{"id":652949,"date":"2025-12-17T15:09:12","date_gmt":"2025-12-17T15:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/652949\/"},"modified":"2025-12-17T15:09:12","modified_gmt":"2025-12-17T15:09:12","slug":"geschenketipps-aus-der-redaktion-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/652949\/","title":{"rendered":"Geschenketipps aus der Redaktion \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>        Der Filmredakteur empfiehlt &#8230;<\/p>\n<p>\u2026 Existenzialistisches \u2013 Ein Vater und sein Sohn suchen in der W\u00fcste Marokkos nach der Tochter und finden Freunde, aber keine Erl\u00f6sung. Das transzendentale Roadmovie \u00bbSir\u00e2t\u00ab (F\/E 2025, R: Oliver Laxe, DVD\/Blu-ray, Pandora, V\u00d6: 18.12.) ist ein zutiefst ersch\u00fctterndes Erlebnis, sowohl auf filmischer als auch auf emotionaler Ebene.<\/p>\n<p>\u2026 Revolutionistisches \u2013 Ausnahmeregisseur Paul Thomas Anderson nimmt uns mit auf einen irren Trip durch eine ausgekl\u00fcgelte, immer wieder \u00fcberraschende Story. Grandios besetzt und irrwitzig inszeniert. \u00bbOne Battle after another\u00ab (USA 2025, R: Paul Thomas Anderson, DVD\/Blu-ray\/UHD, Warner, V\u00d6: 23.12.) ist der vielleicht beste Film des Jahres und definitiv einer f\u00fcr die Ewigkeit.<\/p>\n<p>\u2026 Historisches \u2013 Jetzt sind es schon vier: Kai Meyer erz\u00e4hlt spannende Geschichten aus dem Graphischen Viertel und taucht tief in die Historie der B\u00fccherstadt Leipzig ein. Sein neuer Roman \u00bbDas Antiquariat am alten Friedhof\u00ab (Droemer Knaur, 512 S., 24 \u20ac) handelt auf zwei Zeitebenen \u2013 1930 und 1945 \u2013 von okkulten M\u00e4chten, in die eine Gruppe von Studenten ger\u00e4t. Der f\u00fcnfte Roman ist bereits in Arbeit. <\/p>\n<p>LARS TUN\u00c7AY<\/p>\n<p>Ein Buch \u00fcber die Frauen am Dessauer Bauhaus<\/p>\n<p>Das Bauhaus in Dessau feiert sich bis zum n\u00e4chsten Herbst. Vor 100 Jahren kam es aus Weimar, da die Rechten dort eine kreative Lehranstalt dieser Art nicht finanzieren wollten. Am 1. April 1925 begannen 50 Studierende und die Professoren in Dessau mit ihrer Arbeit \u2013 unter anderem in der Anhaltinischen Kunsthalle oder dem leer stehenden Versandhaus Seiler, bevor das von Walter Gropius entworfene Bauhaus-Geb\u00e4ude im April 1926 er\u00f6ffnet werden konnte. <\/p>\n<p>Unda H\u00f6rner, die unter anderem auch \u00bbDie realen Frauen der Surrealisten\u00ab oder \u00bb1919 \u2013 Das Jahr der Frauen\u00ab verfasste, l\u00e4sst in \u00bbFrauen am Bauhaus. Von Anni Albers bis Gunta St\u00f6lzl\u00ab (Ebersbach &amp; Simon 2025, 144 S., 20 \u20ac) die weiblichen Akteure des Dessauer Bauhauses zu Wort kommen \u2013 vor allem die Ehefrauen der Professoren, die in den sogenannten Meisterh\u00e4usern wohnten, die 1925\/26 entstandenen drei Doppelh\u00e4user und ein Einzelbau in der Burgk\u00fchnauer Allee (heute Friedrich-Ebert-Allee), wenige Fu\u00dfminuten vom Bauhausgeb\u00e4ude entfernt. In sieben Kapiteln samt Schwarz-Wei\u00df-Fotografien und Abbildungen der Portr\u00e4tierten