{"id":654005,"date":"2025-12-18T00:54:12","date_gmt":"2025-12-18T00:54:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654005\/"},"modified":"2025-12-18T00:54:12","modified_gmt":"2025-12-18T00:54:12","slug":"noch-ist-stuttgart-21-nicht-verloren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654005\/","title":{"rendered":"Noch ist Stuttgart 21 nicht verloren"},"content":{"rendered":"<p>The show must go on. Oder was h\u00e4tten \u00fcber 100 Journalisten, Pressesprecher, Fotografen, Kameraleute, Projektbef\u00fcrworter und -gegner nur getan, wenn es am 15. Dezember keine Stuttgart-21-Lenkungskreissitzung gegeben h\u00e4tte? Selbst Ministerpr\u00e4sident Winfried Kretschmann und Bahnchefin Evelyn Palla profitierten von der unerwarteten Gelegenheit, sich pers\u00f6nlich kennenzulernen.<\/p>\n<p>Stuttgart 21 ist ein Markenzeichen geworden, ein medialer Dauerbrenner. Eine Endlosserie mit immer neuen Wendungen, wobei eines gewiss ist, so jedenfalls der gr\u00fcne Verkehrsminister Winfried Hermann, der auch 14 Jahre nach dem Volksentscheid nicht verleugnen kann, dass er mit dem Bahnprojekt \u2013 ganz vorsichtig formuliert \u2013 fremdelt: <a data-mce-href=\"https:\/\/www.staatsanzeiger.de\/nachrichten\/politik-und-verwaltung\/nach-dem-offenbarungseid-wie-geht-es-weiter-mit-stuttgart-21\/\" href=\"https:\/\/www.staatsanzeiger.de\/nachrichten\/politik-und-verwaltung\/nach-dem-offenbarungseid-wie-geht-es-weiter-mit-stuttgart-21\/\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Stuttgart 21 dauert immer l\u00e4nger und wird immer teurer<\/a> .<\/p>\n<p>Kein neuntes und zehntes Gleis, kein Erg\u00e4nzungsbahnhof<\/p>\n<p>Und das ist es nicht allein. Immer mehr wird deutlich, dass dieses Projekt nicht richtig durchdacht wurde, bevor die Bauarbeiten 2010 begannen. Jedenfalls, was die verkehrliche Seite angeht. Die Vorstellung, dass man nur die Zahl der Gleise von 16 auf 8 halbieren muss, um bahntechnisch in der Zukunft zu landen, d\u00fcrfte doch auch schon den V\u00e4tern dieses Projekts sonderbar vorgekommen sein. Und doch wurden ein neuntes und ein zehntes Gleis in der Schlichtung zwar erwogen, aber nicht gebaut. Ebenso ein Erg\u00e4nzungsbahnhof, der sich etwa dort befinden sollte, wo heute die Z\u00fcge halten. Beides h\u00e4tte sicher dem Projekt nicht geschadet, Stresstest hin oder her.<\/p>\n<p>H\u00e4tte, h\u00e4tte, Fahrradkette. L\u00e4ngst haben sich auch die prominenten gr\u00fcnen Projektgegner der ersten Stunde damit abgefunden, dass in der Mitte der Landeshauptstadt etwas entsteht, das sie bek\u00e4mpften, bis sich \u201edas Volk von Baden-W\u00fcrttemberg in seiner unergr\u00fcndlichen Weisheit\u201c anders entschied. Ab diesem Moment sei er ein Bef\u00fcrworter dieses Projekts gewesen, erl\u00e4uterte Kretschmann.<\/p>\n<p>Und so versucht man nun, mit Hilfe der Digitalisierung und einem weiteren Tunnel zu heilen, was zu heilen ist, wobei beide Teilprojekte noch nicht in trockenen T\u00fcchern sind. Bei der Digitalisierung hakt es, weil der Zulieferer, die Firma Hitachi, nicht hinterherkommt. Und der Pfaffensteigtunnel muss erst noch gebaut werden. Doch daran, dass dies nun alsbald geschehen soll, obwohl die Wirtschaftlichkeit sehr umstritten ist, lie\u00df Palla in Stuttgart keinen Zweifel.<\/p>\n<p>Der frische Wind, den Palla wehen l\u00e4sst, tut gut<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt Palla. Der frische Wind, den sie wehen l\u00e4sst, tut nicht nur der Bahn, sondern auch ihrem gr\u00f6\u00dften Bauprojekt gut. Sie hat angek\u00fcndigt, den Konzern auf links zu drehen und keinen Stein auf dem anderen zu lassen. Sie will wissen, warum es bei Stuttgart 21 immer wieder hakt, warum Er\u00f6ffnungstermin um Er\u00f6ffnungstermin storniert wird.<\/p>\n<p>Allerdings antwortete sie in Stuttgart nicht auf die Frage, ob sich die Bahn noch einmal f\u00fcr Stuttgart 21 entscheiden w\u00fcrde. \u201eDas beeindruckendste Bahnhofsprojekt, das es vielleicht auf der ganzen Welt gibt\u201c, nannte Palla Stuttgart 21. Das h\u00e4tte es tats\u00e4chlich werden k\u00f6nnen, wenn man es nur konsequent zu Ende gedacht h\u00e4tte \u2013 als Bahn-, nicht als St\u00e4dtebauprojekt. Dann h\u00e4tte es mehr Gleise gegeben, dann w\u00e4re der Erg\u00e4nzungsbahnhof gebaut worden, dann w\u00fcrde man sich nicht alle M\u00f6glichkeiten einer Erweiterung mit dem Bau des Rosensteinviertels zubetonieren.<\/p>\n<p>Stattdessen d\u00fcrfte Stuttgart nun in mehr oder weniger absehbarer Zeit einen neuen schicken Hauptbahnhof bekommen, etwas sp\u00e4ter ein ebenso zeitgem\u00e4\u00dfes Wohnquartier und irgendwann vielleicht auch noch eine Anbindung via Pfaffensteigtunnel an die G\u00e4ubahn und Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>In 100 Jahren kann man ja dann den n\u00e4chsten Bahnhof bauen<\/p>\n<p>Was Stuttgart aber sicherlich nicht bekommt, ist ein Bahnhof wie in Z\u00fcrich. Dort gibt es 26 Gleise, acht davon durchgehend. Und auch andere Bahnh\u00f6fe werden dem Stuttgarter den Rang ablaufen, sp\u00e4testens, wenn sie ebenfalls digitalisiert sind. Hannover etwa mit seinen 12 und Berlin mit seinen 14 Gleisen. Dort k\u00f6nnten die Drehscheiben des Deutschlandtakts entstehen. Welche Rolle Stuttgart spielt, ist ungewiss.<\/p>\n<p>Vielleicht muss man sich hierzulande damit bescheiden, auch in Zukunft bahntechnisch die zweite Geige zu spielen. In 100 Jahren kann man ja dann den n\u00e4chsten Bahnhof bauen. Sp\u00f6tter behaupten ohnehin, dass mit der 21 in Stuttgart 21 nicht 2021, sondern 2121 gemeint ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"The show must go on. 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