{"id":64966,"date":"2025-04-27T08:42:10","date_gmt":"2025-04-27T08:42:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/64966\/"},"modified":"2025-04-27T08:42:10","modified_gmt":"2025-04-27T08:42:10","slug":"wien-kaempft-gegen-kurzzeitvermietung-tagesschau-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/64966\/","title":{"rendered":"Wien k\u00e4mpft gegen Kurzzeitvermietung | tagesschau.de"},"content":{"rendered":"<p class=\"metatextline\">Stand: 27.04.2025 08:35 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Wien steht im Ruf, trotz seiner Gr\u00f6\u00dfe und touristischen Anziehungskraft bezahlbaren Wohnraum zu bieten. Doch auch hier gibt es Probleme mit Kurzzeitvermietungen. Deshalb greift die Stadt jetzt durch.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Florian Haas, ARD-Studio Wien\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nOsterferien in Wien: gut besuchte Museen, kaum freie Pl\u00e4tze in den Kaffeeh\u00e4usern, belebte Einkaufsstra\u00dfen. Nat\u00fcrlich sind unter den vielen Menschen auch Einheimische, die vielleicht frei oder ein bisschen mehr Zeit als sonst haben. Doch die zahlreichen Trolleys, die gezogen werden von asiatischen, amerikanischen, deutschen und anderen Besuchern aus aller Welt, belegen: Wien ist als Reiseziel gefragt wie nie.<\/p>\n<p>    \u00dcbernachtungsrekord mit Schattenseite<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nIm vergangenen Jahr waren es dort rund 18,9 Millionen \u00dcbernachtungen. Das entspricht einem Plus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ist Rekord. Der Tourismus ist wichtig f\u00fcr die Wiener Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und f\u00fcr das internationale Image. Sehensw\u00fcrdigkeiten wie Stephansdom oder Schloss Sch\u00f6nbrunn werden in -Zigtausenden Posts und Bildern digital gew\u00fcrdigt. Das lockt in der Regel neue Menschen an und sorgt f\u00fcr ein Milliardengesch\u00e4ft.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDoch der Boom hat eine Kehrseite: Der Wohnraum wird knapper. Darunter leiden zwar auch die Touristen selbst in Form steigender Preise, vollerer Verkehrsmittel und l\u00e4ngerer Quartierssuche. Noch mehr aber leiden die Einheimischen. Denn viele Vermieter wittern das gro\u00dfe Geld &#8211; und verdienen es, indem sie ihre Appartements an st\u00e4ndig wechselnde Besucher oder Gruppen vergeben oder in weniger touristischen Zeiten wochenlang leer stehen lassen. Beides ist schlecht f\u00fcr diejenigen, die hier dauerhaft leben.<\/p>\n<p>    Versch\u00e4rfte Regeln, neue Einheit<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDeshalb verst\u00e4rkt Wien den Kampf gegen die illegale Kurzzeitvermietung. Im Sommer 2024 erfolgte der erste gro\u00dfe Schritt. Damals wurde festgelegt, dass Wohnungen nur noch insgesamt maximal drei Monate im Jahr kurzzeitvermietet werden d\u00fcrfen. Wer l\u00e4nger vermieten m\u00f6chte, braucht eine Ausnahmegenehmigung, die schwer zu bekommen ist. Au\u00dferdem m\u00fcssen Zimmer und Appartements angemeldet werden. Wer gegen die Vorgaben verst\u00f6\u00dft, muss hohe Strafen zahlen. Bei schweren Verst\u00f6\u00dfen k\u00f6nnen sogar bis zu 50.000 Euro im Jahr und Wohnung f\u00e4llig werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDes Weiteren wurde ein eigenes Referat bei der Baupolizei eingerichtet, die &#8222;Kontrolle Kurzzeitvermietung&#8220;. Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier besch\u00e4ftigt. Eine von ihnen ist Nicole Nestle. Im Gespr\u00e4ch mit dem <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/airbnb-new-york-100.html\" title=\"Neue H\u00fcrden f\u00fcr Airbnb-Anbieter in New York\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ARD-Studio Wien<\/a> erkl\u00e4rt sie den Arbeitsalltag der Einheit, die die bekannten Buchungsplattformen wie Airbnb und booking.com durchforstet, Online-Inserate sichtet und \u00fcberdies die von der Bev\u00f6lkerung gemeldeten Verdachtsf\u00e4lle und Strafanzeigen pr\u00fcft. Hunderte sind es seit Bestehen des Referats.