{"id":65011,"date":"2025-04-27T09:08:08","date_gmt":"2025-04-27T09:08:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/65011\/"},"modified":"2025-04-27T09:08:08","modified_gmt":"2025-04-27T09:08:08","slug":"trump-schweisst-grossbritannien-und-eu-wieder-zusammen-briten-wollen-den-brexit-in-der-praxis-rueckgaengig-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/65011\/","title":{"rendered":"Trump schwei\u00dft Gro\u00dfbritannien und EU wieder zusammen: &#8222;Briten wollen den Brexit in der Praxis r\u00fcckg\u00e4ngig machen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>                    London und EU kooperieren wieder<br \/>\n                &#8222;Briten wollen den Brexit in der Praxis r\u00fcckg\u00e4ngig machen&#8220;<\/p>\n<p>\t\t\t\t              27.04.2025, 10:13 Uhr<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t       Artikel anh\u00f6ren<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\tDiese Audioversion wurde k\u00fcnstlich generiert. <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/23249898\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr Infos<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcnf Jahre nach dem Brexit n\u00e4hern sich London und Br\u00fcssel wieder einander an, vor allem bei der gemeinsamen Verteidigung. Die Briten h\u00e4tten inzwischen ein negatives Bild vom Austritt aus der EU, sagt Expertin Susi Dennison. Grund daf\u00fcr sei vor allem US-Pr\u00e4sident Trump.<\/p>\n<p><b>ntv.de: Der britische Premierminister Keir Starmer versprach einen &#8222;Neustart&#8220; der Beziehungen zwischen Gro\u00dfbritannien und der EU. Wird er sein Versprechen halten?<\/b><\/p>\n<p>Susi Dennison: Starmer h\u00e4lt dieses Versprechen bereits ein. Die Beziehungen zwischen der EU und Gro\u00dfbritannien stehen jetzt auf einer ganz anderen Grundlage. Vor allem die Zusammenarbeit zur Unterst\u00fctzung der Ukraine, in Reaktion auf die Entwicklung in der US-Regierung unter Donald Trump, hat zu einer \u00dcbereinstimmung der Interessen zwischen der EU und dem Vereinigten K\u00f6nigreich gef\u00fchrt. Einige alte Probleme sind immer noch da, wie der Streit \u00fcber Fischereirechte zwischen London und Paris. Aber in Gespr\u00e4chen \u00fcber die Zusammenarbeit verlieren solche Probleme allm\u00e4hlich an Relevanz. Beide Seiten haben verstanden, dass sie sich auf das Wesentliche konzentrieren m\u00fcssen. Die Stimmung diesbez\u00fcglich hat sich also ins Positive gewandelt. Das ist bereits das erste Anzeichen f\u00fcr einen Neustart der Beziehungen.<\/p>\n<p>  <a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Photo-Susi-Dennison-ECFR.jpg\">     <img decoding=\"async\" alt=\"Susi Dennison ist leitende Direktorin f\u00fcr Talent und Transformation beim European Council on Foreign Relations (ECFR). Vor ihrer T\u00e4tigkeit beim ECFR arbeitete Dennison f\u00fcr Amnesty International und das britische Finanzministerium.\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Photo-Susi-Dennison-ECFR.jpg\" class=\"lazyload\"\/>  <\/a>  <\/p>\n<p class=\"article__aside__caption\">Susi Dennison ist leitende Direktorin f\u00fcr Talent und Transformation beim European Council on Foreign Relations (ECFR). Vor ihrer T\u00e4tigkeit beim ECFR arbeitete Dennison f\u00fcr Amnesty International und das britische Finanzministerium.<\/p>\n<p class=\"article__aside__copy\">(Foto: seesaw-foto.com)<\/p>\n<p><b>Ausgerechnet der <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Trump-hasst-die-EU-und-nutzt-die-Zoelle-als-politische-Waffe-article25699542.html\" rel=\"Follow noopener\" target=\"_self\">EU-Hasser Donald Trump <\/a>hat die Briten und die EU also wieder ein St\u00fcck weit zusammengeschwei\u00dft. Wird der Brexit durch Abkommen zwischen Br\u00fcssel und London nun teilweise wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht?<\/b><\/p>\n<p>Es gibt gro\u00dfe Erwartungen an den EU-UK-Gipfel am 19. Mai. Die EU und Gro\u00dfbritannien wollen dann Vereinbarungen treffen, um ihre Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich zu vertiefen. Es finden bereits viele bilaterale Gespr\u00e4che zwischen Gro\u00dfbritannien und den EU-Mitgliedstaaten statt. Auch im Energiebereich wird es eine Zusammenarbeit geben, wenn auch nicht in Form eines generellen Abkommens. Es geht eher um die Koordination, weil die EU und London auch hier gemeinsame Interessen verbinden: Energiesicherheit und nachhaltige Energie. Migration ist der Bereich, in dem eine Zusammenarbeit besonders schwierig ist. Die britische Innenministerin Yvette Cooper sagte, rund um das Thema Migration gebe es kaum Spielraum f\u00fcr einen Neustart. Vermutlich werden wir hierzu nur warme Worte \u00fcber die Notwendigkeit der Zusammenarbeit h\u00f6ren.