{"id":651657,"date":"2025-12-17T02:35:14","date_gmt":"2025-12-17T02:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/651657\/"},"modified":"2025-12-17T02:35:14","modified_gmt":"2025-12-17T02:35:14","slug":"koeln-teilzeit-beantragen-rechte-risiken-und-tipps-im-ueberblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/651657\/","title":{"rendered":"K\u00f6ln | Teilzeit beantragen: Rechte, Risiken und Tipps im \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Auch wenn der Arbeitsmarkt angespannt ist: Viele Vollzeitbesch\u00e4ftigte m\u00f6chten weniger arbeiten. Das zeigt eine <a href=\"https:\/\/www.berufe-studie.de\/2025_01-kernergebnisse.html\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Umfrage<\/a>, die YouGov im Sommer 2025 im Auftrag der HDI-Versicherung unter mehr als 3.700 Berufst\u00e4tigen durchgef\u00fchrt hat: Mehr als die H\u00e4lfte (53 Prozent) w\u00fcrde lieber in Teilzeit arbeiten, wenn es ein entsprechendes Angebot g\u00e4be.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist bei einem Wechsel ins Teilzeitmodell zu beachten \u2013 rechtlich, finanziell und famili\u00e4r? Die wichtigsten Fragen und Antworten.<\/p>\n<p>Habe ich Anspruch auf Teilzeitarbeit?<\/p>\n<p>Arbeitszeitverk\u00fcrzung ist oft Verhandlungssache. Ein gesetzlicher Anspruch kann helfen, doch nicht jeder hat ihn: In Betrieben mit bis zu 15 Besch\u00e4ftigten h\u00e4ngt die Entscheidung vom Wohlwollen des Chefs oder der Chefin ab.\u00a0<\/p>\n<p>Erst ab 16 Mitarbeitenden besteht ein Rechtsanspruch \u2013 vorausgesetzt, der Arbeitnehmer ist seit mindestens sechs Monaten im Unternehmen. \u00abSind beide Bedingungen erf\u00fcllt, k\u00f6nnen Besch\u00e4ftigte eine dauerhafte Reduzierung der Arbeitszeit beantragen\u00bb, erkl\u00e4rt Volker G\u00f6rzel vom Verband der deutschen Arbeitsrechtsanw\u00e4lte (VDAA).<\/p>\n<p>Wer nur vor\u00fcbergehend weniger arbeiten m\u00f6chte, kann Br\u00fcckenteilzeit beantragen. Sie erlaubt eine Arbeitszeitverk\u00fcrzung f\u00fcr mindestens ein und h\u00f6chstens f\u00fcnf Jahre. Allerdings gilt der Anspruch uneingeschr\u00e4nkt nur in Unternehmen mit mehr als 200 Besch\u00e4ftigten, so G\u00f6rzel.\u00a0<\/p>\n<p>In Betrieben mit 46 bis 200 Mitarbeitern greift eine Quotenregelung: Pro 15 Besch\u00e4ftigte muss der Arbeitgeber nur einen Antrag auf Br\u00fcckenteilzeit genehmigen, also zum Beispiel vier Antr\u00e4ge in einem Betrieb mit 60 Angestellten.<\/p>\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit zur befristeten Reduzierung bietet die Teilzeit in Elternzeit. \u00abDie gesetzlichen H\u00fcrden \u00e4hneln hier denen der unbefristeten Teilzeit\u00bb, sagt der Fachanwalt.<\/p>\n<p>Was muss ich beim Antrag beachten?<\/p>\n<p>Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen bestimmte Formalit\u00e4ten einhalten: \u00abSie m\u00fcssen Teilzeit oder Br\u00fcckenteilzeit mindestens drei Monate im Voraus beantragen\u00bb, so G\u00f6rzel. Der Antrag muss schriftlich oder per E-Mail erfolgen und die gew\u00fcnschte Stundenzahl enthalten, bei Br\u00fcckenteilzeit auch die gew\u00fcnschte Dauer. Fehlen diese Angaben, ist der Antrag unwirksam, so der Anwalt. Auch die Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage sollte im Antrag stehen.<\/p>\n<p>Kann mein Arbeitgeber den Antrag ablehnen?<\/p>\n<p>Sind die formalen Voraussetzungen erf\u00fcllt, darf der Arbeitgeber den Antrag nicht einfach ablehnen. \u00abEr muss mit dem Arbeitnehmer \u00fcber dessen Wunsch sprechen und eine gemeinsame L\u00f6sung suchen\u00bb, sagt G\u00f6rzel.\u00a0<\/p>\n<p>Eine Ablehnung ist nur bei schwerwiegenden betrieblichen Gr\u00fcnden m\u00f6glich. \u00abDer Arbeitgeber tr\u00e4gt die Beweislast und muss die Gr\u00fcnde nachvollziehbar darlegen.