beschreibt H\u00f6rner die Situation am Bauhaus und in der Stadt, vergleicht die unterschiedlichen Lebensentw\u00fcrfe miteinander \u2013 von der treusorgenden Hausfrau und Mutter \u2013 wie der eigentlich studierten National\u00f6konomin Tut Schlemmer \u2013 \u00fcber die \u00bbArtikelfabrik\u00ab (Ise Gropius) zur Fotografin Lucia Moholy-Nagy, die das Bauhaus pr\u00e4gten und bekannt machten. Mit ihren Leistungen \u2013 von Carearbeit, Organisation der Bauhaus-Aktivit\u00e4ten bis zu eigener Lehre und\/oder gestalterischer, k\u00fcnstlerischer Praxis \u2013 f\u00fcgten sie sich einerseits dem traditionellen Frauenbild, eckten andererseits bei den Professoren an, wenn sie neue R\u00e4ume f\u00fcr sich erschlossen. <\/p>\n<p>Die Zeit in Dessau war zeitlich sehr begrenzt. 1929 erfuhren Gunta St\u00f6lzl und ihr Mann Arieh Sharon antisemitische Angriffe wie etwa ein Hakenkreuz an der Haust\u00fcr. Im September 1932 stellte die NSDAP den Antrag zur Schlie\u00dfung des Bauhauses. Der neue Direktor Mies van der Rohe ordnete den Umzug nach Berlin noch im selben Monat an. Dort fand am 11. April 1933 eine Razzia statt, am 19. Juli 1933 schloss das Bauhaus. <\/p>\n<p>Unda H\u00f6rners sehr kompakte Darstellung im handlichen Format rundet eine Bibliografie der verwendeten und weiterf\u00fchrender Literatur ab, so dass der Reise nach Dessau im Jubil\u00e4umsjahr nichts im Weg steht. <\/p>\n<p>BRITT SCHLEHAHN<\/p>\n<p>Schlechte Laune und Kompromisse*<\/p>\n<p>Selbstredend ist Gottlieb Wendehalsens \u00bbPolon\u00e4se Blankenese\u00ab ganz, ganz schlimm. Aber nat\u00fcrlich auch ein Hit. Und neuerdings sogar einer, dem man sich gern ergibt \u2013 denn f\u00fcr Studio Brauns Theaterst\u00fcck \u00bbEin Sommer in Niendorf\u00ab haben einerseits Disaster Plan (A-Seite) und andererseits Betty &amp; Lynchmob (die andere A-Seite) das Lied in zwei d\u00fcsteren, experimentellen und vor allem sehr langsamen Versionen eingespielt und eingesungen: \u00bbSchlechte Laune on 45\u00ab sollte eigentlich unter jedem Weihnachtsbaum liegen \u2013 ist aber auf 300 St\u00fcck limitiert, also eine gef\u00e4hrdete Art. Ein paar Exemplare mehr gibt es mutma\u00dflich von \u00bbGef\u00e4hrdete Arten\u00ab, dem formidablen zweiten Album der formidablen Leipziger Band Hotel Rimini, das ebenfalls auf keinem Weihnachts-Platten-Teller fehlen sollte \u2013 idealerweise garniert mit einem Ticket f\u00fcrs Konzert des Sextetts am 18. Januar auf der Gro\u00dfen B\u00fchne des Schauspiel Leipzig, wo dessen kammermusikalische Popmusik bestens hinpassen wird. <\/p>\n<p>Dass man Weihnachten aber nicht nur Platten verschenken kann, wei\u00df die Gruppe Reitler. Das Leipziger Trio hat sein ebenfalls in diesem Jahr erschienenes Album \u00bbDisko Alemanija\u00ab extra aus diesem Grund nicht auf Vinyl ver\u00f6ffentlicht. Daf\u00fcr aber eine Sch\u00fcrze im Angebot, die K\u00f6chen genauso taugt wie Grillerinnen. Aufschrift: \u00bbAlles was du kochst schmeckt nach Maggi\u00ab (mit Kommas muss man selbst nachw\u00fcrzen). Und weil wir grad