{"id":651915,"date":"2025-12-17T05:12:17","date_gmt":"2025-12-17T05:12:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/651915\/"},"modified":"2025-12-17T05:12:17","modified_gmt":"2025-12-17T05:12:17","slug":"bad-nenndorf-hannover-dlrg-hundertfach-lebensbedrohliche-situationen-im-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/651915\/","title":{"rendered":"Bad Nenndorf\/Hannover | DLRG: \u00abHundertfach lebensbedrohliche Situationen\u00bb im Wasser"},"content":{"rendered":"<p>Bad Nenndorf\/Hannover (dpa) &#8211; Die Augen leer vor Ersch\u00f6pfung, die Schulter ausgekugelt &#8211; gerade noch rechtzeitig helfen Rettungsschwimmer einem Surfer in Not. Das passiert Mitte August in Heiligenhafen an der Ostsee. Bei Wellengang ist der 49-J\u00e4hrige schwer zu sehen, die laute Brandung erschwert die Kommunikation der Einsatzkr\u00e4fte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) per Funk. Dennoch finden sie den Mann, der sich mit verletzter Schulter an sein Board klammert.<\/p>\n<p>Zwei Wochen zuvor am Strandabschnitt Kalifornien im Ostseebad Sch\u00f6nberg: Am sp\u00e4ten Nachmittag fallen den Rettern drei Schwimmer auf &#8211; wegen ihres ver\u00e4nderten Schwimmstils. Noch bevor sie eingreifen k\u00f6nnen, sind Hilferufe zu h\u00f6ren. Einer der drei klammert sich wohl an einen der anderen Schwimmer und zieht ihn mit unter Wasser, der Dritte ist v\u00f6llig ersch\u00f6pft. Vier Rettungsschwimmern gelingt es schlie\u00dflich, die zwei Frauen und einen Mann noch rechtzeitig an Land zu bringen.<\/p>\n<p>Weniger Badetote erwartet<\/p>\n<p>In diesen F\u00e4llen werden die Menschen in Not gerettet &#8211; das ist allerdings nicht immer der Fall. Dennoch gehen die DLRG-Wasserretter f\u00fcr das laufende Jahr von weniger Badetoten aus als 2024 &#8211; damals sind 411 Todesf\u00e4lle in deutschen Gew\u00e4ssern dokumentiert worden. Insgesamt d\u00fcrfte die Zahl der Todesf\u00e4lle im Gesamtjahr 2025 deutlich unter 400 und etwa auf dem Niveau von 2022 (356 Badetote) oder 2023 (380) liegen, teilt die Organisation auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Bis zum Stichtag 15. September starben laut einer Statistik 321 Menschen \u2013 33 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.<\/p>\n<p>\u00abDie Fehleinsch\u00e4tzung des eigenen K\u00f6nnens geh\u00f6rt zu den h\u00e4ufigsten Ursachen bei Unf\u00e4llen\u00bb, sagt DLRG-Pr\u00e4sidentin Ute Vogt. Wer nur selten schwimme oder gar nicht schwimmen k\u00f6nne und m\u00f6gliche Gefahren nicht kenne, bringe sich schnell selbst in Gefahr, warnt sie. Besonders gef\u00e4hrlich sei es, wenn aufkommender Wind Str\u00f6mungen verst\u00e4rke &#8211; dann werde es auch f\u00fcr ge\u00fcbte Schwimmer gef\u00e4hrlich.\u00a0<\/p>\n<p>Hundertfach lebensbedrohliche Situationen<\/p>\n<p>\u00abDie angezeigten Sicherheitszeichen werden aber leider immer wieder ignoriert\u00bb, sagt Vogt. Sie betont: \u00abVor allem, wenn die rote Flagge gehisst ist, ist das unverantwortlich.\u00bb Wer sich dann in Gefahr begebe, bringe auch die Retterinnen und Retter in enorme Schwierigkeiten. \u00abDas ist absolut verantwortungslos.\u00bb<\/p>\n<p>An den Wasserrettungsstationen der DLRG mit \u00fcber 100 Badestellen an Nord- und Ostsee sind nach Angaben der Organisation im laufenden Jahr rund 6.500 Rettungsschwimmer im Einsatz gewesen &#8211; ein Jahr zuvor sind es 5.500. Insgesamt kommen die Freiwilligen demnach auf 590.000 (2024: 550.000) Wachstunden. In 240 (295) F\u00e4llen sind sie im Rettungseinsatz im oder auf dem Wasser, leisten rund 11.400 (14.300) Menschen Erste Hilfe und bringen \u00fcber 1.100 (1.540) Mal Eltern und Kinder zusammen, die sich aus den Augen verloren haben.