<\/p>\n<p>    Bei Verst\u00f6\u00dfen wird hart durchgegriffen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEs gebe gut zu tun, sagt Nestler. Und das gelte insbesondere, wenn eine neue Spur hei\u00df ist oder bereits verwarnte Vermieter erneut aufgesucht werden m\u00fcssen. Fr\u00fchmorgens ziehen die Fahnder dann los, klingeln und klopfen sich durch Hochh\u00e4user, sichten Indizien im Hausflur, machen die Mieter beziehungsweise deren Vermieter ausfindig und stellen dabei immer wieder Regel- und Gesetzesbr\u00fcche fest.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nJ\u00fcngst der wohl spektakul\u00e4rste Erfolg: Die Einheit hat zwei illegale &#8222;Hotelbetriebe&#8220; ausgehoben. Das sind Wohnh\u00e4user, in denen offensichtlich im gro\u00dfen Stil unerlaubt kurzzeitvermietet wurde und wohl kein einziger Altmieter anzutreffen war. Anderswo soll ein Vermieter mehr als zwei Dutzend Wohnungen in einem Viertel unerlaubt vergeben haben, wie die Journalisten vom Online-Portal MeinBezirk.at detailliert recherchiert haben.<\/p>\n<p>    Auch die kommunale Hausverwaltung wehrt sich<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nAuch bei Verst\u00f6\u00dfen in den der Stadt geh\u00f6renden Gemeindewohnungen wird hart durchgegriffen. Wien hat die gr\u00f6\u00dfte kommunale Hausverwaltung Europas. Wer hier g\u00fcnstig lebt, darf \u00fcberhaupt nicht an Dritte untervermieten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nEtwa 100 Mieter, die das trotz dieses Verbots getan haben, m\u00fcssen ihr Zuhause verlassen, und sind unter dem Druck der K\u00fcndigung schon freiwillig gegangen. Sie werden lebenslang f\u00fcr eine Gemeindewohnung gesperrt und sollen der Stadt die erzielten &#8222;Airbnb&#8220;-Gewinne zur\u00fcckzahlen. Rechtliche Grundlage f\u00fcr das Vorgehen ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs in \u00d6sterreich vor einigen Jahren.<\/p>\n<p>    Die Regierung ist zufrieden, die Opposition weniger<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie in Wien derzeit regierende sozialliberale Koalition sieht sich in ihrem Kurs best\u00e4tigt. Durch die restriktive Neuregelung habe man Leerstand mobilisieren k\u00f6nnen, meint Vizeb\u00fcrgermeisterin und Stadtbaur\u00e4tin Kathrin Ga\u00e1l (SP\u00d6).<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie konservative \u00d6VP, die in Wien in der Opposition ist, sieht in den bekannt gewordenen Gemeindebau-F\u00e4llen allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Auch die Gr\u00fcnen sind nicht zufrieden. Sie verlangen eine neue Bauordnung. Diese solle k\u00fcnftig regeln, dass innerhalb von Wohnzonen gar keine und au\u00dferhalb davon weniger Kurzzeitvermietungen erlaubt sind. Auch in Gegenden rund um touristische Hotspots soll es strengere Quoten geben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\nDie Partei will mit ihren Vorschl\u00e4gen auch bei der Wahl punkten, wenn \u00d6sterreichs Hauptstadt einen neuen Landtag und Gemeinderat w\u00e4hlt. Das Thema &#8222;leistbares Wohnen&#8220; ist jedenfalls im Wahlkampf sehr pr\u00e4sent auf Plakaten und in Diskussionen, und wird es dar\u00fcber hinaus bleiben. F\u00fcr die &#8222;Kontrolle Kurzzeitvermietung&#8220; ganz bestimmt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 27.04.2025 08:35 Uhr Wien steht im Ruf, trotz seiner Gr\u00f6\u00dfe und touristischen Anziehungskraft bezahlbaren Wohnraum zu bieten.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":64967,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[29065,13,14,15,12,10,8,9,11,1163,29064,103,6296,104],"class_list":{"0":"post-64966","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-airbnb","9":"tag-headlines","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-schlagzeilen","13":"tag-top-news","14":"tag-top-meldungen","15":"tag-topmeldungen","16":"tag-topnews","17":"tag-tourismus","18":"tag-uebernachtungen","19":"tag-welt","20":"tag-wien","21":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114409042330084838","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64966"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64966\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/64967"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}