{"id":647374,"date":"2025-12-15T07:46:31","date_gmt":"2025-12-15T07:46:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/647374\/"},"modified":"2025-12-15T07:46:31","modified_gmt":"2025-12-15T07:46:31","slug":"eine-super-roehre-fuer-die-dresdner-chipindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/647374\/","title":{"rendered":"Eine Super-R\u00f6hre f\u00fcr die Dresdner Chipindustrie"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend auf einer Seite der K\u00f6nigsbr\u00fccker Stra\u00dfe das neue Infineon Werk \u2013 ges\u00e4umt von Baucontainern \u2013 emporragt, stehen auf der anderen Seite die Tunnelbauer von der Stadtentw\u00e4sserung Dresden und der Spezialtiefbaufirma Braumann. F\u00fcr sie war der 10. Dezember ein besonderer Tag. An dem hat die Tunnelbohrmaschine beim Bau des Industriesammlers Nord ihr Ziel erreicht. Auch Cornelia Karasek hat es sich als Tunnelpatin f\u00fcr diesen letzten Abschnitt nicht nehmen lassen, mit dabei zu sein. Die Dresdnerin plant bei der Stadtentw\u00e4sserung als CAD-Konstrukteurin solche gro\u00dfen Kan\u00e4le.\u00a0<\/p>\n<p>Mit dieser Super-R\u00f6hre erhalten die Firmen von Dresdens wachsender Chipindustrie einen leistungsf\u00e4higen Abwasseranschluss. Begonnen hatte der Bau mit dem symbolischen Spatenstich am Kl\u00e4rwerk Kaditz im Juli 2023. Das Elbehochwasser zum Jahreswechsel 2023\/2024 flutete Baugruben, Altlasten am Heller bescherten Zusatzaufwand. Doch jetzt ist das Bauende in Sicht. &#13;\n<\/p>\n<p>Der Bohrer hat\u2019s geschafft&#13;<\/p>\n<p>Investitionschef Torsten Seiler von der Stadtentw\u00e4sserung und der Bauleiter der Spezial-Tiefbaufirma Braumann, Denny Weber, verfolgen das Ereignis direkt in der tiefen Zielgrube. Fast eine Stunde dauert es, bis der Bohrkopf gegen 9 Uhr langsam durch die Erde kommt \u2013 der Durchstich ist geschafft. &#13;<br \/>\nAuf 360 Metern hat die Tunnelbohrmaschine in bis zu zehn Metern Tiefe die Bohrung durch den sandigen Untergrund getrieben, durch die parallel dazu die zwei Meter hohe Stahlbetonr\u00f6hre hindurchgepresst wurde. Start war in der Baugrube neben dem Moritzburger Weg in Hellerau. \u00a0<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/whatsapp-image-2025-12-14-at-19-36-41-1_TEXT.jpeg\"\/><\/p>\n<p>Bauleiter Denny Weber (l.) von der Firma Braumann und Investitionschef Torsten Seiler von der Stadtentw\u00e4sserung freuen sich, dass der Bohrer nach 360 Metern die Baugrube an der K\u00f6nigsbr\u00fccker Stra\u00dfe erreicht hat. Weber als Bauleiter der Firma Braumann arbeitet mit seinen Leuten von Anfang an am Bau des insgesamt zehn Kilometer langen Kanals f\u00fcr die Dresdner Chipindustrie mit. Foto: Peter Hilbert<\/p>\n<p>Knapp drei Wochen haben diese Arbeiten gedauert. T\u00e4glich sind die Spezialtiefbauer beim Rohrvortrieb 15 bis 20 Meter vorw\u00e4rtsgekommen. In dem sandigen Boden gab es zum Gl\u00fcck keine Hindernisse. \u201eJetzt haben wir es geschafft\u201c, sagt Bauchef Sch\u00f6nst\u00e4dt. &#13;\n<\/p>\n<p>76 Millionen f\u00fcr Dresdens neue Superr\u00f6hre&#13;<\/p>\n<p>Mit den neuen Chipwerken w\u00e4re das vorhandene Kanalnetz \u00fcberlastet. Deshalb baut die Stadtentw\u00e4sserung f\u00fcr rund 76 Millionen Euro den rund zehn Kilometer langen Hauptkanal vor allem f\u00fcr die Abw\u00e4sser der Mikroelektronik-Betriebe. Der Nordkanal f\u00fchrt vom Kl\u00e4rwerk an der Elbe aus parallel zur Autobahn und durch den Heller bis zur K\u00f6nigsbr\u00fccker Stra\u00dfe (siehe Grafik). Unterwegs flie\u00dft dabei das Abwasser von den Gewerbegebieten in R\u00e4hnitz und Wilschdorf in den Kanal.