{"id":653517,"date":"2025-12-17T20:19:25","date_gmt":"2025-12-17T20:19:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/653517\/"},"modified":"2025-12-17T20:19:25","modified_gmt":"2025-12-17T20:19:25","slug":"bundesregierung-will-abschuesse-von-woelfen-erleichtern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/653517\/","title":{"rendered":"Bundesregierung will Absch\u00fcsse von W\u00f6lfen erleichtern"},"content":{"rendered":"<p>\n            Stand: 17.12.2025 21:04 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Das Kabinett in Berlin hat einen Gesetzentwurf beschlossen, nach dem der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll. Danach k\u00f6nnen unter anderem sogenannte Problemw\u00f6lfe leichter get\u00f6tet werden. Sonderregelungen soll es etwa f\u00fcr Deiche geben.   <\/p>\n<p class=\"\">Landwirtschaftsminister Alois Rainer von der CSU erhofft sich von der Neuregelung einen besseren Schutz von Weidetieren. Die Bundesl\u00e4nder k\u00f6nnen dem verabschiedeten Gesetzenwurf zufolge in Regionen mit einer hohen Wolfsdichte und einem &#8222;g\u00fcnstigen Erhaltungszustand&#8220; &#8211; wo also die Chancen f\u00fcr einen langfristigen Fortbestand gut stehen &#8211; ein sogenanntes Bestandsmanagement einf\u00fchren. Das wiederum erm\u00f6glicht die Kontrolle der Best\u00e4nde \u00fcber die Jagd im Zeitraum zwischen 1. Juli und 31. Oktober.<\/p>\n<p class=\"\">Au\u00dferdem sollen als Problemw\u00f6lfe bezeichnete Tiere, die zum Beispiel Z\u00e4une \u00fcberwinden und Weidetiere rei\u00dfen oder verletzen, leichter zum Abschuss freigegeben werden k\u00f6nnen &#8211; und das unabh\u00e4ngig vom Erhaltungszustand.<\/p>\n<p>    Weiter F\u00f6rderung f\u00fcr Schutzma\u00dfnahmen<\/p>\n<p class=\"\">Sonderregeln soll es zum Beispiel f\u00fcr Deiche geben. So k\u00f6nnen betroffene Bundesl\u00e4nder Gebiete ausweisen, in denen die Jagd auf den Wolf als erforderlich gilt, weil sich Weidetiere dort nur schwer vor ihm sch\u00fctzen lassen. Der Entwurf sieht aber auch vor, dass Schutzma\u00dfnahmen wie Z\u00e4une oder H\u00fctehunde weiterhin finanziell gef\u00f6rdert werden. Beschlossen sind die Regelungen noch nicht, Bundestag und Bundesl\u00e4nder m\u00fcssen dem Gesetz noch zustimmen. Die Voraussetzungen f\u00fcr die \u00c4nderungen im Jagdrecht hatten im Sommer die EU-Staaten geschaffen, indem sie den Schutzstatus des Wolfes von &#8222;streng gesch\u00fctzt&#8220; auf &#8222;gesch\u00fctzt&#8220; senkten.\u00a0<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1766002762_457_wolf4628.webp\" alt=\"Ein europ\u00e4ischer Wolf steht in einem Waldst\u00fcck.\" title=\"Ein europ\u00e4ischer Wolf steht in einem Waldst\u00fcck. | Colourbox, Dennis Jacobsen\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Der Status f\u00fcr W\u00f6lfe soll von &#8222;streng gesch\u00fctzt&#8220; auf &#8222;gesch\u00fctzt&#8220; abgesenkt werden. Dem m\u00fcssen noch die EU-Mitgliedsstaaten zustimmen.<\/p>\n<p>    MV plant &#8222;Kompetenzzentrum Wolf&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Mecklenburg-Vorpommern als betroffenes Land hatte den Wolf bereits im vergangenen Jahr in sein Landesjagdgesetz aufgenommen &#8211; allerdings mit einer ganzj\u00e4hrigen Schonzeit. Diese Regelungen m\u00fcssen nun angepasst werden. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte immer wieder betont, vor allem auff\u00e4llige W\u00f6lfe rechtssicher &#8222;entnehmen&#8220; zu wollen. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV muss das Land zudem noch einen Plan f\u00fcr das Bestandsmanagment erarbeiten. Bereits zum 1. Januar geplant ist ein &#8222;Kompetenzzentrum Wolf&#8220;, das im Forstamt Jasnitz angesiedelt sein und sich auf alle Fragen rund um W\u00f6lfe spezialisieren soll.<\/p>\n<p>    Knapp 800.000 Euro Ausgleichszahlungen<\/p>\n<p class=\"\">Laut Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes gab es zuletzt mehr als 1.600 W\u00f6lfe in Deutschland, vor allem in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium beziffert die Zahl der Rudel auf insgesamt 209. Im vergangenen Jahr seien bei rund 1.100 Vorf\u00e4llen etwa 4.300 Nutztiere von W\u00f6lfen gerissen oder verletzt worden, vor allem Schafe und Ziegen.