{"id":649110,"date":"2025-12-16T00:45:24","date_gmt":"2025-12-16T00:45:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/649110\/"},"modified":"2025-12-16T00:45:24","modified_gmt":"2025-12-16T00:45:24","slug":"migration-deutsche-halten-zuwanderung-insgesamt-fuer-zu-hoch-auch-legale-einwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/649110\/","title":{"rendered":"Migration: Deutsche halten Zuwanderung insgesamt f\u00fcr zu hoch \u2013 auch legale Einwanderung"},"content":{"rendered":"<p>Zehn Jahre nach 2015 hat sich die \u201eWillkommenskultur\u201c ersch\u00f6pft, r\u00fcckblickend \u00fcberwiegen f\u00fcr viele Menschen die negativen Folgen. Eine Mehrheit der Deutschen h\u00e4lt inzwischen auch die legale Einwanderung f\u00fcr zu hoch. Doch bei bestimmten Fragen wandelt sich Skepsis teils in Zustimmung.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Die B\u00fcrger in Deutschland halten die Einwanderung mehrheitlich f\u00fcr zu hoch \u2013 und zwar sowohl die illegale Migration als auch die legale Zuwanderung. Das ist das Ergebnis einer neuen repr\u00e4sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die WELT exklusiv vorliegt.<\/p>\n<p>Demnach sagen 81 Prozent der Deutschen, dass sie das Ausma\u00df der illegalen Einwanderung nach Deutschland in den vergangenen zehn Jahren als viel zu hoch oder eher zu hoch betrachten. F\u00fcnf Prozent halten das Niveau der illegalen Zuwanderung f\u00fcr richtig, gerade einmal drei Prozent f\u00fcr eher zu niedrig oder viel zu niedrig.<\/p>\n<p>Doch auch \u00fcber legale Wege sind nach Ansicht einer Mehrheit der Deutschen zu viele Menschen in das Land gekommen. 57 Prozent halten das Niveau der legalen Einwanderung der vergangenen zehn Jahre f\u00fcr viel zu hoch oder eher zu hoch. Knapp ein Viertel h\u00e4lt es f\u00fcr richtig, acht Prozent bewerten es als zu niedrig.<\/p>\n<p>Die Daten stammen aus dem European Political Monthly, einer repr\u00e4sentativen Umfrage, die YouGov regelm\u00e4\u00dfig in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen durchf\u00fchrt. In den weiteren L\u00e4ndern f\u00e4llt die Ablehnung der illegalen Migration \u00e4hnlich hoch aus. Auff\u00e4llig aber ist, dass in Deutschland, dem Hauptzielland der Migrationsbewegungen der vergangenen Dekade, die Ablehnung und negative Bewertung am deutlichsten sind.<\/p>\n<p>Genaue Zahlen zum Migrationsgeschehen in Deutschland zu ermitteln, ist schwierig. Eine parlamentarische Anfrage aus dem vergangenen Jahr nach der Zahl der illegal eingewanderten Migranten konnte die damalige Bundesregierung nicht beantworten. Das Statistische Bundesamt gibt die Zahl der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2025\/05\/PD25_181_125.html\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2025\/05\/PD25_181_125.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Zuwanderer seit 2015<\/a> mit 6,5 Millionen an, unterscheidet aber nicht zwischen legalen und illegalen. Ein Hinweis gibt das Bundesamt f\u00fcr Migration: Die Beh\u00f6rde z\u00e4hlte seit 2015 2,8 Millionen Erstantr\u00e4ge auf Asyl, denen oft eine illegale Einreise vorausging.<\/p>\n<p>75 Prozent halten illegale Migration f\u00fcr schlecht f\u00fcr Deutschland<\/p>\n<p>Ein weiteres Ergebnis der YouGov-Erhebung: Drei von vier Deutschen sagen, dass die illegale Migration der vergangenen zehn Jahre gr\u00f6\u00dftenteils schlecht f\u00fcr das Land war. 16 Prozent sehen positive und negative Aspekte, drei Prozent halten sie \u00fcberwiegend f\u00fcr gut f\u00fcr das Land. Legale Zuwanderung wird weniger negativ bewertet, hat nach Ansicht von 38 Prozent der Befragten dem Land aber ebenfalls geschadet. 