{"id":645018,"date":"2025-12-14T06:53:31","date_gmt":"2025-12-14T06:53:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/645018\/"},"modified":"2025-12-14T06:53:31","modified_gmt":"2025-12-14T06:53:31","slug":"mainz-adventskalender-tuerchen-14-orpheus-und-der-panther-im-fussboden-mosaikfunde-in-mainz-belegen-reichtum-von-mogontiacum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/645018\/","title":{"rendered":"Mainz&#038;-Adventskalender, T\u00fcrchen 14: Orpheus und der Panther im Fu\u00dfboden &#8211; Mosaikfunde in Mainz belegen Reichtum von Mogontiacum"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal reicht es in Mainz schon, einen Keller zu kehren, um auf Spuren des r\u00f6mischen Erbes zu sto\u00dfen \u2013 und was f\u00fcr welche: Einen Panther und einen L\u00f6wen zum Beispiel, oder gar eine ganze Orpheusszene, gearbeitet in feinsten Mosaiksteinen. Lange galt Mainz als \u201eMosaik-arme\u201c Stadt der Antike, was vermutlich den Ruf begr\u00fcndete, hier gab es ein Legionslager und sonst wenig. Was f\u00fcr ein Trugschluss: Das antike Mogontiacum war eine reiche Stadt, voller Luxus und mit Villen, deren Ausstattung es an nichts mangelte, was die r\u00f6mische Zivilisation hergab. Unser Mainz&amp;-Adventskalender-T\u00fcrchen Nummer 14.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-57910\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ausstellung-Steinerne-Teppiche-Landesmuseum-kleiner-300x225.jpg\" alt=\"Die Ausstellung &quot;Steinerne Teppiche&quot; mit dem Prachtst\u00fcck Orpheus-Mosaik zeigt erstmals die Pracht der r\u00f6mischen Mosaikkunst in Mainz. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"285\"  \/>Die Ausstellung \u201eSteinerne Teppiche\u201c mit dem Prachtst\u00fcck Orpheus-Mosaik zeigt erstmals die Pracht der r\u00f6mischen Mosaikkunst in Mainz. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Es war im Jahr 1921, als die Besitzer des Hauses in der Badergasse 1 ihren Keller mal so richtig gr\u00fcndlich auskehrten \u2013 und dabei einen Sensationsfund machten: Ein fein gearbeitetes Fu\u00dfbodenmosaik aus der R\u00f6merzeit. Der Fund wurde nur \u00fcbertroffen von einer weiteren Entdeckung, 74 Jahre sp\u00e4ter, und neun Hausnummern entfernt: Ein wundersch\u00f6n gearbeiteter Mosaikfu\u00dfboden mit Ornamenten Tiergestalten \u2013 und einer Orpheusfigur in der Mitte.<\/p>\n<p>Knapp sechs mal sechs Meter gro\u00df war der Schmuckfu\u00dfboden , gefertigt wurde er aus mehr als 320.000 Einzelst\u00fccken \u2013 es d\u00fcrfte eines der gr\u00f6\u00dften und pr\u00e4chtigsten Mosaike der R\u00f6merzeit sein, die je in Deutschland gefunden wurden. F\u00fcnf Jahre lang wurde das Schmuckst\u00fcck aufw\u00e4ndig restauriert, 2001 bekamen die Mainzer es erstmals zu sehen \u2013 dann verschwand das Orpheus-Mosaik erst auf Reisen und schlie\u00dflich in den Mainzer Archiven.<\/p>\n<p>&#8211; Werbung &#8211; <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/werben-auf-mainzund\/\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Banner-Tulpen-Text-neu-1068.jpg\" alt=\"Werben auf Mainz&amp;\" width=\"468\" height=\"60\"\/><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Mainz galt lange als Mosaik-lose Stadt \u2013 ein Irrtum<\/p>\n<p>Im Juli 2022 pr\u00e4sentierte die Initiative R\u00f6misches Mainz (IRM) unter ihrem damaligen Vorsitzenden Christian Vahl <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/was-wird-aus-dem-orpheus-mosaik-initiative-roemisches-mainz-moechte-antikes-fundstueck-dauerhaft-zeigen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anl\u00e4sslich der \u201eR\u00f6mertage\u201c erstmals nach 20 Jahren das beeindruckende Mosaik wieder der \u00d6ffentlichkeit<\/a>, in einem leer stehenden Ladenlokal im Erdgeschoss der R\u00f6merpassage. Und die \u00d6ffentlichkeit staunte nicht schlecht, auf welch prachtvollem Fu\u00dfboden einst die Bewohner des antiken Mogontiacum lebten und wohnten. Tats\u00e4chlich dachte man lange, die antike Stadt zu F\u00fc\u00dfen des Legionslagers in Mainz sei keineswegs eine so pr\u00e4chtige Metropole wie das antike Trier oder K\u00f6ln gewesen \u2013 doch das war ein Trugschluss.