<\/p>\n<p><b>Die Forderung der Briten nach mehr nationaler Selbstbestimmung \u00fcber die Migrationspolitik war einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr den Brexit. Ging die Zahl der Migranten denn seitdem runter?<\/b><\/p>\n<p>Seit dem Brexit ist die Zahl der Migranten, die nach Gro\u00dfbritannien kommen, gestiegen. Au\u00dferdem klagen viele Arbeitgeber \u00fcber den Fachkr\u00e4ftemangel wegen der restriktiven Migrationspolitik. Seit dem Brexit sind die Probleme mit der Migration also schlimmer geworden. In Bezug auf die \u00f6ffentliche Meinung gibt es aber einen sogenannten Brexit-Effekt: Die Briten haben das Gef\u00fchl, dass die Brexit-Bewegung auf ihre Forderung einging, die Migration wieder national bestimmen zu k\u00f6nnen. In den Meinungsumfragen sehen die Briten die Probleme im Zusammenhang mit der Migration seit dem Brexit als wesentlich unbedeutender an.<\/p>\n<p><b>Das klingt paradox: Obwohl die Zahl der Migranten gestiegen ist, haben die Menschen das Gef\u00fchl, die Migration nach dem Brexit besser in den Griff zu bekommen?<\/b><\/p>\n<p>Bei der politischen Erz\u00e4hlung rund um den Brexit ging es darum, die nationale Kontrolle an allen Fronten zur\u00fcckzugewinnen. Das Narrativ hat in der \u00d6ffentlichkeit funktioniert: Die Briten haben das Gef\u00fchl, Migration wieder selbst steuern zu k\u00f6nnen &#8211; auf eine Weise, die damals als EU-Mitgliedstaat angeblich nicht m\u00f6glich war. Aber letztendlich hat die Kontrolle \u00fcber diese Entscheidungen nicht den Effekt gehabt, den die Leute sich w\u00fcnschten. Noch immer mangelt es in der britischen Politik an faktenbasierten Diskussionen \u00fcber Migration. Aber die Debatten in der britischen Wirtschaft sind differenzierter geworden. Denn Arbeitgeber, Universit\u00e4ten und generell alle B\u00fcrger leiden aus wirtschaftlicher Sicht stark unter den Folgen des Brexits und der versch\u00e4rften Migrationspolitik.<\/p>\n<p><b>Wie denkt die britische Bev\u00f6lkerung denn generell \u00fcber den Brexit? Gibt es die Tendenz, die Zusammenarbeit mit der EU wieder vertiefen zu wollen?<\/b><\/p>\n<p>Wir haben im ECFR nach Trumps Amtsantritt eine Umfrage zu diesem Thema gemacht. Einerseits sagt eine Mehrheit der Briten, der Brexit sei eine schlechte Sache f\u00fcr das Land gewesen. Andererseits akzeptiert die Mehrheit der Briten, dass die Entscheidung nicht mehr v\u00f6llig r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wird. Das Ergebnis der Umfrage zeigt auch: Generell bef\u00fcrwortet eine gro\u00dfe Mehrheit inzwischen eine verst\u00e4rkte Zusammenarbeit mit der EU. Die Briten wollen den Brexit in der Praxis r\u00fcckg\u00e4ngig machen, ohne aber formell wieder der EU beizutreten. Auch das klingt vielleicht widerspr\u00fcchlich. Aber ich denke, die Briten sind ersch\u00f6pft von der Debatte \u00fcber den Brexit. Sie haben nicht das Gef\u00fchl, ein erneuter, formeller Beitritt Gro\u00dfbritanniens zur EU sei der M\u00fche wert.<\/p>\n<p><b>Da bei dem Gipfel am 19. Mai ein Verteidigungspakt zwischen der EU und Gro\u00dfbritannien unterschrieben werden soll &#8211; inwieweit sind die Briten bereit, an der Verteidigung Europas mitzuarbeiten?<\/b><\/p>\n<p>Da komme ich noch einmal auf die Ergebnisse unserer ECFR-Umfrage zur\u00fcck. Gro\u00dfbritannien ist eines der fortschrittlichsten L\u00e4nder im europ\u00e4ischen Raum, wenn es darum geht, den Krieg in der Ukraine als reale Bedrohung f\u00fcr die gesamte europ\u00e4ische Sicherheit zu erkennen. Die Briten verstehen: Dieser Krieg ist nicht nur etwas, bei dem wir moralisch die richtige Entscheidung treffen sollten, sondern etwas, das uns in Europa direkt bedroht. Die daraus resultierende Akzeptanz der Notwendigkeit, mehr f\u00fcr Verteidigung auszugeben, ist im Vereinigten K\u00f6nigreich im Vergleich zu vielen EU-Mitgliedstaaten hoch. Aber es gibt Grenzen. Die Briten wollen zum Beispiel nicht mehr Geld in die europ\u00e4ische als in die nationale Verteidigung investieren. Und auch von Ideen wie einer europ\u00e4ischen Armee ist die Mehrheit nicht begeistert.<\/p>\n<p><b>Sie erw\u00e4hnten zu Anfang bereits den Streit zwischen Paris und London wegen der Fischereirechte. Der Zwist verz\u00f6gert die Gespr\u00e4che \u00fcber den Verteidigungspakt. K\u00f6nnte der Pakt am Ende sogar platzen, wegen dieses Streits?