{"id":654617,"date":"2025-12-18T07:16:24","date_gmt":"2025-12-18T07:16:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654617\/"},"modified":"2025-12-18T07:16:24","modified_gmt":"2025-12-18T07:16:24","slug":"grundlage-fuer-ruanda-modell-eu-baut-huerden-fuer-abschiebung-in-drittstaaten-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654617\/","title":{"rendered":"Grundlage f\u00fcr &#8222;Ruanda-Modell&#8220;: EU baut H\u00fcrden f\u00fcr Abschiebung in Drittstaaten ab"},"content":{"rendered":"<p>Grundlage f\u00fcr &#8222;Ruanda-Modell&#8220;EU baut H\u00fcrden f\u00fcr Abschiebung in Drittstaaten ab<\/p>\n<p>18.12.2025, 03:25 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(05:55 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Ein-Flugzeug-startet-am-Flughafen-Koeln-Bonn-gesehen-durch-Stacheldraht-ausserhalb-des-Rollfelds-Der.webp\" alt=\"Ein-Flugzeug-startet-am-Flughafen-Koeln-Bonn-gesehen-durch-Stacheldraht-ausserhalb-des-Rollfelds-Der-Begriff-der-Remigration-hat-im-Wahlkampf-fuer-heftige-Debatten-gesorgt-Themenbild-Symbolbild-Koeln-09-03\"\/>Asylbewerber k\u00f6nnen k\u00fcnftig in L\u00e4nder abgeschoben werden, die ihnen v\u00f6llig fremd sind. (Foto: picture alliance \/ Panama Pictures)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Die EU-Verhandler sind sich einig: Asylbewerber sollen k\u00fcnftig in L\u00e4nder abgeschoben werden k\u00f6nnen, zu denen sie keinerlei Verbindung haben. Damit w\u00e4re der Weg f\u00fcr Abkommen mit Drittstaaten frei. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die EU schafft die Grundlage f\u00fcr eine deutlich ver\u00e4nderte Abschiebepolitik. Deutschland und andere EU-Staaten sollen Schutzsuchende k\u00fcnftig auch in L\u00e4nder bringen d\u00fcrfen, zu denen die Betroffenen keine Verbindung haben, wie aus einer Einigung von Vertretern der Mitgliedsl\u00e4nder und des Europaparlaments hervorgeht. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bislang war es n\u00f6tig, dass Asylsuchende eine enge Verbindung zu einem solchen Drittstaat haben, etwa durch Familienangeh\u00f6rige oder einen l\u00e4ngeren Aufenthalt. Dem Vorschlag der EU-Staaten nach soll es k\u00fcnftig reichen, wenn ein Abkommen zwischen einem Mitgliedstaat und dem Drittstaat besteht. Die Gesetzes\u00e4nderung muss noch vom EU-Parlament und den EU-Staaten best\u00e4tigt werden. Normalerweise ist das Formsache, wenn sich die Unterh\u00e4ndler der Institutionen zuvor auf einen Kompromiss geeinigt haben. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Schutzsuchende k\u00f6nnen demnach auch in L\u00e4nder abgeschoben werden, in denen sie noch nie waren und zu denen sie keine famili\u00e4re, kulturelle oder sonstige Bindung haben. Dieses sogenannte Verbindungselement wird optional. F\u00fcr unbegleitete Minderj\u00e4hrige gibt es hingegen die von den EU-Staaten geforderte Ausnahme. F\u00fcr sie bleibt ein verbindendes Element zum Land, in das sie abgeschoben werden sollen, eine notwendige Bedingung. <\/p>\n<p>Bundesregierung hat &#8222;Ruanda-Modell&#8220; bereits gepr\u00fcft <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Damit soll auch die rechtliche Grundlage f\u00fcr das sogenannte Ruanda-Modell geschaffen werden, das bislang auch an der Justiz gescheitert ist. Gro\u00dfbritannien wollte Asylbewerber nach Ruanda bringen. Dort sollten sie auch dann bleiben, wenn ihnen nach der Pr\u00fcfung ein Schutzstatus gew\u00e4hrt wird. Umgesetzt werden konnte der Plan auch wegen Gerichtsentscheiden nie wirklich &#8211; die neue Labour-Regierung unter Premierminister Keir Starmer kippte den Asylpakt mit Ruanda schlie\u00dflich. Nach Angaben der britischen Innenministerin Yvette Cooper kostete das Vorhaben mehr als 700 Millionen Pfund (etwa 830 Millionen Euro). <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das deutsche Bundesinnenministerium hat bereits verschiedene M\u00f6glichkeiten gepr\u00fcft, Asylverfahren in Drittstaaten auszulagern, darunter auch das &#8222;Ruanda-Modell&#8220;. Ein im Mai ver\u00f6ffentlichter Abschlussbericht kam zu dem Ergebnis: rechtlich grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, aber in praktischer Hinsicht mit teils erheblichen Schwierigkeiten verbunden. In einer Mitteilung des Innenministeriums hie\u00df es damals, eine Anwendung von Drittstaatsmodellen auf eine Vielzahl von Asylbewerbern sei &#8222;unrealistisch&#8220;. Dies gelte auch f\u00fcr den Fall, dass das Verbindungselement &#8211; wie nun vorgesehen &#8211; nicht mehr verpflichtend sei. <\/p>\n<p>Kritik an