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-57911\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Karte-roemische-Mosaikfunde-in-Mainz-frontal-kleiner-300x203.jpg\" alt=\"Karte der Fundorte von antiken Mosaikfragmenten in Mainz. - Karte: Landesmuseum, Foto: gik\" width=\"380\" height=\"257\"  \/>Karte der Fundorte von antiken Mosaikfragmenten in Mainz. \u2013 Karte: Landesmuseum, Foto: gik<\/p>\n<p>\u201eDas Orpheus-Mosaik ist ein herausragendes Exemplar, aber was wir lange nicht wussten: Es ist eben nicht das Einzige\u201c, sagt Birgit Heide, Direktorin des Mainzer Landesmuseums. Mainz sei keineswegs eine \u201eMosaik-los\u201c oder auch nur Mosaik-arme Stadt gewesen: \u201eMainz spielt in den oberen Liegen, man muss sich gar nicht hinter Trier oder K\u00f6ln verstecken\u201c, betont Heide.<\/p>\n<p>Doch im Gegensatz zu den anderen R\u00f6merst\u00e4dten blieb in Mainz eben nicht so viel erhalten, ganze zehn Fundorte von Mosaikfu\u00dfb\u00f6den z\u00e4hlen die Arch\u00e4ologen bisher \u2013 die \u00dcberreste von sieben sind seit Oktober 2024 in der Ausstellung \u201eSteinerne Teppiche\u201c im Mainzer Landesmuseum zu sehen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Prachtvolle Villa eines Stadtoberen an der Badergasse<\/p>\n<p>Und die Fragmente dort belegen nun h\u00f6chst eindrucksvoll, was f\u00fcr eine reiche und repr\u00e4sentative Stadt das antike Mogontiacum war. So geh\u00f6rte das Orpheusmosaik einst zu derselben gro\u00dfen R\u00f6mervilla wie das Mosaik aus der Badergasse 1 \u2013 es muss also eine stattliche Villa gewesen sein, die sich damals in der Badergasse erhob. Der Komplex enthielt nat\u00fcrlich auch eine Fu\u00dfbodenheizung und wurde mehrfach umgebaut. \u201eWir glauben, dass der Bauherr eine herausragende Pers\u00f6nlichkeit im antiken Mogontiacum war\u201c, sagt Jens Dolata, stellvertretender Leiter der Arch\u00e4ologie in Mainz.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-57912\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ausstellung-Steinerne-Teppiche-Mosaik-mit-Panther-kleiner-300x225.jpg\" alt=\"\u00dcberreste des Panther-Mosaiks aus dem antiken Mogontiacum. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"285\"  \/>\u00dcberreste des Panther-Mosaiks aus dem antiken Mogontiacum. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Ein Politiker war er vermutlich, vielleicht einer der beiden B\u00fcrgermeister, sicher aber ein Mitglied des Rats der Stadt. Die Darstellung des Orpheus mit seiner Harfe, der mit seinem Gesang der antiken Sage nach seine Frau Eurydike aus dem Hades befreite, war ein h\u00f6chst beliebtes Motiv im antiken R\u00f6mischen reich, die Ausfertigung des Mainzer Mosaiks allerdings von herausragend guter Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Sch\u00f6ner ist da nur noch ein bereits 1869 in der Welschnonnengasse entdecktes Mosaik. das einen Panther und einen L\u00f6wen zeigte, umringt von gr\u00fcnen Bl\u00e4tter und einer wei\u00dfen Marmorlandschaft. Erhalten sind heute nur noch Teile des Panthers, doch die feine Arbeit brachte die Forscher ins Staunen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Glaswerkstatt im Bleichenviertel, blaue Mosaiksteine in der Neustadt<\/p>\n<p>Zumal die Mosaiksteine beileibe nicht importiert, sondern in Mainz gefertigt worden waren: Im Bleichenviertel fanden die Arch\u00e4ologen eine Werkstatt von Massent\u00f6pferwaren, doch