{"id":650985,"date":"2025-12-16T19:51:13","date_gmt":"2025-12-16T19:51:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/650985\/"},"modified":"2025-12-16T19:51:13","modified_gmt":"2025-12-16T19:51:13","slug":"mord-oder-totschlag-bgh-prueft-urteil-zu-leichenteile-fund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/650985\/","title":{"rendered":"Mord oder Totschlag? BGH pr\u00fcft Urteil zu Leichenteile-Fund"},"content":{"rendered":"<ol class=\"id-DonaldBreadcrumb lp_west_breadcrumb id-DonaldBreadcrumb--default\" data-k5a-pos=\"west_breadcrumb\">\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.schwaebische-post.de\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"1_startseite\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Startseite<\/a><\/li>\n<li class=\"id-Breadcrumb-item\"><a href=\"https:\/\/www.schwaebische-post.de\/baden-wuerttemberg\/\" class=\"id-Breadcrumb-link\" data-id-ec=\"{\" shn=\"\" textlink=\"\" data-k5a-pos=\"2_bawue\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BaW\u00fc<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"id-Story-timestamp id-Story-timestamp--default\">Stand: 16.12.2025, 16:06 Uhr<\/p>\n<p class=\"id-Story-interactionBar id-Story-interactionBar--default\">DruckenTeilen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/40846265-prozess-wegen-totschlags-3G7a.jpg\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\"   height=\"792\" width=\"1408\" alt=\"Prozess wegen Totschlags\"\/>Der erste Prozess fand am Landgericht Waldshut-Tiengen statt. (Archivbild) \u00a9\u00a0Philipp von Ditfurth\/dpa<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-leadText\">Der Fall sorgte f\u00fcr Aufsehen, weil der T\u00e4ter die Leiche zerst\u00fcckelt und in den Rhein geworfen hatte. Am BGH k\u00e4mpft die Schwester des Opfers f\u00fcr ein h\u00e4rteres Urteil. Welche Rolle spielte Ausl\u00e4nderhass?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Karlsruhe &#8211; Bilder von Adolf Hitler, gar eine Selbstdarstellung als Hitler und Hakenkreuze hatte der Mann zu Hause. Die Garage bezeichnete er als deutsches Schutzgebiet, die Hundeh\u00fctte als \u201eWolfsschanze\u201c &#8211; in Anlehnung an das gleichnamige F\u00fchrerhauptquartier. So schildert es der Anwalt der Nebenkl\u00e4gerin am Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Und zeigt sich verwundert: Trotz dieses rechtsextremen Propagandamaterials, trotz offen rassistischer Abbildungen, die bei dem Deutschen gefunden wurden, erkannte das Landgericht Waldshut-Tiengen als Motiv keinen Ausl\u00e4nderhass bei dem Angeklagten, der 2023 einen Tag vor Heiligabend in einer s\u00fcdbadischen Fl\u00fcchtlings-Unterkunft einen Tunesier erschoss. Und danach weiterfeierte, ohne sich etwas anmerken zulassen, wie die Berichterstatterin am BGH vortr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Urteil in wenigen Wochen<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Zwei Sch\u00fcsse feuerte er aus einer halbautomatischen Selbstladepistole. Einer durch den Kopf war t\u00f6dlich. Das 38 Jahre alte Opfer starb durch massiven Blutverlust.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">\u00dcber den T\u00e4ter teilt der BGH mit: \u201eW\u00e4hrend der Weihnachtsfeiertage beseitigte er die Leiche, indem er sie mit einer Machete in sechs Teile zerlegte, sie mit Maschendraht umwickelte und in den Rhein warf.\u201c Taucher fanden die Leichenteile sp\u00e4ter bei Breisach im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Das Landgericht verurteilte den damals 58-J\u00e4hrigen im November 2024 nach einem Gest\u00e4ndnis unter anderem wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten. Doch die Schwester des Get\u00f6teten m\u00f6chte, dass der T\u00e4ter wegen Mordes verurteilt wird &#8211; und hat Revision eingelegt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Nun pr\u00fcft der dritte Strafsenat am BGH, ob das Landgericht Fehler gemacht und f\u00e4lschlicherweise Mordmerkmale ausgeschlossen hat. Ihre Entscheidung wollen die obersten Strafrichterinnen und -richter am 13. Januar verk\u00fcnden.