EVP-Fraktion<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Europaparlament hatte mit einer rechten Mehrheit den Weg f\u00fcr Verhandlungen freigemacht. F\u00fcr das Vorhaben stimmten \u00fcberwiegend Abgeordnete der Fraktionen rechts der Mitte, darunter auch Abgeordnete der AfD. Dagegen stimmten vor allem Linke, Gr\u00fcne und Sozialdemokraten. Aus allen drei Lagern kam Kritik &#8211; auch am Vorgehen der EVP-Fraktion im Europaparlament, zu der CDU und CSU geh\u00f6ren. Die EVP wolle eine m\u00f6glichst schnelle und extreme Versch\u00e4rfung in der Asylpolitik und nehme daf\u00fcr eine Zusammenarbeit mit &#8222;Rechtsextremen, Klimaleugnern und Putin-Lobbyisten&#8220; in Kauf, hatte Erik Marquardt, Chef der Gr\u00fcnen im EU-Parlament, kritisiert. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die EVP argumentiert, sie arbeite bei Gesetzesvorhaben nicht aktiv mit Rechtsextremen zusammen. Die Brandmauer stehe auch auf europ\u00e4ischer Ebene, hatte EVP-Chef Manfred Weber in der Vergangenheit gesagt. Die EVP-Abgeordnete und Verhandlerin Lena D\u00fcpont lobte die in der Nacht gefundene Einigung. &#8222;Sie gibt den Mitgliedstaaten die notwendigen Instrumente an die Hand, um Verfahren effizienter zu gestalten&#8220;, sagte die CDU-Politikerin. Bedauerlich sei, dass Sozialdemokraten und linke Parteien versucht h\u00e4tten, die Reformen zu blockieren und sich damit erneut einer sachlichen Auseinandersetzung mit den realen Herausforderungen irregul\u00e4rer Migration verweigerten. <\/p>\n<p>Noch keine Einigung bei sicheren Herkunftsstaaten <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Der Umgang mit dem sogenannten Verbindungselement stand schon im vergangenen Jahr bei den Verhandlungen \u00fcber die Reform des Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Asylsystems (GEAS) zur Debatte. Die Gr\u00fcnen, Teil der damals regierenden Ampel-Koalition in Deutschland, hatten eine Streichung stets abgelehnt. Festgehalten wurde schlie\u00dflich, dass das Verbindungselement als notwendige Bedingungen nach einer Zeit erneut \u00fcberpr\u00fcft werden soll &#8211; zun\u00e4chst aber verpflichtend bleibt. Noch bevor die europ\u00e4ische Asylreform Mitte n\u00e4chsten Jahres Anwendung findet, wird diese Notwendigkeit f\u00fcr Abschiebungen in Drittstaaten nun abgeschafft. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Neben der sogenannten Drittstaatenl\u00f6sung haben Vertreter von EU-Staaten und Europaparlament auch \u00fcber eine EU-weit geltende Liste sicherer Herkunftsstaaten verhandelt. Dem Vorschlag nach sollen Menschen dadurch etwa schneller nach Marokko, Tunesien oder \u00c4gypten abgeschoben werden k\u00f6nnen. Dazu sollen auch das Kosovo, Kolumbien sowie die s\u00fcdasiatischen Staaten Indien und Bangladesch zur Liste hinzugef\u00fcgt werden.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Grunds\u00e4tzlich sollen L\u00e4nder, die Kandidaten f\u00fcr einen EU-Beitritt sind, ebenfalls als sicher gelten. Dazu w\u00fcrden dann etwa Albanien, Montenegro oder die T\u00fcrkei geh\u00f6ren. Hierzu konnte am Abend noch keine Einigung erzielt werden.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, Niklas Treppner, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Grundlage f\u00fcr &#8222;Ruanda-Modell&#8220;EU baut H\u00fcrden f\u00fcr Abschiebung in Drittstaaten ab 18.12.2025, 03:25 Uhr Artikel anh\u00f6ren(05:55 min) Asylbewerber k\u00f6nnen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":654618,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[10232,1680,534,153316,548,13,382,14,15,16,12,10,8,9,11,103,104],"class_list":{"0":"post-654617","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-asylbewerber","9":"tag-asylpolitik","10":"tag-asylrecht","11":"tag-asylverfahren-in-drittstaaten","12":"tag-eu","13":"tag-headlines","14":"tag-migration","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-politik","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews","23":"tag-welt","24":"tag-world"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115739348715513890","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/654617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=654617"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/654617\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/654618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=654617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=654617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=654617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}