{"id":654147,"date":"2025-12-18T02:12:17","date_gmt":"2025-12-18T02:12:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654147\/"},"modified":"2025-12-18T02:12:17","modified_gmt":"2025-12-18T02:12:17","slug":"streit-kamen-die-aschenbroedel-instrumente-zu-unrecht-in-leipziger-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654147\/","title":{"rendered":"Streit: Kamen die &#8222;Aschenbr\u00f6del&#8220;-Instrumente zu unrecht in Leipziger Museum?"},"content":{"rendered":"<p class=\"text\">\nEin Buch mit dem Titel &#8222;Die DDR als Sammlerin&#8220; sorgt f\u00fcr Streit am Musikinstrumentenmuseum der Universit\u00e4t Leipzig. Geschrieben haben es Josef Focht, Professor f\u00fcr Instrumentenkunde in Leipzig und von 2014 bis 2021 Leiter des Museums, und die Leipziger Musikwissenschaftlerin Heike Fricke, die ebenfalls an dem Haus forscht. In ihrem Buch erheben sie den Vorwurf, am Musikinstrumentenmuseum sei nach der Wiedervereinigung zu wenig Provenienzforschung betrieben worden. Konkret soll es um rund 450 &#8222;Erwerbungen&#8220; gehen, die zu <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/geschichte\/ddr\/politik-gesellschaft\/kultur\/raubkunst-kunstraub--sachsen-anhalt-museen-kulturgutenzug-provenienzforschung100.html\" title=\"DDR-Raubkunst: Museen aus Sachsen-Anhalt vernetzen sich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DDR-Zeiten<\/a> in den Besitz des Museums \u00fcbergegangen sind.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Wenn der Erwerb durch Verstaatlichung erfolgt ist, dann muss der Erwerb zur\u00fcckgegeben werden.<\/p>\n<p>Josef Focht, fr\u00fcherer Museumsleiter<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\n<a name=\"DDR\">Josef<\/a> Focht forscht seit \u00fcber zehn Jahren zu den <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/gesellschaft\/sachsen-anhalt-thueringen-museum-befragung-ergebnisse-kultur-news-100.html\" title=\"So geht es den Kunstmuseen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Provenienzen<\/a> im Musikinstrumentenmuseum. Er sagte dem MDR, die Umst\u00e4nde dieser Erwerbungen m\u00fcssten gekl\u00e4rt werden: &#8222;In jedem einzelnen Fall ist zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob der Erwerb durch Verstaatlichung oder b\u00fcrgerliche Methoden erfolgt ist.&#8220; Wenn der Erwerb durch Verstaatlichung erfolgt sei, m\u00fcsse er zur\u00fcckgegeben werden, so Focht. Da sei die Rechtslage eindeutig, es gebe eine gesetzliche Pflicht.\n<\/p>\n<p><a name=\"Haselnuss\">Prominentes<\/a> Beispiel: Die Sammlung Kaiser-Reka<\/p>\n<p class=\"text\">\nAls Beispiel f\u00fchren Josef Focht und Heike Fricke die Musiksinstrumentensammlung von Berol und Paul Kaiser-Reka an. Vater und Sohn waren im 20. Jahrhundert ber\u00fchmte Musiker und zugleich Instrumentenbauer und -sammler. Einige ihrer Instrumente kamen zum Beispiel in der k\u00f6niglichen Ballszene in <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/kultur\/kino-und-film\/aschenbroedel-film-zehn-fakten-110.html\" title=\"&quot;Drei Haseln\u00fcsse f\u00fcr Aschenbr\u00f6del&quot;: 10 spannende Fakten \u00fcber den Weihnachtsklassiker\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Drei Haseln\u00fcsse f\u00fcr Aschenbr\u00f6del&#8220;<\/a> zum Einsatz.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\n1960 ging ein Gro\u00dfteil der Kaiser-Reka-Sammlung in den Besitz des Museums \u00fcber und landete im Depot. &#8222;Wir beleuchten in unserem Buch die Erwerbungsumst\u00e4nde, die nicht ganz unproblematisch sind&#8220;, sagt Heike Fricke und erg\u00e4nzt: &#8222;Die Familie hat sich \u00fcbervorteilt gef\u00fchlt.&#8220;\n<\/p>\n<p><a name=\"Antwort\">Fr\u00fchere<\/a> Museumschefin wehrt sich gegen die Kritik<\/p>\n<p class=\"text\">\nEszter Fontana hat das Musikinstrumentenmuseum von 1995 bis 2013 geleitet \u2013 und widerspricht den Vorw\u00fcrfen. Sie sagte dem MDR, sie habe nat\u00fcrlich in ihrer Amtszeit <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/provenienzforschung-start-kleine-museen-thueringen-kultur-news-100.html\" title=\"Raubkunst in Th\u00fcringer Museen: Kleine H\u00e4user erforschen Sammlungen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Provenienzforschung<\/a> betrieben: &#8222;Wir hatten im Jahr 2000 die Gelegenheit, eine Inventur zu machen. Seitdem wissen wir, was wir haben und was nicht.&#8220; Bei der Zahl 450 k\u00f6nne sie belegen, dass sie nicht stimme, so Fontana.\n<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"text\">Wir haben im Jahr 2000 eine Inventur gemacht. Seitdem wissen wir, was wir haben und was nicht.<\/p>\n<p>Eszter Fontana, fr\u00fchere Museumsleiterin<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"text\">\nDen heutigen Museumsleiter Stefan Hindtsche besch\u00e4ftigen die <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/restitution-raubkunst-schiedsgericht-kultur-news-100.html\" title=\"Raubkunst-R\u00fcckgabe: Th\u00fcringens Kulturminister Hoff begr\u00fc\u00dft neues Verfahren\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Restitutionen<\/a>, die m\u00f6glicherweise auf das Museum zukommen. Er m\u00f6chte Schaden vom Haus abwenden und betont: &#8222;Es gibt eine ganze Reihe von Beispielen, die belegen, dass hier hervorragende Wissenschaft betrieben wurde.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nHindtsche und Eszter Fontana bem\u00e4ngeln zudem die Quellenlage, auf die sich das Buch st\u00fctzt. Die in einer Datenbank einsehbaren Quellen gen\u00fcgten nicht den wissenschaftlichen Anforderungen.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nQuelle: MDR KLASSIK, Universit\u00e4t Leipzig, Hollitzer Wissenschaftsverlag; redaktionelle Bearbeitung: td<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Buch mit dem Titel &#8222;Die DDR als Sammlerin&#8220; sorgt f\u00fcr Streit am Musikinstrumentenmuseum der Universit\u00e4t Leipzig. 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