bei feuriger Hitze sind: Von der ehemaligen kreuzer-Literaturredakteurin Linn Penelope Rieger ist k\u00fcrzlich bei Matthes &amp; Seitz das Buch \u00bbZerbrochenes Feuer \u2013 Vulkane und das Ende der Welt\u00ab erschienen \u2013\u00a0falls Sie noch ein Geschenk f\u00fcr Riegers ehemaligen Kollegen und aktuellen kreuzer-Chefredakteur suchen sollten \u2026 F\u00fcr Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren hingegen ist \u00bbDas Entdeckerbuch\u00ab gedacht \u2013 ein nagelneues Wimmel- und Mitmachbuch von James Turek und Erik Weiser des Leipziger Handstandstudios, das sicher f\u00fcr gute Laune sorgen wird. Vielleicht ja sogar f\u00fcr eine Polonaise. <\/p>\n<p>BENJAMIN HEINE<\/p>\n<p>* \u00bbKompromisse, Kompromisse, Kompromisse\u00ab besingen Hotel Rimini in einem Lied ihres ersten Albums (kann man auch noch gut verschenken), was hier im Text dann doch keine Erw\u00e4hnung fand, uns aber nicht von der euphorisch-weihnachtlichen \u00dcberschrift abhalten sollte.<\/p>\n<p>Gute Gutscheine<\/p>\n<p>Ich bin mit zwei Schwestern aufgewachsen, einer kleinen, sieben Jahre j\u00fcngeren und einer gro\u00dfen, die drei Jahre \u00e4lter ist als ich. Ich bin also das ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte Sandwichkind. Dem Mythos, das sei eine unangenehme Position, kann ich nichts abgewinnen. Ich fand es ganz wunderbar, zu Weihnachten s\u00fc\u00dfe, selbst gebastelte, weil kostenlose, Geschenke von meiner kleinen Schwester zu bekommen. Wir teilten uns ein Zimmer und da ich die unordentliche von uns beiden war, schenkte sie mir mal einen Gutschein: ein kariertes Blatt Papier mit einem von Kinderhand gemalten Schreibtischstuhl und dem darauf liegenden Klamottenberg ihrer Teenager-Schwester. In Krakelschrift stand darauf geschrieben: Sieben Mal (eine Acht hatte sie wohl wegradiert, denn sie war noch blass zu erkennen) Schreibtischstuhl aufr\u00e4umen. Von meiner \u00e4lteren Schwester bekam ich oft Make-up geschenkt, das ich ihr zuvor jeden Morgen gestohlen hatte, um mich damit f\u00fcr die Schule zu schminken. Dieses Jahr m\u00f6chte ich also vorschlagen, mal wieder oldschool zu sein. Das Geld ist bei vielen ohnehin sehr knapp und Konsum sowieso out. Schenken Sie Ihren Liebsten dieses Jahr doch mal was Selbstgemachtes oder gemeinsame Zeit \u2013 vielleicht in Form eines Gutscheins? Aber achten Sie auf das Kleingedruckte! Meinen Gutschein durfte ich bei meiner kleinen Schwester nie einl\u00f6sen. <\/p>\n<p>NASTASJA KOWALEWSKI<\/p>\n<p>Zwischen den Jahren<\/p>\n<p>F\u00fcr dieses Jahr m\u00f6chte ich Ihnen empfehlen, die Zeit \u00bbzwischen den Jahren\u00ab als das anzusehen, als was sie sich allein schon auf sprachlicher Ebene zu erkennen gibt: als einen Nicht-Ort, eine Alles-Zeit. Alles ist m\u00f6glich an diesen paar Tagen zwischen dem letzten Geschenkpapierzerkn\u00fcllen und dem Entz\u00fcnden des ersten Sternchenfeuers. Ein existenzieller, lamettafreier Zauber liegt in der Luft, aber man muss still werden, um ihn wahrzunehmen. Er ist in genau den Dingen zu finden, f\u00fcr