<\/p>\n<p class=\"\">Nach Angaben des Agrarministeriums wurden f\u00fcr Herdenschutzma\u00dfnahmen rund 23,4 Millionen Euro ausgegeben, etwa 780.000 Euro flossen als Ausgleichszahlungen an Halter von Weidetieren. Die Belastungen durch \u00dcbergriffe von W\u00f6lfen seien erheblich und potenziell existenzbedrohend, hei\u00dft es im Gesetzentwurf.\u00a0<\/p>\n<p>    Kritik von Umweltsch\u00fctzern<\/p>\n<p class=\"\">Mehrere Verb\u00e4nde, unter ihnen der Deutsche Tierschutzbund, hatten zuletzt vor einer Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gewarnt. Der Gesetzentwurf widerspreche nach Einsch\u00e4tzung des Verbands in zentralen Punkten dem geltenden europ\u00e4ischen Artenschutzrecht. Und der Naturschutzbund Deutschland wies darauf hin, dass das Naturschutzrecht bereits Ma\u00dfnahmen gegen auff\u00e4llige W\u00f6lfe erlaube. &#8222;Weniger W\u00f6lfe bedeuten nicht automatisch weniger Risse&#8220;, warnte die Organisation. Entscheidend\u00a0hierf\u00fcr\u00a0sei ein konsequenter Herdenschutz.\u00a0<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1766002763_62_wolf4518.webp\" alt=\"Ein Wolf steht auf einem Weg. \" title=\"Ein Wolf steht auf einem Weg.  | picture alliance, imageBROKER | W. Rolfes\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die norddeutschen L\u00e4nder sind sich in vielen Punkten uneinig. Auf der MPK haben sie nun aber einen Konsens gefunden.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/wolf4954.webp\" alt=\"Ein freilebender Wolf streift durch eine waldiges Gel\u00e4nde.\" title=\"Ein freilebender Wolf streift durch eine waldiges Gel\u00e4nde. | Colourbox, Volodymyr Burdiak\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Die Agrarminister dr\u00e4ngen auf ein besseres Wolfsmanagement. Ausgerottet werden soll der Wolf aber nicht.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1766002764_241_wolf4656.webp\" alt=\"Ein Wolf blickt nach links.\" title=\"Ein Wolf blickt nach links. | picture alliance \/ agrarmotive, Klaus-Dieter Esser\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Auf Antrag von Mecklenburg-Vorpommern fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, deutsche Gesetze entsprechend zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/wolf5018.webp\" alt=\"Ein Wolf blickt in die Kamera (Nahaufnahme).\" title=\"Ein Wolf blickt in die Kamera (Nahaufnahme). | picture alliance\/dpa, Sina Schuldt\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Vor 20 Jahren ist der Wolf nach Norddeutschland zur\u00fcckgekehrt. Landkarten zeigen, wo er lebt und wie er sich ausbreitet.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/1766002762_457_wolf4628.webp\" alt=\"Ein europ\u00e4ischer Wolf steht in einem Waldst\u00fcck.\" title=\"Ein europ\u00e4ischer Wolf steht in einem Waldst\u00fcck. | Colourbox, Dennis Jacobsen\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Wenn Wildtiere zur\u00fcckkehren, sind Konflikte unausweichlich. Dabei ist der Mensch ein Teil der L\u00f6sung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 17.12.2025 21:04 Uhr Das Kabinett in Berlin hat einen Gesetzentwurf beschlossen, nach dem der Wolf ins Jagdrecht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":653518,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[4654,331,332,3364,29,30,13,14,15,12,9183],"class_list":{"0":"post-653517","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-wolf","9":"tag-aktuelle-nachrichten","10":"tag-aktuelle-news","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-umweltpolitik"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115736765616996557","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/653517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=653517"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/653517\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/653518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=653517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=653517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=653517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}