{"id":651990,"date":"2025-12-17T05:56:15","date_gmt":"2025-12-17T05:56:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/651990\/"},"modified":"2025-12-17T05:56:15","modified_gmt":"2025-12-17T05:56:15","slug":"junge-deutsche-in-der-ukraine-von-der-schulbank-in-den-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/651990\/","title":{"rendered":"Junge Deutsche in der Ukraine: Von der Schulbank in den Krieg"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/noah-102.jpg\" alt=\"Noah\" title=\"Noah | Y-Kollektiv\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 17.12.2025 04:56 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Manche wollen Europa sch\u00fctzen, andere suchen das Abenteuer: Es gibt Jugendliche und junge M\u00e4nner aus Deutschland, die freiwillig in der Ukraine an der Front k\u00e4mpfen wollen. Doch nicht alle werden vom ukrainischen Milit\u00e4r aufgenommen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Rollende Panzer und Milit\u00e4rkonvois, zerbombte Geb\u00e4ude, st\u00e4ndiger Sirenenalarm und Drohnenangriffe. Das ist der brutale Alltag in einigen St\u00e4dten in der Ukraine. Dort freiwillig an der Front zu k\u00e4mpfen, ist f\u00fcr die meisten Jugendlichen in Deutschland unvorstellbar. Es gibt aber ein paar von ihnen, die sich der ukrainischen Armee anschlie\u00dfen wollen, um das Land in ihrem Kampf gegen die russische Invasion zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der 18-j\u00e4hrige Noah aus Darmstadt ist einer von ihnen. Er hat im Sommer sein IT-Fachabitur gemacht und entwickelt in seiner Freizeit Apps, um Flugbahnen von Granaten zu berechnen. Zudem steuert er zivile Drohnen. Noah will zu einer Drohnen-Einheit in der Ukraine. &#8222;Ich w\u00fcrde tats\u00e4chlich Drohnen-Einheiten pr\u00e4ferieren, weil es mir schon mal bekannt vorkommt&#8220;, sagt er dem Y-Kollektiv.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass der Soldatenberuf in der Ukraine auch bedeutet, Menschen zu t\u00f6ten, ist Noah bewusst. &#8222;Das ist jetzt &#8211; brutal oder zynisch gesagt &#8211; f\u00fcr den gr\u00f6\u00dferen Sinn, um die demokratische Weltordnung aufrechtzuerhalten&#8220;, sagt er.<\/p>\n<p>    Als Dachdeckermeister an der Front<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der 25 Jahre alte Franco k\u00e4mpft bereits freiwillig in der Ukraine. Er wollte zun\u00e4chst humanit\u00e4r helfen, merkte aber schnell, dass die Ukraine keine Handwerker braucht, sondern Soldaten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Seit zwei Jahren k\u00e4mpft der gelernte Dachdeckermeister bereits an der Front. Von seinen Kameraden, mit denen er in die Ukraine gekommen ist, k\u00e4mpft keiner mehr. &#8222;Gestorben sind von denen f\u00fcnf, der Rest wurde schwer verwundet&#8220;, schildert der Deutsche. Sie stammten alle aus Europa.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie viele deutsche Freiwillige derzeit insgesamt in der Ukraine k\u00e4mpfen, ist unklar. Laut ukrainischen Beh\u00f6rden sind es vermutlich mehrere hundert. Wer sich der Armee anschlie\u00dfen will, kann sich online bewerben, etwa auf der Webseite der Internationalen Legion zur Verteidigung der Ukraine. Auch bei der Spezialeinheit &#8222;Azov International Battalion&#8220; sind online Bewerbungsformulare zu finden.<\/p>\n<p>    Elite-Einheit im &#8222;Safe House&#8220; untergebracht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass sich schon 18-J\u00e4hrige freiwillig f\u00fcr den Grabenkampf melden, sieht Soldat Franco skeptisch. &#8222;Nat\u00fcrlich sind da wahrscheinlich auch ein, zwei dabei, die \u00fcberhaupt nicht wissen, was los ist. Du sagst denen bewusst: Du wirst hier sterben, weil das hier kein Trainingslager ist.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Da die Gefahr eines gezielten Luftangriffs gro\u00df ist, ist die Einheit an einem geheimen R\u00fcckzugsort untergebracht. Das &#8222;Safe House&#8220; befindet sich im Umland der vom Krieg gezeichneten Stadt Charkiw. Mehrere Stadtteile sind dort vollkommen zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Charkiw ist gerade mal 30 Kilometer von der russischen Front entfernt. Vor allem in den Randgebieten kommt es fast t\u00e4glich zu Drohnenangriffen. Und trotzdem kann man nach Charkiw noch mit der Bahn reisen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Karte der Ukraine und Russlands, hell schraffiert: von Russland besetzte Gebiete\n                    <\/p>\n<p>    Soldat &#8222;Lefty&#8220;: Demokratie verteidigen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der 20 Jahre alte &#8222;Lefty&#8220; k\u00e4mpft ebenfalls an der Front bei Charkiw. &#8222;Lefty&#8220; ist der Deckname des Soldaten, weil er mit links wohl genauso gut schie\u00dfen kann wie mit rechts. Er berichtet, dass auch schon sein Vater und sein Gro\u00dfvater beim Milit\u00e4r gewesen seien.