die an den anderen Tagen des Jahres keine Zeit \u00fcbrig zu sein scheint. Nehmen wir Lyrik. Angesichts der Schnelllebigkeit unserer Gegenwart m\u00fcssten Gedichtb\u00e4nde eigentlich zu Kassenschlagern avancieren, bieten sie doch gemeinhin die k\u00fcrzesten und daher vermeintlich am schnellsten zu erfassenden Texte. Doch stattdessen bleibt die Gattung von einem abschreckenden Hauch umweht, der sich zu ungef\u00e4hr gleichen Teilen aus unliebsamen Erinnerungen an Schiller-Balladen und der Bef\u00fcrchtung zusammensetzt, den wie mit der Glaspinzette konstruierten Sprachlabyrinthen keinen Sinn abringen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Doch zwischen den Jahren, wenn die Spalten im Kalender (hoffentlich) wie durch Zauberhand etwas breiter werden, k\u00f6nnten Sie es noch mal versuchen mit der Lyrik. Es lohnt sich, wirklich! Im Leipziger Verlag Poetenladen erschien in diesem Jahr zum Beispiel der Band \u00bbRabensingen\u00ab der Musikerin und Autorin Anna Zepnick. Ihre Gedichte bewegen sich zwischen Alltagsmomenten, M\u00e4rchen und Mythen, sie \u00fcberfrachten das lesende Herz nicht mit ineinander verflochtenen Eindr\u00fccken, sondern lassen in ihrer stillen, reduzierten Sch\u00f6nheit Platz f\u00fcr eigene Assoziationen. Und noch ein lyrischer Tipp aus Leipzig: Martina Hefter hat nicht nur im letzten Jahr den Deutschen Buchpreis gewonnen, sondern zuvor bereits mehrere Gedichtb\u00e4nde ver\u00f6ffentlicht. Der j\u00fcngste hei\u00dft \u00bbIn die W\u00e4lder gehen, Holz f\u00fcr ein Bett klauen\u00ab (Kookbooks 2020) und vereint Elemente aus Lyrik, Essay und Drama in der Frage nach unserem Verh\u00e4ltnis zur Natur \u2013 und nach den Folgen der Sch\u00e4den, die wir ihr zuf\u00fcgen. Wenn es da hei\u00dft: \u00bbIch lieg auf dem Bett, \u00fcberflieg junge, weiche W\u00e4lder, Lichtungen machen Platz f\u00fcr meinen Schatten\u00ab wird deutlich: W\u00e4hrend in unserer Welt fast alles passiert, ist in der Lyrik alles m\u00f6glich, auf kleinstem Raum. Vielleicht ist die Zeit zwischen den Jahren nichts anderes als ein Gedicht? <\/p>\n<p>ALEXANDRA HUTH<\/p>\n<p>Das Auge h\u00f6rt mit<\/p>\n<p>In der immer \u00fcppiger werdenden Ventil-Verlag-Buchreihe \u00bbSongcomics\u00ab ist dieses Jahr ein Band \u00fcber das Hip-Hop-Trio Fettes Brot erschienen, das sich 2023 nach gut 30 Jahren gemeinsamer Musik aufgel\u00f6st hatte. Sicherlich muss man anmerken, dass diese Comics vor allem bei Fans der Gruppen auf Interesse sto\u00dfen, auch wenn das keinesfalls etwas mit der Qualit\u00e4t der Comics zu tun hat. Ganz im Gegenteil zeichnet sich \u00bbSchwule M\u00e4dchen Sondereinheit \u2013 10 Fettes-Brot-Songcomics\u00ab (herausgegeben von Gunther Buskies und Jonas Engelmann, Ventil-Verlag 2025. 