{"id":650960,"date":"2025-12-16T19:37:14","date_gmt":"2025-12-16T19:37:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/650960\/"},"modified":"2025-12-16T19:37:14","modified_gmt":"2025-12-16T19:37:14","slug":"nach-sabotage-aktionen-bei-dhl-fuehren-auch-spuren-nach-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/650960\/","title":{"rendered":"Nach Sabotage-Aktionen bei DHL f\u00fchren auch Spuren nach Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/dhl-168.jpg\" alt=\"Ein Paket liegt im DHL Hub am Flughafen Leipzig.\" title=\"Ein Paket liegt im DHL Hub am Flughafen Leipzig. | dpa\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 16.12.2025 18:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Ermittler in Polen und Litauen haben offenbar ein aus Russland gesteuertes Netzwerk identifiziert, das hinter mehreren Brandanschl\u00e4gen in Europa stecken soll. Nach Informationen von WDR, NDR und SZ gab es auch in Deutschland eine Durchsuchung.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Manuel Bewarder, WDR\/NDR, Florian Flade, WDR und Laura Weigele, WDR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Mai 2024 brannte ein IKEA-Warenhaus in Vilnius. Wenige Tage sp\u00e4ter zerst\u00f6rte ein Feuer ein riesiges Einkaufszentrum in Warschau fast komplett. Im Juli des vergangenen Jahres gingen dann Brands\u00e4tze in England, Polen und Deutschland in Flammen auf, versteckt\u00a0in Luftfracht-Paketen. Nur knapp entging der europ\u00e4ische Luftverkehr einer Katastrophe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ermittler in Polen und Litauen sehen die Vorf\u00e4lle Mitte 2024 inzwischen in einem Zusammenhang. Sie wollen ein Netzwerk von Personen identifiziert haben, das hinter diesen spektakul\u00e4ren Brandstiftungen und dem sogenannten DHL-Plot im Luftverkehr steckt. Seit dem Start des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ist in Europa die Zahl von Sabotagef\u00e4llen und Brandstiftungen gestiegen, hinter denen Moskau vermutet wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In den vergangenen Monaten wurden mehrere Verd\u00e4chtige festgenommen &#8211; nicht nur in Polen und Litauen, sondern auch in Gro\u00dfbritannien, Spanien, in den Niederlanden, Bosnien-Herzegowina und Rum\u00e4nien. Mittlerweile werden rund 20 Personen verd\u00e4chtigt, an den Operationen beteiligt gewesen zu sein.<\/p>\n<p>    Aufbau wie eine Art Pyramiden-System<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Aufbau des Sabotagenetzwerks gleicht nach Auffassung der Ermittler einer Pyramide: An der Spitze sollen als Drahtzieher ein paar offizielle Mitarbeiter der russischen Nachrichtendienste stehen. Sie wiederum f\u00fchren jene Personen, die Aktionen koordinieren.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Ausf\u00fchrung von Taten w\u00fcrden vor allem \u00fcber Telegram sogenannte Wegwerfagenten angeworben. Das sind keine offiziellen Geheimdienstmitarbeiter, sondern Personen, die meist f\u00fcr einen geringen Geldbetrag aktiv werden und die staatlichen Hintergr\u00fcnde der Auftraggeber oft nicht kennen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Russland wiederum rekrutiert offenbar gezielt immer wieder Ukrainer, um von sich abzulenken. Moskau hat entsprechende Sabotagevorw\u00fcrfe in der Vergangenheit immer wieder zur\u00fcckgewiesen und spricht von &#8222;Paranoia&#8220; oder &#8222;Verschw\u00f6rungstheorien&#8220;.<\/p>\n<p>    Durchsuchung in Berlin<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Informationen von WDR, NDR und S\u00fcddeutscher Zeitung sind bei den Untersuchungen auch Hinweise aufgetaucht, die nach Deutschland f\u00fchren. Der Recherche zufolge soll es in diesem Sommer bei einem ukrainischen Staatsb\u00fcrger in Berlin eine bislang noch nicht bekannt gewordene Durchsuchung gegeben haben. Der Mann soll zudem ausf\u00fchrlich befragt worden sein. Er lebte zu diesem Zeitpunkt in einem ehemaligen Hotel in der Xantener Stra\u00dfe, wo Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine untergebracht waren.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Welche Rolle der Ukrainer in dem Sabotage-Netzwerk gespielt haben k\u00f6nnte, scheint noch unklar. Der Recherche zufolge soll es Hinweise geben, dass an seine Adresse ein Paket geschickt wurde. Offenbar gibt es die Vermutung, dass der Ukrainer Kontakt zu zentralen Verd\u00e4chtigen des Sabotagenetzwerks gehabt und diese wom\u00f6glich sogar getroffen hat.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Ermittler halten es aber auch f\u00fcr m\u00f6glich, dass lediglich die Adresse des Ukrainers genutzt wurde, um Lieferungen nach Deutschland abzuwickeln. Eine Gespr\u00e4chsanfrage an den Mann blieb unbeantwortet. Aus seinem Umfeld hie\u00df es, er habe von m\u00f6glichen Sabotageversuchen nichts gewusst. Der Generalbundesanwalt wollte sich auf Anfrage nicht \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>    Weitere Anschlagspl\u00e4ne vermutet<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr die Ermittler ist das nicht der einzige\u00a0Hinweis, der nach Deutschland f\u00fchrt: WDR, NDR und S\u00fcddeutsche Zeitung hatten bereits berichtet,<strong> <\/strong>dass in einer ostdeutschen Gro\u00dfstadt eine Durchsuchung bei einem Ukrainer gegeben