<\/p>\n<p>\u00abDie etwas geringeren Einsatzzahlen im Vergleich zum Vorjahr d\u00fcrfen nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass hundertfach lebensbedrohliche Situationen auftraten\u00bb, betont Vogt. Etliche Menschen w\u00e4ren aus ihrer Sicht ohne die Rettungsschwimmer \u00abnicht lebend aus dem Sommeurlaub zur\u00fcckgekehrt\u00bb. Die meisten Menschen sterben nach DLRG-Angaben in Fl\u00fcssen und Seen, in den Meeren sind es im laufenden Jahr bis zum Ende Sommerferien 19, davon 14 in der Ostsee. Im gesamten Vorjahr ertrinken 30 Menschen im Meer.\u00a0<\/p>\n<p>Kleine Nichtschwimmer immer \u00abin Griffweite\u00bb<\/p>\n<p>Bis Ende Oktober starben zudem mindestens 13 Kinder im Vor- und Grundschulalter in Schwimmb\u00e4dern und Freigew\u00e4ssern &#8211; viele Kinder in dem Alter k\u00f6nnten nur schlecht oder gar nicht schwimmen, teilt die DLRG mit. Vogt betont, Kinder m\u00fcssten durchgehend beaufsichtigt werden und im Falle kleiner Nichtschwimmerinnen und -schwimmer \u00abin Griffweite bleiben\u00bb.<\/p>\n<p>Die Wasserretter gehen den Angaben zufolge davon aus, dass noch immer mehr als jedes zweite Kind nicht sicher schwimmen kann, wenn es die Grundschule verl\u00e4sst. Ein Grund: B\u00e4der f\u00fcr den Schwimmunterricht fehlen. \u00abMindestens jedes zweite Schwimmbad ist sanierungsbed\u00fcrftig und hunderten droht die Schlie\u00dfung infolge klammer Kassen der St\u00e4dte und Gemeinden\u00bb, kritisiert Vogt. Die bereitgestellten Gelder sollten \u00absystematisch und nicht nach Windhund-Prinzip vergeben werden\u00bb.<\/p>\n<p>20 Millionen Euro zur F\u00f6rderung der Schwimmausbildung\u00a0<\/p>\n<p>Positiv aus DLRG-Sicht: die Bundes-F\u00f6rderung f\u00fcr Schwimmb\u00e4der. Die f\u00fcr 2026 vorgesehenen 333 Millionen Euro f\u00fcr die Sportst\u00e4ttenf\u00f6rderung habe der Haushaltsausschuss \u00abkurzerhand\u00bb um 250 Millionen Euro f\u00fcr Schwimmb\u00e4der erg\u00e4nzt, teilt die Organisation mit. Au\u00dferdem sollen demnach bis 2029 insgesamt 20 Millionen Euro zur F\u00f6rderung der Vereine in der Schwimmausbildung flie\u00dfen. Es habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass mehr f\u00fcr die Pr\u00e4vention gegen das Ertrinken getan werden m\u00fcsse, sagt Vogt: \u00abDie daf\u00fcr wirkungsvollste Ma\u00dfnahme ist es, das Schwimmen zu lehren.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bad Nenndorf\/Hannover (dpa) &#8211; Die Augen leer vor Ersch\u00f6pfung, die Schulter ausgekugelt &#8211; gerade noch rechtzeitig helfen Rettungsschwimmer&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":651916,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1836],"tags":[20373,2420,3364,29,2507,30,692,46,27,2280,1351,1411,4338,1971],"class_list":{"0":"post-651915","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hannover","8":"tag-schwimmen","9":"tag-bremen","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-freizeit","13":"tag-germany","14":"tag-hamburg","15":"tag-hannover","16":"tag-hilfsorganisation","17":"tag-jahreswechsel","18":"tag-mecklenburg-vorpommern","19":"tag-niedersachsen","20":"tag-notfall","21":"tag-schleswig-holstein"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115733197138184147","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/651915","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=651915"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/651915\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/651916"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=651915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=651915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=651915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}