{"id":654823,"date":"2025-12-18T09:45:19","date_gmt":"2025-12-18T09:45:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654823\/"},"modified":"2025-12-18T09:45:19","modified_gmt":"2025-12-18T09:45:19","slug":"letzte-verteidigungswelle-anklage-gegen-mutmassliche-rechtsterroristen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/654823\/","title":{"rendered":"&#8222;Letzte Verteidigungswelle&#8220; &#8211; Anklage gegen mutma\u00dfliche Rechtsterroristen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/jason-100.jpg\" alt=\"Jason R.\" title=\"Jason R. | Pixelarchiv, Verpixelung: NDR\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>exklusiv<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 18.12.2025 08:57 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Die &#8222;Letzte Verteidigungswelle&#8220; soll Anschl\u00e4ge auf Migranten geplant und begangen haben. Nun hat der Generalbundesanwalt\u00a0Anklage gegen acht Beschuldigte erhoben. NDR-Recherchen zeigen, wie sich die Neonazi-Gruppe organisiert hatte.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Reiko Pinkert, Hannes Stepputat und Katrin Kampling, NDR\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die &#8222;Letzte Verteidigungswelle&#8220; (LVW) war ein Zusammenschluss von jungen Neonazis aus mehreren Bundesl\u00e4ndern, viele von ihnen noch minderj\u00e4hrig. Trotz des jungen Alters sollen sie schwere Straftaten begangen haben. Ihre wohl schlimmste Tat: Zwei mutma\u00dfliche Mitglieder der Gruppe sollen im Jahr 2024 ein Kulturhaus in Brandenburg angez\u00fcndet haben, das fast vollst\u00e4ndig niederbrannte. Die Betreiber, die im Haus schliefen, kamen laut Ermittlern nur durch Zufall nicht zu Schaden. Zwei weitere Jugendliche sollen ihnen geholfen haben<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Mai zerschlug die Bundesanwaltschaft die Gruppe, durchsuchte die Wohnungen mutma\u00dflicher Mitglieder und nahm einige von ihnen fest. Dabei fanden die Ermittler auch Waffen sowie die\u00a0Bauanleitung f\u00fcr eine Rohrbombe.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nun hat der Generalbundesanwalt Anklage gegen acht Beschuldigte erhoben, unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sechs von ihnen m\u00fcssen sich auch wegen versuchten Mordes verantworten, darunter die beiden mutma\u00dflichen Brandstifter aus Brandenburg und ihre Helfer.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch einen Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Th\u00fcringen wertet die Bundesanwaltschaft als versuchten Mord. Zwei mutma\u00dfliche LVW-Mitglieder sollen die Scheibe der Unterkunft eingeschlagen und dann versucht haben, mit einer Feuerwerksbatterie hinein zu schie\u00dfen. Ein Feuer brach aber nicht aus. Ein Dritter soll ihnen geholfen haben.<\/p>\n<p>    Gr\u00fcndung in Mecklenburg-Vorpommern<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">NDR-Recherchen zeigen: Die Gruppe wurde laut Ermittlungen von zwei Beschuldigten im April 2024 in Mecklenburg-Vorpommern gegr\u00fcndet. Die beiden jungen M\u00e4nner seien die F\u00fchrungspersonen der mutma\u00dflichen Terrorgruppe gewesen und auch die Administratoren verschiedener WhatsApp-Chatgruppen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie haben demnach auch bestimmt, wer Mitglied werden konnte und wer nicht. F\u00fcr die Aufnahme h\u00e4tte man nachweislich Straftaten begehen m\u00fcssen, zum Beispiel das Spr\u00fchen von Hakenkreuzen oder Brandstiftung. Die Gruppe soll sich\u00a0nach Erkenntnissen der Ermittler\u00a0in einem bundesweiten, sogenannten Generalchat sowie in regionalen Chatgruppen f\u00fcr jedes Bundesland organisiert haben.