{"id":650832,"date":"2025-12-16T18:22:11","date_gmt":"2025-12-16T18:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/650832\/"},"modified":"2025-12-16T18:22:11","modified_gmt":"2025-12-16T18:22:11","slug":"augsburger-suchtexperte-niels-pruin-fordert-kein-tiktok-mehr-fuer-unsere-kinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/650832\/","title":{"rendered":"Augsburger Suchtexperte Niels Pruin fordert: Kein TikTok mehr f\u00fcr unsere Kinder"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Kalender ist Halloween \u2013 und bei unz\u00e4hligen Kindern treiben \u00fcble Horrorgestalten ihr Unwesen auf dem Mobiltelefon. Nur ein Beispiel, das genannt wird, wenn es darum geht, ob und wie Kindern und Jugendlichen der Zugriff auf Inhalte des Internets beschr\u00e4nkt oder gar verboten werden soll.<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/www.caritas-augsburg.de\/hilfeberatung\/suchtberatungbehandlungundkrankenhilfe\/suchtberatung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Caritas-Suchtexperte<\/a> Niels Pruin ein staatlich festgelegtes Mindestalter f\u00fcr bestimmte Apps f\u00fcr l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig ansieht, fordert Bayerns Digitalminister Fabian Mehring \u201eMedienkompetenz statt Verbotsstaat\u201c.<\/p>\n<p>Gerade hat Australien eine Altersbegrenzung f\u00fcr Social-Media-Apps eingef\u00fchrt, insgesamt zehn Plattformen wie TikTok, Instagram oder Facebook f\u00fcr Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten. Auch Deutschland diskutiert das Thema intensiv, denn f\u00fcr viele Jugendliche geh\u00f6ren solche Plattformen l\u00e4ngst zum Alltag. Doch genau darin sieht Niels Pruin, der beim Caritasverband f\u00fcr die Di\u00f6zese Augsburg das Fachgebiet Medien- \/Internetsucht leitet, eine wachsende Gefahr. Der Suchttherapeut betont in einer Mitteilung: \u201eDer \u00dcbergang von normaler Nutzung zu Abh\u00e4ngigkeit ist oft flie\u00dfend \u2013 und wird von den Plattformen durch gezielte Mechanismen sogar beg\u00fcnstigt.\u201c Ein staatlich festgelegtes Mindestalter f\u00fcr bestimmte Apps halte er daher f\u00fcr \u201enicht nur sinnvoll, sondern l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p>Niels Pruin sieht in einem Verbot nur ein Teil der der L\u00f6sung<\/p>\n<p>\u201eSollen Kinder und Jugendliche nur noch beschr\u00e4nkt Zugriff auf Internet-Plattformen wie Instagram oder TikTok haben? W\u00e4hrend das Parlament in Australien diese Frage bejaht und ein Verbot f\u00fcr ein Alter bis zu 16 Jahren beschlossen hat, geht die Debatte in Deutschland hin und her. Caritas-Suchtexperte Niels Pruin bezeichnet die Beschr\u00e4nkungen als dringend angebracht. Gleichzeitig verweist der Experte darauf, dass ein Verbot oder eine Altersbegrenzung nur ein Teil der L\u00f6sung sei. Eltern br\u00e4uchten Unterst\u00fctzung \u2013 zum Beispiel durch klare gesetzliche Vorgaben. Diese m\u00fcssen die Grenzen transparent machen und haben einen Vorteil: Sie nehmen den sozialen Druck aus Familien.<br \/>Viele M\u00fctter und V\u00e4ter haben Angst, ihre Kinder k\u00f6nnten ohne Social Media Au\u00dfenseiter werden. Einheitliche Regeln k\u00f6nnten hier entlasten und das Argumentieren gegen\u00fcber dem Nachwuchs erleichtern, weil \u201ealle anderen Kinder das auch nicht d\u00fcrfen\u201c.<\/p>\n<p>Wesentlich bleibe jedoch die elterliche Begleitung: Kinder Schritt f\u00fcr Schritt in die digitale Welt einf\u00fchren, viel reden, gemeinsam reflektieren und echte soziale Bindungen im Alltag st\u00e4rken. Pruin unterstreicht: \u201eRegulierung ist wichtig, Pr\u00e4vention mindestens genauso. Wenn Kinder echte Beziehungen und reale R\u00e4ume f\u00fcr Austausch und Erlebnisse haben, verhindern wir, dass digitale Plattformen \u00fcberm\u00e4chtig werden.