<\/b><\/p>\n<p>Das denke ich nicht. Daf\u00fcr steht zu viel auf dem Spiel. Hier l\u00e4sst sich eine Parallele ziehen zum Mercosur-Abkommen, das die EU geschlossen hat, obwohl Frankreich aus innenpolitischen Gr\u00fcnden strikt dagegen war. Durch Trumps Zollpolitik wurde das Abkommen zu einer so gro\u00dfen Notwendigkeit, dass der Widerstand einzelner Mitgliedstaaten nicht mehr so wichtig war. Auch der Verteidigungspakt zwischen London und Br\u00fcssel wird durch Trumps Drohungen an die Nato-Partner zu so einer Notwendigkeit. Die europ\u00e4ischen B\u00fcrger sind jetzt ziemlich ver\u00e4ngstigt. Der Verteidigung wird in der \u00f6ffentlichen Meinung inzwischen eine viel h\u00f6here Bedeutung beigemessen. Deshalb wird es ein Einsehen geben, dass im Streit um die Fischereirechte ein Kompromiss gefunden werden muss.<\/p>\n<p><b>EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen reiste am Donnerstag nach London, um dort \u00fcber eine m\u00f6gliche Zusammenarbeit im Energiesektor zu sprechen. Welche Form der Kooperation ist denkbar?<\/b><\/p>\n<p>Das Thema des Gipfels der 60 L\u00e4nder, die am Donnerstag bei der Konferenz der Internationalen Energieagentur (IEA) teilnahmen, war die Energiewende. Die USA hatten keine ranghohen Vertreter zur Konferenz geschickt, weil die Trump-Regierung von einer Verpflichtung zur Dekarbonisierung der Energiequellen abger\u00fcckt ist und wieder auf fossile Brennstoffe setzt. China war gar nicht anwesend. Dabei ist China f\u00fcr den weltweiten Klimaschutz entscheidend, sowohl aufgrund der hohen Emissionen, die es produziert, als auch in Bezug auf seine zentrale Bedeutung f\u00fcr gr\u00fcne Technologien. Die Konferenz war ein Versuch, die Dekarbonisierung wieder voranzubringen. Ich hoffe, dass das Vereinigte K\u00f6nigreich und die EU bei der Dekarbonisierung zusammenarbeiten und weltweit eine F\u00fchrungsrolle einnehmen werden.<\/p>\n<p><b>Welche Formen der Zusammenarbeit sind noch denkbar zwischen London und Br\u00fcssel?<\/b><\/p>\n<p>Gro\u00dfbritannien wurde von Trumps Zollpolitik genauso hart getroffen wie die EU. Das schafft eine Art von Wettbewerbsgleichheit und gemeinsame Interessen im Umgang mit den USA. Deshalb wird es voraussichtlich verschiedene Formen der wirtschaftlichen Kooperation geben. Au\u00dferdem werden London und Br\u00fcssel gemeinsam den europ\u00e4ischen Pfeiler der Nato zum Leben zu erwecken, auch, um Trump die Bereitschaft zu zeigen, die Verteidigung selbst in die Hand zu nehmen. Das alles wird in ein multilaterales System m\u00fcnden, bei dem die EU und Gro\u00dfbritannien auch bei der internationalen Entwicklungshilfe zusammenarbeiten, nachdem Trump US-Aid gestoppt hat.<\/p>\n<p>Mit Susi Dennison sprach Lea Verstl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"London und EU kooperieren wieder &#8222;Briten wollen den Brexit in der Praxis r\u00fcckg\u00e4ngig machen&#8220; 27.04.2025, 10:13 Uhr Artikel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":65012,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,106,4552,627,1520,548,12465,12464,551,13,5554,382,14,1159,15,16,12,3992,3993,3994,1493,64,3995,3996,3997,1531],"class_list":{"0":"post-65011","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-donald-trump","11":"tag-energiepolitik","12":"tag-energieversorgung","13":"tag-energiewende","14":"tag-eu","15":"tag-eu-kommissionspraesident","16":"tag-eu-politiker","17":"tag-grossbritannien","18":"tag-headlines","19":"tag-keir-starmer","20":"tag-migration","21":"tag-nachrichten","22":"tag-nato","23":"tag-news","24":"tag-politik","25":"tag-schlagzeilen","26":"tag-uk","27":"tag-united-kingdom","28":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","29":"tag-ursula-von-der-leyen","30":"tag-usa","31":"tag-vereinigtes-koenigreich","32":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","33":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland","34":"tag-zuwanderung"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65011","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65011"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65011\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65012"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65011"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65011"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65011"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}