{"id":654730,"date":"2025-12-18T08:52:13","date_gmt":"2025-12-18T08:52:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654730\/"},"modified":"2025-12-18T08:52:13","modified_gmt":"2025-12-18T08:52:13","slug":"drogenhandel-weniger-grosse-kokainfunde-im-hamburger-hafen-der-schmuggel-verlagert-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654730\/","title":{"rendered":"Drogenhandel: Weniger gro\u00dfe Kokainfunde im Hamburger Hafen \u2013 der Schmuggel verlagert sich"},"content":{"rendered":"<p>Wird der Schmuggel von Kokain nach Deutschland schwieriger? Mehrere Tonnen wurden im Juni weit vor dem Hamburger Hafen abgefangen. In Spanien und Frankreich spricht man nun von einem \u201ewei\u00dfen Tsunami\u201c.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Auch im Jahr 2025 haben s\u00fcdamerikanische Drogenbanden tonnenweise Kokain nach Deutschland verschifft. Die wom\u00f6glich gr\u00f6\u00dfte Ladung wurde allerdings schon vor dem Zielhafen Hamburg abgefangen: Dank einer guten internationalen Zusammenarbeit stellten im Juni die britischen Beh\u00f6rden 3,6 Tonnen Kokain in Southampton sicher. Der Marktwert des Rauschgifts betrug nach Angaben der Polizei rund 90 Millionen Euro. <\/p>\n<p>Den Bananencontainer, in dem das Kokain versteckt war, lie\u00dfen die Ermittler weiter nach Hamburg gehen. Dort beobachtete die Polizei, wie der K\u00fchlcontainer in eine Lagerhalle nach Winsen\/Luhe s\u00fcdlich von Hamburg gebracht wurde, und schlug zu. Spezialkr\u00e4fte nahmen sechs M\u00e4nner fest. Vier von ihnen kamen in Untersuchungshaft.<\/p>\n<p>Kokain nicht nur in Frucht-Containern <\/p>\n<p>Nur einen Tag vor der Sicherstellung in England machte der Zoll in Hamburg den bislang gr\u00f6\u00dften bekanntgewordenen Kokainfund des Jahres: Dank eines Hinweises der Beh\u00f6rden in der Dominikanischen Republik entdeckten die Zollfahnder 600 Kilogramm der Droge in einem Container. Auch in diesem Fall war die Lieferung mit Obst getarnt. Den Stra\u00dfenverkaufswert gab der Zoll mit 24 Millionen Euro an. <\/p>\n<p>Ebenfalls Anfang Juni wurde im Hafen von Duisburg (NRW) eine gro\u00dfe Drogenlieferung gestoppt: In einem Container mit einem Produkt zur Stahlherstellung aus Brasilien entdeckten die Zollfahnder \u00fcber eine halbe Tonne Kokain. <\/p>\n<p>Bislang keine Rekordfunde im Jahr 2025<\/p>\n<p>So gro\u00df diese Funde sind \u2013 in den vergangenen Jahren haben die deutschen Beh\u00f6rden bereits weit gr\u00f6\u00dfere Drogenmengen abgefangen: Bisheriger Rekord waren 16 Tonnen, die Polizei und Zoll am 12. Februar 2021 in Hamburg sicherstellten. Im gesamten Jahr 2024 entdeckten die Drogenfahnder in Deutschland nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) rund 24 Tonnen Kokain. Im bisherigen Rekordjahr 2023 waren es 43 Tonnen gewesen. <\/p>\n<p>Zur Bilanz f\u00fcr 2025 will sich das Zollfahndungsamt Hamburg, das f\u00fcr alle deutschen Containerh\u00e4fen zust\u00e4ndig ist, erst im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr \u00e4u\u00dfern. Die offiziellen Mitteilungen des Jahres umfassen deutschlandweit eine Menge von bislang nur rund 2,5 Tonnen. Das k\u00f6nnte auf einen weiteren R\u00fcckgang hindeuten. <\/p>\n<p>\u201eWei\u00dfer Tsunami\u201c erfasst S\u00fcdwesteuropa<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung des BKA ist eine Verlagerung der Schmuggelrouten nach Spanien und Frankreich festzustellen. An den bisherigen europ\u00e4ischen Haupteinfallstoren f\u00fcr Kokain \u2013 den H\u00e4fen in Antwerpen (Belgien) und Rotterdam (Niederlande) \u2013 seien die sichergestellten Mengen drastisch zur\u00fcckgegangen, und zwar von 175 Tonnen im Jahr 2023 auf 69 Tonnen Kokain im Jahr 2024. <\/p>\n<p>In Spanien verdoppelte sich 2023 die beschlagnahmte Kokainmenge im Vergleich zum Vorjahr auf 118 Tonnen. Die Nachbarn Frankreich und Portugal verzeichnen \u00e4hnliche Aufw\u00e4rtstrends. In den Medien und auch bei Fahndern S\u00fcdwesteuropas ist mittlerweile von einem \u201ewei\u00dfen Tsunami\u201c die Rede.<\/p>\n<p>Hamburg bef\u00fcrchtete dagegen eine Verlagerung in den gr\u00f6\u00dften deutschen Hafen und vereinbarte eine enge Beh\u00f6rdenkooperation mit Antwerpen und Rotterdam. Im Mai 2024 wurde ein Hafensicherheitszentrum an der Elbe er\u00f6ffnet. Eine Kampagne unter den Hafenbesch\u00e4ftigten soll diesen klarmachen, wie riskant eine Beteiligung am Drogenhandel ist. <\/p>\n<p>Organisierte Kriminalit\u00e4t mit Schw\u00e4chen<\/p>\n<p>Innerhalb Europas wird das Kokain meist mit Autos oder Lastwagen weitertransportiert. Nach Sch\u00e4tzung des Bundeskriminalamts sind mehr als 10.000 Fahrzeuge mit professionellen Schmuggelverstecken im Einsatz. 188 von ihnen konnte die Polizei 2024 in Deutschland stoppen.<\/p>\n<p>Der Kokainschmuggel im gro\u00dfen Stil ist in der Regel ein Gesch\u00e4ftsbereich der Organisierten Kriminalit\u00e4t. Manchmal machen diese Banden aber auch Fehler: In Hamburg flog die Versendung von 45 Kilo Kokain im Wert von \u00fcber einer Million Euro nach Australien auf, weil der Aufgeber den Paketschein beim Kurierdienst in der N\u00e4he des Flughafens falsch ausf\u00fcllte. Die Bande schickte zwei M\u00e4nner los, die Pakete zu \u201eretten\u201c. Beide wurden verhaftet. Einer von ihnen wurde Anfang Dezember vom Landgericht zu drei Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt.<\/p>\n<p>dfe, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wird der Schmuggel von Kokain nach Deutschland schwieriger? 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