{"id":652366,"date":"2025-12-17T09:41:11","date_gmt":"2025-12-17T09:41:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/652366\/"},"modified":"2025-12-17T09:41:11","modified_gmt":"2025-12-17T09:41:11","slug":"wie-eine-tierauffangstation-in-sambia-menschen-zusammenbringt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/652366\/","title":{"rendered":"Wie eine Tierauffangstation in Sambia Menschen zusammenbringt"},"content":{"rendered":"<p> https:\/\/magazin.uni-leipzig.de\/das-leipziger-universitaetsmagazin\/artikel\/wie-eine-tierauffangstation-in-sambia-studierende-unterschiedlicher-fachrichtungen-zusammenbringt-2025-12-17 <\/p>\n<p>Mitten im sambischen Busch, nur unterbrochen durch einige Wege und den Kafue River, liegt das Chimfunshi Wildlife Orphanage \u2013 eine der weltweit gr\u00f6\u00dften Auffangstationen f\u00fcr Schimpansen. Im Sommer 2025 bot dieser besondere Ort einer Gruppe von 19 Studierenden und Forschenden aus Leipzig die Gelegenheit, Wissenschaft und Bildung auf einzigartige Weise zu verbinden. Die Exkursion, organisiert von verschiedenen Instituten der Universit\u00e4t Leipzig und vom Max-Planck-Institut f\u00fcr evolution\u00e4re Anthropologie, brachte Studierende der Biologie, Psychologie, Veterin\u00e4rmedizin und des Grundschullehramts zusammen. Teilgenommen haben auch die Studentinnen Claire Arneth, Roula Peekhaus und Virginia Kunkel von der Universit\u00e4t Leipzig. In ihrem Blog berichten sie \u00fcber die einzigartige Expedition.<\/p>\n<p>Von der Tiermedizin nahmen vier Studentinnen teil, von der Biologie waren f\u00fcnf Stundent:innen dabei, au\u00dferdem eine Psychologie-Studentin und vier angehende Grundschullehrerinnen \u2013 einige von ihnen zur Datenerhebung f\u00fcr ihre Projektarbeiten sowie Master- und Staatsexamensarbeiten, andere im Rahmen eines Praktikums. <a href=\"https:\/\/www.chimfunshi.de\/\" target=\"_blank\" class=\"textlink\" rel=\"noreferrer noopener\">Chimfunshi<\/a> bot daf\u00fcr ideale Bedingungen. Neben den gro\u00dfen Gehegen f\u00fcr die Tiere umfasst das Gel\u00e4nde auch eine Arzt- und eine Tierpraxis, das Gr\u00fcndungshaus, eine Schule f\u00fcr \u00fcber 250 Kinder und ein Besucher:innen- sowie ein Bildungszentrum. Au\u00dferdem geh\u00f6ren eine Farm, die Nahrung f\u00fcr Schule und Schimpansen bereitstellt, sowie Siedlungen f\u00fcr Mitarbeitende und deren Familien, gro\u00dfe Savannenfl\u00e4chen und Miombo-W\u00e4lder zum \u00fcber 10.000 Hektar gro\u00dfen Gel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Die interdisziplin\u00e4re Exkursionsgruppe arbeitete an verschiedenen Forschungs- und Bildungsprojekten. Neben der Untersuchung des Mutter-Kind-Verhaltens der Schimpansen wurden die sozialen Netzwerke der Jungtiere sowie die Integration geretteter Schimpansen und allgemeines Verhalten analysiert. Dabei wurden Methoden wie Videoanalysen und digitales Verhaltenstracking eingesetzt. Zus\u00e4tzlich fanden Untersuchungen zur Biodiversit\u00e4t des Gel\u00e4ndes statt.\u00a0<\/p>\n<p>Ein weiterer Teil der Exkursion widmete sich dem Bildungsbereich: Studierende des Grundschullehramts f\u00fchrten Projekte zu Zahlenverst\u00e4ndnis und Musik mit den Kindern durch. Dabei wurden spielerische Lernmethoden erprobt, um mathematische Grundkonzepte und Rhythmik zu vermitteln. Dieser Austausch zwischen Wissenschaft, Bildung und lokaler Gemeinschaft zeigte eindrucksvoll, wie vielf\u00e4ltig und praxisnah interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit gestaltet werden kann.