hatte. Er gab an, 2024 auf die Bitte eines Bekannten eine Nachricht an einen Litauer geschrieben zu haben, wonach ein Paket verloren gegangen sei. Dieser Litauer war sp\u00e4ter festgenommen worden, weil er die Brands\u00e4tze per Luftfracht verschickt haben soll, die in Flammen aufgingen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ebenfalls im Sommer 2024 soll ein in Polen lebender Ukrainer via Telegram den Auftrag erhalten haben, Drohnenteile in Litauen auszugraben und nach D\u00fcsseldorf zu bringen. Derselbe Mann wird laut polnischer Zeitung Wyborcza verd\u00e4chtigt, in Litauen Dosen abgeholt zu haben, die mit Sprengstoff gef\u00fcllt waren. Polnische Ermittler bef\u00fcrchten, dass das Netzwerk mit Sprengstoff und Drohnen weitere Anschl\u00e4ge geplant haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>    Laufende Ermittlungen in Litauen und Polen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor wenigen Wochen, Ende November, gab es in Litauen eine erste Verurteilung mit Bezug zu dem Netzwerk: Der Ukrainer Daniil B. hatte den Brandanschlag auf das IKEA-Warenhaus in Litauen gestanden &#8211; er habe die Tat ausgef\u00fchrt, um im Gegenzug 10.000 Euro und einen BMW zu bekommen. B., der damals noch 17 Jahre alt war, wurde zu einer Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Angaben der polnischen Staatsanwaltschaft soll B. nach dem Brandanschlag in Litauen noch nach Warschau gefahren sein. Dort soll er noch vor Ausbruch des Feuers im Einkaufszentrum den Auftrag bekommen haben, Fotos und Aufnahmen zu machen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vor allem in Polen und Litauen werden die Ermittlungen vorangetrieben. Die Generalstaatsanwaltschaft in Litauen teilte im September mit, dass inzwischen insgesamt 15 Personen verd\u00e4chtigt werden, an der Vorbereitung und Durchf\u00fchrung der Anschl\u00e4ge beteiligt gewesen zu sein. Bei Durchsuchungen seien Sprengs\u00e4tze sichergestellt worden, die m\u00f6glicherweise f\u00fcr weitere Anschl\u00e4ge vorgesehen waren. Auf Nachfrage hie\u00df es, dass man aufgrund laufender Ermittlungen derzeit keinen neuen Zwischenstand mitteile.<\/p>\n<p>    Suche nach Drahtziehern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Nachbarland Polen gibt es nach Angaben der dortigen Staatsanwaltschaft sechs Verd\u00e4chtige. Konkret geht es um Sabotage an Industrieanlagen und kritischer Infrastruktur sowie um Anschl\u00e4ge mit Brands\u00e4tzen in Paketen wie im DHl-Fall. F\u00fcnf Verd\u00e4chtige sitzen laut Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft. Gegen einen der sechs Verd\u00e4chtigen in Polen wurde bereits Anklage erhoben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Allerdings befindet sich ausgerechnet ein Mann, den die polnischen Ermittler f\u00fcr einen mutma\u00dflichen Drahtzieher halten, nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Aserbaidschan. Ein Russe namens Jaroslav M. Er gilt den Ermittlern als wichtiges Bindeglied in der Pyramiden-Struktur und soll sowohl zu Wegwerfagenten als auch zum Geheimdienst-Umfeld Kontakt gehabt haben. Auch f\u00fcr ihn gilt die Unschuldsvermutung.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Polen hat die Auslieferung des Mannes aus Aserbaidschan beantragt, wie die Staatsanwaltschaft erkl\u00e4rte. Einem Bericht der Washington Post zufolge gibt es aber hinter den Kulissen ein Ringen um die Auslieferung des Mannes: Russland soll sich ebenfalls um diese bem\u00fchen.\u00a0Die Botschaft von Aserbaidschan in Berlin antwortete nicht auf eine entsprechende Anfrage.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut polnischen Beh\u00f6rden neigen sich die Ermittlungen ihrem Ende zu. Wann es genau zu einer Aufarbeitung vor Gericht kommen k\u00f6nnte,\u00a0steht demnach noch nicht fest. Klar ist, die Sabotageaktionen haben mit der Zerschlagung dieses Netzwerks nicht aufgeh\u00f6rt. Im Gegenteil: Vorf\u00e4lle wie explodierte Sprengs\u00e4tze erst j\u00fcngst an einer Bahnstrecke in Polen deuten auf eine weitere Eskalation hin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 16.12.2025 18:00 Uhr Ermittler in Polen und Litauen haben offenbar ein aus Russland gesteuertes Netzwerk identifiziert,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":650961,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[10076,13,14,15,307,16691,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-650960","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-dhl","9":"tag-headlines","10":"tag-nachrichten","11":"tag-news","12":"tag-russland","13":"tag-sabotage","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-top-news","16":"tag-top-meldungen","17":"tag-topmeldungen","18":"tag-topnews","19":"tag-welt","20":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115730937206750052","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/650960","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=650960"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/650960\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/650961"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=650960"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=650960"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=650960"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}