{"id":652135,"date":"2025-12-17T07:23:22","date_gmt":"2025-12-17T07:23:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/652135\/"},"modified":"2025-12-17T07:23:22","modified_gmt":"2025-12-17T07:23:22","slug":"grundwasser-norden-schneidet-im-vergleich-schlecht-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/652135\/","title":{"rendered":"Grundwasser: Norden schneidet im Vergleich schlecht ab"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/grundwasser-114.webp\" alt=\"Tiefe Traktorspuren auf dem Feld, in denen sich Wasser ansammelt\" title=\"Tiefe Traktorspuren auf dem Feld, in denen sich Wasser ansammelt | Martina Raedlein\/ picture alliance\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: In Norddeutschland ist die H\u00e4lfte des Grundwassers belastet (5 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 17.12.2025 06:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Der Deutschland-Vergleich zeigt: In Norddeutschland ist das Grundwasser im Schnitt st\u00e4rker chemisch belastet als im Rest des Landes. Eine EU-Richtlinie sollte bis 2027 Abhilfe schaffen. Das Ziel wird aber nicht erreicht.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Katharina Bews<\/p>\n<p class=\"\">Grundwasser ist die wichtigste Quelle f\u00fcr unser Trinkwasser. Messdaten zeigen: In Deutschland befand sich 2021 knapp ein Drittel des Grundwassers in einem chemisch schlechten Zustand. Im Norden ist der Zustand noch schlechter. Hier gilt mehr als die H\u00e4lfte der Grundwasservorkommen als belastet.<\/p>\n<p class=\"\">Als schlecht gilt ein Grundwasserk\u00f6rper wenn in mehr als 20 Prozent der Messstellen die festgelegten Grenzwerte f\u00fcr bestimmte Schadstoffe oder N\u00e4hrstoffe \u00fcberschritten werden. Grundwasserk\u00f6rper sind klar abgegrenzte Bereiche im Untergrund, die jeweils separat untersucht werden. Insgesamt gibt es in Deutschland 1.291 solcher Grundwasserk\u00f6rper.<\/p>\n<p>    Zu viele Pflanzenschutzmittel und zu viel Vieh<\/p>\n<p class=\"\">Die hohe chemische Belastung des Grundwassers im Norden ist laut Landesbeh\u00f6rden vor allem auf Nitrat sowie Pflanzenschutzmittel und deren Abbauprodukte zur\u00fcckzuf\u00fchren. Als Hauptursachen nennen sie den hohen Viehbestand und die intensive Landwirtschaft. &#8222;Der hohe Einsatz von D\u00fcngemitteln f\u00fchrt zu N\u00e4hrstoff\u00fcbersch\u00fcssen, die nicht vollst\u00e4ndig von den Pflanzen aufgenommen werden und ins Grundwasser gelangen k\u00f6nnen&#8220;, so der Nieders\u00e4chsische Landesbetrieb f\u00fcr Wasserwirtschaft, K\u00fcsten- und Naturschutz.<\/p>\n<p class=\"\">Die geologischen Verh\u00e4ltnisse im Norden versch\u00e4rfen das Problem: Sandige B\u00f6den k\u00f6nnen N\u00e4hrstoffe nur schlecht zur\u00fcckhalten. So sickern mehr Stoffe wie Nitrat ins Grundwasser als in Regionen mit dichteren und aufnahmef\u00e4higeren B\u00f6den. Insbesondere Nitrat reichert sich im Grundwasser an. Es ist an sich nicht gesundheitssch\u00e4dlich. Allerdings kann es im K\u00f6rper zu Nitrit umgewandelt werden, was vor allem f\u00fcr S\u00e4uglinge gef\u00e4hrlich sein kann.<\/p>\n<p>    Keine Gefahr f\u00fcr die Gesundheit, aber mehr Kosten f\u00fcrs Trinkwasser<\/p>\n<p class=\"\">Verbraucherinnen und Verbraucher m\u00fcssen sich trotzdem keine Sorgen machen, denn das Grundwasser wird umfassend aufbereitet, bevor es als Trinkwasser aus den Leitungen flie\u00dft. F\u00fcr die Gesundheit besteht also keine Gefahr. Dennoch: Der schlechte Zustand des Grundwassers macht das Trinkwasser teurer: Gelangen mehr Schadstoffe ins Wasser, muss der Wasserversorger es aufwendig aufbereiten. \u201cDas kostet Geld, und das zahlt der Verbraucher\u201c, sagt Falk Hilliges vom Umweltbundesamt.<\/p>\n<p class=\"\">Eine\u00a0<a href=\"https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.860915.de\/nitratverschmutzung_steigert_kosten_der_trinkwasserversorgung__wasserknappheit_verschaerft_nutzungskonflikte.html\" title=\"Studie DIW\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie<\/a>\u00a0des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2022 best\u00e4tigt, dass steigende Nitratwerte im Wasser die Gesamtkosten f\u00fcr Trinkwasserunternehmen erh\u00f6hen. Konkret hei\u00dft es in der Studie, dass 10 Milligramm Nitrat pro Liter zu einem Kostenanstieg von etwa 110.000 Euro f\u00fcr ein durchschnittliches Unternehmen mit 50.000 Kundinnen und Kunden f\u00fchren. Das Aufbereiten des Wassers mache zwar nicht den gr\u00f6\u00dften Teil der Kosten aus, sagt Studienautorin Astrid Cullmann, aber es seien Kosten, die hinzuk\u00e4men und im Zweifel bei den Verbrauchern landeten.<\/p>\n<p>    Vorgaben f\u00fcr Grundwasserqualit\u00e4t nicht erreicht \u2013 EU verl\u00e4ngert Frist<\/p>\n<p class=\"\">Um die Qualit\u00e4t der Gew\u00e4sser in Europa, inklusive Grundwasser, zu verbessern, legte die EU im Jahr 2000 Grenzwerte in der\u00a0<a href=\"https:\/\/environment.ec.europa.eu\/topics\/water\/water-framework-directive_en\" title=\"Wasserrahmen\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)<\/a>\u00a0fest. Die Richtlinie sieht eigentlich vor, dass bis 2027 alle Gew\u00e4sser, inklusive Grundwasser, in einem chemisch guten Zustand sein sollen. &#8222;Aber davon sind wir noch sehr weit entfernt&#8220;, sagt Falk Hilliges.