31 Prozent sehen Vor- und Nachteile, 24 Prozent bewerten sie als positiv. Der Rest antwortete jeweils \u201ewei\u00df nicht\u201c.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich f\u00e4llt die Antwort auf die Frage aus, wie erfolgreich illegale und legale Einwanderer integriert wurden. Eine Mehrheit von 80 Prozent ist der Auffassung, illegale Migranten seien nicht erfolgreich integriert worden. Jeder zweite Deutsche entschied sich bei der Frage f\u00fcr die Option \u201e\u00fcberhaupt nicht erfolgreich\u201c. Die Bundesrepublik liegt damit in der YouGov-Umfrage an letzter Stelle hinter Frankreich und Italien, wo 75 Prozent der Befragten die Integration illegaler Migranten f\u00fcr gescheitert erkl\u00e4ren. Sieben Prozent der Deutschen halten die Integration illegaler Migranten f\u00fcr erfolgreich.<\/p>\n<p>Die Integration legaler Einwanderer ist nur etwas besser gelungen. Zwar bewerten 38 Prozent die Integration dieser Gruppe als erfolgreich. Allerdings ist auch bei dieser Frage eine Mehrheit von 54 Prozent der Auffassung, die Integration sei nicht erfolgreich gelungen. \u00c4hnlich schlecht schneiden legale Einwanderer in Frankreich ab, wo 57 Prozent der Befragten sagen, sie seien nicht erfolgreich integriert.<\/p>\n<p>Die Meinungsforscher wollten auch wissen, wie die Bev\u00f6lkerung auf die Zuwanderer blickt. 79 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass illegale Einwanderer nicht die gleichen Werte wie die einheimische Bev\u00f6lkerung teilen. Auch unter legalen Einwanderern sieht eine Mehrheit von 53 Prozent \u00fcberwiegend Menschen mit anderen Werten. Etwas weniger als ein Drittel (29 Prozent) sagt, legale Einwanderer teilten unsere Werte. In Bezug auf illegale Migranten sind nur sieben Prozent dieser Ansicht.<\/p>\n<p>\u201eWir sehen eine gro\u00dfe M\u00fcdigkeit beim Thema Zuwanderung\u201c, sagt YouGov-Meinungsforscher Frieder Schmid. \u201eVor allem f\u00fcr irregul\u00e4re Migration gibt es zur Zeit wenig Akzeptanz.\u201c F\u00fcr manche B\u00fcrger hat Zuwanderung zu Problemen gef\u00fchrt, etwa in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article693c1e4c840050c4769111b1\/cottbus-grosse-angst-bei-vielen-kindern-eltern-berichten-von-gewalt-an-grundschule.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article693c1e4c840050c4769111b1\/cottbus-grosse-angst-bei-vielen-kindern-eltern-berichten-von-gewalt-an-grundschule.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schulen<\/a> oder durch einen <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68ee6942dbad4b72062ad560\/immobilien-sozialer-sprengstoff-und-wachstumsbremse-die-wohnungsnot-ist-verheerend.html\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus68ee6942dbad4b72062ad560\/immobilien-sozialer-sprengstoff-und-wachstumsbremse-die-wohnungsnot-ist-verheerend.html&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mangel an Wohnungen<\/a> in Gro\u00dfst\u00e4dten. \u201eDadurch sehen einige das Thema Zuwanderung insgesamt als problematisch an\u201c, sagt Schmid, wenn auch legale Migration weniger deutlich abgelehnt werde.<\/p>\n<p>Innerhalb von zehn Jahren hat sich die 2015 viel ger\u00fchmte \u201eWillkommenskultur\u201c ersch\u00f6pft. Das zeigt auch das YouGov-Eurotrack-Panel, eine weitere repr\u00e4sentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts von November. Nur noch zehn Prozent der Deutschen sprechen sich f\u00fcr eine liberale Zuwanderungspolitik und die gro\u00dfz\u00fcgige Aufnahme weiterer Migranten aus. Eine Mehrheit von 60 Prozent unterst\u00fctzt einen deutlichen R\u00fcckgang der Zahl der Migranten, w\u00fcrde aber den Zuzug einiger weiter erlauben. Und eine knappe Mehrheit von 53 Prozent bejaht auch ein Szenario mit einem Aufnahmestopp und einer R\u00fcckkehr einer gr\u00f6\u00dferen Zahl von Migranten in ihre Heimat.