\u201c<\/p>\n<p>Aktive Digitalpolitik anstatt Beschr\u00e4nkungen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.veranstaltungen-stmd.bayern\/fabian-mehring\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bayerns Digitalminister Fabian Mehring<\/a> warnte in diesem Zusammenhang davor, dass Europa diesem australischen Kurs folgt. Die Debatte zeige, wie schnell freiheitsbeschneidende Ma\u00dfnahmen f\u00fcr junge Menschen global Schule machen k\u00f6nnten. F\u00fcr Bayern und Europa sei dieser Weg jedoch \u201egrundfalsch\u201c. Mehring betont: \u201eEs ist geradezu spektakul\u00e4r bis absurd, dass ausgerechnet Teile der Boomer-Generation den Digital Natives das Internet verbieten wollen. Die Augen zu verschlie\u00dfen und mit Verboten zu reagieren, l\u00f6st kein Problem.\u201c Statt restriktiver Vorgaben setzt der Minister auf Bef\u00e4higung: \u201eMedienkompetenz ist die Schl\u00fcsselkompetenz unseres Jahrhunderts. Junge Menschen, die ihr Leben in einer digitalen Welt verbringen werden, m\u00fcssen wir fit machen f\u00fcr die digitale Zeitenwende und das KI-Zeitalter. Altersgrenzen w\u00e4ren die falsche Antwort \u2013 sie wirken wie eine Kapitulation vor der digitalen Transformation. Unser Ansatz lautet: Medienkompetenz statt Verbotsstaat.\u201c Vom L\u00f6sungsansatz ist Mehring aber nicht so weit entfernt von Niels Pruin: Der Minister machte deutlich, dass Bayern an einer aktiven Digitalpolitik festh\u00e4lt, die auf Aufkl\u00e4rung, Bildung und M\u00fcndigkeit setzt. Nur so k\u00f6nne die junge Generation die Chancen neuer Technologien nutzen und gleichzeitig Risiken souver\u00e4n beherrschen.<\/p>\n<p>Kinder brauchen Begleitung<\/p>\n<p>Eine feste Altersgrenze f\u00fcr die Nutzung von Social-Media-Plattformen ist nach Worten des Pr\u00e4sidents des Deutschen Lehrerverbandes, Stefan D\u00fcll, gleichzeitig Schulleiter im Gymnasium in Neus\u00e4\u00df, problematisch \u2013 aus mehreren Gr\u00fcnden: Einer davon sei die praktische Umsetzung einer Altersbegrenzung. Zudem betreffe das Suchtpotenzial nicht nur Jugendliche, sondern ebenso Erwachsene. \u201eDaher sollten Plattformen gesetzlich verpflichtet werden, alle Nutzer zu sch\u00fctzen, beispielsweise indem \u201aInfinite Scrolling\u2018 mit einem einfachen Klick begrenzt werden kann, indem wirksame Moderationsstrukturen aufgebaut und extremistische Inhalte konsequent entfernt werden.\u201c Social Media er\u00f6ffne Jugendlichen wichtige R\u00e4ume zum Lernen und zur Kommunikation \u2013 sei es f\u00fcr Hobbys, Interessen oder Hilfsangebote. Dort informierten sie sich auch \u00fcber gesellschaftliche und politische Themen. Deshalb sollte das demokratische und unterst\u00fctzende Angebot auf diesen Plattformen gest\u00e4rkt werden, anstatt den Zugang zu blockieren. \u201eJ\u00fcngere Kinder brauchen dabei besonders die Begleitung ihrer Eltern, die mit ihren Kindern jeden Alters im Gespr\u00e4ch \u00fcber ihr Online-Verhalten sein sollten.\u201c<\/p>\n<p>Lesen Sie auch: <a href=\"https:\/\/www.augsburg-journal.de\/news\/influencer-im-visier-der-steuerfahnder\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Influencer im Visier der Steuerfahnder<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Kalender ist Halloween \u2013 und bei unz\u00e4hligen Kindern treiben \u00fcble Horrorgestalten ihr Unwesen auf dem Mobiltelefon. Nur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":650833,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1846],"tags":[680,772,3364,29,548,663,3934,30,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-650832","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-augsburg","8":"tag-augsburg","9":"tag-bayern","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/650832","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=650832"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/650832\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/650833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=650832"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=650832"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=650832"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}