125 S., 25 \u20ac) durch eine Vielfalt an Stilen und Herangehensweisen aus, bei der jeder der zehn Comics durch Einzigartigkeit besticht. Eine gro\u00dfe Herausforderung bei der Adaption von Fettes-Brot-Songs ist, nicht einfach zu zeigen, was sowieso schon erz\u00e4hlt respektive gerappt wird. Dass es sich dabei jeweils um sehr pers\u00f6nliche Perspektiven handelt, wird nicht nur in den Comics selbst klar, sondern auch an den sch\u00f6n zu lesenden Einf\u00fchrungen, die den Illustratorinnen und Illustratoren den Raum geben, von ihrer Verbindung zur Band zu erz\u00e4hlen. Daneben berichten die ehemaligen Bandmitglieder selbst anekdotisch von der Entstehung der Songs, was nat\u00fcrlich jedes Fan-Herz h\u00f6herschlagen l\u00e4sst. Wenn man also noch kein Fan ist, kann man diesen Comic-Band auch wunderbar daf\u00fcr nutzen, es zu werden. JOACHIM KERN<\/p>\n<p>Der Spiel-Redakteur warnt<\/p>\n<p>Videospiele sind teuer! <strong>Die aktuell beste Familienkonsole ist die Nintendo Switch 2<\/strong>, ab 450 Euro. Die veraltete Switch 1 ist leider zu teuer, um als Alternativl\u00f6sung durchzugehen. Gute Familienspiele auf der Switch 2 sind \u00bbPok\u00e9mon Legends Z-A\u00ab (im Handel f\u00fcr etwas \u00fcber 50 Euro) und \u00bbMario Kart World\u00ab (\u00fcber 70 Euro). Konsole und Spiele bringen viel Freude, kosten daf\u00fcr aber so viel wie ein Kurzurlaub, der m\u00f6glicherweise mehr Freude br\u00e4chte.<\/p>\n<p>Der beste Spieletipp ist deswegen selbst gebastelt: Ein <strong>beliebiger \u00e4lterer Laptop <\/strong>reicht. Auch alte PC-Tower gehen. L\u00e4uft die Kiste mit Windows bereits etwas langsam, installiert man einfach \u00bbLinux Mint\u00ab (so bei Google eingeben oder auf linuxmint.com gehen). Dann installiert man Steam (steampowered.com) und wird prompt zugeschmissen mit einer Auswahl kreativer, billiger Indie-Spiele. <\/p>\n<p>Und welche lohnen sich? Wer auch sonst gerne die prek\u00e4re Kunst- und Kulturszene von nebenan finanziert, schenkt <strong>Spiele aus der Region<\/strong>. Hier aktuelle Favoriten, entwickelt von kleinen Teams zwischen Dresden und Magdeburg:<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr Fans einfacher, tiefer Spielideen: \u00bb<strong>Dome Keeper<\/strong>\u00ab ist ein launiger Genremix um au\u00dferirdischen, bedrohlichen Basenbau. (18 Euro)<\/li>\n<li>F\u00fcr Fans historischer Krimis: \u00bb<strong>Casebook 1899<\/strong>\u00ab packt vier Leipziger Kriminalf\u00e4lle in ein Grafikadventure. (18 Euro)<\/li>\n<li>F\u00fcr Fans von \u00bbGothic\u00ab oder \u00bbDark Souls\u00ab: \u00bb<strong>Drova: Forsaken Kin<\/strong>\u00ab ist ein unerbittliches Action-Rollenspiel. (25 Euro)<\/li>\n<li>F\u00fcr Fans der Youtube-Komiker Viva La Dirt League: \u00bb<strong>Nice Day for Fishing<\/strong>\u00ab ist ein albernes Angel-Rollenspiel voller Insider-Witze. (20 Euro)<\/li>\n<li>F\u00fcr Fans harter Jump\u2019n\u2019Runs: \u00bb<strong>Germinal<\/strong>\u00ab ist ein frickeliges H\u00fcpfspiel mit \u00fcberraschender Mysophobie-Metapher. (13 Euro)<\/li>\n<\/ul>\n<p>JAN BOJARYN<\/p>\n<p>Superfood im Glas<\/p>\n<p>Jakob Luther hie\u00df der Bruder von Reformator Luther. Seit 1536 betreiben dessen Nachfahren einen Hof bei Aschersleben. Die aktuelle Generation verarbeitet in der Lutherhof-Manufaktur Kr\u00e4uter, Pflanzen und Fr\u00fcchte aus eigenem Anbau \u2013 und zwar per Hand und die ganzen Fr\u00fcchte. Das gilt auch f\u00fcr die gelben Himbeeren, deren fein-fruchtiges Aroma in einem runden Lik\u00f6r von satter Farbe landet.