<\/p>\n<p>In einer Folgefrage sprachen sich 88 Prozent derjenigen, die dieses Szenario begr\u00fc\u00dften, daf\u00fcr aus, dass Personen, die zum Bezug von Sozialleistungen eingewandert sind, wieder gehen sollten. 85 Prozent forderten die R\u00fcckkehr von irregul\u00e4r eingereisten Asylbewerbern. 38 Prozent w\u00fcrden auch Asylbewerber abschieben, die auf einem legalen Weg eingereist sind, 40 Prozent lehnten das ab. Deutlich abgelehnt wird die Ausweisung von \u00c4rzten mit Arbeitsvisum (74 Prozent), Fachkr\u00e4ften mit Arbeitsvisum (73 Prozent), Handwerkern mit Arbeitsvisum (71 Prozent) und ausl\u00e4ndischen Studenten (66 Prozent).<\/p>\n<p>Mit Trade-offs konfrontiert, schl\u00e4gt die Ablehnung von Zuwanderung teilweise in Zustimmung um<\/p>\n<p>Im Rahmen des Eurotrack-Panels stellte YouGov die Befragten vor Abw\u00e4gungsentscheidungen, sogenannte Trade-Offs. Denn weniger legale Einwanderung in Deutschland hei\u00dft auch weniger Einwohner, weniger Arbeits- und Fachkr\u00e4fte, weniger Steuerzahler. Das f\u00fchrt zu einem interessanten Befund: Damit konfrontiert, schl\u00e4gt die Ablehnung der legalen Zuwanderung durch die Deutschen in Zustimmung um. \u201eB\u00fcrger erkennen auch den Bedarf nach Zuwanderung und die Vorteile\u201c, sagt Schmid. \u201eDas wird aber erst klar, wenn man sich spezifisch dar\u00fcber unterh\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<p>Am deutlichsten zeigt sich dies in der Frage des Pflege- und Fachkr\u00e4ftemangels. 61 Prozent der Befragten sprechen sich daf\u00fcr aus, das Personal im Gesundheitssystem aufzustocken, auch wenn daf\u00fcr mehr Zuwanderer kommen m\u00fcssen; nur 17 Prozent sind f\u00fcr eine Reduktion der Einwanderung, wenn dadurch Personal im Gesundheitssystem fehlt. In der Frage der Fachkr\u00e4ftegewinnung betragen diese Werte 56 und 22 Prozent, bei der Gewinnung ausl\u00e4ndischer Talente 58 und 22 Prozent. Fast jeder Zweite (46 Prozent) w\u00fcrde sich f\u00fcr eine Besserung der wirtschaftlichen Lage durch Zuwanderung entscheiden, die Alternative \u2013 weniger Einwanderung und eine schw\u00e4chelnde Wirtschaft \u2013 w\u00e4hlen 27 Prozent.<\/p>\n<p>Weniger \u00fcberzeugend ist das Steuerzahler-Argument: Danach gefragt, spricht sich eine relative Mehrheit von 39 Prozent der Befragten daf\u00fcr aus, die Zahl der Steuerzahler auch durch legale Zuwanderung zu erh\u00f6hen, 33 Prozent w\u00fcnschen das Gegenteil. Und eine relative Mehrheit von ebenfalls 39 Prozent bekennt sich zu internationalen humanit\u00e4ren Verpflichtungen, auch wenn das hie\u00dfe, zum Beispiel Kontingentfl\u00fcchtlinge aufzunehmen. Mit 33 Prozent ist die Ablehnung internationaler humanit\u00e4rer Verpflichtungen zugunsten einer Reduktion der Zuwanderung von allen Szenarien am gr\u00f6\u00dften.<\/p>\n<p>F\u00fcr das European Political Monthly befragte YouGov vom 7. bis zum 18. November online 1122 Personen in Deutschland, 1014 in Frankreich, 1013 in Polen, 1071 in Spanien und 1033 in Italien. F\u00fcr das Eurotrack-Panel befragte YouGov vom 11. bis zum 24. November online 2584 Personen in Deutschland, 2138 in Gro\u00dfbritannien, 1043 in Frankreich, 1061 in Spanien und 1082 in Italien. Die Stichprobe ist jeweils repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Wohnbev\u00f6lkerung ab 18 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zehn Jahre nach 2015 hat sich die \u201eWillkommenskultur\u201c ersch\u00f6pft, r\u00fcckblickend \u00fcberwiegen f\u00fcr viele Menschen die negativen Folgen. 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