer Diplomat. &#8222;Das ist Quatsch: Es braucht einen Willen zur Erweiterung und den gibt es nicht.&#8220;<\/p>\n<p>Der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan wollte unterdessen nach einem Treffen mit Kremlchef Putin mit Trump \u00fcber einen Friedensplan f\u00fcr die Ukraine sprechen. &#8222;Der Frieden ist nicht mehr fern&#8220;, sagte Erdogan zu Journalisten auf seinem R\u00fcckflug aus Turkmenistan, wo er sich am Freitag mit Putin getroffen hat. Sein B\u00fcro ver\u00f6ffentlichte die Kommentare am Samstag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am Montag wird in Berlin auch der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj erwartet. 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