<\/p>\n<p>&gt; Lutherstr. 43, 06449 Aschersleben\/OT Drohndorf, Tel. 0 34 73 22\/18 92, <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.lutherhof-drohndorf.de\" rel=\"nofollow noopener\">www.lutherhof-drohndorf.de<\/a><\/p>\n<p>Im Landesweingut Kloster Pforta kommen Wein und Hopfen zusammen. Das Grape Ale Ros\u00e9 ist ein Bierstil, bei dem Wein und Bier nachverg\u00e4ren, eine Bi\u00e8re Brut, die mit Schaumweinhefe gebraut und mit Ros\u00e9wein in der Flasche nachvergoren ist. Das Weingut bei Naumburg arbeitete daf\u00fcr mit Sebastian Riekehr, Braumeister aus Leipzig, zusammen. Die Brauspezialit\u00e4t verbindet frische Beerennoten mit der Leichtigkeit des Ros\u00e9 und der Herbe des Hopfens \u2013 die Edition ist \u00fcbrigens limitiert.<\/p>\n<p>&gt; Saalberge 73, 06628 Naumburg OT Bad K\u00f6sen, <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.kloster-pforta.de\" rel=\"nofollow noopener\">www.kloster-pforta.de<\/a><\/p>\n<p>Niederwiesa ist die Heimat der Kiwibeere \u2013 Kiwiri baut die winterharten Minifr\u00fcchte seit \u00fcber vierzig Jahren bei Chemnitz an (s. Leipzig Tag &amp; Nacht 2022\/23). Neben Kiwi- und Kiwibeeren-Pflanzen sowie Tipps zu deren Anbau verkauft Kiwiri die Fr\u00fcchte in verarbeiteter Form: zum Beispiel als Direktsaft, Fruchtgummis, Gl\u00fchwein, Lik\u00f6r oder Aufstrich.<\/p>\n<p>&gt; Eubaer Str. 2, 09577 Niederwiesa, <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.kiwiri.de\" rel=\"nofollow noopener\">www.kiwiri.de<\/a><\/p>\n<p>Mit dem Ginger-Beer-Shot beschreitet die Leipziger Spirituosenmanufaktur neue Wege, denn es handelt sich dabei keineswegs um eine Spirituose. Freilich l\u00e4sst sich das Erfrischungsgetr\u00e4nk aus Ingwer, Ginseng, Guarana, abgerundet mit Zitrone und Bergamotte, mit Spirituosen kombinieren. Neu ist auch der Rose-Rhabarber-Lik\u00f6r aus dem Betrieb in der Kammgarnspinnerei. Hier spielt die blumige Schwere der Rosenbl\u00fcten mit der fruchtigen S\u00e4ure des Rhabarbers, die Manufaktur selbst spricht von ihrem ersten blumigen Gem\u00fcselik\u00f6r \u2013 ja, Rhabarber ist Gem\u00fcse. Das Ganze lohnt sich schon wegen des bezaubernden Granatrots im Glas. Franziska Reif<\/p>\n<p>&gt; Erich-Zeigner-Allee 64d, 04229 (Plagwitz), <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.leipziger-spirituosen-manufaktur.de\" rel=\"nofollow noopener\">www.leipziger-spirituosen-manufaktur.de<\/a><\/p>\n<p>Scharade, Nietzsche und 3-D-Hasen<\/p>\n<p>\u200bGutscheine sind praktisch, aber unpers\u00f6nlich. Die richtige Verpackung ist die L\u00f6sung. Warum die Beschenkten nicht erraten lassen, dass Sie Gutscheine f\u00fcrs Theater oder die Oper erhalten? Das macht Fetz in Gemeinschaft. Wie man darstellende Kunst darstellt? Gute Frage, versuchen Sie es einfach. Oder verk\u00f6rpern Sie Gutscheine f\u00fcr gemeinsames (Gl\u00fchwein-)Kochen oder Pl\u00e4tzchenverzehren beim Auwald-Stromern.