der Inhaber hatte noch eine andere Leidenschaft: Bunte Mosaiksteine und Schutt aus einer Glasschmelzwanne belegen: Hier wurden einst bunte Steine aus Glas gefertigt, wohl genau f\u00fcr solche Mosaik-Arbeiten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-57913\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ausstellung-Steinerne-Teppiche-Bunte-Glasscherben-und-Mosaiksteine-kleiner-300x225.jpg\" alt=\"Buntes Glas und Reste von Mosaikfu\u00dfb\u00f6den: Das antike Mainz war eine Stadt des Luxus. - Foto: gik\" width=\"380\" height=\"285\"  \/>Buntes Glas und Reste von Mosaikfu\u00dfb\u00f6den: Das antike Mainz war eine Stadt des Luxus. \u2013 Foto: gik<\/p>\n<p>Auch bei Grabungen an der Kommissbrotb\u00e4ckerei wurden Steinchen aus blauem Glas gefunden, Mosaikreste gab es auch am Gutenbergplatz und in der Stadthausstra\u00dfe, in der Kleinen Langgasse und in der Schillerstra\u00dfe und auch in der Gaustra\u00dfe, am Hang zum K\u00e4strich. Quer durch die Stadt ziehen sich die Funde bis hin zu Dimmesser Ort, jenem Rheinuferbereich in der Neustadt, wo heute der neue Zollhafen steht.<\/p>\n<p>Gerade vom 1. bis ins 3. Jahrhundert nach Christus hinein bl\u00fchten Leben und Luxus in Mainz \u2013 bewundern k\u00f6nnt Ihr die Pracht heute im Mainzer Landesmuseum. Und was unter den prachtvollen Mosaikb\u00f6den lag \u2013 das erz\u00e4hlen wir Euch morgen.<\/p>\n<p><strong>Info&amp; auf Mainz&amp;:<\/strong> Eigentlich konzentrieren wir uns in unserem R\u00f6mischen Adventskalender ja auf Denkm\u00e4ler, die frei im Stadtbild von Mainz zug\u00e4nglich sind, aber hier mussten wir einfach mal eine Ausnahme machen: Die prachtvollen Mosaikfunde rund um das Orpheus-Mosaik k\u00f6nnt Ihr in der Ausstellung \u201eSteinerne Teppiche\u201c im Mainzer Landesmuseum zu sehen \u2013 <a href=\"https:\/\/www.landesmuseum-mainz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infos zum Museum, Eintritt und \u00d6ffnungszeiten findet Ihr hier im Internet<\/a>. Alle T\u00fcrchen unseres Adventskalenders <a href=\"https:\/\/mainzund.de\/category\/wissen-andere-mainzer-geschichten\/roemischer-adventskalender\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">findet Ihr hier auf Mainz&amp;<\/a>.<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mainzund.de\/mainz-solidar-abo-faq-und-anleitung\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"Banner Abo Mainz&amp; mit Logo\" rel=\"noopener\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Banner-Abo-Mainz-mit-Logo.jpg\" alt=\"\"   width=\"1289\" height=\"744\"\/><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manchmal reicht es in Mainz schon, einen Keller zu kehren, um auf Spuren des r\u00f6mischen Erbes zu sto\u00dfen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":645019,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,151682,151683,14,15,151684,101160,145880,12,151685,4544],"class_list":{"0":"post-645018","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-hessen","16":"tag-leben-in-mogontiacum","17":"tag-mosaikfunde-aus-der-roemerzeit","18":"tag-nachrichten","19":"tag-news","20":"tag-orpheus-mosaik","21":"tag-roemer-in-mainz","22":"tag-roemischer-adventskalender","23":"tag-schlagzeilen","24":"tag-steinerne-teppiche","25":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115716608733273297","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/645018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=645018"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/645018\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/645019"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=645018"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=645018"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=645018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}