<\/p>\n<p>    Mordfantasien und Anschlagsplanungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In diesen WhatsApp-Gruppen sollen die Chatmitglieder Survival-Trainings sowie ideologische Themen besprochen haben. Au\u00dferdem wurden darin wohl Anschl\u00e4ge organisiert. Nach Recherchen des NDR soll insbesondere einer der beiden F\u00fchrungspersonen aus Mecklenburg-Vorpommern immer wieder zu Gewalttaten und T\u00f6tungen von politischen Gegnern und Migranten aufgerufen haben. Auch ihm wird wegen der Brandstiftung in Altd\u00f6bern versuchter Mord vorgeworfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut Ermittlungen hie\u00df es in den Chats, man solle Ausl\u00e4nder terrorisieren, indem man ihre Wohnungen besch\u00e4dige und anz\u00fcnde. Jeder, der sich ihnen in den Weg stelle, solle beseitigt werden. Dar\u00fcber hinaus seien die Mitglieder aufgefordert worden, sich mit Waffen, wie Messern, Schreckschusspistolen, Schlagringen und B\u00f6llern zu bewaffnen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Logo der Gruppe bestand den Recherchen zufolge aus dem Totenkopf der Waffen-SS und dem Schriftzug LVW. Allmorgendlich und zum Abschied sei im Chat mit &#8222;Heil Hitler&#8220; oder &#8222;Sieg Heil&#8220; gegr\u00fc\u00dft worden. Auch Hakenkreuze und Adolf-Hitler-Bilder wurden offenbar verschickt.<\/p>\n<p>    Ziel: Regierung st\u00fcrzen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ziel der Gruppe war es demnach, die Regierung zu st\u00fcrzen und ein nationalsozialistisches Deutschland zu errichten. Daf\u00fcr habe man ein Hauptquartier in Mecklenburg-Vorpommern errichten wollen, dazu ein Waffenlager. Geplant war offenbar auch, Mitglieder in anderen L\u00e4ndern wie Polen, Norwegen und Frankreich zu rekrutieren. Zuk\u00fcnftige Mitgliedsbeitr\u00e4ge wollte man unter anderem f\u00fcr die Beschaffung von Munition und Sprengstoff verwenden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Laut den Recherchen hat ein ehemaliges Mitglied der LVW bei der Polizei ausgesagt, dass die beiden jungen M\u00e4nner aus Mecklenburg-Vorpommern die Gruppe gegr\u00fcndet haben, um Bomben zu bauen und Brandanschl\u00e4ge zu begehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auf detaillierte Nachfragen des NDR zu den mutma\u00dflichen Taten und den Strukturen innerhalb der Gruppe &#8222;Letzte Verteidigungswelle&#8220; antworteten die acht Beschuldigten oder deren Anw\u00e4lte nicht.<\/p>\n<p>    Verbindungen zu anderen rechten Gruppen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Erkenntnissen von Ermittlern, soll die LVW auch mit anderen Neonazi-Gruppen wie der &#8222;Deutschen Jugend Voran&#8220; (DJV) sowie &#8222;Jung und Stark&#8220; (JS) in Kontakt gestanden haben. Dabei ging es unter anderem um die Beteiligung an Demonstrationen. Die DJV und JS sind zwei neonazistische Jugendgruppen, die vor allem im Sommer 2024 zu zahlreichen Anti-CSD-Kundgebungen mobilisierten. Manche ihrer Anh\u00e4nger sind vermehrt mit Gewalttaten aufgefallen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern (LKA MV) wurde bereits fr\u00fch auf einzelne mutma\u00dfliche Mitglieder der Gruppe aufmerksam.\u00a0Wie in einer nicht\u00f6ffentlichen Sitzung im Schweriner Landtag berichtet wurde, war ein vermehrtes Straftatenaufkommen im Landkreis Nordwestmecklenburg der Hintergrund f\u00fcr die ersten Ermittlungen gegen die Personen. Auch von der Staatsanwaltschaft Gera sind Erkenntnisse eingeflossen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Diese kleineren Verfahren seien im LKA MV zusammengef\u00fchrt worden und h\u00e4tten die Grundlage f\u00fcr weitere Ermittlungen auf Bundesebene gebildet, erkl\u00e4rte Landesinnenminister Christian Pegel (SPD) im Interview mit dem NDR.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Eine Herausforderung f\u00fcr Ermittler sei es, Zusammenh\u00e4nge zwischen einzelnen, kleineren Taten \u00fcberhaupt zu entdecken. Hinzu komme die Geheimhaltung der Gruppenmitglieder, die die Ermittler erst \u00fcberwinden m\u00fcssten. Dass die Ermittlungsbeh\u00f6rden und der Verfassungsschutz \u00fcber Minderj\u00e4hrige deutlich weniger Daten speichern d\u00fcrfen als \u00fcber erwachsene Verd\u00e4chtige, sei zwar im Grundsatz richtig, aber eben auch eine H\u00fcrde, sagte Pegel.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Beschuldigten werden sich vor dem Oberlandesgericht Hamburg verantworten m\u00fcssen. Wann die Verhandlung beginnt, ist noch unklar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"exklusiv Stand: 18.12.2025 08:57 Uhr Die &#8222;Letzte Verteidigungswelle&#8220; soll Anschl\u00e4ge auf Migranten geplant und begangen haben. 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