<\/p>\n<p>Ein Gemeinschaftstier war Friedrich Nietzsche selten. Aber als Nietzsche-Leser ist man in guter Gesellschaft \u2013 in schlechter auch. Es ist bemerkenswert, wie viele Menschen der Philosoph mit dem Hammer inspirierte. Ja, man schleppte seinen Zarathustra in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben des Ersten Weltkriegs mit, Sozialdarwinisten und Nationalsozialisten sahen ihn als Vordenker. Mit wenig Recht, m\u00f6chte man einwenden; liegt doch unter aristokratischer Politur und der alle Modewelten ablehnenden Haltung ein Schatzfragment. Selbstverst\u00e4ndlich muss man Nietzsche gegen Nietzsche lesen, aber an Grund\u00fcberzeugungen wie denen, dass Deutschtum den Doofen geh\u00f6rt und Antisemitismus schlimme Projektion ist, l\u00e4sst sich bei aller Interpretation kaum r\u00fctteln.<\/p>\n<p>Selbst viele Anarchistinnen und Feministinnen wie Emma Goldman waren Nietzsche-Leserinnen, obwohl sie seine Misogynie nicht \u00fcbersahen \u2013 aber dar\u00fcber hinweggingen. Expressionisten, Existenzialisten, Politiker und Popstars setzten sich mit ihm auseinander, wie das erhellende Kaleidoskop zeigt, das Elmar Schenkel mit \u00bbNietzsche global \u2013 In 80 \u00dcbermenschen um die Welt\u00ab (Kr\u00f6ner 2025. 250 S., 25 \u20ac) vorlegt. Eine klare Empfehlung, weil ein gutes St\u00fcck Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts darin verwoben ist. Und wenn man an einem sch\u00f6nen Dezembertag noch ins nahe R\u00f6cken f\u00e4hrt, um Nietzsches Geburtshaus samt Grab zu besuchen, wird einem beim Anblick der dort aufgestellten Skulpturen sicher warm ums Herz.<\/p>\n<p>Kaum zu glauben: Es gibt ein Comeback der 3-D-Brillenb\u00fccher. Ja, das ist so Neunziger, aber wirklich gut gemacht. Zumindest im Fall von Matthias Picards \u00bbLasse Langbein\u00ab (Reprodukt 2025. 60 S., 24 \u20ac). Der Strichhase durchforstet eine Kalksteinh\u00f6hle. Was er dort an Kristallen, Pilzen und Unbeschreiblichem entdeckt, haut aufs Auge. Denn er bewegt sich durch 3-D-Fotografien. Faszinierende Welten und strange Strukturen tun sich auf. Das ist wirklich ein optisches Fest f\u00fcr Klein und Gro\u00df, das man am besten zusammen genie\u00dft \u2013 es sind immerhin zwei 3-D-Brillen beigef\u00fcgt. <\/p>\n<p>TOBIAS PR\u00dcWER<\/p>\n<p>Karten mit Geschichte<\/p>\n<p>Gru\u00dfkarten von Unicef kennen die meisten \u2013 viele haben sie selbst schon einmal erhalten oder verschickt. Seit 1949 werden sie vom Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen herausgebracht und sind inzwischen echte Klassiker. Das Bild der allerersten Gru\u00dfkarte malte ein 7-j\u00e4hriges M\u00e4dchen aus dem damaligen B\u00f6hmen \u2013 als Dankesch\u00f6n f\u00fcr die Unicef-Mitarbeitenden, die sich f\u00fcr die Kinder im vom Zweiten Weltkrieg zerst\u00f6rten Europa einsetzten.