<\/p>\n<p>Roula Peekhaus ist Tiermedizinstudentin im Praktikum und erhielt wertvolle Einblicke in die praktische tier\u00e4rztliche Arbeit in einer Wildtierauffangstation. Unter Anleitung konnte sie an der Operation einer Eule mit Fl\u00fcgelbruch teilnehmen, Rinder entwurmen, gerettete Graupapageien untersuchen und Hormonimplantate zur Verh\u00fctung bei weiblichen Schimpansen setzen, sowie im Zuge dieses Eingriffes deren allgemeinen Gesundheitszustand untersuchen.\u00a0<\/p>\n<p>Neben der wissenschaftlichen und praktischen Arbeit blieb auch Zeit f\u00fcr gemeinsame Unternehmungen. Die Gruppe genoss die sambische Natur beim Birdwatching, wo Eisv\u00f6gel, Fischadler und sogar Otter beobachtet wurden. Paddeltouren, Fu\u00dfballspiele, zahlreiche Spieleabende, Partys, Stockbrot am Lagerfeuer und ein n\u00e4chtlicher Bushbaby-Walk, aber auch Sonnenunterg\u00e4nge am Kafue-Fluss und ruhige Augenblicke unter dem klaren Sternenhimmel sorgten f\u00fcr unvergessliche Momente.\u00a0<\/p>\n<p>Ein Vortrag \u00fcber die Struktur und Organisation von Chimfunshi f\u00fchrte zudem zu einem tieferen Verst\u00e4ndnis vom Zusammenspiel von Schule, Farm, Dorfgemeinschaften, Tierpflege und Forschung. Die Stimmung innerhalb der Gruppe war ausgesprochen gut. Der interdisziplin\u00e4re Austausch mit dem Exkursionsteam, den internationalen Freiwilligen und Forschenden war inspirierend und f\u00f6rderte ein intensives gemeinsames Lernen. Besonders bereichernd war auch die Community in Chimfunshi, welche die Gruppe herzlich aufgenommen und diese sch\u00f6nen Wochen erm\u00f6glicht hat. F\u00fcr alle Teilnehmer:innen bot die Exkursion wertvolle Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten und die komplexen Aufgaben einer Wildtierauffangstation.<\/p>\n<p>Trotz der langen Anreise war das Fazit einstimmig: Die Reise hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Die Tage in Chimfunshi waren gepr\u00e4gt von neuen Eindr\u00fccken, spannenden Erfahrungen und bereichernden Begegnungen. Alle Beteiligten kehrten mit erweitertem Horizont und Fachwissen, einem besseren Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Verhalten, den Schutz und die Vielfalt von Wildtieren und mit vielen neuen Freundschaften zur\u00fcck. Ein besonderer Dank gilt der Universit\u00e4tsstiftung, die die Exkursion gro\u00dfz\u00fcgig unterst\u00fctzt hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"https:\/\/magazin.uni-leipzig.de\/das-leipziger-universitaetsmagazin\/artikel\/wie-eine-tierauffangstation-in-sambia-studierende-unterschiedlicher-fachrichtungen-zusammenbringt-2025-12-17 Mitten im sambischen Busch, nur unterbrochen durch einige Wege und den Kafue River, liegt das Chimfunshi Wildlife&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":652367,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,30,71,859],"class_list":{"0":"post-652366","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-leipzig","12":"tag-sachsen"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=652366"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652366\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/652367"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=652366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=652366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=652366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}