\u00bb Etwa, dass die Teilzeit die Organisation und den Arbeitsablauf im Betrieb wesentlich beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Und wenn der Arbeitgeber den Antrag ignoriert? \u00abReagiert er nicht innerhalb eines Monats, gilt der Antrag automatisch als genehmigt\u00bb, erkl\u00e4rt G\u00f6rzel.<\/p>\n<p>Kann ich bei Bedarf zur\u00fcck in die Vollzeit?<\/p>\n<p>Nach Ablauf der Br\u00fccken- oder Elternteilzeit kehren Besch\u00e4ftigte automatisch zur vorherigen Stundenzahl zur\u00fcck. Schwieriger ist es, eine unbefristete Teilzeitstelle wieder aufzustocken. Zwar m\u00fcssen Arbeitgeber solche W\u00fcnsche bei der Besetzung neuer Stellen bevorzugt ber\u00fccksichtigen, doch das sei rechtlich schwer durchsetzen, sagt G\u00f6rzel.<\/p>\n<p>Was sollten Besch\u00e4ftigte beim Schritt in die Teilzeit bedenken?<\/p>\n<p>Der Schritt in die Teilzeit will gut durchdacht sein. Karriere-Coach Bernd Slaghuis r\u00e4t zur finanziellen Bestandsaufnahme vor dem Antrag. Es geht um Fragen wie: Wie viel verdiene ich dann netto? Wie viel Geld brauche ich? Zudem sinken mit dem Gehalt in Teilzeit die Anspr\u00fcche auf Rente und Arbeitslosengeld. \u00abDas sollte man vorher berechnen\u00bb, sagt Slaghuis.<\/p>\n<p>Hinzu kommen m\u00f6gliche Folgen f\u00fcr die Karriere. In manchen Unternehmen ist Teilzeit immer noch ein Karrierekiller. \u00abIch w\u00fcrde genau pr\u00fcfen, welche Entwicklungschancen es dann noch intern gibt\u00bb, sagt Slaghuis. Arbeitnehmer, die f\u00fcr einen Wechsel offen sind, m\u00fcssen sich dar\u00fcber weniger Gedanken machen: \u00abWer sich extern auf eine ausgeschriebene Teilzeitstelle bewirbt, ger\u00e4t weniger in Erkl\u00e4rungsnot\u00bb, so der Coach.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem empfiehlt Slaghuis vorab ein Gespr\u00e4ch mit Partner und Familie: Welche beruflichen Pl\u00e4ne hat der Partner? Wie sicher sind sein Job und Einkommen? Wie wirken sich die finanziellen Einbu\u00dfen auf das gemeinsame Leben aus, und wie der Gewinn an Zeit? \u00abWer diese Zeit etwa f\u00fcr sein Hobby oder den Aufbau einer Nebent\u00e4tigkeit schon verplant hat, sollte das ansprechen, um falsche Erwartungen zu vermeiden\u00bb, r\u00e4t Slaghuis.<\/p>\n<p>Wie sage ich es dem Arbeitgeber?<\/p>\n<p>Ob ein Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Teilzeit hat oder nicht: \u00abSprechen Sie vor dem schriftlichen Antrag mit Ihrem Vorgesetzten und bereiten Sie sich darauf gut vor. Das erh\u00f6ht Ihre Chancen\u00bb, sagt Slaghuis.<\/p>\n<p>\u00c4rger \u00fcber den Job hat in dem Gespr\u00e4ch nichts zu suchen. Der Karriereberater empfiehlt, das Gespr\u00e4ch zu nutzen, um die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Schritt zu erkl\u00e4ren, die Vorteile f\u00fcr den Arbeitgeber aufzuzeigen und durchdachte L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge zu pr\u00e4sentieren. \u00abEin motivierter, erholter Mitarbeiter an vier Tagen ist wertvoller als ein \u00fcberarbeiteter an f\u00fcnf Tagen\u00bb, sagt er.<\/p>\n<p>Wie gehe ich mit einer Ablehnung um?<\/p>\n<p>Lehnt der Arbeitgeber den Antrag ab, sollten Arbeitnehmer fragen, was n\u00f6tig w\u00e4re, damit der Arbeitgeber zustimmt, empfiehlt der Coach. Vielleicht passt der Antrag nur im Moment nicht, h\u00e4tte aber sp\u00e4ter eine Chance. Und wenn sich der Arbeitgeber weder gespr\u00e4chs- noch kompromissbereit zeigt? \u00abDann w\u00fcrde ich mir \u00fcberlegen, ob dieses Unternehmen langfristig noch das Richtige f\u00fcr mich ist\u00bb, sagt Slaghuis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6ln (dpa\/tmn) &#8211; Auch wenn der Arbeitsmarkt angespannt ist: Viele Vollzeitbesch\u00e4ftigte m\u00f6chten weniger arbeiten. 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