<\/p>\n<p>Die Gru\u00dfkarten konnte man \u00fcber viele Jahre auch auf dem hiesigen Weihnachtsmarkt erwerben, wo der Unicef-Stand vor Corona eine feste Gr\u00f6\u00dfe war. 2020 fiel der Markt pandemiebedingt aus. Weil Gesch\u00e4fte \u00f6ffnen durften, dekorierten die Ehrenamtlichen ihren Laden am Thomaskirchhof mit Tannengr\u00fcn und Christbaumkugeln. Seither hat sich das Konzept des Weihnachtsladens bew\u00e4hrt, sagt die Leiterin der Leipziger Unicef-Gruppe Petra Mewes \u2013 die der eine oder die andere als langj\u00e4hrige kreuzer-Gastro-Redakteurin kennt.<\/p>\n<p>Wer gern zu den Karten greift, um Weihnachtsgr\u00fc\u00dfe zu verschicken, findet dort noch weitere Geschenkideen: Kalender und Familienplaner, Notizb\u00fccher, Einkaufsbeutel, Bleistifte und Kugelschreiber. Alles ebenso h\u00fcbsch wie praktisch \u2013 und zugleich sinnvolle Pr\u00e4sente, die die Arbeit von Unicef mitzufinanzieren helfen.<\/p>\n<p>Die Leipziger Unicef-Gruppe besteht \u00fcbrigens seit 1992; seit einigen Jahren gibt es zudem ein Juniorteam, das sich aus \u00e4lteren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern zusammensetzt, sowie eine Hochschulgruppe. Wie bei den rund 200 anderen Unicef-Gruppen in Deutschland sammeln die Ehrenamtlichen hier Spenden und informieren die \u00d6ffentlichkeit \u00fcber ihre Projekte. Sie berichten in Schulen \u00fcber die Arbeit des Kinderhilfswerks und kl\u00e4ren \u00fcber Kinderrechte auf. In Leipzig ist dar\u00fcber hinaus eine Zusammenarbeit mit dem Theater der Jungen Welt entstanden: Jeden Donnerstagnachmittag treffen sich beim Theatercaf\u00e9 Play &amp; Connect Kinder und Familien aus aller Welt zu Austausch und gemeinsamem Spiel. <\/p>\n<p>ANDREA KATHRIN KRAUS<\/p>\n<p>&gt; Thomaskirchhof 21, 04109 (Zentrum), Mo\u2013Sa sowie an den verkaufsoffenen Sonntagen (30.11. u. 21.12.) 12\u201320 Uhr <\/p>\n<p>&gt; <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.leipzig.unicef.de\" rel=\"nofollow noopener\">www.leipzig.unicef.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Filmredakteur empfiehlt &#8230; \u2026 Existenzialistisches \u2013 Ein Vater und sein Sohn suchen in der W\u00fcste Marokkos nach&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":652950,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[3364,29,4289,152968,152969,30,16164,39641,22838,71,4060,859,45659,15391,12289],"class_list":{"0":"post-652949","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-einkaufen","11":"tag-gechenke","12":"tag-gechenketipps","13":"tag-germany","14":"tag-geschaeft","15":"tag-geschenkidee","16":"tag-ideen","17":"tag-leipzig","18":"tag-lokal","19":"tag-sachsen","20":"tag-schenken","21":"tag-shoppen","22":"tag-weihnachten"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652949","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=652949"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/652949\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/652950"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=652949"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=652949"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=652949"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}