&#13;\n<\/p>\n<p>Etwa zehn Millionen Kubikmeter Industrieabwasser flie\u00dfen aktuell zur Kl\u00e4ranlage. Allein die Werke von Globalfoundries, Infineon, Bosch und X-Fab leiten schon jetzt 93 Prozent der Dresdner Industrie-Abw\u00e4sser ein. In den kommenden Jahren wird sich die Industrieabwassermenge nochmals stark erh\u00f6hen. Das vorhandene Kanalnetz w\u00e4re damit \u00fcberlastet. \u201eRund drei Kilometer des Kanals werden in offener und sieben Kilometer in geschlossener Bauweise hergestellt\u201c, erkl\u00e4rt Investitionschef Seiler. Offen hei\u00dft, dass Gr\u00e4ben ausgebaggert und Rohre verlegt werden. &#13;\n<\/p>\n<p>Beim geschlossenen Verfahren werden Stahlbetonr\u00f6hren durch die Erde gepresst. In die werden dann noch 1,2 Meter hohe Kunststoffleitungen gezogen, da dort das Abwasser unter Druck flie\u00dft&#13;\n<\/p>\n<p>Weitgehend abgeschlossen sind die Arbeiten im ersten, rund 2,3 Kilometer langen Abschnitt vom Kl\u00e4rwerk bis zum Kaditzer Riegelplatz. \u201eDerzeit werden noch Fl\u00e4chen wiederhergestellt, Leitungen zur\u00fcckverlegt und Stra\u00dfen wiederhergestellt\u201c, erkl\u00e4rt Projektleiter Heiko Nytsch von der Stadtentw\u00e4sserung. \u201eBis Februar werden alle Arbeiten beendet.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Gewaltiges Abwasserbauwerk in Radebeuler Baugrube&#13;<\/p>\n<p>Durchg\u00e4ngig ist jetzt auch der Kanal im anschlie\u00dfenden, 1,9 Kilometer langen St\u00fcck entlang der Autobahn vom Riegelplatz bis zum Sternweg. Dort m\u00fcssen ebenfalls solche Wiederherstellungsarbeiten ausgef\u00fchrt werden, erl\u00e4utert Nytschs Projektleiter-Kollege Rainer Aurin. Au\u00dferdem ist in der Doppelstartgrube an der Radebeuler Forststra\u00dfe noch ein Abwasserbauwerk zu errichten. Von dort aus war die Stahlbetonr\u00f6hre in beide Richtungen durch den Untergrund gepresst worden. \u201eDort werden wir die Arbeiten sp\u00e4testens im Juni beenden\u201c, sch\u00e4tzt er ein.&#13;\n<\/p>\n<p>Die unterirdische Trasse f\u00fchrt am Sternweg unter der A 4 hindurch bis zum Beginn der 1,2 Kilometer langen Neul\u00e4nder Stra\u00dfe, die die Stadt sp\u00e4ter sanieren will. Vorher verlegt die Stadtentw\u00e4sserung im dritten Abschnitt den Kanal in offener Bauweise. \u201e\u00dcber drei Viertel der Kan\u00e4le sind verlegt\u201c, sagt Projektleiter Nytsch. \u201eEs fehlen jetzt nur noch die letzten 200 Meter bis zur Moritzburger Landstra\u00dfe.\u201c\u00a0<\/p>\n<p>Im Februar r\u00fccken die Pr\u00fcfer an&#13;<\/p>\n<p>Hinter dem Wilden Mann geht es im vierten, 1,5 Kilometer langen Abschnitt in Richtung des Autobahnzubringers auf der Radeburger Stra\u00dfe weiter.  \u201eDer Abschnitt ist bis auf einige Restarbeiten fertiggestellt\u201c, so Nytsch. Im Februar werden die gesamten Anlagen fachlich abgenommen.&#13;\n<\/p>\n<p>Auf gut 2,6 Kilometern ist jetzt die unterirdische Rohrtrasse zwischen Radeburger Stra\u00dfe durch den Heller bis zur K\u00f6nigsbr\u00fccker Stra\u00dfe verlegt. Jetzt m\u00fcssen nur noch einige Abwasserbauwerke in den Baugruben errichtet, diese dann wieder verf\u00fcllt und die letzten Wiederherstellungsarbeiten ausgef\u00fchrt werden. \u00a0<\/p>\n<p>Klein, aber nicht unbedeutend ist der letzte Abschnitt \u00fcber die K\u00f6nigsbr\u00fccker Stra\u00dfe an der Infineon-Zufahrt. Dort muss der Kanal ab Jahresanfang auf 40 Metern quer \u00fcber die Stra\u00dfe gebaut werden. \u201eDas ist ein kompliziertes St\u00fcck\u201c, erkl\u00e4rt Nytsch. Denn dort muss nach und nach jeweils eine Spur gesperrt werden, sodass es eine Engstelle geben wird. Er ist aber zuversichtlich, auch das zu schaffen. \u00a0<\/p>\n<p>Beim Bau ist der Stadtentw\u00e4sserung und den beteiligten Firmen das Unvorstellbare gelungen. \u201eAls wir 2023 angefangen haben, h\u00e4tten wir uns nicht vorstellen k\u00f6nnen, \u00fcberp\u00fcnktlich fertig zu werden\u201c, sagt Investitionschef Seiler. Jetzt k\u00f6nne das Abwasser der Chipindustrie statt wie geplant im August schon im Mai n\u00e4chsten Jahres durch die neue Super-R\u00f6hre nach Kaditz flie\u00dfen. Die letzten Restarbeiten werden bis Ende n\u00e4chsten Jahres abgeschlossen.\u00a0<\/p>\n<p>Dass sich die geplanten Baukosten um rund f\u00fcnf Millionen auf 76 Millionen Euro erh\u00f6ht haben, h\u00e4lt Seiler im Tiefbau noch f\u00fcr ein gutes Ergebnis. Schlie\u00dflich sei es ein erheblicher Aufwand gewesen, am Hellerauer Augustusweg Altlasten wie Stahl oder eine alte Hausm\u00fclldeponie beseitigen oder den Untergrund auf alte Kampfmittel untersuchen lassen zu m\u00fcssen. &#13;\n<\/p>\n<p>Text: Peter Hilbert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend auf einer Seite der K\u00f6nigsbr\u00fccker Stra\u00dfe das neue Infineon Werk \u2013 ges\u00e4umt von Baucontainern \u2013 emporragt, stehen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":647375,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1835],"tags":[11235,3364,29,2386,152018,149058,30,105622,859],"class_list":{"0":"post-647374","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-dresden","8":"tag-abwasser","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-dresden","12":"tag-dresdner-cipindustrie","13":"tag-dresdner-stadtentwsserung","14":"tag-germany","15":"tag-infineon","16":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115722478812344193","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/647374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=647374"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/647374\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/647375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=647374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=647374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=647374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}