{"id":649914,"date":"2025-12-16T09:04:25","date_gmt":"2025-12-16T09:04:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/649914\/"},"modified":"2025-12-16T09:04:25","modified_gmt":"2025-12-16T09:04:25","slug":"gewalt-an-schulen-780-faelle-in-sh-viele-foerderzentren-betroffen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/649914\/","title":{"rendered":"Gewalt an Schulen: 780 F\u00e4lle in SH &#8211; viele F\u00f6rderzentren betroffen"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/gewalt-166.webp\" alt=\"Eine Person zieht ein Kind an den Haaren\" title=\"Eine Person zieht ein Kind an den Haaren | IMAGO \/ photothek\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Zahl gewaltt\u00e4tiger Sch\u00fcler in SH weiter hoch (1 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 16.12.2025 09:45 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Gewalt bleibt an vielen Schulen in SH ein Problem. Das zeigt das j\u00e4hrliche Gewaltmonitoring des Bildungsministeriums. Warum es trotz R\u00fcckgang Handlungsbedarf gibt. <\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Elena Dominick<\/p>\n<p class=\"\">780 F\u00e4lle von Gewalt\u00a0haben\u00a0Schulen im\u00a0vergangenen Schuljahr gemeldet. Das sind knapp 30 Prozent weniger als im Vorjahr &#8211; aber\u00a0es ist\u00a0der zweith\u00f6chste Wert seit Beginn der Erhebung. Seit sieben Jahren m\u00fcssen Schulen Gewaltvorf\u00e4lle in eine landesweite Datenbank eintragen. Nach einem jahrelangen R\u00fcckgang stiegen die Zahlen nach Corona deutlich an und erreichten im Vorjahr mit 1.136 F\u00e4llen ihren H\u00f6chststand.\u00a0Das Bildungsministerium sieht im R\u00fcckgang der F\u00e4lle eine\u00a0positive\u00a0Tendenz, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf.\u00a0<\/p>\n<p>    Gewalt an Schulen in SH: Besonders F\u00f6rderzentren betroffen<\/p>\n<p class=\"\">Die meisten Taten verzeichneten im letzten Schuljahr erstmals die F\u00f6rderzentren: Sie stehen f\u00fcr rund 42 Prozent aller F\u00e4lle. Die meisten Schulen dokumentierten nur vereinzelte Vorf\u00e4lle, doch zwei Einrichtungen stachen mit 73 bzw. 81 Eintr\u00e4gen deutlich heraus. Welche Schulen das genau sind, nennt der Bericht nicht. An Gemeinschaftsschulen lag der Anteil bei rund 37 Prozent. Deutlich wird auch, dass Gewalt vor allem bei j\u00fcngeren Kindern vorkommt \u2013 der gr\u00f6\u00dfte Teil entf\u00e4llt auf die Klassenstufen 1 bis 4.<\/p>\n<p>    Diese Sch\u00fclergruppe ist besonders betroffen<\/p>\n<p class=\"\">Zum Opfer wurden in den allermeisten F\u00e4llen Mitsch\u00fcler: 344 Vorf\u00e4lle richteten sich gegen andere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, 181 gegen Lehrkr\u00e4fte und 119 gegen andere Personen im schulischen Umfeld. 72 Prozent aller Eintr\u00e4ge betreffen k\u00f6rperliche Angriffe, etwa ein F\u00fcnftel psychische Gewalt. Als h\u00e4ufigster Ausl\u00f6ser wird in knapp der H\u00e4lfte der F\u00e4lle ein sonderp\u00e4dagogischer F\u00f6rderbedarf genannt. Das hei\u00dft, die \u00dcbergriffe standen im Zusammenhang mit Entwicklungsbeeintr\u00e4chtigungen der Sch\u00fcler. Weitere 330 F\u00e4lle waren auf psychische Belastungen zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>    Druck auf Sch\u00fcler w\u00e4chst<\/p>\n<p class=\"\">Marina Griesbach, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW und Lehrerin an einer Schule mit vielen sozial benachteiligten Jugendlichen, findet die Entwicklung wenig \u00fcberraschend. &#8222;Gewalt w\u00e4chst auf dem Boden sozialer Ungerechtigkeit \u2013 und die erleben wir in der gesamten Gesellschaft&#8220;, sagt sie. Viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler st\u00fcnden unter zunehmendem Leistungsdruck, w\u00e4hrend sie gleichzeitig die Folgen des Lehrkr\u00e4ftemangels sp\u00fcrten. Auch der Schulsozialarbeit fehlten Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Pr\u00e4vention und Krisenintervention. Gewalt sei h\u00e4ufig Ausdruck von \u00dcberforderung. Zudem beobachtet Griesbach, dass Konflikte schneller eskalieren.<\/p>\n<blockquote><p>\n        Es wird nicht mehr nur gerangelt. Wenn es knallt, dann knallt es richtig.