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Daten, auf denen die Grafik oben beruht, stammen von der letzten Messperiode, die von 2015 bis 2021 dauerte. 2027 wird es neue Zahlen geben. Aber es ist jetzt bereits klar, dass das Ziel nicht erreicht wird. Daher hat die EU die Frist <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2025\/09\/23\/water-pollution-council-and-parliament-reach-provisional-deal-to-update-priority-substances-in-surface-and-ground-waters\/\" title=\"Frist\" class=\"js-link-dialog\" data-type=\"external\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vorl\u00e4ufig auf 2039\u00a0<\/a>verschoben, in besonderen F\u00e4llen sogar bis 2045. &#8222;Aber selbst diese Frist wird die Mitgliedsstaaten vor gro\u00dfe Herausforderungen stellen&#8220;, kommentiert Hilliges.<\/p>\n<p class=\"\">Ein gro\u00dfes Problem ist das &#8222;lange Ged\u00e4chtnis&#8220; des Grundwassers. Laut Hilliges kann es Jahrzehnte dauern, bis die Schadstoffe im Wasser abgebaut sind. H\u00e4ufig geht der schlechte Zustand des Grundwassers auf fr\u00fchere Eintr\u00e4ge zur\u00fcck. Als Beispiel nennt er das Pflanzenschutzmittel Atrazin, das seit 1991 in Deutschland verboten ist und dennoch am h\u00e4ufigsten im Grundwasser nachgewiesen wird.<\/p>\n<p>    Strengere Regeln f\u00fcr D\u00fcngereinsatz f\u00fchren zur Verbesserung<\/p>\n<p class=\"\">Aus Sicht der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde in Niedersachsen hat sich die Lage aber bereits verbessert. Das hat auch damit zu tun, dass der Europ\u00e4ische Gerichtshof Deutschland 2018 verurteilte, weil das Land nicht genug gegen hohe Nitratwerte unternommen hatte. Seitdem gelten strengere Vorgaben f\u00fcr den D\u00fcngereinsatz. Auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geben auf Nachfrage an, das Grundwasser langfristig sch\u00fctzen zu wollen.<\/p>\n<p>Dazu setzen sie unter anderem auf ausgewiesene Wasserschutzzonen und feste Zeitr\u00e4ume, in denen D\u00fcnger ausgebracht werden darf. Falk Hilliges vom Umweltbundesamt sieht ebenfalls Erfolge. Der chemische Zustand des Grundwassers habe sich \u00fcber die Jahre insgesamt leicht verbessert. Um deutliche Fortschritte zu erzielen, sollten N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge weiter reduziert werden und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln abnehmen, so Hilliges.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/wasser-202.webp\" alt=\"Eine Labormitarbeiterin h\u00e4lt einen Probenbeh\u00e4lter mit behandschuhten H\u00e4nden. \" title=\"Eine Labormitarbeiterin h\u00e4lt einen Probenbeh\u00e4lter mit behandschuhten H\u00e4nden.  | picture alliance, dpa Themendienst, Klaus-Dietmar Gabbert\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Umweltsch\u00fctzer fordern h\u00e4rtere Auflagen f\u00fcr die Nutzung der Ewigkeitschemikalien. PFAS gelten als gesundheitssch\u00e4dlich.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kutter-110.webp\" alt=\"Ein Krabbenkutter in der Nordsee.\" title=\"Ein Krabbenkutter in der Nordsee. | picture alliance \/ imageBROKER | Anja Uhlemeyer-Wrona\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Umweltorganisation wies bei Meerestieren aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg PFAS nach.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/bewaesserung144.webp\" alt=\"Ein Maisfeld wird bew\u00e4ssert.\" title=\"Ein Maisfeld wird bew\u00e4ssert. | dpa - Bildfunk, Julian Stratenschulte\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Hydrologen des Landes Mecklenburg-Vorpommern glauben, dass sich k\u00fcnftig immer weniger Grundwasser bilden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/screenshot1147954.webp\" alt=\"Roter Schriftzug &quot;Exxon Mobil&quot;\" title=\"Roter Schriftzug &quot;Exxon Mobil&quot; | Screenshot\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Im Zuge der Erdgas-F\u00f6rderung kommt es offenbar zu Unf\u00e4llen, bei denen hochgiftige Stoffe in die Umwelt gelangen. Panorama \u00fcber einen weit verzweigten Umweltskandal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: In Norddeutschland ist die H\u00e4lfte des Grundwassers belastet (5 Min) Stand: 17.12.2025 06:00 Uhr Der Deutschland-Vergleich zeigt:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":652136,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[13,14,15,12,10,8,9,11,9183,32612],"class_list":{"0":"post-652135","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-headlines","9":"tag-nachrichten","10":"tag-news","11":"tag-schlagzeilen","12":"tag-top-news","13":"tag-top-meldungen","14":"tag-topmeldungen","15":"tag-topnews","16":"tag-umweltpolitik","17":"tag-wasserqualitaet"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115733713131755973","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=652135"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652135\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/652136"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=652135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=652135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=652135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}