<\/p>\n<p>Mordmerkmale falsch bewertet?<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Vertreter der Schwester als Nebenkl\u00e4gerin und der Bundesanwaltschaft beantragen, dass der BGH das bisherige Urteil aufhebt und der Fall an einem anderen Landgericht neu aufgerollt wird. Das Landgericht habe zum Beispiel das Mordmerkmal der niedrigen Beweggr\u00fcnde ausgeschlossen, obwohl rassistische Einstellungen des T\u00e4ters belegt seien und st\u00e4rker h\u00e4tten ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, sagt der Anwalt der Frau.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Die Bundesanw\u00e4ltin greift das Argument des Gerichts auf, der Mann habe vor der Tat niemals eine aktiv-k\u00e4mpferische Haltung gegen\u00fcber Migranten gezeigt. Sie betont, es sei auch nicht n\u00f6tig, vorher zu demonstrieren oder Ausl\u00e4nder zu verpr\u00fcgeln. \u201eDie Argumentation erschlie\u00dft sich hinten und vorne nicht.\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"id-RatioPlaceholder-element wv_story_el_image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/40846266-bgh-QABG.jpg\" loading=\"lazy\"   height=\"792\" width=\"1100\" alt=\"BGH\"\/>Der BGH pr\u00fcft das Urteil. (Archivbild) \u00a9\u00a0Uli Deck\/dpa<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Zudem sei das Gericht nicht vom Mordmerkmal der Heimt\u00fccke ausgegangen, kritisieren die beiden. Obwohl das Opfer die T\u00fcr zu seiner Wohnung offengelassen habe. Dies widerspreche der Annahme des Gerichts, der Mann sei nicht arglos gewesen. \u201eDer hat nicht damit gerechnet, dass er gleich erschossen werden w\u00fcrde\u201c, sagt die Bundesanw\u00e4ltin.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Vorausgegangen war der Tat den Feststellungen zufolge ein Streit zwischen den M\u00e4nnern. Das sp\u00e4tere Opfer soll den Mann, seine Mutter und deren Partner unter anderem als \u201eschei\u00df Deutsche\u201c bezeichnet haben. Sp\u00e4ter sagte er den Angaben nach: \u201eIch werde die deutschen Schweine t\u00f6ten. Und Allah hilft mir.\u201c<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Doch es blieb den Ausf\u00fchrungen zufolge bei Drohungen, Wortgefechten und geballten F\u00e4usten auf beiden Seiten &#8211; bis der 38-J\u00e4hrige abdrehte und in seine Wohnung ging. Aus Sicht der Bundesanw\u00e4ltin ein klares Zeichen der Deeskalation: Der Mann habe dem Angeklagten den R\u00fccken zugewandt.<\/p>\n<p>\u201eIch bete f\u00fcr die Hinterbliebenen\u201c<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der Verteidiger des Mannes sagt in seinem Pl\u00e4doyer, die Feindseligkeiten seien damit aber nicht beendet gewesen. Die t\u00f6dlichen Sch\u00fcsse m\u00fcssten daher im Zusammenhang bewertet werden. Zudem habe der 38-J\u00e4hrige mehrfach Todesdrohungen gegen den Angeklagten und dessen Familie ausgesto\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Der BGH k\u00f6nne im Revisionsverfahren keine eigene Bewertung vornehmen, betont er. Er k\u00f6nne das Urteil nur auf Rechtsfehler hin \u00fcberpr\u00fcfen. Diese oder L\u00fccken in der Beweisw\u00fcrdigung seien aber nicht zu erkennen, sagt der Anwalt.<\/p>\n<p class=\"id-StoryElement-paragraph\">Und er liest letzte Worte seines Mandanten vor, der nicht bei der Verhandlung ist: \u201eIch wollte das nicht\u201c, hei\u00dft es da. Er habe keinen Groll gehegt. \u201eIch bete f\u00fcr die Hinterbliebenen.\u201c Und er hoffe, dass sie ihm irgendwann verzeihen k\u00f6nnten. dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Startseite BaW\u00fc Stand: 16.12.2025, 16:06 Uhr DruckenTeilen Der erste Prozess fand am Landgericht Waldshut-Tiengen statt. 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