{"id":650524,"date":"2025-12-16T15:16:17","date_gmt":"2025-12-16T15:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/650524\/"},"modified":"2025-12-16T15:16:17","modified_gmt":"2025-12-16T15:16:17","slug":"umfrage-der-woche-zuzahlung-beim-rettungswagen-einsatz-der-richtige-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/650524\/","title":{"rendered":"Umfrage der Woche: Zuzahlung beim Rettungswagen-Einsatz &#8211; Der richtige Weg?"},"content":{"rendered":"<p><b>Rettungseins\u00e4tze k\u00f6nnen f\u00fcr Patienten in Deutschland ab 2026 deutlich teurer werden. Als erste Gro\u00dfstadt hat Essen beschlossen, dass Versicherte k\u00fcnftig bis zu 267 Euro Eigenanteil f\u00fcr eine Fahrt im Rettungswagen zahlen m\u00fcssen \u2013 zus\u00e4tzlich zu dem, was die Krankenkasse \u00fcbernimmt.<\/b><\/p>\n<p>Wie die Stadt Essen und auch die S\u00fcddeutsche Zeitung berichten, ist der Ausl\u00f6ser ein Kurswechsel der Krankenkassen. Sie erkennen erstmals einzelne Posten nicht mehr in voller H\u00f6he an, obwohl sich die Rechtslage nicht ge\u00e4ndert hat. Besonders umstritten sind:<br \/>&#8211; Sogenannte Fehlfahrten, bei denen ein Rettungswagen ausr\u00fcckt, der Patient aber vor Ort versorgt wird oder gar kein Transport erfolgt.\u00a0<br \/>&#8211; Nachberechnungen und Unterdeckungen aus fr\u00fcheren Jahren, wenn die tats\u00e4chlichen Kosten h\u00f6her waren als prognostiziert.<br \/>Die Kommunen hatten diese Kosten bislang \u00fcber die allgemeine Geb\u00fchrenkalkulation auf alle Eins\u00e4tze umgelegt. Die Kassen wollen das nicht l\u00e4nger mittragen und berufen sich auf das Sozialrecht: Sie d\u00fcrften nur f\u00fcr Kosten aufkommen, die direkt der Versorgung ihrer Versicherten zuzurechnen sind. Fehlfahrten oder strukturelle Kostenl\u00fccken sehen sie nicht als ihre Aufgabe an. (Quelle: focus. de und chip.de)<\/p>\n<p>Konsequenzen f\u00fcr Patienten und Kommunen<\/p>\n<p>F\u00fcr die B\u00fcrger bedeutet der Kurswechsel: Der Notruf 112 bleibt kostenlos, der anschlie\u00dfende Transport im Rettungswagen kann aber mit bis zu 267 Euro zu Buche schlagen, wenn die Kasse den vollen Betrag nicht mehr erstattet. Das schreibt auch auto-motor-und-sport.de.\u00a0Die Stadt Essen k\u00fcndigt an, die Rechnung weiterhin zun\u00e4chst an die Krankenkasse zu schicken. Erst wenn dort nur der reduzierte Festbetrag eingeht, soll der offene Restbetrag beim Patienten eingefordert werden. Ordnungsdezernent Christian Kromberg h\u00e4lt diese L\u00f6sung f\u00fcr &#8222;kritisch, aber derzeit alternativlos&#8220;, weil die Stadt die L\u00fccke im Haushalt nicht ausgleichen k\u00f6nne. Essen will gleichzeitig ein H\u00e4rtefallkonzept erarbeiten, damit B\u00fcrger mit geringen finanziellen M\u00f6glichkeiten ganz oder teilweise von der Eigenbeteiligung befreit werden k\u00f6nnen. Der St\u00e4dtetag NRW warnt, dass Kommunen ohne bundeseinheitliche L\u00f6sung auf Summen von bis zu 250 Millionen Euro pro Jahr sitzenbleiben k\u00f6nnten. Betroffen w\u00e4ren besonders Gro\u00dfst\u00e4dte mit vielen Eins\u00e4tzen und Landkreise mit langen Anfahrtswegen und hohen Bereitschaftskosten.<\/p>\n<p>Weitere Kreise bereiten \u00e4hnliche Schritte vor<\/p>\n<p>Essen ist voraussichtlich nicht die einzige Kommune, in der Patienten k\u00fcnftig st\u00e4rker zur Kasse gebeten werden. Mehrere Kreise in Nordrhein-Westfalen melden bereits \u00e4hnliche Entwicklungen:<br \/>Im Rhein-Sieg-Kreis wurden neue Geb\u00fchrenordnungen ab 2026 beschlossen; die Verwaltung rechnet damit, dass Krankenkassen nur noch etwa siebzig Prozent der Geb\u00fchrens\u00e4tze als Festbetrag \u00fcbernehmen. Den Rest m\u00fcssten nach aktueller Rechtslage die transportierten Patienten zahlen.