<\/p>\n<p>                Marina Griesbach, GEW<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>    Kritik an der Statistik<\/p>\n<p class=\"\">Ob die Statistik der Situation an den Schulen tats\u00e4chlich gerecht wird, stellen mache in Frage: Schon im Sommer kritisierte die FDP-Landtagsfraktion, die Datenbank gebe die Realit\u00e4t an den Schulen nur unzureichend wieder. Marina Griesbach geht ebenfalls von einer hohen Dunkelziffer aus, denn die Datenbank erfasse nur die F\u00e4lle, die einen Ausschluss vom Unterricht zur Folge hatten. Daf\u00fcr m\u00fcsse ein Sch\u00fcler mehrfach durch Fehlverhalten auffallen. Viele F\u00e4lle w\u00fcrden so unber\u00fccksichtigt bleiben.<\/p>\n<p>    GEW will mehr Schulsozialarbeiter<\/p>\n<p class=\"\">Griesbach sieht das Gewaltmonitoring als Teil einer grunds\u00e4tzlichen Tendenz, den Schulalltag immer messbarer zu machen. &#8222;Daten allein l\u00f6sen aber keine Probleme&#8220;, sagt sie. Sie fordert konkrete Ma\u00dfnahmen daraus abzuleiten: Die Schulsozialarbeit m\u00fcsse gest\u00e4rkt und die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Jugend\u00e4mtern ausgebaut werden.<\/p>\n<p>    Bildungsministerium sieht Handlungsbedarf<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr das Bildungsministerium ist das Gewaltmonitoring dennoch ein wichtiges Instrument. Die Daten sollen aufzeigen, wo Schulen besondere Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen und Pr\u00e4ventionsangebote gezielt verst\u00e4rkt werden m\u00fcssen. \u00dcber das Institut f\u00fcr Qualit\u00e4tsentwicklung an Schulen (IQSH) unterst\u00fctzt das Land Schulen durch <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/schleswig-holstein\/neue-leitfaeden-land-ruestet-schulen-fuer-krisenfaelle,praevention-gewalt-100.html\" title=\"Neue Leitf\u00e4den: Land r\u00fcstet Schulen f\u00fcr Krisenf\u00e4lle\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pr\u00e4ventionskonzepte<\/a>, sowie Fortbildungen und Beratungen f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte. Pr\u00e4vention solle demnach nicht als Einzelma\u00dfnahme verstanden werden, sondern ein dauerhafter Bestandteil der Schulentwicklung sein.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/schule1864.webp\" alt=\"Eine Schultafel, darunter ein Schwamm und Kreide.\" title=\"Eine Schultafel, darunter ein Schwamm und Kreide. | ohneski \/ photocase.de, ohneski \/ photocase.de\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Schulen sollen unter anderem mit einem aktualisierten Notfallwegweiser zu sicheren, gesunden und starken Orten gemacht werden.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/shmag127864.webp\" alt=\"Ein Blick in den Landtag von Schleswig-Holstein w\u00e4hrend einer Debatte\" title=\"Ein Blick in den Landtag von Schleswig-Holstein w\u00e4hrend einer Debatte | NDR, NDR Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Bildungsministerin Dorit Stenke m\u00fcsse viel mehr tun, um Unterrichtsausfall und Gewalt an Schulen zu verhindern.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/doritstenke112.webp\" alt=\"Dorit Stenke (CDU), Ministerin f\u00fcr Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur in Schleswig-Holstein, spricht im Plenarsaal.\" title=\"Dorit Stenke (CDU), Ministerin f\u00fcr Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur in Schleswig-Holstein, spricht im Plenarsaal. | picture alliance\/dpa, Frank Molter\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Opposition hat einige W\u00fcnsche an Schleswig-Holsteins neue Bildungsministerin Dorit Stenke formuliert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Zahl gewaltt\u00e4tiger Sch\u00fcler in SH weiter hoch (1 Min) Stand: 16.12.2025 09:45 Uhr Gewalt bleibt an vielen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":649778,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[752,29,152347,30,6203,1000,13,14,15,12,966,10,8,9,11],"class_list":{"0":"post-649914","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-bildung","9":"tag-deutschland","10":"tag-foerderzentren","11":"tag-germany","12":"tag-gew","13":"tag-gewalt","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-schule","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115728448112559601","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649914","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=649914"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649914\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/649778"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=649914"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=649914"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=649914"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}