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Lefty&#8220; riskiert sein Leben im Kampf gegen die russischen Aggressoren. Mit 18 Jahren reiste er kurz nach seinem Realschulabschluss in die Ukraine. &#8222;Die ganzen Verbrechen, die da passiert sind, waren f\u00fcr mich nicht akzeptabel. Vor allem nicht auf europ\u00e4ischen Boden&#8220;, sagt er. Das Treffen mit ihm und seinem Kameraden Strato, der halb Norweger, halb Schweizer ist, fand auf einem Parkplatz in der N\u00e4he der Front statt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der russische Angriffskrieg ist f\u00fcr &#8222;Lefty&#8220; ein Angriff auf die Demokratie, die es zu verteidigen gilt. &#8222;Demokratie und Freiheit, die es in der Russischen F\u00f6deration einfach nicht gibt.&#8220; Er wolle nicht zulassen, dass noch mehr Menschen unter diesen Einfluss geraten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">F\u00fcr ihn spielt auch Abenteuerlust eine Rolle bei den Eins\u00e4tzen. &#8222;Es gibt auch immer viele gute Momente, vor allem nach einer Mission &#8211; die Erinnerungen und die Geschichten, die man mitnimmt. Solange keiner f\u00e4llt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;So bl\u00f6d, sich das anh\u00f6rt&#8220;, sagt &#8222;Lefty&#8220;. &#8222;Das f\u00fchlt sich manchmal auch ein bisschen an wie ein Videospiel. Man hat aber nat\u00fcrlich die Nahtoderfahrung.&#8220; Immer wieder sterben Soldaten an der Front. Wie viele ukrainische Soldaten bislang gefallen sind, ist unklar. Die Ukraine h\u00e4lt sich mit entsprechenden Angaben zur\u00fcck. Im Februar sagte Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj im Interview mit dem Journalisten Piers Morgan, dass bislang 45.1000 Soldaten get\u00f6tet und etwa 390.000 verletzt worden seien. Unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfen l\u00e4sst sich das kaum. Milit\u00e4r-Experten sch\u00e4tzen die Zahl jedoch deutlich h\u00f6her ein.<\/p>\n<p>    Beim Rekrutierungsgespr\u00e4ch in Kiew<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Genauso alt wie Noah aus Darmstadt, der sich mit dem Zug auf eine Reise in die Ukraine begab, ohne dass seine Eltern davon wissen. In einem Caf\u00e9 in Kiew traf der 18-J\u00e4hrige sich zu einem Gespr\u00e4ch mit einem Rekrutierer von &#8222;Azov International&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Azov-Regiment gilt als Spezialeinheit in der Ukraine. In der Vergangenheit war es wegen rechtsextremen Verbindungen umstritten. Eigenen Angaben zufolge grenzt sich die Einheit inzwischen klar davon ab.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nicht jeder, der k\u00e4mpfen m\u00f6chte, wird genommen. F\u00fcr Noah gibt es nach seinem Rekrutierungsgespr\u00e4ch eine Absage. Es sei zu fr\u00fch f\u00fcr ihn, Soldat zu werden, sagt der Rekrutierer. &#8222;Ich rede gerade mit dem Kind, nicht mit dem Soldaten&#8220;, sagt er dem Y-Kollektiv. Noah m\u00f6chte trotz der Entt\u00e4uschung nicht aufgeben &#8211; und es zum Beispiel in der ukrainischen R\u00fcstungsindustrie versuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.12.2025 04:56 Uhr Manche wollen Europa sch\u00fctzen, andere suchen das Abenteuer: Es gibt Jugendliche und junge M\u00e4nner&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":651991,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[29,30,13,14,15,59722,12,13036,10,8,9,11,317],"class_list":{"0":"post-651990","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-rekruten","14":"tag-schlagzeilen","15":"tag-soldat","16":"tag-top-news","17":"tag-top-meldungen","18":"tag-topmeldungen","19":"tag-topnews","20":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115733370902192655","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/651990","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=651990"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/651990\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/651991"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=651990"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=651990"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=651990"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}