<br \/>(Quelle: rhein-sieg-kreis.de) Auch im Ennepe-Ruhr-Kreis, im Kreis Mettmann und anderen Regionen wird \u00fcber Geb\u00fchrenbescheide und Beteiligung der Patienten diskutiert, nachdem Krankenkassen Fehlfahrten und bestimmte Posten nicht mehr anerkennen. Ein reiner Verzicht der Kommunen auf diese Einnahmen w\u00fcrde laut Berechnungen zu erheblichen Defiziten im Rettungsdienst f\u00fchren, die die Haushalte nicht auffangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Warnungen vor Abschreckungseffekt<\/p>\n<p>Kommunalvertreter und Rettungsdienstexperten warnen vor einem gef\u00e4hrlichen Nebeneffekt: Wenn Patienten einmal eine Rechnung \u00fcber einen Rettungseinsatz bekommen haben, k\u00f6nnten sie im n\u00e4chsten Notfall z\u00f6gern, die 112 zu w\u00e4hlen. Sowohl die Stadt Essen als auch der Rhein-Sieg-Kreis betonen deshalb: &#8222;Wer den Rettungsdienst ben\u00f6tigt, und die 112 w\u00e4hlt, sollte nicht wegen m\u00f6glicher Kosten z\u00f6gern m\u00fcssen&#8220;.<\/p>\n<p>Forderungen an Bund und Land<\/p>\n<p>Das nordrhein-westf\u00e4lische Gesundheitsministerium verweist bisher darauf, dass es keine rechtliche Handhabe habe, die Krankenkassen zur vollst\u00e4ndigen Kosten\u00fcbernahme zu verpflichten. Die Kommunen k\u00f6nnen derzeit nur \u00fcber ihre Geb\u00fchrenordnungen reagieren. Der St\u00e4dtetag NRW und mehrere Landkreise fordern deshalb: Eine bundeseinheitliche Regelung zur Finanzierung des Rettungsdienstes, eine Klarstellung im Sozialgesetzbuch, dass auch Behandlungen vor Ort und Fehlfahrten zur erstattungsf\u00e4higen Rettungsleistung z\u00e4hlen, Vermittlung des Landes zwischen Kassen und Kommunen, um eine L\u00f6sung zu finden, damit Notfalleins\u00e4tze f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung kostenfrei bleiben. Die Stadt Essen k\u00fcndigt an, sich auf Bundesebene daf\u00fcr einzusetzen, dass Krankenkassen wieder den vollen Anteil \u00fcbernehmen und die finanzielle Belastung nicht bei den Versicherten landet.<\/p>\n<p>Eigenanteile sind nicht v\u00f6llig neu \u2013 aber in neuer H\u00f6he<\/p>\n<p>Eigenanteile im Rettungsdienst sind grunds\u00e4tzlich kein v\u00f6llig neues Ph\u00e4nomen: Bei regul\u00e4ren Krankentransporten gilt nach den allgemeinen Zuzahlungsregeln oft ein Eigenanteil von zehn Prozent der Kosten, mindestens f\u00fcnf und h\u00f6chstens zehn Euro pro Fahrt \u2013 mit Ausnahmen je nach Krankenkasse. Neu ist die Dimension: Mit gesch\u00e4tzten 267 Euro pro Rettungswagenfahrt verschiebt sich die finanzielle Last deutlich st\u00e4rker auf die Patienten, wenn die aktuellen Pl\u00e4ne unver\u00e4ndert bleiben. Ob andere Bundesl\u00e4nder dem Beispiel Essens folgen oder ob Bund und L\u00e4nder noch rechtzeitig gegensteuern, ist Ende 2025 offen. Klar ist: Sollte es bei der jetzigen Linie bleiben, wird 2026 zur Belastungsprobe f\u00fcr das Vertrauen der B\u00fcrger in den Rettungsdienst \u2013 und f\u00fcr die kommunalen Haushalte in Nordrhein-Westfalen.<\/p>\n<p><b>Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Habt ihr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die neue Regelung der Stadt Essen oder lehnt ihr diesen hohen Eigenanteil f\u00fcr Patienten ab? Macht mit bei unserer Umfrage der Woche und schreibt eure Meinung dazu in die Kommentare.\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Zuzahlung beim Einsatz eines Rettungswagen- Der richtige Weg?<\/p>\n<p>Teile des Beitrages wurden mit Hilfe von KI erstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Rettungseins\u00e4tze k\u00f6nnen f\u00fcr Patienten in Deutschland ab 2026 deutlich teurer werden. 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